Söder und das Christentum


Der bayrische Europaminister Markus Söder bringt sich ein. So hat er jüngst den Vorschlag unterbreitet das die Rechte der Christen in der Türkei und die der Muslime in Deutschland durch einen Religionsvertrag festgeschrieben werden. Wenn schon die politischen Visionen fehlen, dann machen es halt die religiösen. Bayern, das föderal-religiöse Schwergewicht Deutschlands hat einen würdigen Vertreter in Europa. Wen solche politischen Vorstösse auch nichts bringen, inhaltlich, so doch mediale Aufmerksamkeit, die liebt dieser konservative Vorzeige-Christ. Völlig vergessend, dass es in Deutschland ein Grundgesetz gibt, staatsrechtlich fixiert, dass sich der Staat aus Glaubensdingen heraushält. Wenn auch nur in der Theorie. Da es so nicht klappt, versucht man halt in der Türkei zu missionieren.

Er sollte sich doch darauf konzentrieren die Menschenrechte in der Türkei stärker einzufordern. Die Glaubensfreiheit ist ein unabdingbares Grundrecht, der Bau von Moscheen hat etwas mit Baurecht zu tun und nicht mit völkerechtlichen Verträgen.

Darüber hinaus entsteht bei solcher Argumentation der Eindruck, wer Moslem ist, ist für Söder ein Türke. Wir alle sehen einen Himmel, haben aber verschiedene Horizonte, in Bayern erscheint dieser manchmal kurz, sehr kurz. Auch unter dem Aspekt der Söderschen Plattitüden zu PopeTown.

Quelle: hier

14 Comments

  1. Zitat Hartmut Slomski :
    „Doch Grundgesetz und Menschenrechte gelten hierzulande nicht für:
    – Atheisten
    – Esoteriker
    – Neopaganisten (auch Neuheiden genannt)
    – Satanisten
    – HartzIV-Opfer
    – Kommunisten
    – Globalisierungsgegner
    – Heavy Metal-Fans (besonders Black Metal-Fans)
    – Gothics
    und diverse andere Bevölkerungsgruppen, die dem Staat und den Kirchen nicht ins Konzept passen!“

    Eine gewagte These.
    Kannst Du das bitte eingehender belegen? Gibt es dafür Beispiele?

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  2. Natürlich gibt es in Deutschland ein Grundgesetz! Doch Grundgesetz und Menschenrechte gelten hierzulande nicht für:
    – Atheisten
    – Esoteriker
    – Neopaganisten (auch Neuheiden genannt)
    – Satanisten
    – HartzIV-Opfer
    – Kommunisten
    – Globalisierungsgegner
    – Heavy Metal-Fans (besonders Black Metal-Fans)
    – Gothics
    und diverse andere Bevölkerungsgruppen, die dem Staat und den Kirchen nicht ins Konzept passen!

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  3. Zurück zum Thema:

    Der Söder ist eine Knallcharge sondersgleichen. Ich kenne den noch aus den guten, alten Nürnberger JU-Tagen und schon damals hat der so ziemlich alles getan, um aufzufallen. Der lebt nach dem Motto: „Es gibt keine schlechte PR, nur zuwenig PR.“

    Wenigstens hat er ein relativ unbedeutendes Ministerium bekommen. Von mir aus kann er da verfaulen.

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  4. Ich kann da nichts von Guillotine sehen. Und irgendeine von den Ex-Muslimisten meint, sie habe die deutsche Toleranz satt, da kann ich nur sagen und Tschüss.
    Ich weiß nicht wieviele Kirchenaustritte es in Deutschland gibt, mir ist auch nicht bekannt ob die, die da austreten Personenschutz bekommen, Fakt ist, die nehmen das nicht so wichtig, die Ex-Muslimisten sollten es ähnlich machen.

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  5. http://eussner.net/artikel_2007-10-23_17-04-23.html

    Hier, ich habe den Artikel doch wieder gefunden, wenn du die Ex-Muslime von vorne herein disqualifizierst, nur weil sie Ex-Muslime sind.

    „Die Machtverteilung unter den Muslimverbänden geschieht auf Grund des im dar ul-harb bereits islamisierten Bodens. Der gehört den Repräsentanten der jeweiligen Finanziers, in Frankreich entweder der UOIF, der französischen Abteilung der Muslimbrüder und derer Freunde aus den Scheichtümern, der marokkanischen Krone oder der algerischen Regierung, in Deutschland den Repräsentanten der türkischen Religionsbehörde, des europäischen Zweiges der Muslimbrüder, unter der Leitung von Tariq Ramadan und Ibrahim el-Zayat oder der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde.

    Das liegt auf der Linie der Forderung des Korans, friedlich oder gewaltsam Territorium für den Islam zu erobern. Wer das meiste Geld ausgibt für Grundstücke und überdimensionierte Moschee-Komplexe, ist Sieger. Mit Religionsausübung der einzelnen Muslime, mit ihrer Religionsfreiheit, hat das nichts oder allenfalls sekundär zu tun. Was zählt, ist die Demonstration der politischen Macht des Islams.“

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  6. In der Türkei ist ja auch dieses Blog hier verboten, Dawkins befindet sich also in guter Gesellschaft.

    Zu den Guillotinen, na ja, die Ex-Muslime, wenn sie nicht ab und zu mal aufschreien würden, würde sie keiner wahrnehmen.
    Und wer die deutsche Toleranz satt hat, geht eben zur französischen oder holländischen Toleranz, hört sich ja fast an, also ob die hier als Geiseln gehalten werden.
    Und von Guillotinen kann ich da nichts finden.

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  7. „Goldmann, FDP schreibt:
    Das Problem der mangelhaften Religionsfreiheit in der Türkei, das immer wieder von der EU-Kommission festgestellt wird, muss insbesondere im Rahmen der Beitrittsverhandlungen gelöst werden.“

    Der Mann erkennt anscheinden nicht, dass die Türkei nur deshalb heute so (weit) westlich orientiert ist, weil der Staat dort konsequent eine Trennung von Staat und Religion vorgenommen hat. Die Türkei wäre irgendwo zwischen Iran und Irak anzusiedeln, wenn es Atatürk nicht gegeben hätte. Man sieht auch, wie stark noch heute die Bestrebungen radikaler Islamisten dort sind, die die gesamte Entwicklung rückgängig machen wollen. Denen spielt Goldmann in die Hand, Söder liefert ihnen noch Munition.

    Warum setzt sich der Söder überhaupt für die Rechte religiöser Türken in der Türkei ein? Vielleicht sollte er sich in der Türkei als Politiker nieder lassen…

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  8. Gurndsätzlich Gegner oder nicht: Was Söder hier redet ist doch purer Populismus, um sich wichtig zu machen!

    „… Rechte der Christen in der Türkei und die der Muslime in Deutschland durch einen Religionsvertrag festgeschrieben werden…“
    Die stehen im Grundgesetz in Art. 4, Art. 7 Abs. 2, Art. 140 Grundgesetz und Art. 136, 137, 138, 139, 141 der deutschen Verfassung. Das ist mehr als genug.

    Jede darüber hinausgehende Regelung oder gar vertragliche Vereinbarung kann ersatzlos gestrichen werden. Das ist wieder typische Überregulierungswut. Der Staat soll sich um das kümmern, was ihn angeht! Religion ist Privatsache. In diesem Sinne kann auch Art. 7 Abs. 2 Grundgesetz gleich gestrichen werden.

    Wie die Unrrichtung der zukünftigen Staatsbürger mit Fehlinformationen (Religionsunterricht) in der Verfassung eines Rechtsstaats verankert werden kann, ist ein Rätsel. Was geht die Fehlvorstellung des einzelnen den Staat an? Das kann der Staat nicht auch noch unterrichten müssen.

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  9. Ähm, ich habe doch gar keine politische Wertung vorgenommen. Im Gegenteil, ich teile die Meinung.

    Es ist mir nur wichtig, dass man grundsätzlich weiss, in welchem Kontext das ganze entstanden ist.

    Grundsätzlich bin ich bei Aussagen von Politikern über die jeweiligen Gegner sehr vorsichtig. (und wie gesagt: Losgelöst von diesem Thema)

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  10. @ Stefan deinen politischen gegnern, nicht den politischen Gegnern von brights/naturalisten/whatever.
    Außerdem sollte man auch annerkennen wenn die Gegenseite was richtiges sagt.

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  11. @nickpol:
    Mich hat es aber auch verwirrt.
    Erst nachdem ich den Originaltext gelesen habe merke ich, dass du den Inhalt in deinen Worten widergibst und dich ihnen kommentierend anschließt.
    Es wird aber ohne Quelltext nicht klar, worauf dein Text hinaus will und wer da jetzt eine Pressemitteilung zum Thema Söder rausgeschickt hat.

    Nix für ungut, ich kann mich hier dem Beauftragten der FDP-Bundestagsfraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften Hans-Michael GOLDMANN auch nur beipflichten 🙂

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  12. Bei solchen Texten wäre ein _deutlicher_ Quellenhinweis sinnvoll, damit man die Aussagen entsprechend einordnen kann. (gerade, wenn es wie hier, von politischen Gegnern kommt)

    Das auch völlig losgelöst vom Thema.

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