Exorzismus auch in Österreich


Laut einem Bericht im Österreichischen Fernsehen unter dem Titel „Exorzisten im Vormarsch“ („Report“ vom 31.07.), findet die Praktik des „Dämonenaustreibens“ mittels religiöser Rituale auch in Österreich wieder vermehrt Anhänger

Die Österreichische Bildungsministerin Claudia Schmied sagte vor kurzem bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele, sie werde „alles tun, um die Helligkeit der Aufklärung in unseren Schulen und Kultureinrichtungen zu verstärken, damit die Sonne der Vernunft auf viele, auf alle unsere jungen Menschen trifft“. Was Sie damit genau meinte, ließ Sie zwar offen, aber sollte es Ihr damit wirklich ernst sein, wartet viel Arbeit auf sie und alle, die die Ministerin dabei unterstützen wollen.

Ein besonders bemerkenswertes Beispiel dafür, dass „die Sonne der Vernunft“ in Österreich nicht allzuhoch am Firmament steht, liefert die Tatsache, dass Priester und sogar einzelne Ärzte sich wieder verstärkt mit den Praktiken des Exorzismus auseinandersetzen. Also mit jenem Bereich der kirchlichen Seelsorge, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, psychisch Kranken die Dämonen auszutreiben, die sie hinter deren Krankheiten vermuten. Der Präsident des in Gaming in Niederösterreich ansässigen Internationalen Theologischen Instituts für Studien zu Ehe und Familie, Larry Hogan (offenbar ein Experte auf diesem Gebiet), schreibt in einem Artikel für die Zeitschrift „Experiment – Zeitschrift für die Förderung Geistlichen Lebens“, dass der „Befreiungsdienst ein wichtiger Dienst der Kirche war und bleibt, der mit Gottes Gnade, seiner Führung und menschlicher Klugheit ausgeübt werden sollte.“ Die menschliche Klugheit offenbart sich nicht zuletzt darin, dass man im Verborgenen operieren da „das Thema aufgrund der Medien sehr delikat ist“. Deswegen erscheint auch „keine Liste der Beauftragten im Jahrbuch oder in anderen Publikationen einer Diözese. Man muss im Bischöflichen Ordinariat anrufen. Aus demselben Grund ist „Beauftragter“ dem Wort „Exorzist“ vorzuziehen.“ Man ist bemüht, das mehr als zweifelhafte Image abzustreifen, und der Sache einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben. Man muss jedoch kein Experte auf dem Gebiet der Psychologie sein, um zu erkennen, dass eine solche Herangehensweise an dieses Thema nicht nur jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehrt, sondern in vielen Fällen zu drastischeren Verschlechterungen des Zustands der Patienten, ja sogar zu schweren geistigen und auch körperlichen Schäden, bis hin zum Tod führen kann.

Angesichts dessen kann man nur hoffen, dass sich auch in Österreich mehr engagierte Menschen finden, die dafür sorgen, dass „die Sonne der Vernunft“ auch die entlegenen Winkel – und derer gibt es offensichtlich noch viel zu viele – erhellt.

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