Nationalsozialistische Stammzellen…


Da ist dem Oberhaupt der Diözese von Rottenburg-Stuttgart Gebhard Fürst wohl einiges falsch im Oberstübchen gegangen. In seiner Kritik an der Forschungsministerin Annette Schavan(CDU) bringt er folgendes zum Ausdruck:

»…auch die Nationalsozialisten hätten Menschenversuche mit der Begründung gerechtfertigt, hiermit die Heilungschancen anderer Menschen zu verbessern…«

Die Debatte um die Stammzellen auf einer Ebene, die man als einen Tiefpunkt bezeichnen kann. Die selbsternannten Gralshüter von Moral und Ethik plustern sich auf. Solche Äußerungen eines katholischen Würdenträgers lassen Streitkultur vermissen. Die liberale Forschungsministerin wird aufs übelste diffamiert und mit ihr die medizinische und naturwissenschaftliche Forschung. 18 namhafte, deutsche Gelehrte sprechen in ihrer Stellungnahme von »Beleidigung« und »Diffamierung«.

Beschädigt würden, so heißt es in der Erwiderung weiter, neben den Forschern »auch all jene, die sich nach sorgfältigem Abwägen aller Argumente für eine verantwortungsvolle Zulassung der Stammzellenforschung entschieden hätten«.

In unsere Moral und Ethik sollten wie die Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung flexibel einbauen können. Sie müssen sich den veränderten Bedingungen unserer kulturellen, sozialen, ökonomischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten anpassen lassen. Wir brauchen keine Moral und Ethik, die aus einer spirituellen, irrationalen Singularität geschöpft wird. Der lebende Mensch und seine ihm umgebende Natur, sollte das Maß aller Dinge sein.

nach einem Artikel aus der Printausgabe der FAZ(jom) vom 15.12.07, nicht online verfügbar.

Danke placebo_rolf

1 Comment

  1. Auch die Nationalsozialisten waren der Ansicht, dass man besser nicht sein eigenes Gehirn aufessen sollte. Leider hat Herr Fürst nicht auf sie gehört.

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