Autorin ergibt sich den Protesten gewaltätiger Muslime


Quelle: Tagesspiegel

Die Schriftstellerin Taslima Nasreen wird seit Jahren wegen islamkritischer Textpassagen verfolgt. Nun lässt sie kontroverse Zeilen aus ihrem Buch „Dwikhandita“ streichen.Taslima Nasreens Buch Dwikhandita

NEU DELHI – Nach Protesten aufgebrachter Muslime in ihrem indischen Exil will die aus Bangladesch stammende Autorin Taslima Nasreen umstrittene Passagen aus einem ihrer Bücher herausnehmen. „Ich ziehe bestimmte kontroverse Zeilen aus „Dwikhandita“ (Zweigeteilt) zurück“, zitierte die indische Nachrichtenagentur PTI die Schriftstellerin. „Ich hatte nicht die Absicht, Gefühle zu verletzten.“ In der nächsten Auflage des 2002 erschienenen Buches würden die entsprechenden Passagen entfernt. Sie hoffe, dass sie danach friedlich in Indien leben könne.

Bei gewalttätigen Demonstrationen in der vergangenen Woche hatten Muslime in Nasreens Wahlheimat Kalkutta gefordert, Nasreens Indien-Visum für ungültig zu erklären. Seitdem steht die Autorin unter dem Schutz der indischen Bundesregierung, die sie an einem unbekannten Ort nahe der indischen Hauptstadt Neu Delhi untergebracht hat. Die 45-Jährige hat mehrfach erklärt, sie würde gerne dauerhaft in der Kulturmetropole Kalkutta – der Hauptstadt des Bundesstaats West-Bengalens – leben. Sie hat die indische Regierung um Bleiberecht gebeten und bemüht sich um die indische Staatsbürgerschaft.

Regierung verbietet Buch

„Dwikhandita“ (das in Bangladesch unter dem Namen „Ka“ veröffentlicht wurde und dort auf dem Index steht) erschien in Indien im Jahr 2002. Die Regierung West-Bengalens verbot das Buch im folgenden Jahr mit der Begründung, dass darin enthaltene Kommentare gegen den Islam und den Propheten Mohammed die Gefühle von Muslimen verletzen und zur Gewalt führen könnten. Ein Gericht verfügte 2005, dass das Buch in West-Bengalen wieder erscheinen dürfe.

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3 Comments

  1. jeder braucht einen sicheren hafen, auch schriftsteller. dass t. nazreen nun doch nachgibt ist zwar menschlich verständlich, der sache absolut nicht dienlich. es macht all ihre efforts zunichte, irgendwas zu bewegen. es ist wie bei kindern, die auf teufel komm raus irgendwas gegen die eltern durchsetzen wollen, diese zuerst standhaft bleiben, ob dem nerventötenden gequengel schliesslich doch einknicken und so die message abgeben: wenn ihr nur schön laut schreit dann geben wir ja schon noch nach……

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  2. Wenn ich mir im TV den Mop anschaue, der für die Hinrichtung der zugegeben naiven, britischen Frau im Sudan ansehe, dann frag ich mich, was man gegen solch dummen, blinden und gesteuerten Hass eigentlich noch tun soll?

    Gegen Bildung sind die meisten vermutlich resistent oder werden durch Dritte dagegen immunisiert. :-(((

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