Theorie muss Gesetz werden


Dinosaurier

Die Wissenschaft wird nur dann siegen, wenn wir unsere besten Theorien Gesetze nennen, meint Clive Thompson.

Kreationisten und Intelligent-Design-Förderer betreiben eine Guerilla-Taktik, um Schulbücher zu untergraben, die ihren Glauben verspotten. Sie patschen einen Aufkleber auf den Einband mit dem Wortlaut: „EVOLUTION IST EINE THEORIE, SIE KEIN FAKT, IN BEZUG AUF DEN URSPRUNG DES LEBENS.“

Dabei handelt es sich um das zentrale Argument von Evolutionsleugnern: Evolution sei eine unbewiesene „Theorie“. Für wissenschaftsbelesene Menschen klingt das nach einem unglaublich nervigen Spielchen. Es ist zwar korrekt, dass Wissenschaftler bei der Evolution von einer Theorie sprechen, jedoch meint das Wort Theorie eine Erklärung der Art und Weise, wie die Welt funktioniert, die wiederholter, strenger Prüfung standgehalten hat. Das ist in keiner Weise ein Begriff, der Anlass für eine Herabsetzung sein kann.

Für die meisten Menschen ist eine Theorie allerdings eine willkürliche Mutmaßung, die Sie aus Ihrem, ähm, Hut gezogen haben. Das ist eine Beleidigung, ehrlich, ein aalglatter Versuch, einen Standpunkt zu verwerfen: „Ach, nun, das ist doch nur Ihre Theorie.“ Wissenschafter verwenden Theorie in einer bestimmten Art und Weise und die Öffentlichkeit in einer anderen – und Evolutionsgegner haben diese Trennung fachmännisch ausgebeutet.

Es sieht also ganz danach aus, als ginge es im Kulturkrieg um die Wissenschaft1 gar nicht um die Wissenschaft – es geht um Sprache. Und um in diesem Krieg zu bestehen, müssen wir die Art und Weise ändern, wie wir über wissenschaftliche Erkenntnisse sprechen.

Wissenschaftler erwägen dies bereits. Im letzten Sommer löste die Physikerin Helen Quirk eine heftige Debatte mit einem Essay für Physics Today aus, in dem sie argumentiert, dass Wissenschaftler zu vorsichtig sind, wenn sie über wissenschaftliche Erkenntnisse sprechen. Sie sind ein von Natur aus vorsichtiger Haufen, betonte sie. Selbst wenn sie sich über eine Theorie 99% sicher sind, ist ihnen klar, dass stets die Möglichkeit zur Ablösung oder Anpassung durch eine neue Entdeckung besteht.

Sprechen Wissenschaftler also über gut gesicherte Wissensschätze – vor allem in Bereichen wie Evolution oder Relativität – dann sichern sie ihre Wetten ab. Sie sagen, dass sie „glauben“ etwas sei wahr, wie in dem Satz „Wir glauben, dass das Jura-Zeitalter durch schwüles, tropisches Wetter charakterisiert war.“

Diese absichtlich nuancierte Sprache wird in der öffentlichen Auseinandersetzung schrecklich missverstanden und oftmals verdreht. Wenn der Durchschnittsmensch Phrasen hört wie „Wissenschaftler glauben“, dann versteht er „Wissenschaftler können dieses Zeug nicht wirklich beweisen, sie glauben es einfach.“ („Das glauben Sie doch nur“, ist eine andere raffinierte Möglichkeit, etwas pauschal abzutun.)

Natürlich haben Antievolutionisten herausgefunden, dass Sprache die Munition in Kulturkriegen ist. Darum benutzen sie diese Aufkleber. Sie nehmen die intellektuellen Stärken der wissenschaftlichen Sprache – ihre Exaktheit und Vorsichtigkeit – und verwenden sie als Waffen gegen die Wissenschaft selbst.

Die Verteidigung dagegen lautet: Ein überarbeitetes wissenschaftliches Lexikon. Wenn die Antievolutionisten darauf bestehen, das öffentliche Missverständnis von Worten wie Theorie und Glaube auszubeuten, dann sollten wir das nicht bekämpfen. „Wir sollten in der Öffentlichkeit ein bisschen weniger vorsichtig sein, wenn wir über wissenschaftliche Schlussfolgerungen sprechen, über die man sich einig ist“, sagt Quinn.

Was schlägt sie vor? Wenn es um wirklich grundsolide, wohl etablierte Wissenschaft geht, dann lasst uns damit aufhören, überhaupt noch das Wort Theorie zu gebrauchen. Lasst uns stattdessen eine viel altehrwürdigere Sprache wieder beleben und solches Wissen mit Gesetz umschreiben. Wie im Falle von Newtons Gravitationsgesetz verstehen die Menschen intuitiv, dass es sich bei diesem Gesetz um eine Regel handelt, die immer wahr bleibt und an die man sich halten muss. Das Wort Gesetz überträgt genau den gleichen Autoritätssinn für die Öffentlichkeit wie Theorie für Wissenschaftler, nur ohne sprachlichen Balast.

Evolution ist nicht nur grundfest, sondern überfest. Sogar die Impfstoffindustrie basiert darauf: Wenn wir uns jeden Winter im Büro unseres Arztes versammeln, um uns gegen Grippe impfen zu lassen – eine Schutzimpfung gegen die neuesten evolvierten Zweige der Krankheit – dann behandeln wir Evolution als ein Gesetz. Warum sollten wir es also nicht einfach „Das Gesetz der Evolution“ nennen?

Und das Beste ist: Dieses Vorgehen wirkt ein bisschen wie linguistisches Jiu-Jitsu. Wenn jemand sagt, „Ich glaube nicht an die Evolutionstheorie“, dann klingt das vielleicht recht vernünftig. Aber wenn jemand bekannt gibt: „Ich glaube nicht an das Gesetz der Evolution“, dann klingt er wie ein Verrückter. Das ist gleichbedeutend mit der Aussage „Ich glaube nicht an das Gravitationsgesetz.“

Es ist Zeit einzusehen, dass wir die Öffentlichkeit einfach niemals hinreichend über die präzisen wissenschaftlichen Bedeutungen bestimmter Wörter unterrichten werden. Wir werden niemals vollkommen verständlich rüberbringen, was so schön und erhaben ist an wissenschaftlicher Vorsicht und Strenge. Der öffentliche Diskurs ist unausweichlich politisch, also müssen wir in einer Weise über die Wissenschaft reden, welche den politischen Kampf besteht – in klaren Worten.

Das ist zumindest meine Theorie.

1Der Begriff „Kulturkrieg“ kommt in den amerikanischen Medien häufig vor. Es handelt sich im Grunde um die alte Auseinandersetzung zwischen Liberalen und der religiösen Rechten. Bezüglich der Wissenschaft gibt es momentan eine unselige Verbindung zwischen Regierungspolitik und Religion, nicht nur in Fragen von Stammzellenforschung und Sterbehilfe, sondern auch in Fragen von Evolution und Klimapolitik. Man sollte jedoch diesen „Kulturkrieg“ nicht mit einer Militarisierung der Gesellschaft verwechseln, denn oftmals wird ein solcher weltanschaulicher „Krieg“ als notwendig zur Verhinderung echter Kriege betrachtet. Dem britischen Journalisten Stephen Fry ist die Diskussionskultur in den USA sogar viel zu nett, vgl. http://stephenfry.com/blog/?p=27 (Anm. des Übers.)Übersetzung: Andreas Müller

Quelle: Wired.com, 12.10.2007

Die Brights beim hpd!

38 Comments

  1. Diese spannende Diskussion hab ich leider verpasst, möchte aber nochmal für die Physik den Sprachgebrauch klären. Und natürlich meinen Senf dazu geben…

    Ein Naturgesetz ist die (meist mathematische) Beschreibung einer Regelmäßigkeit im Verhalten realer Systeme.

    Der Erfolg einer physikalischen Theorie wird unter anderem daran geprüft, dass aus ihr verschiedene Gesetze (oft Gleichungen) ableitbar sind, deren wahre Aussagen (Lösungen) mit realen Beobachtungen näherungsweise übereinstimmen (vor dem Hintergrund einer ebenfalls theorienhaltigen, hypothetischen Deutung).

    Einsteins Relativitätstheorie (zwischen allgemeiner und spezieller unterscheidet das Wahlvolk nicht) gilt geradezu als Inbegriff menschlicher Genialität. Warum sollte sich jemand eine anerkannte wissenschaftliche Theorie als Hirngespinst unterjubeln lassen, nur weil jemand Schulbücher mit Parolen beklebt?

    Fehlte ihm dann nicht sehr viel mehr als nur das Wissen über die Großartigkeit von Theorien?

    Ich schließe mich El Schwalmo an. Wer einen Palast errichten will, darf nicht auf Sand bauen.

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  2. „Es ging darum, ob man innerwissenschaftliche Probleme der Evolutionsforschung durch terminologische Tricks vertuschen darf“

    Meiner Meinung nach gibt es diese Probleme nicht. Auch die Gravitation ist nicht in jedem kleinen Detail erforscht, trotzdem kann man sie Gesetz nennen.

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  3. Aufklärung ohne PR ist Mist, es gilt wie in allen Dingen, das richtige Maß zu finden.
    Und du solltest deine Resentiments dem brights-Begriff betreffend nicht allzu liebevoll hätscheln. 🙂

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  4. @derautor

    === schnipp ===
    Als ob kein Wissenschaftler das Gravitationsgesetz im Detail kritisieren dürfte, nur weil es Gesetz heißt.
    === schnapp ===

    ich habe meine Auffassung ausführlich begründet. Du bist auf keins meiner Argumenten eingegangen.

    Die Frage nach Kritisierbarkeit war nie ein Punkt. Es ging darum, ob man innerwissenschaftliche Probleme der Evolutionsforschung durch terminologische Tricks vertuschen darf, weil Evolutionsgegner diese Probleme für ihre Zwecke ausnutzen

    Du hast für PR plädiert, ich für Aufklärung.

    Als Bright solltest Du Dir das genau durch den Kopf gehen lassen.

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  5. @derautor

    === schnipp ===
    Du hast zudem vergessen, auch noch Dein Standard-Ad hominem, dass ich religiöse Gründe hätte, irgendwas zu schreiben, was nicht in Dein Weltbild passt, aus der schwarzen Kiste zu holen

    Ach ja, sorry: Du hast religiöse Gründe, unser teils mangelhaftes Wissen über konkrete Evolutionsmechanismen so herauszustellen, als wäre das übermäßig relevant. Gut, zumindest hälst du die Möglichkeit offen, dass ein Schöpfer gelegentlich eingreift, während ich diese Idee für komplett absurd halte.
    === schnapp ===

    solange Du das nicht mit einem Argument verwechselst, das Du auf der Basis solider Kenntnisse der Evolutionsmechanismen vertrittst, sei Dir diese Einschätzung gegönnt.

    === schnipp ===
    just-so story

    Das sind eben nicht nur Stories (für Cocktailparties, wie Gould meinte), sondern sehr gute Erklärungen der wahrscheinlichsten Evolutionsmechanismen. Ich halte sie für durchaus plausibel. Und: Ich halte es für schlicht ausgeschlossen, sie in deinem Sinne zu beweisen. Wie sollte man das jemals schaffen?
    === schnapp ===

    Nochmals zur Erinnerung: es ging darum, dass die Evolutionsgegner den ‚Dodo des Monats‘ persiflieren könnten und einem Evolutionsvertreter einen alternativen Preis verleihen.

    Nur nebenbei: ’sehr gute Erklärungen der wahrscheinlichsten Evolutionsmechanismen‘ ist eine Formulierung, die, gelinde gesagt, missverständlich ist. Wenn Dir der Unterschied, zwischen ‚just-so story‘, ‚darwinian story‘ und ’story‘ im nicht-pejorativen Sinn klar geworden ist, können wir vielleicht klären, ob, und gegebenenfalls was, einen Dodo des Monats von einem Kipling-Award unterscheiden würde.

    Auf die für anbetrachts des Thread-Titels noch relevantere Frage nach dem ‚Big-Brother Award‘ bist Du sicherheitshalber gar nicht eingegangen.

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  6. „Du hast zudem vergessen, auch noch Dein Standard-Ad hominem, dass ich religiöse Gründe hätte, irgendwas zu schreiben, was nicht in Dein Weltbild passt, aus der schwarzen Kiste zu holen“

    Ach ja, sorry: Du hast religiöse Gründe, unser teils mangelhaftes Wissen über konkrete Evolutionsmechanismen so herauszustellen, als wäre das übermäßig relevant. Gut, zumindest hälst du die Möglichkeit offen, dass ein Schöpfer gelegentlich eingreift, während ich diese Idee für komplett absurd halte.

    „just-so story“

    Das sind eben nicht nur Stories (für Cocktailparties, wie Gould meinte), sondern sehr gute Erklärungen der wahrscheinlichsten Evolutionsmechanismen. Ich halte sie für durchaus plausibel. Und: Ich halte es für schlicht ausgeschlossen, sie in deinem Sinne zu beweisen. Wie sollte man das jemals schaffen?

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  7. @derautor

    === schnipp ===
    „Evolution muss ein Gesetz sein, damit niemand auf die Idee kommt, an bestimmten Aussagen zu zweifeln”

    Hattest du hier bislang diesen Eindruck? Ihr könnt ja zweifeln so viel ihr wollt, aber man muss erst einmal versuchen zu verstehen, worum es überhaupt geht.
    === schnapp ===

    meine Rede. Und da sind zwei Threads

    Thread 1 um was geht es eigentlich?

    Thread 2: wie verkaufen wir das?

    Meine Meinung ist, dass es in Thread 1 das eine oder andere Problem gibt, das Evolutionsgegner ausnutzen können. Wenn wir das in Thread 2 terminologisch wegbügeln möchten, kann das zu größeren Problemen führen, als uns lieb sein kann.

    === schnipp ===
    „wenn Du mit diesem Neusprech auf einen etwas brighteren Evolutionsgegner triffst”

    Die interessieren hier nicht. Es geht um die Leute, die sich von dem Kreationisten-Angriff in Punkto „Ist doch nur eine Theorie” überzeugen lassen. Steht doch alles da. Es geht darum, wer die bessere PR hat.
    === schnapp ===

    Das ist eine in meinen Augen entwaffnende Logik. Das bedeutet doch, dass es nicht mehr um Inhalte, sondern um Verkaufen geht. Wir sollen also vom Gegner lernen.

    Falls es Dir noch nicht aufgefallen sein sollte: die bessere PR ist doch exakt der Punkt, den ich seit Urzeiten vertrete. Ich gehe davon aus, dass Menschen als Tatsachen verkaufen möchten, was jeder brighte Evolutionsgegner als problematisch entlarvt. Und genau das spreche ich an, und genau das regt Menschen wie Dich auf.

    Nun kannst Du natürlich sagen, dass man ein ‚Schweinchen-Buch‘ für Evolutions-NewBies schreiben sollte, welches das Weltbild stärkt, indem man die Gewissheiten herausstellt und die Schwächen weglässt. Okay, das mag kurzfristig funktionieren, möglicheweise in Amiland, aber kaum hier, wenn die Diskussion etwas elaborierter wird. Aufklärend ist das jedenfalls nicht.

    Daher plädiere ich dafür, eher etwas tiefer zu satteln, offen klarzumachen, dass wir auch nicht alles wissen, und vor allem, warum das kein Problem ist. Dann kann man nämlich auch mit Evolutionsgegnern sachlich umgehen, weil man nicht erst abspecken muss, dass das nur tumbe Toren seien, die angeblich nichts raffen, obwohl die einen hinsichtlich Kenntnissen der Evolutionsbiologie locker in die Tasche stecken und denen nur das ‚richtige Bewusstsein‘ fehlt. Es ist ein Ding, den Auftritt eines Kreationisten durch Machtmittel zu verhindern, ein vollkommen anderer, den argumentativ in die Schranken zu weisen. Spätestens dann wird es kontraproduktiv, wenn man erst den Neusprech-Ballast wegräumen muss.

    Wie schon mehrfach gesagt, viel effektiver könnte es sein, den Bezug zur Person Darwins in den aktuellen Theorien zu vermeiden, um Nebengleise (‚Hier hat sich Darwin aber geirrt …‘) zu vermeiden.

    === schnipp ===
    ID-Anhänger halten es doch für gar nicht nötig, irgendwelche Belege vorzuweisen. Die sagen einfach „ist doch nur eine Theorie”, ihre Schöpfung nennen sie eben auch „Theorie” und die Sache ist erledigt. Dann soll beides in die Lehrpläne und der Durchschnittsmensch glaubt, das wäre demokratisch.
    === schnapp ===

    Und hier muss man ansetzen. Aber nicht, indem man terminologisch etwas plattbügelt, sondern indem man aufklärt. Besser als ‚wir haben Gesetze, Ihr nur Theorien‘ finde ich zu sagen, dass wir mit Theorien das Beste haben, was uns Menschen vergönnt ist, und dass die meilenweit davon entfernt sind, eine Theorie zu haben.

    Du plädierst dafür, die Diskussion auf TalkShow-Niveau zu führen. Ich plädiere dafür, auch in diesem Bereichen sachlich zu bleiben. Langfristig ist das effektiver, denn es nimmt dem Gegner Angriffsmöglichkeiten.

    === schnipp ===
    Selbst du wirst zugeben müssen, dass es für ID keine Belege gibt und dass die Evolution viel besser dasteht.
    === schnapp ===

    Nette Spitze. Ich kann Dir gerne in gedruckter Form vorliegende Arbeiten vorlegen, die dein ‚Selbst Du …‘ als das erweisen, was es ist: eine leere Provokation. Du hast zudem vergessen, auch noch Dein Standard-Ad hominem, dass ich religiöse Gründe hätte, irgendwas zu schreiben, was nicht in Dein Weltbild passt, aus der schwarzen Kiste zu holen. Im Gegensatz zu Dir kann ich inhaltlich beurteilen, wie Evolution in welchen konkreten Bereichen wie dasteht, ohne mich bei anderen Menschen schlau machen zu müssen.

    Und auf der Basis dieses Wissens kann ich nur davor warnen, PR-mäßig einen auf dicke Hose zu machen. Denn sonst könnte noch ein Evolutionsgegner auf die Idee kommen, den ‚Dodo des Monats‘ abzukupfern (vermutlich wären bei deren Abstimmungen problemlos ein paar Menschen mehr zu motivieren) und jeden Monat einem Evolutionsvertreter den ‚Kipling des Monats‘ anzuhängen, weil er die hübscheste ‚just-so story‘ erzählt hat, oder den ‚Großen Bruder Orden‘ für das gelungenste Neusprech.

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  8. @arpito

    === schnipp ===
    Es ist mir wichtig daß in der öffentlichen Debatte um Glauben und Vernunft die normalgebildete Mehrheit der Bevölkerung auch die naturalistische Sichtweise mitkriegt.
    === schnapp ===

    mir auch, und zwar so, dass er beurteilen kann, was er glaubt. Dann fällt er nicht auf Schalmeienklänge herein, weder von der einen noch von der anderen Seite.

    === schnipp ===
    „Darwinismus verstehen” darf kein Privileg einer akademischen Minderheit sein, und der Artikel bringt dieses Thema klar auf den Tisch.
    === schnapp ===

    Stimmt. Aber ich gehe noch einen Schritt weiter: ‚Darwinismus verstehen‘ bedeutet auch, zu sehen, wo die Probleme dieser Theorie liegen. Das mit PR-Methoden bzw. terminologischen Tricks zu unterlaufen kann kontraproduktiv sein. Ich gehe so weit, dafür einzutreten, dass man nur von ‚Evolution‘ und möglichst nicht von ‚Darwinismus‘ oder Kombinationen mit Darwin reden sollte, eben weil es gravierende Unterschiede zwischen Darwin (dessen Leistung ich auf gar keinen Fall schmälern möchte, ganz im Gegenteil) und der aktuellen Evolutionsbiologie gibt.

    Evolutionsgegner greifen daher meist ‚Darwinismus‘, ‚Neo-Darwinismus‘ oder derartige Auffassungen an, eben weil sie dann immer auf dem herumhacken können, was an Darwins Auffassung nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Daher sehe ich viel mehr Erfolg im PR-Bereich in dieser Richtung, als wenn man aus einer ‚Theorie‘ ein ‚Gesetz‘ macht.

    === schnipp ===
    Von daher war ich etwas erstaunt über deine überkandidelte Terminologie, die gerade dem Thema des Artikels Hohn spricht.
    === schnapp ===

    Wie gesagt, es ging um eine Reaktion auf meine Vorredner, die eine Vorgeschichte haben.

    BTW, lies mal, was links oben von Kanitscheider zitiert ist. Dagegen habe ich sehr populär formuliert.

    === schnipp ===
    P.S.: zu einem Pingpong-Spiel gehören immer mindestens zwei…
    === schnapp ===

    Natürlich. Du hast nicht gewusst, dass Du mitspielst.

    Mein Motto ist: ‚Die schärfste Waffe unserer Gegner sind unsere Fehler‘.

    Daher ist meine Spezialität eher das Aufzeigen von Fehlern als das Beischaffen von Munition. Ich gehe davon aus, dass es effektiver sein kann, schlechte Argumente zu verhindern, als gute zu liefern. Ich werde dadurch zwar nicht beliebt, aber das ist auch nicht mein Ziel.

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  9. @ El Schwalmo

    Es ist mir wichtig daß in der öffentlichen Debatte um Glauben und Vernunft die normalgebildete Mehrheit der Bevölkerung auch die naturalistische Sichtweise mitkriegt.

    „Darwinismus verstehen“ darf kein Privileg einer akademischen Minderheit sein, und der Artikel bringt dieses Thema klar auf den Tisch.

    Von daher war ich etwas erstaunt über deine überkandidelte Terminologie, die gerade dem Thema des Artikels Hohn spricht.

    P.S.: zu einem Pingpong-Spiel gehören immer mindestens zwei…

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  10. „Evolution muss ein Gesetz sein, damit niemand auf die Idee kommt, an bestimmten Aussagen zu zweifeln“

    Hattest du hier bislang diesen Eindruck? Ihr könnt ja zweifeln so viel ihr wollt, aber man muss erst einmal versuchen zu verstehen, worum es überhaupt geht.

    „wenn Du mit diesem Neusprech auf einen etwas brighteren Evolutionsgegner triffst“

    Die interessieren hier nicht. Es geht um die Leute, die sich von dem Kreationisten-Angriff in Punkto „Ist doch nur eine Theorie“ überzeugen lassen. Steht doch alles da. Es geht darum, wer die bessere PR hat.

    ID-Anhänger halten es doch für gar nicht nötig, irgendwelche Belege vorzuweisen. Die sagen einfach „ist doch nur eine Theorie“, ihre Schöpfung nennen sie eben auch „Theorie“ und die Sache ist erledigt. Dann soll beides in die Lehrpläne und der Durchschnittsmensch glaubt, das wäre demokratisch.

    Selbst du wirst zugeben müssen, dass es für ID keine Belege gibt und dass die Evolution viel besser dasteht.

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  11. @derautor

    === schnipp ===
    Es geht um die Vermittlung der Wissenschaft
    === schnapp ===

    [ ] Du hast verstanden.

    In einem Blog, der Die Natur des Zweifels im Titel führt, kann damit nur ‚Evolution muss ein Gesetz sein, damit niemand auf die Idee kommt, an bestimmten Aussagen zu zweifeln‘ gemeint sein.

    === schnipp ===
    und wenn es dir so gefällt, dass die Evolution nur als “Theorie” angesehen wird, bitte.
    === schnapp ===

    Du hast wohl ein Faible für non sequiturs.

    Die von der anderen Feldpostenummer sagen ‚Die Wahrheit macht Euch frei‘. Wenn Du Probleme damit hast, wie Evolution angesehen wird, und das Problem dadurch zu lösen gedenkst, dass Du begrifflich nachbesserst, wirst Du jämmerlich Schiffbruch erleiden, wenn Du mit diesem Neusprech auf einen etwas brighteren Evolutionsgegner triffst. Der wird Dir genüsslich den Unterschied zwischen Sein und Schein aufzeigen.

    Und das gefällt mir nicht.

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  12. @arpito

    === schnipp ===
    Man muss nicht gleich persönlich werden….
    === schnapp ===

    entschuldige, Du bist Teil eines Ping-Pong-Spiels. Meine Postings an Dich stehen in einem Kontext, den Du bitte beachten solltest. Es ging los mit meiner Antwort auf ein Posting, und dann mit einer Reaktion auf Deinen Hinweis an mich.

    === schnipp ===
    wenn ich (oder andere) von zuviel Fremdwörtern überfordert sind kann man das auch sagen, oder?
    === schnapp ===

    Selbstverständlich, und ich entschuldige mich, falls ich ungerechtfertigt arrogant werde.

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  13. Zit.: „Wenn Du mir nun sagst, ich solle meine Kenntnisse hinsichtlich Thread 1 hinter dem Berg halten, nur um Menschen wie Dich keinen Anfechtungen auszusetzen, kriege ich Probleme mit meinem Weltbild. Irgendwie beschleicht mich dann der Verdacht, dass ich nicht aufklären, sondern Glaubensgewissheiten vertiefen soll. Dafür sind eigentlich die Kollegen von der anderen Feldpostennummer zuständig.“

    @El Schwalmo

    Zwei Aussagen in diesem Zitat muss ich kommentieren.

    1. „..Menschen wie Dich…“: abartig. Was gibt dir das Recht mich in eine deiner Schubladen zu stecken.

    2. „Irgendwie beschleicht mich dann der Verdacht, dass ich nicht aufklären, sondern Glaubensgewissheiten vertiefen soll.“ Poste weiter deine Kritik und Ideen und sei offen für Gegenwind. Ganz einfach. Aufklärung ist essentiell, und wenn ich (oder andere) von zuviel Fremdwörtern überfordert sind kann man das auch sagen, oder? Man muss nicht gleich persönlich werden….

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  14. Korrektur: El Schwalmo sagt nicht, er wolle jemanden auf seine Augenhöhe bringen. Mein Fehler…

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  15. Zit.:Wenn mich jemand ernsthaft nach einer Information fragt, bilde ich mir ein, ihm das so zu erklären, dass er es versteht, egal, welche Vorkenntnisse er hat“

    @El Schwalmo

    ich nehme dein Angebot nach verständlicher Information gerne an und bitte dich um die Definition des Begriffs „Augenhöhe“.

    Und Info darüber, worin der Unterschied besteht, jemanden auf seine Augenhöhe zu bringen (wie du sagst), oder sich auf Augenhöhe des Gesprächspartners zu begeben (wie ich es vorschlage).

    Danke im Voraus für deine Antwort

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  16. Es geht nur um die Umbenennung von Evolutionstheorie zu Evolutionsgesetz. Was das ist, das wird, wie jetzt schon im Falle der Evolutionstheorie, jeder Biologe leicht abweichend definieren, oder nicht? Dann nennst du eben nur die deiner Meinung nach einzig gesichterten Elemente davon Gesetz. Es geht um die Vermittlung der Wissenschaft und wenn es dir so gefällt, dass die Evolution nur als „Theorie“ angesehen wird, bitte. Dann fallen die Leute eben sehr viel leichter auf die Schöpfung herein, ohne, so wie du, irgendwelche besseren Belege dafür zu erwarten.

    Denn die Schöpfung ist nicht „nur eine Theorie“. Sie ist überhaupt keine Theorie.

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  17. Erstens ist schon komisch, wer sich die Jacke anzieht. Zweitens offensichtlich gibt es Leser die dir da nicht folgen können, also ich bin überzeugt, dass sich da ellgemeine Begriffe finden lassen und die mit Sicherheit auch existieren. Keep ist simple.

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  18. @arpito

    === schnipp ===
    das für einen Normalbürger unverständliche Begriffs-Definitions-Hickhack kann nicht wirklich dienlich dafür sein, eine Mehrheit von der Richtigkeit darwinischen Denkens zu überzeugen.
    === schnapp ===

    schau mal, das sind zwei Ebenen

    Thread 1: wie sicher ist das ‚darwinsche Denken‘?

    Thread 2: wie überzeuge ich jemanden davon, dass das ‚darwinsche Denken‘ sicher ist?

    Du möchtest mit einfachen Worten von Thread 2 überzeugt werden, ich versuche Dir zu zeigen, dass Thread 1 noch zu klären ist.

    Wenn Du mir nun sagst, ich solle meine Kenntnisse hinsichtlich Thread 1 hinter dem Berg halten, nur um Menschen wie Dich keinen Anfechtungen auszusetzen, kriege ich Probleme mit meinem Weltbild. Irgendwie beschleicht mich dann der Verdacht, dass ich nicht aufklären, sondern Glaubensgewissheiten vertiefen soll. Dafür sind eigentlich die Kollegen von der anderen Feldpostennummer zuständig.

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  19. @nickpol

    === schnipp ===
    die meinen Fremdwörter drücken den Grad ihrer insulären Intelligenz aus.
    === schnapp ===

    weißt Du, es gibt verschiedene Arten der Diskurse. Wenn jemand meint, mit mir diskutieren zu müssen, möglichst noch, indem er mir irgendwas vorwirft, und dann nicht mal die Fachbegriffe versteht, die ich verwende, dann bin ich so arrogant, zu behaupten, dass er meine Argumente dann vermutlich noch weniger versteht, aber dass es nicht meine Aufgabe ist, so einen Menschen auf gleiche Augenhöhe zu bringen.

    Wenn mich jemand ernsthaft nach einer Information fragt, bilde ich mir ein, ihm das so zu erklären, dass er es versteht, egal, welche Vorkenntnisse er hat.

    Hier geht es konkret darum, wie sicher Evolutionsmechanismen belegt sind. Wenn man darüber diskutieren möchte, braucht man Fachkenntnisse. Wenn man nur so lange von seinem Glauben, alles in der Evolutionsbiologie sei paletti, überzeugt ist, solange man die erforderlichen Informationen nicht hat, sollte einem das zu denken geben.

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  20. @arpito, gut gebrüllt Löwe, leider gibt es immer ein paar Schlaules, die meinen Fremdwörter drücken den Grad ihrer insulären Intelligenz aus.

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  21. Zit:“Dass es Dir sehr schwer fallen wird, zu definieren, was ‘essenzielle Evolutionstheorie’ ist. Ist das die Selektionstheorie? Systemtheoretisch aufgebohrt oder nicht? Mit EvoDevo? Oder meinst Du nur Evolution als historische Tatsache? Ist die Kladistik essenziell, oder wollen wir das als Standard nehmen, was Altmeister Mayr vertreten hat?
    Evolution ist nun mal eine eminent idiographische Wissenschaft, dort mit nomothetischen Überlegungen zu kommen, ist schon fast gefrevelt. Könnte sein, dass viel mehr Menschen Mayrs letztes Buch lesen sollten.“

    Zit. Ende!

    Ich misch mich jetzt hier einfach nochmal als wissenschaftlicher Laie ein:

    das für einen Normalbürger unverständliche Begriffs-Definitions-Hickhack kann nicht wirklich dienlich dafür sein, eine Mehrheit von der Richtigkeit darwinischen Denkens zu überzeugen. Der übermäßige Gebrauch von Fremdwörtern nützt vielleicht einem elitären Erkenntnistheorie-Narzissmus, wird aber nicht von jedem verstanden. Kommt mal runter.

    „Theorie“ bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch etwas „nichts Bewiesenes“. Und um eine Idee zu vermitteln, muss man eben die Sprache der Menschen lernen und diese sind nunmal überwiegend keine Akademiker.

    Mir fällt immer wieder auf, daß einige (längst nicht alle!) Brights sich als eine Art überintelligente Verteter der Spezies Mensch präsentieren. Hallo?

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  22. @myron

    === schnipp ===
    Wer behauptet, die darwinistische Evolutionstheorie wäre unbewiesen, ist ein Lügner oder ein Schwachkopf—oder beides.
    === schnapp ===

    hmmm, wie würdest Du jemanden nennen, der behauptet, die darwinistische Evolutionstheorie sei bewiesen?

    Weißt Du, das Problemchen, das hier besteht, ist immer ‚the edge of evolution‘, also die Reichweite der jeweiligen Theorie. Dass die darwinistische Evolutionstheorie bestimmte Prozesse erklären kann, war immer anerkannt, sogar zu Zeiten, als man das Totenglöcklein für die Selektionstheorie läutete. Die spannende Frage war aber immer, ob sie alle Phänomene erklären kann. Und genau hier ist das Schlupfloch für die Evolutionsgegner, die zwar eine alte Erde und eine Deszendenz anerkennen, aber behaupten, dass die zurzeit diskutierten Mechanismen bestimmte Phänomene einfach nicht erklären können.

    Und dann findest Du wunderbare Merkwürdigkeiten, wie Menschen aneinander vorbei reden. Da sagt dann der eine, dass ihm die Mechanismen fehlen, und ein anderer kommt dem mit DNA-Sequenzanalysen als Antwort daher. Wenn Du Dir das dann genauer durchdenkst, merkst Du schnell, wie viel ‚Theorie‘ hinter dem Ganzen steckt: konkret, was als Diskursregeln definiert werden.

    Meiner Meinung nach würde man viel mehr gewinnen, wenn man hier ganz sauber argumentieren würde, sine ira et studio, ohne von Kretinisten und IDioten zu reden, davin auszugehen, dass der weltanschauliche Gegner weggelacht werden muss oder so bösartig ist, dass man sich nicht mit seinen Arbeiten befassen darf, sondern ganz selbstkritisch das herausarbeiten, was man felsenfest vertreten kann und keine Bastionen verteidigen, die man nur so lange halten kann, wie man die Diskursregeln bestimmen kann.

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  23. Anderer Vorschlag:

    Man verzichtet darauf, „Theorie“ durch „Gesetz“ zu ersetzen und läßt stattdessen den Begriff „Theorie“ einfach weg.

    So nennt man das Ganze einfach „Evolution“.

    Basta! 🙂

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  24. Ich bin der Ansicht, dass selbst in Deutschland vielen eher christlich eingestellten Jugendlichen aus meiner Zielgruppe (11- 15) die „Evolutionstheorie“ näher gebracht werden könnte, sollte man sie mit dem Begriff Evolutionsgesetz versehen. So würde das Abdriften in kreationistische Bereiche vielleicht verhindert werden.

    Was die Detailfachsimpelei angeht, seien wir doch ehrlich: Das Ganze ist doch eigentlich nur, negativ ausgedrückt, Propaganda! Nach der klassischen Definition kann man die Evolutionstheorie natürlich nicht als Gesetz bezeichnen, allerdings stimmt es wirklich, Gesetze sind für die Allgemeinheit die keinen Duden im Gehirn hat nun einmal handfester als bloße Theorien. Besser gesagt, der Begriff klingt eben sicherer.

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  25. „was treibt uns dann dazu, so was auf einen Blog in Deutschland zu stellen und auch noch darüber zu diskutieren, wenn das doch Hose wei Jacke ist?“

    Ich meinte, wir sollten die Situation in den USA mit einbeziehen und eine strategische Entscheidung weltweit treffen.

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  26. „Dabei handelt es sich um das zentrale Argument von Evolutionsleugnern: Evolution sei eine unbewiesene ‚Theorie‘.“

    Die Evolution ist überhaupt keine Theorie, sondern ein gewaltiger natürlicher Vorgang. Was eine Theorie ist, ist die Evolutionstheorie, welche die Evolution beschreibt und erklärt.
    Wer behauptet, die darwinistische Evolutionstheorie wäre unbewiesen, ist ein Lügner oder ein Schwachkopf—oder beides.

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  27. @derautor

    === schnipp ===
    Wen interessiert das? Es geht doch um die USA, das ist ein amerikanischer Artikel.
    === schnapp ===

    was treibt uns dann dazu, so was auf einen Blog in Deutschland zu stellen und auch noch darüber zu diskutieren, wenn das doch Hose wei Jacke ist?

    === schnipp ===
    Nennen wir einfach die essentielle Evolutionstheorie Gesetz, wo ist das Problem?
    === schnapp ===

    Dass es Dir sehr schwer fallen wird, zu definieren, was ‚essenzielle Evolutionstheorie‘ ist. Ist das die Selektionstheorie? Systemtheoretisch aufgebohrt oder nicht? Mit EvoDevo? Oder meinst Du nur Evolution als historische Tatsache? Ist die Kladistik essenziell, oder wollen wir das als Standard nehmen, was Altmeister Mayr vertreten hat?

    Evolution ist nun mal eine eminent idiographische Wissenschaft, dort mit nomothetischen Überlegungen zu kommen, ist schon fast gefrevelt. Könnte sein, dass viel mehr Menschen Mayrs letztes Buch lesen sollten.

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  28. Wen interessiert das? Es geht doch um die USA, das ist ein amerikanischer Artikel. Nennen wir einfach die essentielle Evolutionstheorie Gesetz, wo ist das Problem?

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  29. @derautor

    === schnipp ===
    Alle Argumente sind doch bereits im Artikel nachzulesen, da wird doch gerade dafür argumentiert, die Sache für die Öffentlichkeit zu vereinfachen!
    === schnapp ===

    und das in einem Blog, der sich mit ‚Die Natur des Zweifels‚ überschreibt. Das ist nun wirklich zum verzweifeln.

    Ich fürchte, dass die Evolutionsgegner hierzulande etwas elaborierter argumentieren. Die lächeln nur müde, wenn man denen was vom Impfstoffen erzählt. Das ist Mikroevolution, anerkannt sei anno dunnemals, auch von HardCore-Kreationisten, sogar in Amiland. Wenn man das als Gesetz bezeichnet, gääähn.

    Sag doch mal, wo sich ‚die Wissenschaft‘ darüber einig ist, wie Makroevolution funktioniert. Natürlich gibt es einen MainStream. Aber formuliere mal konkret, was der zum Thema schreibt und schau mal, wie sehr sich die Forscher hier einig sind.

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  30. „Würde man Evolution als Gesetz bezeichnen, dann würde das deren Bedeutung eher schmälern!“

    Jetzt redet Thompson davon, dass der Öffentlichkeit solche peinlich genauen wissenschaftlichen Unterscheidungen nicht vermittelbar sind und man das Ding einfach „Gesetz“ nennen sollte und die eierköpfigen Wissenschaftler hier haben mal wieder nichts anderes im Kopf, als sich über fachspezifische Unterscheidungen auszulassen.

    Die Essenz dieses Themas ist politisch, es geht um die öffentliche Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Alle Argumente sind doch bereits im Artikel nachzulesen, da wird doch gerade dafür argumentiert, die Sache für die Öffentlichkeit zu vereinfachen! Wie kann man da ausgerechnet den im Text kritisierten Fehler schon wieder begehen und unendlich fachsimplen? Was für eine Selbstparodie.

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  31. @nickpol
    Da hast du mich aber deutlich falsch verstanden. Es geht eben genau darum, dass zur Evolution Unmengen an Daten vorhanden sind, weshalb ich sie nicht als Gesetz bezeichnen darf!
    Ein Gesetz wie z.B. Boyle-Mariott (pV=const.) stellt nur eine allgemeine Beobachtung in der Form einer Formel dar, mehr ist ein Gesetz nicht. Würde man Evolution als Gesetz bezeichnen, dann würde das deren Bedeutung eher schmälern!

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  32. @nickpol

    === schnipp ===
    Die Evolutionstheorie als Gesetz zu bezeichnen wäre nur legitim.
    === schnapp ===

    och, Evolutionsgesetze sind ein alter Hut. Rensch hat über 100 derselben aufgelistet.

    Das Problem wäre dann eher, was man konkret unter ‚Evolution‘ und was unter ‚Gesetz‘ in diesem Kontext verstehen möchte.

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  33. @Argent23, na klar ist der Begriff des Gesetzes wissenschaftlich besetzt. Im Falle der Gravitation können wir etwas mathematisch-physikalisch beschreiben, formulieren es als Gesetz, wir wissen wie es wirkt, das wichtigste fehlt, das Teilchen, das Mittel, mit dem Gravitation wirkt. Und das Gravitationsgesetz wirkt auch nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Ich erinnere hier an den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, der auch kein Naturgesetz ist.
    Die Evolution betreffend ist es da etwas einfacher, wir haben Fakten, wir überschauen extrem lange Zeiträume, wir wenden selbst evolutionäre Mechanismen an, s. Impfung. Die naturkundlichen Museen sind voll von den Zeugen der Evolution. Richtig ist, es ist noch nicht alles erklärbar, aber das wird es nie sein, selbst mathematische Modelle können nur einen ganz bestimmten, im Rahmen des Definitionsbereiches festgelegten Zustand beschreiben. Also, Gesetze gelten auch nur in einem ganz bestimmten Spektrum. Die Evolutionstheorie als Gesetz zu bezeichnen wäre nur legitim.
    So fass-und begreibar ist die Evolution

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  34. Nein!
    Der Begriff Gesetz ist bereits wissenschaftlich besetzt, und meint etwas ganz anderes als Theorie. Ein wissenschaftliches Gesetz wie das der Gravitation meint eine Beobachtung, wie ich mit mathematischen Formeln beschreiben kann. Dabei muss die Ursache für die Beobachtung aber nicht verstanden sein, und muss auch nicht erklärt werden.
    Demgegenüber ist aber eine wissenschaftliche Theorie eine Aussage, die auf einer sehr großen Menge von Hypothesen, Versuchen, Beobachtungen etc. beruht, die somit von einer Erklärung getragen wird, und die als die wahrscheinlichste Beschreibung eines wissenschaftlichen Phänomens angesehen werden kann.
    Zu dem Thema hat sich auch Larry Moran von Sandwalk schon geäußert: http://sandwalk.blogspot.com/2007/11/framing-evolution.html

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  35. Îch bin dafür!

    Das „Gesetz“ der Evolution vs. die „Behauptung“ des ID.

    Ich denke man kann damit schon was erreichen. Worte sind Begriffe und Begriffe machen Gefühle…

    Vielleicht ist das linguistisches Jiu Jitsu, aber das finde ich in diesem Fall legitim. Ich meine die „Schöpfer“-Fans setzen schließlich oft genug auch „gottlos“ mit „ruchlos“ gleich. Und Jiu Jitsu ist gegen derlei linguistische Verbiegungen noch harmlos…

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