Fußball, Evangelikale und Geld


B e r l i n (idea) – Ein kritischer Dokumentationsfilm über missionarische Aktivitäten bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 soll während den Filmfestspielen „Berlinale“ vom 7. bis 17. Februar in Berlin Premiere haben. Der Streifen „Jesus liebt dich – Evangelikale auf WM-Mission“ wurde von den OVAL-Filmemachern (Berlin) produziert.

 Wie es in einer Pressemitteilung heißt, beobachte der Film „fundamentalistische Christen aus den USA, Afrika und Europa“ während der WM in Deutschland. „Ihre Waffe ist nicht Sprengstoff, sondern Mission“, heißt es zur Erläuterung. Neben Sportmissionaren aus den USA und Kenia stellt der Film die charismatische Organisation „Jugend mit einer Mission“ in den Mittelpunkt. Von ihrer deutschen Zentrale im bayerischen Schloss Hurlach aus seien 10.000 Christen ausgeschwärmt, „um die Bundesrepublik und ihre Sommergäste zu bekehren“.

Der Film rege zum Nachdenken „über die erschreckenden Konsequenzen von religiösem Fundamentalismus“ an. Er stelle die Evangelikalen als „ernst zu nehmende Bedrohung für rationale Aufklärung und demokratische Werte“ dar. Er gebe ferner einen Einblick, warum sich immer mehr Menschen solchen Gruppierungen anschlössen: „Es sind 52.000 Neubekehrte jeden Tag weltweit.“ Nicht erwähnt wird in der Mitteilung die Initiative „kickoff 2006“, bei denen die WM-Spiele an rund 1.200 Treffs übertragen wurden. Die von über 60 christlichen Organisationen und Kirchen getragene evangelikale Initiative wollte das Großereignis auch evangelistisch nutzen.

3 Comments

  1. Diese seltsame Aversion der großen Medien gegen christliche Fundamentalisten soll wohl von den islamischen Fundamentalisten ablenken, wäre ja politisch inkorrekt, die zu kritisieren.

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  2. Man sollte vorsichtig sein mit Äusserungen wie „Ihre Waffe ist nicht Sprengstoff, sondern Mission“. So wird ganz schnell der Spiess umgedreht und die bösen Evolutions-Fundamentalisten darf man dann auch wieder als Extremisten gelten lassen, ihre „Waffe“ ist dann die Rationalität oder was auch immer.

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  3. Was zu erst als Gegensatz klingt (Fußball und evangelikae Christen) hat durchaus gewisse Missionierungsmöglichkeiten. Böllige Hingabe, extatische Begeisterung und bedingugnslose Treue egal wie schlecht gespielt wird kennt man ja im Fußball nur zu gut *g*
    Genau das braucht die christliche Extreme!

    *mal den humoristischen Ton wieder beiseite schiebend* Ich hoffe , dass ich den FIlm irgendwann selbst anschauen kann. Man muss wirklich überall die Augen offen halten. Den unbedarft oder harmlose sind diese Gruppierungen nicht. Wer sich „Jesus junge Garde“ einmal angeschaut hat und die Heilung durch Anbeung Jesu etc. erlebt (er sollte auch Haltungsschäden und O-Beine wieder richten) kann vielleicht ahnen in wieweit solche Gruppen ihr ganzes Leben und weiteres Überleben nur auf Jesus konzentrieren.

    Grauenhaft….

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