Kerners Haudrauf-Konzept


Eine Zusammenfassung von israel.network

Am 9.Oktober 2007 wurde Eva Herman von Johannes B.Kerner „freundlich“ aus dessen Talkshow verabschiedet. Tags darauf fühlte Stefan Raab sich an die Nürnberger Prozesse erinnert und benannte JBKs Sendung in „Scharfrichterin Barbara Kerner“ um, ahnte aber wohl nicht, dass schon einen Monat später „Scharfrichterin Kerner“ vor versammeltem Publikum eine neue Hinrichtung vollzog. Diesmal traf es den britischen Evolutionsbiologen Richard Dawkins , dessen Buch „Der Gotteswahn“ und seine provozierende Gegenwart den anwesenden Bischöfen, Ex-Bundesministern und Hobby-Scharfrichtern im Publikum die Zornesröte ins Gesicht trieb. Wieder waren es wie bei Eva Herman drei Teilnehmer gegen einen, und wieder war der Talkmaster auf der „sicheren“ Seite, denn auch er wollte ja wie die Bischöfe am Ende der Sendung mit einem Heiligenschein aus der Sendung gehen.

Ein auf Ausgewogenheit achtender Moderator hätte allerdings bei einer angemessenen Vorbereitung der Sendung genug kompetente Vertreter eines humanistischen Atheismus einladen können, wie zum Beispiel den Evolutionstheoretiker und Zoologen Franz M. Wuketits, den Hirnforscher Wolf Singer, den Evolutionsbiologen Ulrich Kutschera, oder auch, um nicht nur Akademiker zu nennen, die Schauspielerin Lilly Walden, den Comic-Zeichner Ralf König oder die Publizistin Mynga Futrell. Doch dann wäre JBKs Haudrauf-Konzept womöglich in sein Gegenteil umgeschlagen: denn zwei deutsch sprechende wortgewandte Naturwissenschaftler wie etwa Singer oder Wuketits hätten ebenso wie Lilly Walden oder Ralf König JBK und seinen Bischöfen mitsamt dem „Neu-Testamentler“ Heiner Geißler die Show gestohlen. Dass ein solches relativ ausgewogenes Medienspektakel womöglich sogar mehr Quote gebracht hätte als diese Sendung, in der ein Angeklagter unter dem Dauerfeuer von vier Personen und behindert durch eine miserable Simultanübersetzung die wenigen male, wenn er überhaupt etwas sagen durfte, auch noch unterbrochen wurde, das wäre gar nicht mal auszuschliessen gewesen.

Doch Kerners Ding ist dies nicht, er bevorzugt mediale Inquisitionen mit garantiertem Applaus des Publikums.So waren die Mehrheiten von Anfang an im Sinne einer öffentlichen Verurteilung vorgegeben. Wie bei Eva Herman hatte auch diesmal das „Opfer“ keine Chance gegen seine Gegner, die ihm bei fast jedem Satz sofort ins Wort fielen und dann ausgiebigst in ihrem sonderbaren Kirchenjargon eine Plattheit an die andere reihten. In diesem Fall trug besonders die Simultanübersetzung für den nicht des deutschen mächtigen Dawkins (Foto links) dazu bei, dass die anwesenden bischöflichen Frömmler und Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler den Biologen immerzu unterbrechen konnten, ohne dass dieser Gelegenheit zu einer Antwort bekam.

Das ganze Spektakel spricht jeder ernsthaften Bemühung um intellektuelle Fairness Hohn. Bewundernswert in dieser Situation war eigentlich nur die konstante Ruhe, mit der Dawkins auf die hektisch vorgetragenen Angriffe reagierte.Mehr noch: Dawkins ist es hoch anzurechnen, dass er nicht wie Joachim Bublath eine Woche zuvor bei Maischberger den Raum verlassen hat, unterschieden sich doch seine Mitdiskutanten im Niveau ihrer Argumente kaum von der durch Außerirdische und fliegende Untertassen erleuchteten Nina Hagen, die nach dem Weggang von Joachim Bublath in Freudenschreie ausbrach und nicht vergass zu erwähnen, dass es noch schöner wäre, wenn George Bush und die anderen Bösen auch noch alle abhauen würden, eine Ansicht, der Heiner Geißler sicher gerne zugestimmt hätte. Diesem Gebräu aus „Sünde, Werte, Glaube, Menschenwürde, Gott ist die Antwort auf die Frage: warum bin ich“ nüchtern geantwortet zu haben ist das Verdienst eines Mannes, der genau aus diesem Grunde den eigens für ihn eingerichteten Lehrstuhl für Public Understanding of Science an der Universität Oxford innehat: er vermag es, komplizierte Sachverhalte aus der Naturwissenschaft so darzustellen, dass auch diejenigen es verstehen, denen mathematische Formeln fremd sind und die einfach nur wissen wollen, was ein „schwarzes Loch“ ist. Oder ein egoistisches Gen.

Doch das wollten die Bischöfe Wolfgang Huber und Hans-Jochen Jaschke natürlich gar nicht.

Sie interessieren sich weder für weiße noch schwarze Löcher, ihnen ging es vorwiegend darum, ihren Berufsstand zu verteidigen, den sie durch das Buch von Dawkins angegriffen sahen.

Gleich zu Anfang des Tribunals, als Dawkins ausnahmsweise ein paar zusammenhängende Sätze sagen durfte (später wollten alle immerzu Fragen stellen, ohne auf Antworten des Biologen Wert zu legen), kommentierte dieser den eingangs gezeigten Film über sein Buch: dort seien nur die extremsten Stellen seines Buches besprochen worden, obwohl dieses Buch doch insgesamt viel humorvoller und zurückhaltender sei. Diese Äußerung wurde von der Kameraführung flugs durch einen Schwenk zu den Bischöfen, die sich gegenseitig angrinsten, in ein anderes Licht gerückt: man wollte ja „ausgewogen“ sein….

 

Hubers „symmetrischer Fundamentalismus“

Kaum hatte Dawkins seine knappen Ausführungen über das, was er an Religionen und „Glauben“ generell kritisiert, beendet, wurde Huber vom Scharfrichter JBK, im Nebenberuf Medienberater der evangelischen Kirche in Deutschland, gefragt, ob ihm bei der Lektüre des Buches von Dawkins denn auch mal zum Lachen zumute gewesen sei:

Original Huber:
Als ich von dem Buch gehört habe, habe ich gedacht: es gibt in der Tat eine Wechselwirkung zwischen fundamentalistischen Strömungen, die sich in den Religionen gegenwärtig ausbreiten, und einem ganz symmetrischen Fundamentalismus eines aggressiven Atheismus.

Huber, mit straff nach oben stehender Bürstenhaarfrisur den jugendlichen Banker aus Frankfurt mimend, schien keinen besonderen Grund zum Lachen gehabt zu haben. Er begab sich jetzt mit seiner Antwort auf Kerners Frage in das von ihm bevorzugte Milieu der pseudowissenschaftlichen Laberei, die man als „Professor der Theologie“ perfekt beherrscht. Eine Regel dabei ist: Reihe so viele unbewiesene Behauptungen so schnell wie möglich aneinander und unterbreche den Gegner, wenn er gerade dabei ist, auf deine allererste Behauptung zu antworten.

Das klappt im Fernsehen immer, wenn man den Moderator, die anderen Teilnehmer der Show und die politisch korrekten Claqueure im Publikum auf seiner Seite hat – wie bei JBK.

Nehmen wir Huber beim Wort: er hat von dem Buch gehört (wohlgemerkt: nur gehört, nicht gelesen!), und schon gibt es für ihn „in der Tat“ einen „ganz symmetrischen Fundamentalismus eines aggressiven Atheismus“.

Die Antwort auf die (nicht gestellte, da nicht erlaubte) Frage, wie man daraus, dass man von einem Buch „gehört“ hat, eine solche Schlußfolgerung ziehen kann, kann man sich leicht denken: in Hubers Gedankenwelt ist Atheismus schon von vornherein „aggressiv“, dazu braucht es nicht noch dieses Buch des Naturwissenschaftlers Dawkins. „Der Gotteswahn“ bestätigt in seinen Augen nur, was er schon immer „wußte“.

Fragen nach dem Beweis seiner Behauptung und nach der Definition seiner Begriffe sind für Huber und seinen Kollegen Jaschke überflüssig. Denn im Huberschen Theologenhirn gibt es eine neuronale Einbahnstrasse, die jeden in die falsche Richtung laufenden Gedankenflitzer schnell zur Anzeige bringt: Stop! Umkehren! Und bloß nicht anfangen, die eigenen Sätze im einzelnen zu diskutieren, sondern möglichst schnell sehr viele „Glaubenssätze“ von sich geben und bei unangenehmen Fragen immer auf den „Glauben“ hinweisen. Damit kann man fast alles abbügeln.

Gibt es diesen „aggressiven Atheismus“ ? Wenn ja: wo sind dann die vielen aggressiven Atheisten als Pendants („symmetrisch“) zu den massenhaft auftretenden aggressiven „Gläubigen“ insbesondere der islamischen Religion? Wo sind die „aggressiven“ Atheisten, die ihre Gegner auf Scheiterhaufen verbrennen lassen, die Christen verbieten woll(t)en, an die Erde als Scheibe zu glauben, die all jene, die sich nicht an ihr Glaubensbild halten, köpfen, schlachten, oder steinigen wollen?

Wo sind atheistische Selbstmordattentäter, Bombenwerfer und Haßprediger? Wo rufen diese auf, ihre Gegner zu steinigen, ihnen den Kopf abzuschneiden oder sie zu foltern? Das möchte uns Huber lieber nicht sagen, es reicht ihm anscheinend schon der eine, der zwei Stühle weiter entfernt sitzt: Richard Dawkins, der Leibhaftige.

Hubers „symmetrischer Fundamentalismus eines aggressiven Atheismus“ ist durch nichts belegt und eigentlich nur die typische Reaktion desjenigen, der im Glashaus seines eigenen Fundamentalismus sitzt und nun mit Steinen um sich schmeißt. Naturwissenschaftler schmeißen dagegen mit Argumenten und Beweisen und haben überhaupt nichts dagegen, wenn ihre Beweise von anderen kritisch geprüft werden. So wurde etwa der Beweis des großen Satzes von Fermat durch den britischen Mathematiker Andrew Wiles 1984 zwei Jahre lang von hunderten Mathematikern weltweit auseinandergenommen, bevor dieser Satz als endgültig bewiesen gelten konnte. Das ist eben der Unterschied zu einem „Lehrsatz“ des Papstes: nicht einer sagt etwas und alle anderen haben das zu befolgen, sondern alle anderen prüfen erst mal nach den Regeln der Logik, ob der Satz überhaupt stimmt.

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51 Comments

  1. Das gehört doch wiedrum net mehr zum Thema, gell? Richtig, der Mensch braucht einen Rahmen, der Mensch sucht sich einen Rahmen, der, lieber Jacob, stehts christlich/religiös geprägt sein wird, da wir nun mal in einer chrislichen/religiösen Gesellschaft leben. (VORSICHT!!! DA steht religiös, bevor mich anderes gläube gleich anfallen) In unseren ganzen Erziehung steckt auch Religion, ob wir wollen oder nicht. Allein das Wort Bildung kommt von Bildniss.
    (Übrigens Jacob, niemand verläßt sich bei den Geisteswissenschaftler auf tote verstaupte Lehren. Eine Theorie ist immer nur eine Annäherung an die Wahrheit. Pädagogik ist ein wandel, genau wie die Philosophie. Es ist gut und wichtig die alten Lehren zu kennen, bevor man etwas neues ansetzen kann. Eine Kerze bringt auch Licht doch denke ich, das du auch ne Lampe mit Strom nutz, oder?Und ein wissenschaftlicher Beweis hat noch langen keinen Bestand für die Ewigkeit!)

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  2. >> Es handelt sich hier um ein im Kern weder verifizierbares noch falsifizierbares Argument, die “Beweise” sind daher von keinerlei aussagekräftigem Wert.

    Nun ja, auch die These, der Mensch sei ein erziehungsbedürftiges Wesen, ist weder verifizierbar noch falsifizierbar, wird aber von allen Pädagogen vertreten. Ich jedenfalls würde mich, wenn es um Wissenschaftlichkeit geht, nicht allzu sehr auf Herrn Popper verlassen. Es sei denn, ich möchte einen neuen Dogmatismus frönen.

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  3. So I say live and let live. That’s my motto.
    Live and let live. Anyone who can’t go along with that,
    take him outside and shoot the motherfucker.

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  4. Da ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen. Hier der vollständige Text:

    Zitat Jacob Prabutzki: „Es gibt keinen einzigen Menschen, der nicht das Bedürfnis nach einem Rahmen der Orientierung und einem Objekt der Hingabe hat. Dass sich im Zuge der fortschreitenden Säkularisierung viele Menschen dieser Tatsache nicht (mehr) so bewusst sind, ihr “religiöses” Bedürfnis keine Befriedigung findet und sie still und angepasst in der Masse vor sich hin leiden, ändert daran nichts. Es ist ja auch schmerzhaft, der Wahrheit ins Auge zu blicken. Abwehrreaktionen sind sehr häufig die Folge, besonders in Form von Rationalisierung (sehr schön zu sehen an den Beiträgen von fanatischen A(nti)theisten in Internetforen und -chatrooms).“

    Es handelt sich hier um ein im Kern weder verifizierbares noch falsifizierbares Argument, die „Beweise“ sind daher von keinerlei aussagekräftigem Wert.

    Menschen, die sich nur nicht (mehr) ihres religiösen Bedürfnisses bewußt sein sollen, wie will man eine solche Aussage beweisen oder widerlegen?

    Mit anderen Worten: „Ihr Ungläubigen könnt sagen was ihr wollt, wir, die Gläubigen wissen über euer Innerstes besser Bescheid als ihr selbst.“

    Das ist ein Glaubensbekenntnis, nichts weiter und daher für eine weiterführende, sinnvolle Diskussion gänzlich unbrauchbar.

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  5. Zitat Jacob Prabutzki: „Es gibt keinen einzigen Menschen, der nicht das Bedürfnis nach einem Rahmen der Orientierung und einem Objekt der Hingabe hat. Dass sich im Zuge der fortschreitenden Säkularisierung viele Menschen dieser Tatsache nicht (mehr) so bewusst sind, ihr “religiöses” Bedürfnis keine Befriedigung findet und sie still und angepasst in der Masse vor sich hin leiden, ändert daran nichts. Es ist ja auch schmerzhaft, der Wahrheit ins Auge zu blicken. Abwehrreaktionen sind sehr häufig die Folge, besonders in Form von Rationalisierung (sehr schön zu sehen an den Beiträgen von fanatischen A(nti)theisten in Internetforen und -chatrooms).“

    Es handelt sich hier um ein im Kern weder verifizierbares noch falsifizierbares Argument, die „Beweise“ sind daher von keinerlei aussagekräftigem Wert.

    Menschen, die sich nur nicht (mehr) ihres religiösen Bedürfnisses bewußt sein sollen, wie will man eine solche Aussage beweisen oder widerlegen?

    Mit anderen Worten:

    Das ist ein Glaubensbekenntnis, nichts weiter und daher für eine weiterführende, sinnvolle Diskussion gänzlich unbrauchbar.

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  6. Okay, noch einen Beitrag…

    >> ich merke sie sind ein sehr gebildeter mensch ( mir persönlich gefällt erich fromm auch sehr gut) und ihr diskussionsstil ist extrem angenehm (sachlich und nicht persönlich angreifend). mit ihnen macht das diskutieren spass!

    Ganz herzlichen Dank für die Blumen, das lese ich nicht sehr oft.

    >> ganz so ist es allerdings nicht sonst hätte wohl auch der ablasshandel nie so gut funktioniert. (mir ist bewusst das damals viele nicht lesen konnten). angst vor der hölle und hölle allgemein spielt im christentum eine rießen rolle

    Das ist natürlich richtig, es ist auch nicht meine Absicht daran irgendetwas schön zu reden. Die Höllenvorstellung gehört auch meines Erachtens ganz klar auf den Komposthaufen der Geschichte (oder man interpretiert Hölle rein psychologisch). Ich sehe keinen Grund, warum man an veralteten und u. U. sogar schädlichen Vorstellungen und Bildern festhalten sollte. Offenbar ist das sogar den Kirchenfürsten bewusst. Sonst würden sie das Thema nicht so gern umschiffen und verharmlosen – und das, obwohl die Hölle nach wie vor ein Dogma darstellt, das zu glauben die Gläubigen verpflichtet sind. Pure Heuchelei!

    >> schade hätten die doch noch 5 min gewartet! ich hab extra bibelstellen gesucht!

    Nicht nötig, ich habe selbst genug. Eine meiner „negativen“ Lieblingsstellen in der Bibel, die an Boshaftigkeit kaum zu überbieten sind, ist 1. Samuel 15, 3:

    „So zieh nun hin und schlag Amalek und vollstrecke den Bann an ihm und an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.“

    Keine Frage, der Geist, der aus dieser Passage (und anderen ähnlichen Bibelpassagen) spricht ist definitiv ein antihumanistischer Geist. Demgegenüber hier nun eine meiner „positiven“ Lieblingsstellen:

    „Er wird unter großen Völkern richten und viele Heiden zurechtweisen in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken. Denn der Mund des HERRN Zebaoth hat’s geredet. Ein jedes Volk wandelt im Namen seines Gottes, aber wir wandeln im Namen des HERRN, unseres Gottes, immer und ewiglich!“

    Nie wieder Krieg, kein religiöser Fundamentalismus und keine Intoleranz mehr – man muss, glaube ich, nicht an irgendeinen Gott glauben, um dieser prophetischen Vision seine Sympathie zu schenken. Man sieht daran aber auch, dass die Realität hinter dem Gottesbild des Micha (oder auch Jesaja) nicht mehr dieselbe ist, die sich hinter dem Gottesbild des Mose verbirgt.

    Macht’s gut!

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  7. „So, für mich ist hier Ende der Diskussion!“

    schade hätten die doch noch 5 min gewartet! ich hab extra bibelstellen gesucht!

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  8. @Jacob Prabutzki

    ich merke sie sind ein sehr gebildeter mensch ( mir persönlich gefällt erich fromm auch sehr gut) und ihr diskussionsstil ist extrem angenehm (sachlich und nicht persönlich angreifend). mit ihnen macht das diskutieren spass!

    zu jesus und hölle sagten sie:
    „Geht nicht auf diesem Weg weiter, der ins Verderben führt, sondern kehrt um! Es ist als sehr deutlicher Aufruf zur Barmherzigkeit und Nächstenliebe zu verstehen und hat nichts mit einer sadistischen Vorfreude auf bevorstehendes Leid anderer Menschen zu tun.“

    ganz so ist es allerdings nicht sonst hätte wohl auch der ablasshandel nie so gut funktioniert. (mir ist bewusst das damals viele nicht lesen konnten). angst vor der hölle und hölle allgemein spielt im christentum eine rießen rolle .

    das ganze NT ist durchspickt mit grausamen stellen über sie. gerade der zweite petrusbrief ist absolut hasserfüllt abwertend voller vorfreude das die ungläubigen in der hölle PETRUS 2. 12-15 / 3. 7-8 lesen sie das mal bitte. „aufgespart für das feuer“ etc und vor allem die Offenbarung 16. 10 „reich der finsternis … menschen zerbissen ihre zungen vor schmerzen“

    die hölle die auch jesus predigte ist ein unangenehmer ort die hölle ist ewig auf der erde darf man sterben weil der körper ab einer gewissen schmerzgrenze nicht mehr mitmacht. in der hölle geht das nicht „ewige verdammnis…. feuer“….
    prof.dr.dr.Franz buggle findet das NT sogar noch grausamer weil dort erst die höllenlehre kernpunkt ist.

    „Als a-theistischer Humanist sehe ich keinen Grund, warum ich humanistische Religionen bekämpfen sollte“
    1. es ist intelektuell unredlich!
    2.in krisen zeiten schlagen die meist „humanistischen christen“ nicht zu konsequenten humanisten um sonder werden zu radikalen fundamentalisten.
    3.“energieverschwendung“ . der große philosoph feuerbach sagte man wird eine gutes diesseits nur erreichen wenn man die illusionäre liebe zu gott und an das jenseits in eine REALE liebe zu den menschen und dem diesseits umwandelt! die ganzen ressourcen die für kirchen und fundierung des christlichen weltbild ausgegeben werden könnte man viel viel besser nutzen!

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  9. >> Im übrigen ist Freud nicht unbedingt unumstritten.

    Wer ist das schon? Ich selbst bin mit den meisten Ausführungen von Freud auch nicht einverstanden, fühle mich aber genötigt, vor diesem Mann den Hut zu ziehen. Man kann Freud kritisieren, vorbei kommt man nicht an ihm.

    Im übrigen ist es mir persönlich völlig egal, was Atheisten (man sollte lieber von Hedonisten und Materialisten sprechen) von Religion und Religiosität halten. Im Gegensatz zu vielen, die im Schoß der Kirche aufgewachsen sind, bin mit religionskritischem Kram aufgewachsen und empfinde das meiste zu diesem Thema mittlerer Weile als total oberflächlich und am eigentlichen Kern vorbeigehend. Richard Dawkins‘ Buch stellt da genauso wenig eine Ausnahme dar, wie Kerners lächerliche Talkshow.

    So, für mich ist hier Ende der Diskussion!

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  10. Der Hinweis auf die Vernunft also auf „vernünftig sein“ , im Sinne von „…sei doch vernünftig “ ist die Endstufe in der Argumentation. Im Religionsunterricht konnte man, bei Hinterfragungen, dieser Formulierung häufig begegnen. Da ist mir der Verstand schon lieber, vor allem der Gesunde und nur von dem war die Rede. Im übrigen ist Freud nicht unbedingt unumstritten.

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  11. >> Dabei wäre es doch so einfach wenn man nur dem gesunden Menschenverstand folgen würde.

    Gesunder Menschenverstand reicht nicht, denn Verstand ist nicht gleich Vernunft. Und der sogenannte „gesunde“ Menschenverstand zeigt sich (nicht zuletzt dank Freuds Entdeckung der Rationalisierung als Abwehrmechanismus) bei näherer Betrachtung oftmals als gar nicht so gesund.

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  12. @ „Hubers symmetrischer Fundamentalismus“ bis Jacob Prabutzki“

    Nicht zu fassen wie man Themen immer und immer wieder zerreden kann. Dabei wäre es doch so einfach wenn man nur dem gesunden Menschenverstand folgen würde. Was verspricht man sich eigentlich von diesen hochtrabenden, pseudowissenschaftlichen Diskussionen. Ewiges Blablabla. Viel förderlicher wäre eine klare, unmissverständliche, aufklärende Sprache, wodurch auch bei „einfachen, religiös-mitlaufenden Zeitgenossen“ der Groschen fallen könnte. Andererseits ist es leider auch so, dass es der Klerus von jeher gut verstanden hat, durch undurchsichtiges Geschwafel, Unmengen von Seelen an sich zu binden. Eine ähnliche Vorgehensweise sollte für uns jedoch nicht in Frage kommen.
    P.S. Rudi´s Aussagen stimme ich zu.

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  13. Ich bekomme immer wieder den Eindruck das Dawkins Kritiker sein Buch gar nicht oder nur in Auszuegen gelesen haben. Dawinkns betreibt keine Religionskritik, sondern Religionsabsage. In den Kapiteln in denen es um die (amerikanischen) Fundamentalisten und die indoktrination von Kindern geht hat er schon lange geschrieben das Religion schlicht und ergreifend idiotisch ist. Da kann man sauer drueber sein, aber wenn man mit ihm argumentieren will, dann muesste das auf biologischer und logischer Ebene passieren. Oder man muesste irgendwelche Gruende anweisen warum irgendwelche Propezeiungen wohl das Wort Gottes ist.
    Was mich am meisten wundert ist nicht das die Popen das Theman verfehlen sondern das ein Mann wie Dawkins nichts besseres mit seiner Zeit anzufangen hat als in solchen Dumpfbacken Programmen aufzutreten. An Kerner Fans verkauft man keine Buecher.

    Hallo Rudi, wenn die Biebel ein Maerchenbuch ist dann hat sie ein drittklassiger Steven King geschrieben.

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  14. >> Ach Prabutzki weiß auch noch, was und wie etwas in der Bibel zu verstehen ist: Gähhn, Thema verfehlt, setzen.

    Herr Dawkins offenbar auch. Also setzen, sechs! Im Ernst, mich interessieren nicht die religiösen Gedankengebäude, sondern die psychologischen Wurzeln der Religionen und die Realität hinter religiösen Dogmen, Doktrinen und Gedankensystemen. Diese Realitäten (und deren entartete Formen) lassen sich auch oft in Systemen finden, die traditionell eher nicht zu den Religionen gezählt werden, z. B. politische und ökonomische Ideologien wie der Kommunismus oder Kapitalismus.

    >> Ein basieren der Weltanschauung auf Suggestion und dem Willen, etwas zu glauben, was mit der Realität unvereinbar ist. Genau das wird kritisiert, nicht die „Religionen“ wie den Buddhismus, den man ebensogut als Philosophie bezeichnen könnte.

    Eine (meines Erachtens) sehr zweifelhafte Definition von Religion… Da der Mensch nicht nur körperloser Intellekt ist, sondern ein Wesen, dass Körper und Geist vereint, sind Gedankensysteme allein noch nicht ausreichend. Er kann auf die Widersprüche seiner Existenz nicht nur denkend reagieren, sondern muss es auf allen Ebenen tun, d. h. ganzheitlich auch im Lebensvollzug, in seinem Fühlen und Handeln. Ein befriedigendes Orientierungssystem erfordert nicht nur intellektuelle bzw. philosophische Elemente, sondern auch solche des Gespürs und Gefühls, die in allen Bereichen des Lebens aktiv zu verwirklichen sind. Ob man dieses System dann als religiös, spirituell, philosophisch oder wie auch immer nennt, ist zweitrangig.

    >> Es geht darum, darzustellen, dass
    – die Gottheiten nicht real existierend sind

    Die Gottheiten (als Ideen) wahrscheinlich nicht, die psychologische Realität dahinter ist durchaus real.

    >> – der Glaube an die Gottheiten nicht überwiegend nützlich, sondern überwiegend schädlich ist.

    Wie gesagt, man Religionen oder Tendenzen innerhalb von Religionen in autoritäre oder humanistische einordnen. Als a-theistischer Humanist sehe ich keinen Grund, warum ich humanistische Religionen bekämpfen sollte. Wenn ein Mensch durch seinen Glauben zu mehr Liebe und Autonomie gelangt, so ist das doch völlig in Ordnung.

    >> Die Bibel ist ein Märchenbuch, kein besonders gutes, aber immerhin wenigestens das.

    Das hängt ganz davon ab, was man in der Bibel zu sehen bereit ist. Wer per se antireligiös eingestellt ist, wird in der Bibel auch schwerlich etwas positives entdecken können.

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  15. Die Bibel ist ein Märchenbuch, kein besonders gutes, aber immerhin wenigestens das.

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  16. Ach Prabutzki weiß auch noch, was und wie etwas in der Bibel zu verstehen ist: Gähhn, Thema verfehlt, setzen.

    „Es gab noch NIE in der Menschheitsgeschichte eine Kultur, und es scheint, dass es auch in Zukunft keine solche geben wird, die nicht Religion in diesem weiten Sinne einschloss.“
    Das ist schlicht und ergreifend falsch. Selbst wenn weder Demokrit noch Nietzsche, Schopenhauer pp. eine religionsfreie Kultur gehabt hätten und viele andere mit ihnen, dann gibt es sie wenigstens heute.

    @Prabutzki: Mir scheint, das hier eindeutig verkannt wird, was Religion eigentlich ist: Ein basieren der Weltanschauung auf Suggestion und dem Willen, etwas zu glauben, was mit der Realität unvereinbar ist. Genau das wird kritisiert, nicht die „Religionen“ wie den Buddhismus, den man ebensogut als Philosophie bezeichnen könnte.

    Dawkins Ansatz ist ganz richtig: Es geht darum, darzustellen, dass
    – die Gottheiten nicht real existierend sind
    – der Glaube an die Gottheiten nicht überwiegend nützlich, sondern überwiegend schädlich ist.

    Das ist es dann auch schon. Das ganze darüber hinausgehende Diskutieren um die Bibel etc. ist eine Luftnummer, ein Diskutieren um Nichts.

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  17. >> Wie kann man Menschen die man liebt, mit der Hölle drohen?

    Wenn man jemanden liebt, möchte man das Beste für ihn. Was Jesus und die Propheten (und wir bleiben jetzt mal bei den biblischen Schriften, egal ob sie nun historisch so richtig sind oder nicht) sagten, war keine Hellseherei und Wahrsagerei, sondern ganz klar als Warnung zu verstehen: Geht nicht auf diesem Weg weiter, der ins Verderben führt, sondern kehrt um! Es ist als sehr deutlicher Aufruf zur Barmherzigkeit und Nächstenliebe zu verstehen und hat nichts mit einer sadistischen Vorfreude auf bevorstehendes Leid anderer Menschen zu tun.

    Dass wir das heute schnell missverstehen liegt schlicht und einfach daran, dass unsere heutige Sprache eine andere geworden ist – und weil sich auch unsere eigenen ethischen Grundsätze (oft leider nur auf dem Papier) weiterentwickelt haben.

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  18. @MichaS

    === schnipp ===
    Wie kann man Menschen die man liebt, mit der Hölle drohen?
    === schnapp ===

    vielleicht dazu ein Zitat vom Altmeister Darwin:

    Sobol, S.L.; (Hrsg.) (1959) ‚Charles Darwin. Autobiographie‘ Leipzig; Jena, Urania

    (okay, zu faul zum Suchen des Originals, das ist die deutsche Übertragungen eine russischen Ausgabe des englischen Originals)


    So beschlich mich in sehr langsamer Weise der Unglaube, bis ich schließlich gänzlich ungläubig wurde. Er kam so langsam über mich, daß ich kein Unbehagen empfand, und niemals habe ich seit jener Zeit auch nur eine einzige Sekunde an der Richtigkeit meines Schlusses gezweifelt. Und in der Tat, ich kann es kaum begreifen, wie jemand, wer es auch sei, wünschen könne, die christliche Lehre möge wahr sein; denn, wenn dem so ist, dann zeigt der einfache Text [des Evangeliums], daß die Ungläubigen, und ich müßte zu ihnen meinen Vater, meinen Bruder und nahezu alle meine besten Freunde zählen, ewige Strafe verbüßen müssen.

    Eine abscheuliche Lehre !

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  19. „Vielleicht sollte sich Herr Schmidt-Salomon genauer anschauen, wem Jesus (historisch oder nicht spielt dazu keine Rolle) die Hölle androht – nämlich Menschen, die sich den Werken der Liebe und Barmherzigkeit widersetzen. Und er hat (in den Denkvorstellungen seiner Zeit) Recht damit! Für Jesus jedenfalls ist Gottes- und Menschenliebe untrennbar miteinander verbunden. Und die spätere christliche Vorstellung von der Menschwerdung Gottes ist ein Humanismus in Reinform.“

    Wie kann man Menschen die man liebt, mit der Hölle drohen?

    Mir fällt da nur das alte christliche Sprichwort ein: „Und willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein!“

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  20. >> Kapitalismus unterscheidet uns nicht von [anderen!] Tieren?

    Kaum. Was am Kapitalismus menschlich ist, ist seine Rationalisierung. Hinter dem kapitalistischen Gedankengebäude jedoch steht nichts anderes, als ganz profane, animalische Gier und das Verlangen, Natur und andere Menschen seinem eigenen Willen zu unterwerfen – und damit auch das, was man in autoritären, institutionalisierten Religionen sehr häufig findet.

    >> Das ist argumentfreies, metaphernschwangeres Geschwätz.

    Keineswegs. Es gab noch NIE in der Menschheitsgeschichte eine Kultur, und es scheint, dass es auch in Zukunft keine solche geben wird, die nicht Religion in diesem weiten Sinne einschloss. Die Existenz des Menschen stellt, anders als bei Tieren, nun mal ein „Problem“ dar, auf das der Mensch mit ALLEN menschlichen Kräften eine Lösung finden muss. Es gibt keinen einzigen Menschen, der nicht das Bedürfnis nach einem Rahmen der Orientierung und einem Objekt der Hingabe hat. Dass sich im Zuge der fortschreitenden Säkularisierung viele Menschen dieser Tatsache nicht (mehr) so bewusst sind, ihr „religiöses“ Bedürfnis keine Befriedigung findet und sie still und angepasst in der Masse vor sich hin leiden, ändert daran nichts. Es ist ja auch schmerzhaft, der Wahrheit ins Auge zu blicken. Abwehrreaktionen sind sehr häufig die Folge, besonders in Form von Rationalisierung (sehr schön zu sehen an den Beiträgen von fanatischen A(nti)theisten in Internetforen und -chatrooms). Wird einigen Menschen jedoch die Wahrheit über ihren Zustand bewusst, entsteht häufig Angst und Verunsicherung. Solche Menschen werden dann besonders empfänglich für religiöse Hardliner und Fundamentalisten. Für diese Menschen, die Gewissheit wünschen, die einen Sinn im Leben finden wollen, ohne den Mut zu haben, sich danach zu suchen, stellt Religion dann tatsächlich eine Krücke dar.

    >> Energiequelle?

    Antriebsquelle, Motivationsquelle, nenne es wie du willst.

    >> Kann ein ethischer und religiöser Lehrer, der solche Strafandrohungen [Hölle] wie selbstverständlich heranzieht und mit ihnen umgeht, der solche Strafphantasien offenbar unproblematisch akzeptiert oder entwickelt, kann ein solcher Mann…” ein Humanist sein?

    Vielleicht sollte sich Herr Schmidt-Salomon genauer anschauen, wem Jesus (historisch oder nicht spielt dazu keine Rolle) die Hölle androht – nämlich Menschen, die sich den Werken der Liebe und Barmherzigkeit widersetzen. Und er hat (in den Denkvorstellungen seiner Zeit) Recht damit! Für Jesus jedenfalls ist Gottes- und Menschenliebe untrennbar miteinander verbunden. Und die spätere christliche Vorstellung von der Menschwerdung Gottes ist ein Humanismus in Reinform.

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  21. @Jacob Prabutzki

    „humanisten wie Jesus“

    „“Sie sind beide [historischer und mythischer Jesus], was ihre Grundgedanken und Grundhaltungen betrifft, ethisch nicht auf der Höhe unserer Zeit – weder der historische Jesus, der im Sinne eines ethnozentristischen Provinzialismus dachte und handelte, noch der mythische Jesus, der in größenwahnsinniger, narzißtisch-totalitärer Manier seine Lehre (die heute zum Teil recht lebensundienlich ist – Beispiel: sein rigoroses Scheidungsverbot) gegen jegliche Kritik immunisierte, wobei er soweit ging, daß er all jenen, die nicht seiner Meinung waren, ewige Höllenpein androhte““ MSS aus Erkenntnis durch Engament.
    (Jesus wollte einer frau nicht helfen weil sie nicht zu seinem volk gehörte das meint mss mit ethnozentristisch)

    MSS weiter:
    „Kann ein ethischer und religiöser Lehrer, der solche Strafandrohungen [Hölle] wie selbstverständlich heranzieht und mit ihnen umgeht, der solche Strafphantasien offenbar unproblematisch akzeptiert oder entwickelt, kann ein solcher Mann…“ ein Humanist sein? eher nicht. es gelingt nur jesus als humanist hinzustellen wenn man mit der bibel selektiv umgeht, dann hat dies aber keinen sinn mehr. wieso sollte man versuchen herrauszufinden was gott gutheißt wenn wir ihn nur gut heißen lassen war wir selber gutheißen?

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  22. @el schwalmo

    „Wenn sie aber meinen, aus den Ergebnissen der Naturwissenschaften negative Gottesbeweise basteln zu können, sollten sie erst mal ihre Hausaufgaben in Wissenschaftstheorie machen.“

    die wissenschaft kann keine aussagen über gott machen das stimmt voll und ganz. in der wissenschaft selber wir der naturalismus methodologisch erzwungen in der welt immanenten Form macht dieser keine aussage über gott er schließt ihn in der wissenschaft aber aus praktischen gründen aus.

    also wäre gott durch die wissenschaft selber nicht wiederlegt.

    die „gottes-hypothese“ ist also unbeantworten.
    aber man kann die religiösen Lehren mit den den naturwissenschaftlichen erkenntnissen abgleichen und da brechen diese meistens schon im keim zusammen (geologie, evolution etc).

    die frage nach gott kann man nur mit rational argumenten,also philosophisch versuchen zubeantworten.
    (z.b. theodizee gegen christlichen gott)

    aber die wissenschaft liefert auch gute argumente gegen die gottesbeweise und argumente für ein atheistisches weltbild. die biologische evolution entkräftete den teleologischen gottesbeweis, die quantentheorie den kosmologischen gottesbeweis.

    dies würde ich mal behaupten soweit ich das alles verstanden habe.
    in der wissenschafttheorie hat mich martin neukamm mit seinen texten extrem weitergebracht. hast du mir noch ne weitere empfehlung? will mir mal ein buch von Vollmer kaufen.
    in geologie sind die texte von dir echt super, bei wiki hab ich die isochronen-methode nie richtig verstanden, zur geologie und jungerde gibts soweit ich weiß keine weitere deutsche internetseite.
    bei den gottesbeweisen kann ich nur „die frage nach gott“ von hoerster empfehlen. ließt sich echt leicht und sind nur 120 seiten „das wunder des theismus“ von mackie sind 400 seiten.

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  23. @ Jacob Prabutzki:

    „Es gibt keine stärkere Energiequelle im Menschen, als sein “religiöses” Bedürfnis“

    Energiequelle?

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  24. „Auf der einen Seite einen auf sachlich machen, auf der anderen die Nina Hagen geben“

    oder den Kerner, um mal wieder zum Thema zurückzukommen 🙂

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  25. >>Die große Gefahr liegt darin, dass wenn das Streben nach Lust und materiellen Dingen zur Ersatzreligion und ethischen Norm wird (was seit dem Siegeszug des Bürgertums und des Kapitalismus de facto leider oft der Fall geworden ist), dann das Streben nach Liebe, Wahrheit und Gerechtigkeit, also nach dem, was den Menschen erst zum Menschen macht und ihn vom Tier unterscheidet (und was auch den Lehren von Humanisten wie Buddha, Jesus, Jesaja, Sokrates oder Spinoza zugrunde liegt), völlig in den Hintergrund gerät.>>

    Ach, Kapitalismus unterscheidet uns nicht von [anderen!] Tieren?

    >>und muss es auch sein, wenn der Mensch selbst lebendig bleiben soll. Es gibt keine stärkere Energiequelle im Menschen, als sein “religiöses” Bedürfnis.>>

    Ach, wieso? Begründung? Oder verfügst du hier über Offenbarungswissen?

    Tut mir leid, aber dein letzter Beitrag macht überdeutlich, daß du dich von Bischof Huber und Nina Hagen kaum unterscheidest. Du stellst weitgreifende Behauptungen auf, ohne auch nur den Hauch einer Begründung zu liefern. Das ist argumentfreies, metaphernschwangeres Geschwätz.

    Übrigens leuchtet es mir auch nicht ein, warum Dawkins‘ Buch gleich das Niveau amerikanischer Televangelisten haben muß, nur weil es kein tiefschürfendes, religionskritisches Meisterwerk ist.

    Bei solchen Beiträgen komme ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Auf der einen Seite einen auf sachlich machen, auf der anderen die Nina Hagen geben…

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  26. >> Dawkins dafür zu kritisieren, sein Buch sei religionskritisch zu naiv und einfach, ist so, als würde man den Evangelisten vorwerfen, sie seien in ihrer Darstellung nicht objektiv genug gewesen.

    Einverstanden. Wenn Herr Dawkins meint, unbedingt ein religionskritisches Buch auf dem Niveau US-amerikanischer Tele-Evangelisten herauszubringen, so ist das sein gutes Recht.

    >> Ja, da gehöre ich hin. Was ist daran falsch?

    Die große Gefahr liegt darin, dass wenn das Streben nach Lust und materiellen Dingen zur Ersatzreligion und ethischen Norm wird (was seit dem Siegeszug des Bürgertums und des Kapitalismus de facto leider oft der Fall geworden ist), dann das Streben nach Liebe, Wahrheit und Gerechtigkeit, also nach dem, was den Menschen erst zum Menschen macht und ihn vom Tier unterscheidet (und was auch den Lehren von Humanisten wie Buddha, Jesus, Jesaja, Sokrates oder Spinoza zugrunde liegt), völlig in den Hintergrund gerät.

    Viele Menschen spüren intuitiv, dass mit dem Niedergang der traditionellen Religionen etwas verloren gegangen ist, und sie wissen nicht, wie sie diese Lücke schließen sollen. Manche kehren in den Schoß der Kirche zurück, allerdings weniger aus echter Hingabe, als vielmehr aus einem Sicherheitsbedürfnis heraus – andere schließen sich anderen Religionsgemeinschaften an oder geben die Suche auf. Sie (und insbesondere Kinder) spüren aber irgendwie, dass das Leben einen Sinn haben muss – aber welchen? Sie sehnen sich nach Glücksgefühl, nach Wahrheit, nach Gerechtigkeit, nach Liebe, nach einem Objekt der Hingabe. Die Gottesvorstellung mag historisch bedingt und aus heutiger Sicht überholt sein – das Bedürfnis nach einem Bezugs- und Orientierungsrahmen und nach Hingabe an ein Ziel, eine Idee oder eine Macht, die den Menschen transzendiert (also genau das, was Erich Fromm als Religion definiert) ist allerdings nach wie vor lebendig und muss es auch sein, wenn der Mensch selbst lebendig bleiben soll. Es gibt keine stärkere Energiequelle im Menschen, als sein „religiöses“ Bedürfnis.

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  27. „a-theistische Positionen in vielen Fällen einen hedonistischen, materialistischen“

    Ja, da gehöre ich hin. Was ist daran falsch?

    Religion hat nur eine einzige Berechtigung, nämlich für Menschen in Extremsituationen, die sich als Schutzmechanismus einen unsichtbaren Freund konstruieren. Ansonsten halte ich sie für Schwachsinn.

    Natürlich ist auch der Glaube an Schwachsinn unter Umständen mit positiven Empfindungen verknüpft, ich glaube schon, dass sich Kinder auf den Weihnachsmann freuen. Aber es wäre insgesamt doch besser, wenn wir die Realität so akzeptieren würden, wie sie ist. Nur so können wir sie auch verbessern.

    Außerdem: Wer verrückte Dinge glaubt, wird verrückte Taten begehen.

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  28. „ständig dieselben schwachsinnigen “Argumente” gegen alles hervorgebracht werden, das auch nur den Hauch des Religiösen versprüht.“

    @Jacob Prabutzki

    Man würde ja liebend gerne mit diesen lästigen Wiederholungen aufhören, würden diese „schwachsinnigen Argumente“ wenigsten mal verstanden werden.

    Die Religiösen beschweren sich darüber, es gäbe zuwenig Argumente, ja wieviele braucht ihr denn noch?

    Etwas schlüssige Logik und etwas Interesse für Geschichte reichen doch völlig aus, oder?

    Oder wie oft soll man´s denn sagen? (Gähn)

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  29. @Jacob Prabutzki
    Ich denke, dein Fehler ist es, daß du von Dawkins Buch zuviel erwartet hast. Er hat ja mW nie behauptet, einen neuen religionskritischen Ansatz präsentieren zu wollen. Es geht ihm doch vielmehr darum, Religion und Kritik an derselben aus der „Privatsache“ herauszuzerren, in der sie sich seit Jahrzehnten versteckt hält, und eine öffentliche Debatte in gang zu setzen (oder zu halten).

    Dawkins dafür zu kritisieren, sein Buch sei religionskritisch zu naiv und einfach, ist so, als würde man den Evangelisten vorwerfen, sie seien in ihrer Darstellung nicht objektiv genug gewesen. Das war schlicht nicht die Intention der Schreiber.
    Die eigene Erwartungshaltung statt der Intention des Autors als Maßstab zur Beurteilung eines Textes zu machen, ist eine beliebte und simple Strategie, trägt aber nicht wirklich zur Legitimität der Kritik bei.

    Kurz gesagt: Ich stimme deinen Ausführungen zu einem großen Teil zu, aber leider haben sie nichts mit dem Thema zu tun. :]

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  30. @nissen

    === schnipp ===
    frühr waren Religionskritiker in den ersten Reihen Philosophen Soziologen etc. heute sind es die naturwissenschaftler (Evolutionsbiologen, Hirnforscher, Physiker, Geologen etc) die in der ersten Reihe die Religion kritisieren!
    === schnapp ===

    solange sie das als Menschen machen ist das okay.

    Wenn sie aber meinen, aus den Ergebnissen der Naturwissenschaften negative Gottesbeweise basteln zu können, sollten sie erst mal ihre Hausaufgaben in Wissenschaftstheorie machen.

    Natürlich kann ein Geologe Argumente gegen eine junge Erde beibringen, natürlich kann ein Evolutionsforscher gegen eine Schöpfungswoche argumentieren. Aber bevor man das als negativen Gottesbeweis wertet, sollte man gelegentlich mal bei Christens nachfragen, was die eigentlich glauben. Das ist dann zwar in etwa so konkret wie eine Nebelwand, aber eben auch immun gegen die genannten Kritikpunkte.

    Wie gesagt, ‚der Kaiser ist nackt‘ ist ein honoriger Schlachtruf, aber zu necken ‚Du hast Unterhosen aus Nylon an‘ ist daneben, wenn der von sich behauptet, er trüge Baumwolle.

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  31. >> Nur scheinen die alten Hüte nicht zu passen und die 200 jährige Religionskritik nichts gebracht zu haben. Ansonsten bräuchte man sich über deratiges gar nicht mehr zu streiten oder zu diskutieren.

    Das Problem ist nicht die Religionskritik, sondern ihre Anerkennung. Die römisch-katholische Kirche hat bspw. auch sehr viel Zeit gebraucht, um die Evolution(stheorie) nicht nur als eine mögliche Hypothese anzuerkennen…

    >> Und Fromm ist auch nicht im Besitz der alleinseligmachenden Wahrheit.

    Das ist natürlich richtig. Aber bevor man sich ernsthaft auf eine Beschäftigung mit Religionskritik einlässt, muss man Religion zuerst einmal verstehen lernen. Erich Fromm hat (natürlich nicht als einziger) eine hervorragende Theorie über Entstehung und Bedeutung von Religion und Religiosität ausgearbeitet. Man mag muss seine Meinung, seine Definitionen und theoretischen Inhalte nicht teilen – vorbei kommt man an ihnen als seriöser Religionskritiker allerdings nicht. Ich empfehle seine Schriften besonders deswegen, weil sie einleuchtend und dabei sehr angenehm zu lesen sind.

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  32. Nur scheinen die alten Hüte nicht zu passen und die 200 jährige Religionskritik nichts gebracht zu haben. Ansonsten bräuchte man sich über deratiges gar nicht mehr zu streiten oder zu diskutieren.Und Fromm ist auch nicht im Besitz der alleinseligmachenden Wahrheit.

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  33. >> Der Glaube an Elfen, den Weihnachtsmann und das Fliegende Spaghettimonster kann ebenso auch eine Quelle der Liebe, Freiheit, Wahrheit (!) und Gerechtigkeit sein.

    Ich weiß nicht woran es liegt, aber offenbar muss es in den letzten Jahren eine deftige Verblödungswelle gegeben, die dazu führte, dass

    a.) die Realität und menschliche Erfahrung HINTER religiösen Doktrinen fast vollständig aus dem Blickwinkel geraten ist,

    b.) a-theistische Positionen in vielen Fällen einen hedonistischen, materialistischen und ideologisch-dogmatischen Charakter gewonnen haben (also das, was Huber zurecht als eine Art Fundamentalismus erkennt), und

    c.) ständig dieselben schwachsinnigen „Argumente“ gegen alles hervorgebracht werden, das auch nur den Hauch des Religiösen versprüht.

    Das ist ein Armutszeugnis und hat mit ernsthafter Religionskritik nichts zu tun.

    „Es geht nicht darum, ob der Mensch zur Religion zurückkehrt und an Gott glaubt, sondern ob er die Liebe lebt und die Wahrheit denkt. Tut er das, dann ist es von zweitrangiger Bedeutung, welchem Symbolsystem er anhängt. Tut er das nicht, so ist es überhaupt ohne Bedeutung.“ (Erich Fromm in: Psychoanalyse und Religion)

    >> Vorallem am schöpfungsglauben setzt er an

    Auch das ist nichts neues, sondern ein uralter Hut.

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  34. „Herr Dawkins macht es sich in seinem Buch da etwas sehr einfach.“

    kann man schon so sehen! dawkins handelt jetzt theologische probleme nicht akademisch-theoogisch differenziet ab.

    aber dawkins war es wichtig viele menschen zuerrichen wie er schrieb, und mit einer akademischen hochwertigen kritik in solchen problemen hätte er ganzwenige erreicht. die mehrheit ist eben nicht akademisch.
    für solche probleme sind leute wie lüdemann unersetzlich!

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  35. „Religionskritik leider nicht sonderlich gut auszukennen“

    vielleicht nicht in ethik oder bibelkritik wie sie schon erwähnten das ist nicht sein fachgebiet, aber wie gesagt er geht ja anderst herran.
    Er kritisiert die Religion wissenschaftlich. Vorallem am schöpfungsglauben setzt er an er bringt die Evolution die ja ohne Gott sondern mit der naürlichen Selektion lebewesen , augen etc hervor bringt. Dies versucht er den „normal Bürgern“ verständlich zumachen und da ist er spitz. Seine legendären Metaphern wie der „blinde Uhrmacher“ (natürliche Selektion) oder der „Gipfel der unwahrscheinlichkeit“ ( Berg mit einer steilen felswans und einer sanften böschung, kreationsten behaupten um an den gipfel zu kommen müsste man die felswand aufweinmal hochspringen das ist extrem unwahrscheinlich die nat.Selektion kriecht langsam die böschung hoch)

    oder die Aufforderung Gott als wissenschaftliche hypothese zubehandeln ist eine neuere klare provokente behauptung.

    genau so wie sein „boing-argument“ gegen den kosmologischen und teleologischen gottesbeweis weshalb für etwas unwahrscheinliches etwas noch viel unwahrscheinlicheres Postulieren?

    Neue und gute aspekte der religionskritik.

    „Menschen mit derart eingeschränkten Weltbildern “

    da stimme ich ihnen voll und ganz zu. aber sinn war es ja eigentlich dawkins zu hören deshalb wäre es besser gewesen verschiedene religionsanhänger einzuladen die zub. gerade noch authentische auffassungen vertreten in denen der Schöpfungsglaube verankert ist.

    ps. lüdemann gefällt mir auch sehr gut ich war schon mal bei einem seiner vorträge (Stuttgart) und ich habe 2 bücher von ihm.

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  36. „Religion kann ebenso auch eine Quelle der Liebe, Freiheit, Wahrheit und Gerechtigkeit sein.“

    Der Glaube an Elfen, den Weihnachtsmann und das Fliegende Spaghettimonster kann ebenso auch eine Quelle der Liebe, Freiheit, Wahrheit (!) und Gerechtigkeit sein.

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  37. >> Dawkins ist ein Religionkritiker.

    Das ist aber nicht sein Fachgebiet. Er scheint sich auf dem Gebiet der Religionskritik leider nicht sonderlich gut auszukennen. Vieles von dem, was er in „The God Delusion“ kritisiert, ist schon vor ein, zwei Jahrhunderten kritisiert worden. In dieser Hinsicht hat mich sein Buch enttäuscht.

    >> Diese Theologen sind vielmehr spezifischer Chritentumkritiker. Also vorallem Bibelkritiker.

    Bei Menschen mit derart eingeschränkten Weltbildern (Huber, Jaschke & Co.) sollte man auch mit der Kritik am Christentum ansetzen. Diese Leute können sich doch nicht einmal vorstellen, dass es Religionen (wie den Buddhismus oder Taoismus) gibt, die ohne eine Gottheit auskommen, also a-theistisch sind, deren Anhänger aber keine nihilistischen und amoralischen Monster sind.

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  38. „hätten man z. B. Hubertus Mynarek, Uta Ranke-Heinemann, Gerd Lüdemann (allesamt Theologen!) “

    Dawkins ist ein Religionkritiker. Diese Theologen sind vielmehr spezifischer Chritentumkritiker. Also vorallem Bibelkritiker. Dawkins geht endlich wunderbar über dies hinaus! Er kritisiert die Religion naturwissenschaftlich!

    das versteht man ja gerade unter „neuem atheismus“! frühr waren Religionskritiker in den ersten Reihen Philosophen Soziologen etc. heute sind es die naturwissenschaftler (Evolutionsbiologen, Hirnforscher, Physiker, Geologen etc) die in der ersten Reihe die Religion kritisieren!

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  39. >> Seltsam Haltung, ist sein Buch doch eine Zusammenfassung religionskritischer Argumente.

    Zwei Punkte sollte man bei Richard Dawkins‘ Buch festhalten:

    Erstens, seine Kritik an den Religionen ist weder neu, noch sonderlich originell, bedient sich oft sogar einer kindlich-naiven Sprache.

    Zweitens, Religion kann selbstverständlich eine Quelle von Unterdrückung, Demütigung und Versklavung des Menschen darstellen – und oft ist sie das sogar auch. Hier greift natürlich auch, ohne Wenn und Aber, Dawkins‘ Kritik an der Religion. Aber Fakt ist: Religion kann ebenso auch eine Quelle der Liebe, Freiheit, Wahrheit und Gerechtigkeit sein. (So wie elterliche Sorge um ein Kind ein Zeichen von Liebe oder der Wunsch nach Kontrolle und Beherrschung sein kann.) Der Psychoanalytiker Erich Fromm unterscheidet deswegen entsprechend zwischen autoritärer und humanistischer Religion. Religiosität keine Modeerscheinung, sondern eine anthropologische Konstante. Herr Dawkins macht es sich in seinem Buch da etwas sehr einfach.

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  40. „Dawkins’ oberflächlicher und naiver Religionskritik halte“

    Seltsam Haltung, ist sein Buch doch eine Zusammenfassung religionskritischer Argumente.

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  41. Sehr guter Text!

    „Wo sind atheistische Selbstmordattentäter, Bombenwerfer und Haßprediger?“
    Stimmt heute gibt es das nicht mehr.
    Aber ein geschulter Christ wird einem mal wieder entgegenhalten das einer der schlimmsten Diktatoren (Stalin) Atheist war.

    Dies kann man lieder nicht abstreiten, jedoch lässt sich erwiedern das der Atheismus nicht das allheilmittel gegen über den Theismus ist. Eine Religionskritik geht kritisiert nicht nur die Theismus alleine sondern dessen Elemente der Weltanschauung. Dazu gehört Dogmatismus, absolute Wahrheiten die immer gelten und die nicht hinterfragt werden können, Personen mit einsicht in diese objectiven absoluten Wahrheiten. Die Auffassung eines Religionskritikers ( zb. Humanist-Atheist) ist skeptisch, er bestreitet das es höhere, heilige absolute Wahrheiten gibt zu denen irgendjemand zugang hätte.
    Das „heilmittel“ gegen Religionen auch politische Religionen wie den Stalinismus( personenkult, etc…) ist eine sekeptische Grundhaltung!
    Diese Grundhaltungen Vertreten die „Neuen Atheisten“ also kann man sagen die Frage ist absolut berechtigt!
    Wir Atheisten sind nicht schlechter so wie es die Medien oft hinstellen, so wie Papst Benedikt und einer seiner bischöfe vor kurzem sagte: atheismus führt zu den schlimmsten verbrechen er befähigt den menschen dazu.
    oder heiner geißler sagte sinngemäß der atheismus sei schuld an der NS-herrschaft.
    Absolut grotesk! Würde sich ein skeptischer Mensch als selbsrmordattentäter rekrutieren lassen? Wohl kaum!
    Diesen Herren müssen wir entgegnen treten! Wir schweigen nicht mehr, wir versuchen das Erbe er Aufklärung und des Humanismus weiterzuführen und wenden uns entschieden gegen diese Gegenaufklärung!

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  42. Obwohl ich persönlich nur wenig von Dawkins‘ oberflächlicher und naiver Religionskritik halte (ich halte mich da lieber an die brillianten Ausführungen des Psychoanalytikers Erich Fromm), so hat das ZDF und Johannes Kerner (wie schon bei der Herman-Geschichte) einmal mehr seine Schwäche offenbart. Hätte der Sender wirklich den Mut und die Konsequenz besessen, sich ernsthaft mit Religions- und Kirchenkritik auseinanderzusetzen, hätten man z. B. Hubertus Mynarek, Uta Ranke-Heinemann, Gerd Lüdemann (allesamt Theologen!) und / oder Karlheinz Deschner eingeladen. Aber dazu sind die kirchenhörigen ZDF-Macher zu feige – wohlwissend, dass das Geschwätz der übrigen theologischen Quacksalber sich als das herausgestellt hätte, was es ist: Heiße Luft!

    Richard Dawkins war da ein viel willkommeneres „Opfer“, das man durch geschickte Theologen-Rhetorik an die Wand labern konnte… armes Deutschland!

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  43. Kakao

    die Erörterung der Kernerveranstaltung unter dem Rubrum

    „Die Selbstentzeauberung des Richard Dawkins“

    fand (als Neuling) befremdlich weil einige der Diskutanten sich auf das Niveau eines obskuren Provinzblattes zerren
    ließen.

    Um so erfrischender die offensichtlich von profesioneller Feder verfasste Analyse dieses öffentlich rechtlichen Schmierenstückes.

    Gruß

    Christian

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  44. Ein sehr guter Artikel, bringt so alles auf den Punkt was Jesuiten-Laie JBK an medialen Ergüssen hat.
    Gefallen hat mit das Zitat von Susan Blackmore

    Schließlich gibt es viele Religionen, die Sex benutzen, um sich auszubreiten“.

    😀

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  45. Christian Says:
    „In diesem Blog ließen leider einige Komentare vermuten,
    dass mit Genuss der Kakao geschlürft wurde, durch den man Dawson zog.“

    Wäre schön, wenn’s etwas konkreter ginge, damit man dir zustimmen oder dagegen argumentieren kann.

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  46. Ich erkenne wiederkehrende Muster. Unter dem Etikett, sich sachlich mit Atheismus und Religion zu beschäftigen, wird im deutschen Fernsehen regelmäßig versucht, Atheismus zu dikreditieren. Die hier erwähnte Sendung habe ich zwar nicht gesehen, aber andere Talkshows dieserart haben mir das gezeigt. Meist werden dabei aber die atheistischen Gäste selbst zu unfreiwilligen Helfern. Und das geht so. An irgend einem Punkt bringt man die Gäste dazu, darüber zu reden, was ihnen Religion alles gegeben habe. Diese Gesprächspartner bauen nun ein Flair der Glückseeligkeit und Geborgenheit im Studio auf. Anschließend wird der vereinzelte Atheist gefragt, was er denn gegen Religion habe. Diesem kommt es nun zu, die Weihnachtstimmung wieder einzusammeln, was er auch, unglücklicherweise, gern übernimmt. Er wird theoretisch, setzt also seine Erkenntnis gegen das vorher aufgebaute Gefühl. Und muß medial scheitern. Von den „Gläubigen“ in der Show wird soviel Blödsinn verkündet, dass mich immer wieder betrübt, dass keiner der anwesenden Atheisten denjenigen auf den Kopf zusagt und beweist, dass der Gläubige Widersinn von sich gegeben hat. Unter höflicher Wahrung der Regeln konzilianter Disputation, nimmt sich der Atheist zurück. Ein Trauerspiel!

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  47. Es geht mir zwar in Bewzug auf Kerner wie Bischoff Huber
    mit Dawkins, d.h. ich kenne Kerners Sendungen nicht jedoch
    scheint mir dieser Beitrag die angemessene Antwort.

    Gut Ding will offensichtlich Weile haben.

    Die Mosaische Religion stellt mit Sicherheit keine akzeptalbe Alternative unter den Monotheistischen Mörderweltanschauungen dar.
    den

    In diesem Blog ließen leider einige Komentare vermuten,
    dass mit Genuss der Kakao geschlürft wurde, durch den man
    Dawson zog.

    Christian

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  48. Gefällt mir sehr gut. Der Autor hat uns sogar erwähnt. Da sieht man auch mal wieder, wie viele säkulare Juden es gibt, sogar in den USA sind es 50%. Können sich die anderen Religionen mal eine Scheibe abschneiden. Ich frage mich sogar, ob es überhaupt noch richtig ist, beim Judentum von einer Religion zu sprechen.

    Auch der Rest der Website gefällt mir gut, so weit ich sie gelesen habe. Ich denke, ich konvertiere zum Judentum. Wollte mein Englischlehrer auch mal, bis er endlich eingesehen hat, dass das nicht geht.

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