Schlagwort-Archive: Zweiten Weltkrieg

Garnisonkirche: Stolpe versteht Kritik an Wiederaufbauplänen

Manfred Stolpe, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) hat Verständnis für die Kritik am geplanten Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche geäußert.

evangelisch.de

“Es ist bei manchen der Eindruck entstanden, dass es ein Elitenprojekt ist”, sagt er dem Berliner Tagesspiegel (Samstagsausgabe). Die Befürworter hätten bisher nicht genug begründet, was sie vorhätten.

In der barocken Potsdamer Garnisonkirche eröffneten die Nationalsozialisten kurz nach Hitlers Machtübernahme feierlich den Reichstag. Das Gotteshaus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, die Ruine wurde 1968 gesprengt. Seit einigen Jahren bemüht sich ein Kuratorium um eine Wiedererrichtung der Kirche. Dagegen hat sich die Initiative “Potsdam ohne Garnisonkirche” formiert, die einen Volksentscheid anstrebt. Das amtliche Ergebnis des Bürgerbegehrens soll am Montag veröffentlicht werden.

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Tschechien: Parlament beschließt die Restitution

Blick auf die tschechische Hauptstadt Prag: im Bild vorne links die St.-Nikolaus-Kirche, hinten rechts der Veitsdom. Bild: renovabis.de

Gemeinden sollen unter den Kommunisten geraubtes Eigentum im Wert von mehr als fünf Milliarden Euro erhalten

Von Hans-Jörg SchmidtDIE WELT

Mit den Stimmen der bürgerlichen Koalition und gegen den erbitterten Widerstand der linken Opposition hat das Prager Abgeordnetenhaus in der Nacht zum Donnerstag abermals für die Rückgabe des früheren Eigentums der Kirchen votiert.

Nach einer stürmischen Debatte stimmten 102 von 103 anwesenden Abgeordneten für das Gesetz. Damit wies das tschechische Unterhaus das Veto der zweiten Kammer des Parlaments, des Senats, zurück. Sozialdemokraten und Kommunisten, die im Senat die Mehrheit haben, verließen vor der Abstimmung aus Protest den Sitzungssaal.

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„Einen Religionskrieg sollte man nicht herbeireden“

Landesbischof Markus Dröge ist seit 2009 im Amt und schafft es, innerkirchliche Gräben zuzuschütten. – Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Der evangelische Berliner Landesbischof Markus Dröge spricht im Tagesspiegel-Interview über radikal-islamische Salafisten, Sparen und Wachsen und warum er keine Bibeln auf der Straße verteilen würde.

Von Claudia Keller und Juliane SchäubleDer Tagesspiegel

Herr Dröge, sind Sie Fußball-Fan?

Ich habe früher selber gespielt und bin interessiert, aber nicht immer voll dabei. Aber jetzt bei der EM fiebere ich mit.

Würden Sie jetzt nach Kiew fahren?
Bundespräsident Gauck hat das richtige Zeichen gesetzt, indem er seine Teilnahme an einem Präsidententreffen im Vorfeld der EM abgesagt hat. Nur so kann man die Diskussion anregen. Wenn es um die Durchsetzung von Menschenrechten geht, ist die Öffentlichkeit sehr wichtig.

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Nachwuchssorgen des politischen Katholizismus

Protestanten Gauck, Merkel: Abkehr vom rheinischen Katholizismus an der Spitze, Foto: AP

Kanzlerin und Präsident: beide Protestanten. Die Abkehr vom rheinischen Katholizismus, die sich in diesen Spitzenpositionen spiegelt, ist dabei paradoxerweise eine Folge der Säkularisierung. Evangelische Politiker kommen besser an beim Wähler – weil sie nicht von der Kirche her denken.

Von Gerd LangguthSpON

Nach der protestantischen Pfarrerstochter Angela Merkel haben wir jetzt in Kürze mit Joachim Gauck einen Bundespräsidenten, der sogar als evangelischer Pfarrer in der früheren DDR wirkte. Auch unter den anderen Namen, die als präsidiabel genannt wurden, finden sich vorwiegend Protestanten – wie der frühere Bischof Wolfgang Huber oder die frühere Landesbischöfin Margot Käßmann. Fast 500 Jahre nach der Reformation und den 95 Thesen Martin Luthers rangiert der politische Katholizismus nur noch unter ferner liefen.

Auf jeden Fall geht den Katholiken das politische Personal aus.

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Von Luther zu Hitler?

Wie hielt es Luther mit den Juden? Thomas Kaufmann erläutert den historischen Kontext der "Judenschriften" des Reformators. Foto: Verlag Mohr Siebeck

Die Äußerungen Martin Luthers (1483-1546) über die Juden gehören nicht zu den Glanzpunkten der Reformation. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Meinung auf, die “Judenschriften” des Reformators hätten den Holocaust geradezu vorbereitet. Ob dies eine angemessene Einschätzung ist, hilft ein Buch zu klären, das Luthers “Judenschriften” in ihre zeitlichen Zusammenhänge einordnet.

pro Medienmagazin

Als im September 1941 das nationalsozialistische Regime den “Judenstern” zur Kennzeichnung von Juden in Deutschland einführte, begrüßten einzelne Landeskirchen die Maßnahme. Dabei nahmen sie sich die Haltung Martin Luthers zum Vorbild: “Schon Dr. Martin Luther erhob nach bitteren Erfahrungen die Forderung, schärfste Maßnahmen gegen die Juden zu ergreifen”, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme verschiedener Landeskirchen.

Ist aus solchen Äußerungen der Schluss zu ziehen, es gebe eine direkte Verbindungslinie zwischen der Einstellung Luthers zu den Juden und dem Holocaust im “Dritten Reich”? Das Buch “Luthers ‘Judenschriften'” des Göttinger Kirchenhistorikers Thomas Kaufmann geht nicht ausdrücklich dieser Frage nach. Indem es Luthers “Judenschriften” in ihre zeitlichen Zusammenhänge einordnet, liefert es jedoch einen Aspekt der Antwort.

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