Wie Evolution funktioniert


(Berliner Zeitung)Der Paläontologe Reinhold Leinfelder ist Generaldirektor des Museums für Naturkunde in Berlin. Für ihn geht es in der Debatte um Kreationismus nicht um Wissenschaft, sondern vor allem um gesellschaftliche Machtansprüche fundamentalistischer Gruppen.

Herr Professor Leinfelder, am 13. Juli wurde an Ihrem Museum die neue Ausstellung eröffnet, die Darwin gegen den Kreationismus verteidigt.

Es geht ja nicht nur um Charles Darwin, sondern um die gesamte Evolutionstheorie seit Darwin. Wir haben 30 Millionen Ausstellungsstücke in unserem Haus, die uns Auskunft geben über die Mechanismen der Entwicklung des Lebens.

Diese Mechanismen werden von Kreationisten negiert. Was entgegnet die Evolutionsforschung?

Der Kreationismus und seine angeblich akademische Variante, das Intelligent Design, verstehen sich zwar als wissenschaftliche Theorie, aber ihre Aussagen sind wissenschaftlich-methodisch nicht falsifizierbar und damit unwissenschaftlich. Hier werden Naturwissenschaften und Glaubensfragen unzulässig vermengt.

Warum wird darum denn so heftig gerungen?

Es geht in dieser Debatte um mehr als die Evolutionstheorie, es geht auch um den politischen und gesellschaftlichen Einfluss fundamentalistischer Gruppen.