Die Evolution des Menschen – neue Hypothesen


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Ein 1,44 Mio. Jahre alter Kieferknochen bringt das Wissen über die Evolution des Menschen ins Wanken.Dieser Kieferknochen weckt Zweifel am bisherigen Wissen zur Evolution des Menschen. Er lässt vermuten, dass die beiden Frühmenschenarten Homo habilis und Homo erectus für fast eine halbe Millionen Jahre Seite an Seite in Ostafrika lebten. Bisher hatten Experten angenommen, dass sich H. erectus aus dem früher lebenden H. habilis entwickelt hat. Die Wissenschaftler berichten im Fachjournal „Nature“ über ihre Entdeckung.

Fred Spoor vom University College London und sein internationales Team um das berühmte Mutter-Tochter-Archäologengespann Meave und Louise Leakey entdeckten den Kieferknochen im Jahr 2000 östlich des Turkana Sees in Kenia. Aufgrund von Größe und Form der sechs erhaltenen Zähne ordneten die Forscher den Knochen der Frühmenschenart Homo habilis (geschickter Mensch) zu. Diese habe somit länger als bislang vermutet – und damit auch zeitgleich mit Homo erectus (aufgerichteter Mensch) – in Ostafrika gelebt. Homo erectus tauchte erstmals vor etwa 1,9 Millionen Jahren in Afrika auf.