News aus dem Bullshit Department


B16 bei einer Audienz vom Donnerstag. (Bild: Reuters) NZZ-Online

B16 verurteilt den Atheismus macht ihn für einige der schlimmsten Verbrechen in der Geschichte verantwortlich. In seiner neuen Enzyklika «Spe salvi» (Gerettet durch Hoffnung) mahnte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche die Christen, ihre Hoffnung in Gott und nicht in Technik, Reichtum oder in politischen Anschauungen zu suchen.

(ap/sda) B16 hat die Hoffnung in den Mittelpunkt seiner zweiten Enzyklika gestellt. In dem 76-seitigen Dokument «Spe salvi» (Gerettet durch Hoffnung oder in der Hoffnung), das am Freitag veröffentlicht wurde, kritisierte der Papst den modernen Atheismus, der «zu den schlimmsten Formen der Grausamkeit und Verstössen gegen die Gerechtigkeit» geführt habe.

Die Christenheit wird von der Kritik nicht ausgenommen: Sie konzentriere sich zu sehr auf die individuelle Erlösung und ignoriere die Botschaft Christi, dass wahre christliche Hoffnung eine Erlösung für alle bedeute.

Neue Art von Hoffnung

«Wir müssen alles uns Mögliche tun, um das Leid zu überwinden, aber es aus der Welt zu verbannen, liegt nicht in unserer Macht», schrieb Benny. Nur Gott sei dazu fähig. Der Papst legt in der Enzyklika dar, dass das christliche Verständnis der Hoffnung sich in der modernen Zeit verändert habe. Er verweist dabei auf zwei historische Umbrüche: die Französische Revolution und die proletarische Revolution angestossen von Karl Marx. Benedikt kritisiert Marx und den Atheismus des 19. und 20. Jahrhunderts scharf, räumte jedoch gleichzeitig ein, dass beide auf die Ungerechtigkeiten der Zeit reagierten.

«Eine Welt gezeichnet von so viel Ungerechtigkeit, unschuldigem Leid und Zynismus der Macht kann nicht das Werk eines guten Gottes sein», schrieb der Papst. Der Gedanke, dass der Mensch tun könne, was Gott nicht könne durch die Schaffung einer neuen Erlösung auf Erden sei «sowohl anmassend als auch an sich falsch». Es sei kein Zufall, dass dieser Gedanke zu den schlimmsten Grausamkeiten geführt habe. «Eine Welt, die ihre eigene Gerechtigkeit schaffen muss, ist eine Welt ohne Hoffnung.»

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6 Comments

  1. @sfrang: zur Hoffnung fällt mir nur ein: „John Frum wird kommen und Cargo bringen und alle Kranken heilen.“
    (siehe Cargo-Kulte).

    Dr. Ratzinger sagte:
    «Eine Welt, die ihre eigene Gerechtigkeit schaffen muss, ist eine Welt ohne Hoffnung.»
    Will er also sagen, dass die Welt ohne Hoffnung ist? Mir scheint der Doktor etwas depressiv dieser Tage, vielleicht ist es das Wetter.

    Solche Sätze für sich genommen erwecken den Eindruck, als solle man nicht gegen die Ungerechtigkeit in der Welt vorgehen, als sei die Welt entweder bereits gerecht oder es gebe keine Hoffnung.

    Sollen die Gerichte schließen, weil die Christen auf eine Abrechnung im Jenseits hoffen?

    Wenn er sich gegen den Atheismus ansich (?) wendet, dann sollte er vielleicht erst mal diese kruden Steinigungsphantasien aus seinem werten Glaubensbuch entfernen.

    Gegenwärtig ist es im Übrigen der Supernaturalismus, der in Nahost «zu den schlimmsten Formen der Grausamkeit und Verstößen gegen die Gerechtigkeit» führt.

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  2. …ihre Hoffnung in Gott und nicht in Technik…

    Ich verstehe das so, wenn einer Krebs hat, er soll sich in ein Kloster zum Gebet zurückziehen und keine Hoffnung auf Arztbehandlung, Strahlungen, Medikamente und andere Technikprodukte setzen. Wem erzählt er diesen Quatsch der Benny?

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  3. …verurteilt den Atheismus und macht ihn für einige der schlimmsten Verbrechen in der Geschichte verantwortlich

    Er kann verurteilen war will. Er soll nur erklären,
    -waren denn Atheisten diejenigen, die mit einem Kreuz auf der Brust gegen den Osten und gegen die Araber vorgingen?
    -waren denn Atheisten diejenigen, die die „Hexen“ verfolgten, verurteilten und verbrannten?
    -waren denn Atheisten diejenigen, die die Entwicklung der Wissenschaft anzuhalten versuchten?
    -waren denn Atheisten diejenigen, die mit Hitler kollaborierten und ihm bis zur letzten Stunde die Treue gehalten haben?
    Na gut, er findet eben eingeschaltete Mikrophone und behauptet war er will, bis die letzten Gläubigen und Kirchensteuerzahler aus seiner Kirche austreten.

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  4. «Eine Welt gezeichnet von so viel Ungerechtigkeit, unschuldigem Leid und Zynismus der Macht kann nicht das Werk eines guten Gottes sein», schrieb der Papst.

    Bei dem Satz hätte er es dann auch belassen können. Dem Rest kann ihm dann die Evolutionsbiologie erklären.

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  5. Sehr richtig Daedalus! Die „Moral“ der allermeisten Religionen basiert auf einer „göttlichen Ökonomie“. Der Gläubige ist nicht gut, weil er das Verhalten als gut bewertet, sondern weil er sich dafür „Schätze“ im Himmel verspricht. Ist die christliche Jenseitsvorstellung noch sehr vage und eher von der Angst vor der Hölle bestimmt, werden bspw. im Islam die paradiesischen Genüsse in den schillerndsten Farben propagiert. Drogen und sexuelle Ausschweifungen werden im Diesseits nicht gebilligt, dafür besteht das Paradies aus einer ewigen Sauf- und Bummsorgie. Nachzulesen im „heiligen“ K(l)oran.

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  6. Vielleicht sollte man diese „Hoffnung“ mal etwas stärker reflektieren, Benny.
    Steht am Ende der Hoffnung nicht immer eine Belohnung, als Bezugsobjekt der Hoffnung? Handelt es sich nicht meist mehr um geistigen Kapitalismus, Belohnungsdenken mit einer gehörigen Portion Egoismus?
    Der Söldner hofft am Ende seines Auftrages auch auf seinen Sold.
    Ich halte „Hoffnung“ für die Bewältigung der Sinnleere des Lebens für eine ganz schlechte Krücke.

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