Kleine Aufklärungs-Agenda


von ostfriese

In letzter Zeit sind mehr und mehr nicht-religiöse Organisationen ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, die offensiv ihre Ansichten in weltanschaulichen und ethischen Fragen propagieren und sich als moderne Aufklärer verstehen. Die Medienlandschaft schert sie als „Neue Atheisten“ über einen Kamm oder ordnet sie fälschlich der Bewegung der „Brights“ zu, obwohl diese nur eine von vielen aufklärerischen Vereinigungen darstellt.

Ungeachtet dieser unzulässigen Verallgemeinerungen lässt sich sagen, dass viele dieser Organisationen ein gemeinsames Ziel verfolgen: größeren Teilen der Bevölkerung zu vermitteln, warum das (rationale) Zweifeln dem (irrationalen) Glauben vorzuziehen ist und welche weit reichenden Konsequenzen sich für unsere Weltanschauung und Ethik aus dieser schlichten Einsicht ergeben.

Ist bereits das Primat der Skepsis gegenüber dem Glauben ein Glaubenssatz und der ganze Aufklärungsanspruch aus diesem Grunde anmaßend? Sind demnach die modernen Aufklärer selbst nichts anderes als sektenartige Gruppierungen?

Diese Frage kann nur mit einem klaren Nein beantwortet werden. Wer reale Probleme lösen will, muss die Wirklichkeit möglichst zutreffend beschreiben, da sonst seine Folgerungen keine empirische Gültigkeit beanspruchen können. Die Kompetenzen der Menschheit in Sachen Wirklichkeitserkenntnis sind, gerade in den letzten 200 Jahren, offensichtlich dramatisch gewachsen, und angesichts der Komplexität vieler globaler Probleme brauchen wir dringend weitere Erkenntnisfortschritte.
Wer skeptisch denkt, darf auf eben solche hoffen, denn er kann eigene Irrtümer erkennen, wenn seine Modelle (interne Rekonstruktionen aus informationsreduzierenden Projektionen externer Strukturen) an der Erfahrungswirklichkeit scheitern. Wer dagegen fest glaubt und damit auf Zweifel verzichtet, muss davon ausgehen, bereits im Besitz „der Wahrheit“ zu sein. Nun lehrt uns aber die Geschichte, dass sich nahezu alles, was wir zu wissen glaubten, irgendwann als falsch oder mindestens korrekturbedürftig herausgestellt hat. Ein unbedingtes, dogmatisches Festhalten an unverrückbaren Glaubenssätzen leugnet die Notwendigkeit von Erkenntnisfortschritten, obwohl auch Gläubige die Früchte solcher Bemühungen täglich genießen (Autos, Computer, Medikamente, Kläranlagen etc.). Eine solche Haltung ist faktisch inkonsequent und intellektuell unredlich. Wir alle profitieren von den Resultaten des (wissenschaftlichen) Zweifelns, auch wenn einige diese Tatsache opportunistisch verdrängen.

Auch ein weiterer Grundsatz des rationalen Denkens ist kein Glaubenssatz, sondern für jeglichen sinnvollen Diskurs unverzichtbar. Es handelt sich dabei um das Gebot, mit Hypothesen sparsam zu sein, bekannt z.B. als (Machs) Denkökonomie oder (Occams) Rasiermesserprinzip. Warum ist es unverzichtbar? Weil Behauptungen einfach zu erfinden, aber schwierig zu widerlegen sind. Wenn jeder beliebige Blödsinn für sich in Anspruch nehmen könnte, ernsthaft geprüft zu werden, bräuchten wir weit mehr Forscher, als wir haben. Deshalb sollte jede Hypothese so lange als falsch gelten, bis hinreichend belegbar ist, dass sie für die Wirklichkeitsbeschreibung bzw. -erklärung unverzichtbar ist. Und für die Adressaten etwaiger Lehren heißt das: Wir sollten nur jenen Lehren glauben, die den langwierigen Prozess intersubjektiver Prüfung erfolgreich durchlaufen haben.

Akzeptiert man – nicht mehr als – dieses Rasiermesserprinzip und das verwandte Primat des Zweifelns (was eigentlich niemandem schwer fallen sollte, der in irgendeiner Weise an Wahrheitsfindung interessiert ist) und nimmt man zur Kenntnis, was aktueller Stand der – jenen Grundsätzen genügenden – wissenschaftlichen Forschung ist, so ergeben sich daraus allerdings erhebliche Konsequenzen, weltanschaulich und ethisch.

Diese Konsequenzen sind Ergebnisse philosophischer (kommunikations-, wissenschafts-, erkenntnis- und moraltheoretischer) Überlegungen und als solche weithin unbekannt. Die modernen Aufklärer eint das Ziel, sowohl die genannten Voraussetzungen bekannter zu machen (z.B. durch Popularisierung der Philosophie und der Naturwissenschaften) als auch deren Implikationen für die Vertretbarkeit gewisser Ansichten und Handlung(sweis)en.

Ein solcher Aufklärungsanspruch folgt klassischen humanistischen Bildungsidealen und hat rein gar nichts zu tun mit „Erleuchtung“, „atheistischem Fundamentalismus“ oder „Wissenschaftsgläubigkeit“ (wie oft böswillig unterstellt wird).

Obigen Ausführungen liegt die metaphysische Grundannahme des hypothetischen Realismus zugrunde. Wer die Existenz einer beobachterunabhängig beschaffenen Welt bestreitet (wofür kein vernünftiges Argument spricht), wird Erkenntnis unter Umständen nicht als „adäquate Rekonstruktion und Identifikation äußerer Strukturen im Subjekt“ (Gerhard Vollmer) betrachten, sondern sie teilweise oder gänzlich negieren. Doch auch in diesem Fall ergäbe sich keine Rechtfertigung dafür, irrationale (sich intersubjektiver Kritik entziehende) Glaubenslehren gegenüber rational kritisierbaren Überzeugungssystemen als gleichwertig anzusehen.

Die meisten der modernen Aufklärer sind weltanschaulich Naturalisten. Sie gehen hypothetisch von der Existenz einer beobachterunabhängig beschaffenen Welt aus, die wir teilweise erkennen können, weil sich unsere Sinne und unser Gehirn in Anpassung an unsere Umwelt (den so genannten Mesokosmos, nach Vollmer) herausgebildet haben. Würde unser Erkenntnisapparat die Außenwelt vollkommen unzutreffend intern rekonstruieren, gäbe es uns längst nicht mehr, da wir in dem Falle nicht überlebenstauglich (gewesen) wären („Evolutionäre Erkenntnistheorie“, nach Lorenz, Campbell, Vollmer).

Naturalisten sind Monisten, d.h., sie verzichten (vgl. Rasiermesserprinzip) auf die hypothetische Annahme einer „geistigen Sphäre“, die „irgendwie“ neben der materiell-energetischen Welt besteht (deren Bausteine wir mit Hilfe der modernen Physik in atemberaubender Präzision beschreibend erfassen). Die meisten Naturalisten wiederum sind Anhänger der Identitätstheorie, betrachten geistige Vorgänge als emergente Eigenschaften komplexer realer Systeme, die wir Gehirne nennen. Geist ohne Substrat gibt es nicht, er ist mit den materiellen Strukturen identisch, die ihn hervorbringen. Diese Ansicht steht im Einklang mit allen Ergebnissen der modernen Hirnforschung.

Desweiteren verzichten Naturalisten auf die Annahme, es könnte übernatürliche Phänomene oder Wesenheiten geben, die sich sinnlicher und physikalischer Erfassbarkeit vollständig entziehen. Naturalisten gehen mehrheitlich davon aus, dass es solche Phänomene oder Wesenheiten nicht gibt. Insbesondere negieren sie, dass „Übernatürliches“ in irgendeiner Form auf die Natur / auf reale Systeme einwirken kann („Wunder“). Bisher existiert nicht ein einziger, empirischer Prüfung standhaltender Beleg für eine „außerphysikalische“ Wirkung, also befindet sich die naturalistische Position insgesamt mit allen wissenschaftlichen Erkenntnissen im Einklang.

Aus dem letzten Absatz folgt, dass Naturalisten mehrheitlich Atheisten sind und von der Nichtexistenz jeglicher Gottheiten ausgehen. Etwas vorsichtigere Naturalisten bezeichnen sich als Agnostiker. Religiöse Gläubigkeit jedenfalls ist, nach gegenwärtigem wissenschaftlichen Kenntnisstand, mit der naturalistischen Weltanschauung unverträglich und daher im selben Maße unvernünftig / irrational, wie der – auf unbelegbare und unkritisierbare Ad-hoc-Hypothesen verzichtende – Naturalismus vernünftig / rational ist.

Aus den beiden – für einen rationalen intersubjektiven Diskurs und zur Ermöglichung von Erkenntnisfortschritt – unverzichtbaren Grundsätzen folgen gewisse Kriterien zur Beurteilung der Erkenntnisgewinnungs-Methoden und der Qualität von Theorien. Solche Kriterien (Kritisierbarkeit, interne und externe Konsistenz, Erklärungswert etc.) werden von der modernen Wissenschaftstheorie formuliert. Nur wer sie erfüllt, arbeitet wissenschaftlich und kann beanspruchen, dass seine Erkenntnisse dem vorläufig geltenden (intersubjektiv als wahr akzeptierten) Hintergrundwissen hinzugerechnet werden.

Die wissenschaftlichen Methoden (insbesondere der Physik) erfüllen in höherem Maße als alle anderen Erkenntnisgewinnungsversuche jene anspruchsvollen Rationalitätskriterien, ihre Resultate sind daher erheblich zuverlässiger und glaubwürdiger, d.h., mit höherer Wahrscheinlichkeit zutreffend. Deshalb setzen sich Naturalisten für eine Popularisierung der Wissenschaften und eine bessere Vermittlung ihrer – nicht in jedem Fall technologisch verwertbaren – Erkenntnisfortschritte ein.

Relevant sind wahre Erkenntnisse aber nicht nur für die korrekte Beurteilung von Problemlagen und die Eignung entsprechender Lösungsvorschläge. Auch für die praktische Umsetzbarkeit moralischer Systeme mit ihren Normen und Regeln spielen sie eine erhebliche Rolle insofern, als dass nicht alle Gebote mit der menschlichen Natur vereinbar sind.

Das naturalistische Menschenbild beruht auf der Evolutionstheorie. Menschen zeichnet im Vergleich zu anderen empfindungsfähigen Wesen keineswegs eine besondere Würde aus (eine gegenteilige Auffassung wäre speziezistisch), denn sie sind mit anderen Primaten eng verwandt und haben phylogenetisch gemeinsame Vorfahren. Ethisch bedeutsam ist lediglich die — aufgrund von Erwartungen und Zukunftsängsten — erhöhte Leidensfähigkeit von Wesen mit personalem Bewusstsein gegenüber nicht selbstbewussten Lebensformen, daher sind die Interessen von Personen besonders hoch zu gewichten. Allerdings gilt diese Überlegung nach aktuellem Kenntnisstand auch für Schimpansen, Orang Utans oder Delfine – eingeschränkt zwar, aber allemal stärker als für menschliche Säuglinge oder gar Föten.

Ethische Überlegungen sind nur in Bezug auf leidensfähige Wesen relevant, da andernfalls nicht zu entscheiden wäre, inwiefern Folgen von Handlungen wünschenswert sind oder nicht. Die Natur oder die Menschheit an sich sind weder „gut“ noch „schützenswert“; sie sind letzteres nur, sofern andernfalls unnötige Leiden entstünden. Ob Handlungen oder Unterlassungen ethisch gerechtfertigt sind, misst sich also an ihren Konsequenzen in Bezug auf die Interessen und Bedürfnisse empfindungsfähiger Wesen.

Da im Einzelfall nicht alle Handlungsfolgen zu überschauen sind, bedarf es nicht nur konsequenzialistischen Denkens, sondern auch – als prinzipiell gültig – vereinbarter Normen, die das Zusammenleben auf unserem Planeten zum größtmöglichen Wohle der Allgemeinheit regeln. Einzelne Entscheidungen sind letztlich an der Frage auszurichten, ob ihre moralische Rechtfertigung im Sinne einer Gesetzgebung verallgemeinerbar wäre (Kategorischer Imperativ Kants). Sowie daran, ob die normativen Forderungen praktisch umsetzbar sind – oder aber der menschlichen Natur widersprechen. In diesem Zusammenhang spielt auch die philosophische (Nietzsche, Schopenhauer u.a.) und naturwissenschaftliche (Singer, Roth, Libet u.a.) Unhaltbarkeit des „freien Willens“ eine Rolle, da sie sich auf Konzepte wie „Verantwortung“, „Schuld“ und „Strafe“ auswirkt.

Die in den letzten vier Absätzen skizzierte praktisch-ethische Position nennt sich „Evolutionärer Humanismus“ (EH, nach Michael Schmidt-Salomon). Sie wird von den meisten Naturalisten geteilt. Aus Ergebnissen der Verhaltensforschung und Evolutionsbiologie (Dennett, Dawkins u.a.) folgt, dass Werte und Normen nicht aus „heiligen Schriften“ gewonnen werden, sondern dass sich – nicht in allen Lebenslagen brauchbare – moralische Intuitionen im Laufe der Evolution bei sozial lebenden Tieren entwickelt haben. Die Position des EH impliziert darüber hinaus, dass Moralvorschriften generell nicht durch dogmatische Verkündigung Geltung erlangen können, sondern dass stets im rationalen Diskurs zu klären ist, welche moralischen Urteile gelten sollten und welche nicht.

Insbesondere basieren die heute weltweit akzeptierten Menschenrechte (als normative Grundlagen der meisten demokratischen Staatsverfassungen und der UN-Charta) nicht auf „christlichen Werten“, sondern auf der Denkleistung humanistischer Philosophen im Zeitalter der Aufklärung. Auch die Richtigstellung diesbezüglicher historischer Fälschungen steht auf der Agenda der modernen Aufklärer (Deschner u.a.).

Schließlich rechnen sich die meisten Vertreter der oben umrissenen Auffassungen der säkularen Bewegung zu, die sich gegen den Fortbestand oder gar Ausbau kirchlicher Privilegien sowie für eine klare, unhintergehbare Trennung von Staat und Kirche ausspricht. Insbesondere auf ihre kirchen- und religionskritische Haltung werden die modernen Aufklärer gern reduziert, weil man vermutlich hofft, sich auf diese Weise einer Auseinandersetzung mit ihren naturalistischen und humanistischen Argumenten zu entziehen – und eine Art Glaubenskrieg gegen die „Gottlosen“ anzetteln zu können.

Aber die Aufklärung war, ist und bleibt eine friedliche Bewegung, und wir laden jeden herzlich ein, sich dem weltweiten Aufschwung zu freiem kritischen Denken, mehr Bildung, besseren Ideen und erfolgversprechenderen Problemlösungen anzuschließen.

13 Comments

  1. Nissen, Sisypos, danke!

    Ich werde den Text noch überarbeiten, um die Lesbarkeit zu erhöhen, sprachlogische Schnitzer auszumerzen und Quellenhinweise zu vervollständigen. Danach wäre er dann evtl. „versandfertig“. Leider fehlt es mir gerade an Zeit…

    Was die „Interessen“ betrifft: Auch ich gründe meine innerethischen Argumente ja auf „Interessen“. Solche gibt es aber nur, wenn hinsichtlich des Wohlbefindens unterscheidbare Zustände vorliegen. Deshalb bedeutet höhere Leidensfähigkeit ausgeprägtere Befindenspolarität und damit stärkeres Interessengewicht.

    Freilich ist die Variable „Leidensfähigkeit“ nicht einfach zu operationalisieren und zu messen, daher würde ich im Zweifelsfall Gleichgewichtung der Interessen ansetzen.

    Allerdings gehe ich dabei nicht so weit wie Albert Schweitzer 😉

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  2. Sehr, sehr guter Text. Man merkt das du unter Vollmer gelernt und seine Bücher gelesen hast!
    Was fängst du mit dem gelungen Text an? Wäre doch schade wenn ihn nur Brights lesen.
    Man könnte ihn doch (vielleicht auch im Namen der Brights) an das ARD, ZDF, Spiegel, Stern, Focus, Zeit, SZ etc. schicken, um eine größere Wirkung zu erzielen. Wenn dort die Journalisten wieder einen „Neuen Atheisten“ Bericht schreiben und nachforschen verwenden sie auch auf redaktionsinternes Material.

    Zur Ethik. Schmidt-Salomon bezieht sich vorallem auf die intressen fundierte Ethik wie sie Norbert Hoerster vertritt. (
    http://www.amazon.de/Ethik-Interesse-Norbert-Hoerster/dp/3150182786/ref=sr_1_3/302-9739325-1615235?ie=UTF8&s=books&qid=1194615837134&sr=1-3 )
    Soweit ich sie verstanden habe bezieht sich diese mehr auf den fairen Intressenausgleich der Konfliktparteien, als auf die Leidensfähigkeit ( wobei leiden ja in keinem Interesse liegt ).
    Das Buch ist echt gut und hat mir viel gebracht.

    (übrigens wir kennen uns sogar persönlich, beim Deschner-Preis hab ich die mal getroffen ich bin Dennis (der im rosa Hemd) )

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  3. Hallo bskeptik,

    ich beschränke Ethik nur insofern, als dass ich sage: Wenn wir nicht angeben können, inwiefern die Folgen einer Handlung wünschenswert sind oder nicht, dann macht die Frage „Was sollen wir tun?“ keinen Sinn, dann wäre eine jede Handlung ohne moralische Relevanz.

    Entitäten, die nicht leiden können, haben auch keine Interessen oder Bedürfnisse, können daher auch von keiner Handlung in nicht-wünschenswerter Weise betroffen sein. Das Matterhorn würde unter seiner Sprengung nicht leiden, also ist die Sprengung nur dann unmoralisch, wenn empfindungsfähige Wesen darunter leiden.

    Diese Argumente sind übrigens vom Naturalismus unabhängig.

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  4. Kompliment, Ossi. Sowas hat uns noch gefehlt! (ganz ohne Ironie).

    Nur noch zur Ethik:
    Man kann sich sicherlich darauf verständigen, dass allein das Leiden das ethische Maß von Handlungen und Entscheidungen sein sollte. Das folgt aber nicht automatisch aus dem Naturalismus. Es gibt da noch andere, ebenfalls vernünftige Ansätze.
    Worauf es ankommt, ist, dass Moral nicht dogmatisch begründbar ist (erst recht nicht aus Lehren, die sich auf Übernatürliches berufen). Daraus folgt auch nicht gleich moralischer Relativismus, wie man auf den ersten Blick annehmen könnte.

    Nach nochmaligem Lesen merke ich, dass meine Kritik vielleicht etwas an deinem Text vorbeigeht. Aber vielleicht hilft es dir ja zu wissen, dass jemand beim ersten Durchlesen den Eindruck hat, du beschränkst Ethik auf das Ausmaß des Leides.

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  5. @Ostfriese
    „Sorry, grachus, ausgerechnet den “genialen ersten Absatz”, der nur als foreninterne, polemisch-würzige Vorrede zur Agenda gedacht war, mussten wir zugunsten der Sachlichkeit und Seriosität streichen…“

    Daran das der 1. Absatz gedruckt werden würde hatte ich eigentlich nicht mal gedacht. *g*
    Meiin Lob (der guten Einführung) sollte eigentlich die Wirkung meiner anschließende konstruktiven Kritik Verbessern.;)

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  6. Ein absolut, auch für jüngere Menschen=), gut verständlicher Text. Wenn es sich machen ließe würde ich glatt dafür sorgen, dass er in der Schülerzeitung gedruckt wird.
    Wenn jede Person an meiner Schule diesen Text unvoreingenommen lesen würde, gäbe es sicher einige Menschen mehr, die mit dem Naturalismus und der Brights-Bewegung sympathisieren.

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  7. Sorry, grachus, ausgerechnet den „genialen ersten Absatz“, der nur als foreninterne, polemisch-würzige Vorrede zur Agenda gedacht war, mussten wir zugunsten der Sachlichkeit und Seriosität streichen…

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  8. Es bedankt sich: Henning Busboom, Mathe-Physik-Lehrer, ehem. Philosophie-Student bei Gerhard Vollmer in Braunschweig.

    Zum Anliegen meiner kleinen Agenda:

    Viele Journalisten, die über Dawkins & Co. berichten, lesen die Bücher naturalistischer oder humanistischer Autoren nicht gründlich oder nicht unvoreingenommen genug, um ihre Kernaussagen anschließend unverfälscht und in voller argumentativer Schlagkraft wiederzugeben.

    An eben diesen Kundenkreis wendet sich mein Aufsatz. Er ordnet den vielgeschmähten Aufklärungsanspruch in das humanistische Bildungsideal ein und führt die wichtigsten Positionen der naturalistischen Weltanschauung bzw. der evolutionär-humanistischen Ethik auf nur zwei leicht einsehbare Prinzipien der intellektuellen Redlichkeit zurück — sowie auf das eine Motiv, welches letztlich alle Aufklärer antreibt: die Hoffnung, reale Probleme zu lösen.

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  9. Die kurze Einführung ist gut gelungen, allerdings würde ich mich mit Fach- und Fremdwörtern mehr zurücknehmen da das anvisierte Publikum sie oft nicht ganz versteht ihre Bedeutung nicht kennt, und sie oft auch abschreckend wirken.
    p.s. Ich finde der erste Absatz ist genial formuliert (lol).

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