Die Waffen von R. Dawkins und Ch.Hitchens


Von Hannes Stein – Welt Online

Jeder erwachsene US-Amerikaner hat das Recht Waffen zu tragen. Dieses Prinzip macht es irrsinnigen Amokläufern wie jetzt in Colorado leichter zu morden. Strengere Gesetze – oder gar ein Waffenverbot – für die USA rechtfertigen diese jüngsten Bluttaten jedoch nicht.

Soweit kann man dem Herrn Hannes Stein ja noch folgen. Dann gibt er Gas. Ganz Amerikanisch, „put the pedal to the metal“. Was jetzt kommt liest sich wie Kriegsberichterstattung:

Am zweiten Advent sind im US-Bundesstaat Colorado mindestens fünf Menschen getötet worden. Zuerst erschoss ein Amokläufer in Denver zwei angehende Missionare. Dann eröffnete hundert Kilometer weiter weg in Colorado Springs ein Irrer das Feuer auf einem kirchlichen Parkplatz. Zwei Menschen fielen den Kugeln zum Opfer, eine Wachfrau erschoss den Attentäter.

Und jetzt läßt er die Katze aus dem Sack:

In den USA haben ein paar Bücher in den vergangenen Monaten die Bestsellerlisten erobert, in denen ein aggressiver Atheismus gepredigt wird. Christopher Hitchens vertritt in „Der Herr ist kein Hirte“ die These, dass die Religion an allen Übeln der Welt die Schuld trägt, vom Masturbationsverbot bis zum Völkermord. Richard Dawkins erklärt in „Der Gotteswahn“ die Religion zu einer Geisteskrankheit und bescheinigt sich und allen anderen Ungläubigen, sie seien ganz besonders klug. Mussten die zwei Todesschützen von Colorado sich durch atheistische Propaganda dieses Kalibers zu ihren blutigen Taten nicht geradezu angestachelt fühlen? Müssten also Bücher wie jene Pamphlete von Hitchens und Dawkins nicht verboten werden, um Schlimmeres zu verhüten?

Das Buch wird zur Waffe, in einer völlig neuen Dimension, vielleicht ist dem Herrn Stein, beim schreiben dieses Artikels Dawkins „Gotteswahn“ auf den Kopf gefallen. Diese Argumentation lässt auf Schlimmes schließen.

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16 Comments

  1. „Dennoch spricht sich z.B. Stein gegen Sterbehilfe und weitestgehend gegen Abtreibung aus.“

    Ist das ein Widerspruch zu „liberal und prowestlich“? Oder bezieht sich „dennoch“ noch auf etwas Anderes? Kann man eine Meinung dazu überhaupt einer solch weiten Kategorie wie „liberal und prowestlich“ zuordnen?

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  2. Tja, wer Ironie in homöopathischen Verdünnungen, vielleicht D3-D5 anbietet, muss sich nicht wundern wenn die Mehrzahl der Leser darüberwischt und denkt „was solls“.

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  3. Naja, ich hatte immerhin sowas vermutet. Aber besonders deutlich ist das nun nicht rübergekommen. Wie weiter oben erwähnt – es gibt da jemanden, der kann das besser. 🙂

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  4. Hallo Ingo,

    diese Parodie war leider nicht gelungen, zu viele Leser haben es nicht bemerkt, dass er es nicht ernst meint, wenn das denn stimmt. Es hilft eben nicht unbedingt, eine solche Parodie in einen ernsthaften Artikel einzubauen.

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  5. Liebe Brights, ich verfolge Euer Treiben ja mit großer Sympathie, aber macht doch bitte Eurem Namen die Ehre und lest zwischen den Zeilen. Dann wäre Euch nämlich die feine Ironie des Herrn Stein nicht entgangen, der keineswegs den Atheismus eines Dawkins oder Hitchens für irgendwelche Bluttaten verantwortlich macht, sondern – im Gegenteil – sich eben über die weitverbreitete Auffassung mokiert, jemand, der mordet und brandschatzt, sei nicht – qua freiem Willen – selbst für sein Tun verantwortlich sondern durch mediale Manipulation (Filme, Pornos, Ballerspiele) zu seinen Taten gleichsam gezwungen worden, weshalb die genannten Produkte schleunigst zu verbieten seien. Hannes Stein parodiert diese Auffassung, er stützt sie nicht.

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  6. Meine ganz persönliche Meinung, selbst Bild würde nicht so doof argumentieren. Das ist einfach Quotenfang, ein Versuch auf Kosten von Dawkins und Hitchens, die in den Medien stehen sich zu profilieren. Der Artikel von dem Herrn Stein sagt ja nichts Neues. Wir alle wissen um die Probleme um die Waffengesetze in den USA. Keiner auf dieser Welt hätte sich für das Geschreibsel interessiert, wenn da nicht dieser abstruse Konflikt stehen würde, völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Herr Steiner hat Zeilen geschunden. Auf Kosten der neuen Atheisten.

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  7. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit sich selber werfen…

    (sorry bei allen anderen die zufällig „Stein“ heißen, aber das mußte ich einfach loswerden… )

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  8. Nein, ist bestimmt keine Satire. Ich veröffentliche morgen einen Artikel dazu beim hpd, der sich gewaschen hat. Dann muss ich mich nämlich nicht waschen.

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  9. Vielleicht sollte das auch Polemik oder gar Satire sein… Wenn ja, sollte Herr Stein mal bei Broder in die Lehre gehen.

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  10. Pro Hannes Stein: Sein Lob für Hitchens (auf http://www.hannesstein.de/base.html unter »Lesefutter«: »Nieder mit der Harmonie«). Zudem finde ich ihn persönlich ganz anregend zu lesen. Stein pflegt ein munteres Positionsdurcheinander. Sprich: Unterhaltungswert hat er und seine überspitzten Argumentationen regen an sich selbst eine Meinung bilden.

    Contra Hannes Stein: Mitglied der »Achse des Guten«.

    Die Mitglieder der »Achse des Guten« verstehen sich selbst als ›liberal und prowestlich‹. Dennoch spricht sich z.B. Stein gegen Sterbehilfe und weitestgehend gegen Abtreibung aus. Wäre interessant zu erfahren, ob Stein auch für eine Liberalisierung von Drogen und Menschenhandel eintritt (ich schätze eher nicht, denn womit sollen dann die ›Hinterwäldler‹ des Globus ihre Waffen einkaufen, wenn ihnen die dicken Gewinnmargen wegbrechen), oder ob Stein dafür ist, dass der Staat keinen Finger rührt, wenn die Casinojungs den finanziellen Karren wieder mal gegen Wand gedonnert haben. Immerhin: z.B. die Hilfsfonds die nun nach dem Immobilien-Debakel in den USA eingerichtet werden entsprechen NICHT dem Ideal eines ungegängelten Kapitalismus.

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  11. Hä!?

    Der Absatz über Dawkins und Hitchens paßt überhaupt nicht in den Artikel. Da fehlt jeder Hinweis auf einen Zusammenhang. Hat die Welt kein Lektorat?

    Wirklich witzig, auf welch kreative Weise man seine Dawkins-Abneigung kommunizieren kann. 😀

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  12. Interessanterweise müssten laut den Kriterien der BPJM Bibel und Koran indiziert, wenn nicht sogar beschlagnahmt werden.

    „Der 24-Jährige habe vermutlich aus Wut vier Menschen erschossen und mehrere verletzt, weil er vor Jahren von einem Ausbildungszentrum für christliche Missionare im Bundesstaat Colorado gefeuert worden sei, berichtete der US-Fernsehsender CNN.“
    http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/Amoklauf;art1117,2436873

    Es war also ein christlicher Fanatiker. Herr Stein: Ich verlange eine Richtigstellung und Entschuldigung für Ihre unverantwortliche Hetze gegen die Neuen Atheisten!

    Nicht, dass es jemanden interessieren würde…

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