Eine neue Mythologie


Antike Astronauten, untergegangene Zivilisationen und das New Age Paradigma von Tim Callahan
mit freundlicher Genehmigung von Dr. Michael Shermer

Vor ein paar Jahren habe ich eine Veranstaltung über mein neues Buch »Secret Origins of the Bible« im Kongresszentrum von Sacramento durchgeführt.

Während des nachfolgenden Essens waren wir zu einem Vortrag eingeladen, der von einem Wissenschaftler gehalten wurde. Das Thema: „Der ausserirdische Ursprung prä-biotischer Moleküle in Asteroiden und Kometen“.

Nach dem Essen näherte sich mir ein Besucher, mit einem Buch in der Hand, und teilte mir mit, dass nun nach meinem Vortrag über den mystischen Ursprung der Bibel und der nachfolgenden Lesung über den ausserirdischen Ursprung des Lebens für ihn Klarheit darüber bestehe, dass das Buch, welches er gerade las, die Wahrheit sagte. Er hielt ein Buch hoch über antike Astronauten, geschrieben von Rael, dem Gründer der Raelian-Bewegung, welche das Klonen unterstützt und davon ausgeht, dass die Menschen einst von Ausserirdischen geklont wurden.

Das Bemerkenswerte daran: Dies passierte auf einer Tagung, die von Mensa (Vereinigung hochintelligenter Menschen) gesponsort wurde. Die Anekdote zeigt symbolisch, dass es einen neuen Mystizismus in unserer Zeit gibt.

Autoren mit geringen Kenntnissen sowohl der Mystik, der Geschichte als auch der Wissenschaften haben ein völlig neues Genre erzeugt, welches von gebildeten und intelligenten Menschen aufgegriffen wurde. In diesem Genre werden eigenwillige Interpretationen der Mythen, schlecht dargestellte Geschichte und fragwürdige Wissenschaft vermischt. Damit wurde ein neues Paradigma erzeugt, welches die Kraft hat, Vernunft und Wissenschaft im selben Maße herauszufordern, wie der Bibel-basierte Kreationismus.

Während die Natur der New Age-Bewegung undeutlich, diffus, heterogen und ohne Einheitlichkeit ist, zeigt sich der allgemeine Fluss dieses Glaubens im allmählich erzeugten religiös-pseudowissenschaftlichen Paradigma über den Ursprung des Lebens, der Menschen und ihrer Zivilisationen. Obwohl sie sich aus einer großen Anzahl von Schriften der 60er Jahre des 20. Jahrhundert herleiten lässt, greift sie auf das späte 19. Jahrhundert und dessen Vorstellung der verlorenen Kontinente zurück. Der Hauptunterschied zwischen der alten und neuen Form ist derart, dass antike Astronauten eingesetzt wurden und als die Mentoren der Bewohner von Atlantis als Schöpfer des Lebens und der Zivilisation eingeführt werden. Lassen Sie uns einen Blick auf die ungleichen, miteinander verwobenen Teile werfen, die den heutigen großen Mythos der New-Age-Bewegung erzeugt haben. Lassen Sie uns über diesen Mythos nachdenken und zu verstehen versuchen, wie er seine Anhänger ausfüllt.

Kollidierende Planeten

Grundsätzlich eigen ist diesem Komplex religiös-pseudowissenschaftlichen Glaubens, dass es sich bei der Mythologie um eine verzerrte Nacherzählung der Geschichte handelt.

Unter diesen Erklärungen des Mythos sind die kosmischen Katastrophen-Theorien von Immanuel Velikowsky und anderer verwandter Szenarien der verschiedensten Autoren beinhaltet. Sie liefern uns in zweckmäßiger Weise natürliche Erklärungen für übernatürliche Ereignisse; alles, von Noahs Flut, dem Untergang von Atlantis, der Teilung des Roten Meeres (Exodus), der Zusammenbruch der Mauern von Jericho und Joshuas „Langer Tag“ im Buch Joshua. Oftmals sind in diese Geschehnisse Kollisionen oder Beinahe-Zusammenstösse zwischen Planeten und der Erde involviert. Im Falle Velikowskys heißt das, dass die gesamte menschliche Rasse an einer traumatischen, verdrängten Erinnerung leidet, die auf einen katastrophalen Zusammenstoß, oder beinahe, der Erde mit der Venus zurückzuführen ist. Diese Verdrängung wurde später in einem Mythos sublimiert. Die „Wissenschaft“ in Velokowskys Theorie ist reiner Mumpitz.

Er beschreibt die Venus als einen vom Jupiter ausgebrochenen Kometen, welcher mehrmals die Laufbahn der Erde und des Mars gekreuzt hat und dabei deren Orbit in Kollisionsnähe berührte, bis die Venus endlich in eine Umlaufbahn zwischen Erde und Merkur einschwenkte.

Natürlich ist die Venus ein Planet, dessen Größe und Masse fast dem der Erde entspricht, und kein vergleichsweise kleiner Körper aus schmutzigem Eis, den wir im allgemeinen Komet nennen würden. Ein felsiger Planet würde wahrscheinlich nicht aus einem Gasriesen wie dem Jupiter ausbrechen. Trotzdem, fairerweise sollten wir Velikowskys Ansatz so behandeln wie jede andere wissenschaftliche Theorie auch, vorausgesetzt, dass sie verifizierbar und falsifizierbar ist. Wie es sich herausstellt, ist er überprüfbar. Als Teil seines Beinahe-Zusammenstoßes-mit-der-Venus-als-Ursache-für-Alles-Szenario sagt Velikowsky, dass während einer der Eintritte der Venus in die Umlaufbahn der Erde beide Planeten Teile der Gas-Atmosphäre ausgetauscht hätten. Da sich die Atmosphäre der Venus hauptsächlich aus Kohlen-Wasserstoffen zusammmensetzt, wie wir es von einem Körper, der vom Jupiter stammt, erwarten können, reagieren diese Teile mit Sauerstoff und lassen Kohlenstoffhydrate entstehen. Diese Kohlenstoffhydrate fällten sich aus, fielen aus der Atmosphäre und stürzten als Mana vom Himmel, genau in dem Moment, als die Israeliten auf der Flucht aus Ägypten waren.(s.Exodus 16:13-21)

Legen wir diesen lästigen Fakt der Durchmischung beider Planeten-Atmosphären beiseite, die Gravitationskräfte der Planeten hätten diese wahrscheinlich zerrissen. Velikowskys Theorie steht und fällt mit der Tatsache, dass die Venus eine reduzierte Atmosphäre besitzt, die hauptsächlich aus Kohlendioxid – das ist Kohlenstoff in seiner oxidierten Form – besteht, und Wolken von schwefliger Säure enthält. Deshalb könnte sie keine Atmosphäre haben, die dem Jupiter entstammt und sie könnte auch nicht die Quelle sein für die Reaktionen mit dem Sauerstoff unserer Erdatmosphäre, um Kohlenstoffhydrate zu produzieren.

Velikowskys Theorie wird durch die Kohlendioxid-Atmosphäre der Venus falsifiziert.

Thera: Eine Ursache passt für Alles

Weniger extrem als die Theorie der Planeten-Zusammenstöße sind die Versuche, die ägyptischen Plagen, die Teilung des Roten Meeres, den Zusammenbruch der Mauern von Jericho auf eine einzige natürliche Ursache zurückzuführen: der Ausbruch des Vulkans Thera, eine der Inseln um Santorin, die sich in der Ägäis nordwestlich von Kreta befindet. Es wird vermutet, dass durch den Ausbruch des Thera nicht nur Knossos auf Kreta zerstört wurde, in Folge der Erdbeben und eines Tsunamis, ebenso soll eine ganze Kette von Ereignissen, von denen das Buch Exodus als Wunder berichtet, ausgelöst worden sein.

Vulkanasche, mit Eisen versetzt, verwandelte den Nil in einen blutroten Fluss und vergiftete das Wasser (die Wasser des Nils verwandelten sich in Blut). Dieses trieb die Frösche aus dem Fluss (die zweite Plage). Sie starben und ihre verfaulenden Körper wurden die Heimstatt von Maden, diese wiederum verursachten eine Explosion in den Fliegen-, Gnitzen- und Insekten-Populationen. Die Insekten ließen nun Beulen auf den Tieren und Menschen entstehen, das führte zur nächsten Plage, die Tötung der Blüte der ägyptischen Jugend. (Die Erstgeborenen im Buch Exodus). Zusätzlich bedeckte die Vulkanasche das Land (die Plage der Dunkelheit) und erzeugte eine kurze Periode der atmosphärischen Abkühlung, die Ursache für Hagelstürme in Ägypten, bei denen die Getreideernte vernichtet wurde. Dadurch wurden die Insekten-Populationen gestört und eine Heuschreckenplage ausgelöst, welche Ägypten heimsuchte.

Das Gebiet Goshen, in welchem die Israeliten lebten, liegt östlich vom Nildelta, sie waren weit genug entfernt von den Plagen, die Ägypten hart getroffen haben müssen. Als die Kinder Israels Ägypten verließen, nutzten sie die sich auftürmenden Wolken vulkanischen Ursprungs bei Tage, um sich orientieren zu können. Nachts konnten sie sich im Schein des vulkanischen Feuers bewegen. Anhaltende Ausbrüche und Erdbeben führten dazu, dass sich die Wasser des Mittelmeeres im Golf von Suez zurückzogen – und die Israeliten konnten so trockenen Fusses, auf dem Grund des Meeres, das gegenüberliegende Ufer erreichen. Das war die erste Etappe des Tsunamis, der sich damit ankündigte. Die zurückkehrenden Wassermassen brachen über die Streitwagen der die Israeliten verfolgenden Ägypter zusammen, als diese versuchten, den selben Weg zu gehen.

Nachbeben des Thera-Ausbruchs waren auch dafür verantwortlich, dass die Israeliten den Jordan queren konnten und die Mauern von Jericho einstürzten.

Etwas weniger extravagant als die Planeten-Kollisionen-Theorie beinhaltet das Thera-Szenario doch deutlich mehr Fantasy-Versatzstücke als realistische Details.

Die Theorie, die den Vulkan auf der Insel Thera (heute Santorin) als die einzige Ursache der Wunder von Exodus und Joshua vermutet, um parallel zu allen anderen Mythen einen natürlichen Zusammenhang zu finden, leidet entweder unter der Fehleinschätzung der Geschichte oder der Archäologie, diesen Mythen Substanz zu geben, dem Exodus, oder der Eroberung Israels, so wie es in Joshua dargestellt wurde. Der Vulkan auf Thera ist lange vor der traditionellen Datierung biblischer Ereignisse ausgebrochen. Selbst wenn man diese Ereignisse umdatieren würde (s.u.), so gäbe es zu keiner Zeit irgendwelche Belege für eine plötzliche Abnahme der Macht Ägyptens, die zum Exodus passen würde. Auch gibt es keinerlei archäologische Aufzeichnungen über einen umfassenden Rausschmiss aus den Städten Kanaans, auf den man sich in Joshua bezieht, in irgendwelchen archäologischen Schichten, die zu dem zeitlichen Rahmen der biblischen Ereignisse wie Exodus und Eroberung passen würden.

Das führte zur Verteidigung der Geschichtlichkeit des Exodus, indem verschiedene Ereignisse radikal umdatiert wurden, um die Bibel wie mit dem Schuhlöffel in die Geschichte und die Geschichte in die biblischen Ereignisse zurück zu zwängen.

Die Umschreibung der Geschichte & Vorgeschichte

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Die Piri Reis Landkarte (Koloriertes Detail) des Deckblatts der Karten der antiken Seekönige: Indiz für fortschrittliche Zivilisationen in der Eiszeit (The Ancient Sea Kings: Evidence of Advanced Civilization in the Ice Age)

Graham Hancock ist nicht der einzige Amateurtheoretiker, der bestrebt ist, die Anfänge der Zivilisation in die Eiszeit zurück zu datieren. Ein Buch, in dem sich New-Age-Theoretiker ehrerbietend darauf beziehen, dass dies ebenfalls tatsächlich dokumentiert gewesen sein könnte, ist Karten der antiken Seekönige: Indiz für fortschrittliche Zivilisationen in der Eiszeit (The Ancient Sea Kings: Evidence of Advanced Civilization in the Ice Age) von Charles Hapgood, veröffentlicht 1966. Nimmt man türkische und arabische Landkarten als ein Indiz zu Hilfe, insbesondere die berühmte Piri-Reis-Landkarte, so Hapgood, komme man zu einer Aufsehen erregenden Schlussfolgerung: „Diese antiken Landkartenscheinen die Existenz einer vergleichsweise fortschrittlichen Art vor der Entstehung der bekannten Kulturen, der wirklichen Zivilisation, in fernen Zeiten vermuten zu lassen, die entweder in einem Gebiet zu Hause war und weltweiten Umgang pflegte oder sie war, in tatsächlichem Sinne, eine weltweite Kultur.“1

Hapgood führt weiterhin an, dass diese antike Zivilisation ihre Blütezeit während der letzten Eiszeit gehabt hat, so ungefähr vor 35 000 Jahren. Ihre Hinterlassenschaften seien verloren gegangen, aber das Indiz für ihre weltweite Verbreitung könne in Landkarten von vor 1492 gefunden werden, die den Verlauf der östlichen Küsten von Süd-Amerika ebenso zeigen, wie den Kontinent der Antarktis. All diese Landkarten sind entweder arabisch oder türkisch. Hapgoods Argumentation scheint zu sein, dass wenn die islamische Zivilisation die Kopien der Ptolomäischen Landkarten bewahrt hat, deren Originale bei der Zerstörung der Bibliothek von Alexandria verloren gegangen sein müssen, auch diese Landkarten, die den Küstenverlauf Süd-Amerikas und der Antarktis zeigen, ebenfalls Kopien antiker Landkarten sein müssten. Da es keinerlei Indizien dafür gibt, dass entweder die Ptolomäer oder irgendwelche ihrer Zeitgenossen in die westliche Hemisphere gesegelt sind, und umso weniger die Antarktis umschifft haben, spekuliert Hapgood, dass die Originale dieser Landkarten von Zivilisationen erstellt wurden, die noch antiker waren als die der Griechen oder Phönizier.

Die Piri-Reis-Landkarte, datiert auf ca. 1513, zeigt den Verlauf der Atlantikküste von Südamerika nach unten bis hin zur und verbunden mit der Antarktis. Wie auch immer, die Oronteus-Finaeus-Landkarten von 1532 zeigen die Antarktis als separaten Kontinent. Wenn man bedenkt, dass der portugiesische Navigator Ferdinand Magellan während seiner Umsegelung des Globus‘ im Jahr 1521 gestorben ist, bedeutet das, dass die Piri-Reis-Landkarte bereits vor der Entdeckung der Magellanstraße entstanden sein muss – wobei die Darstellung insofern fehlerhaft war, dass sie die Abtrennung der Antarktis von Südamerika falsch darstellte, was logisch verständlich ist. Ebenso zeigen die Oronteus-Finaeus-Landkarten, angefertigt nach Magellans Reise, die Antarktis als einen separaten Kontinent. Wie auch immer, da die muslimischen Türken und die christlichen Portugiesen Feinde waren, muss es sehr unwahrscheinlich gewesen sein, dass entweder die Portugiesen oder die Spanier ihre Entdeckungen durch Kolumbus und Magellan dem Ottomanischen Reich mitgeteilt hätten. Wie gelang es dann Piri Reis den Küstenverlauf der Atlantikküste in Süd-Amerika und der Antarktis – wenn auch inakkurat- darzustellen? Eine mögliche Antwort auf diese Frage ist, dass Landkarten, die während der letzten Eiszeit erstellt wurden, die beiden Kontinente durch Eisgletscher miteinander verbunden darstellen. Das heißt, dass diese Landkarten tatsächlich ein Erbe verschollener antiker Zivilisationen sind, so wie es Hapgood behauptet hat.

Was Hapgood augenscheinlich fehlerhafter Weise nicht berücksichtigt hat, war, dass die arabischen Seefahrer sehr wohl die amerikanische Küste vor den Spaniern und Portugiesen erreicht haben können. Es gibt zwei Indizien, die für diese Möglichkeit sprechen. Ein Indiz dafür ist eine Münzsammlung, die vor der Küste von Venezuela gefunden wurde. Die meisten davon waren römische Münzen aus der Zeit von Augustus bis zum vierten Jahrhundert. Allerdings betont Cyrus Gordon, das zwei der Münzen arabische waren, die aus dem neunten Jahrhundert stammen.2 Gordon hob ebenso hervor, dass die römischen Münzen immer noch benutzt wurden, nachdem das römische Reich untergegangen war. Er vermutet dass die Münzen von einem maurischen oder arabischen Schiff ca. 850 stammen. Leider, obwohl Gordon berichtet hat, dass sich die Münzen später im Besitz des Smithsonian-Instituts befunden haben, scheint nie wieder etwas über diese Münzen veröffentlicht worden zu sein. Es ist möglich, dass sie das Fehlen des exakten Ursprungs fragwürdig als Beweismittel für ein maurisches Schiffswrack machen. Auf jeden Fall sind Gordons eigenwilligen Spekulationen über präkolumbische Kontakte recht suspekt. Indessen sind weit sicherere Indizien über arabische, präkolumbische Reisen nach Amerika von Dr. M.D.W. Jeffries vom Department für Anthropologie der Witwatersrand-Universität in Johannesburg gegeben worden. In seinem Artikel Präkolumbischer Mais in Asien (Pre-Columbian Maize in Asia) in Menschen jenseits des Meeres (Men Across the Sea), schlussfolgert Jeffries: „Es sind ausreichende Beweise für das Vorhandensein von Mais in Asien in präkolumbischen Zeiten dafür gegeben, dass eine Überprüfung der Kontakte zwischen Amerika und der Alten Welt empfohlen wird. Der Fakt, dass der Mais aus dem Westen nach China gekommen ist, lässt frühe transatlantische Kontakte eher vermuten, als transpazifische.3

Jeffries betont, dass Mais, der ursprünglich von der westlichen Hemisphäre stammt, erstmals früher als ca. 1320 von Asien nach Europa kam, nicht von den Spaniern und Portugiesen eingeführt nach 1500. In den meisten Europäischen Ländern war Mais zunächst bekannt als „Sarazenen-Mais“ oder „Türkischer Mais“.4 Es ist Jeffries Meinung, dass die Araber, die im 14. Jahrhundert über die weitgehende Kontrolle der Überland- und Seehandelsrouten verfügten, den Mais in beide Regionen eingeführt haben, nach Europa und Asien.

Es war der Fehler der islamischen Machthaber, dass sie Amerika nicht kolonialisiert haben und es so offen für die Spanier und Portugiesen ließen, als auch, dass sie die Entdeckungen der islamischen Reisen nicht in historischen Büchern veröffentlicht haben. Daher ist die Piri-Reis-Landkarte nicht das große Mysterium, als das es die Theoretiker des neuen Paradigmas darstellen wollen.

Weiße Götter aus dem Osten

Eine weitere Theorie, vorgeschlagen als Alternative zu konventionellem Blickwinkel auf die Geschichte und enthusiastisch unterstützt von New-Age-Theoretikern, geht von der Korruption der kulturellen Heldenmythen mit einer giftigen Mischung aus extrem getrübter Ideologie, schlechter Archäologie, kultureller Arroganz und Rassismus aus. Das ist die Theorie, dass die Ureinwohner der amerikanischen Zivilisation eigentlich weiße Kolonialisten von jenseits des Atlantischen Ozeans waren.

In der Mythologie sind die kulturellen Helden Götter oder Halbgötter, die große Wohltäter für die Menschen sind, die ihnen Feuer geben und sie die Kunst der Zivilisation lehren. Also, wenn diese weiß gewesen wären und aus dem Osten kamen, so ließe das eine Mystifizierung der Version der tatsächlichen Ereignisse vermuten, so führt die Beweisführung fort. Europäische Menschen oder Mittelmeeranrainer kamen über den atlantischen Ozean und erleuchteten die einfachen, unkultivierten amerikanischen Indianer. Insbesondere lehrten sie die andischen und mittelamerikanischen Stämme schreiben, wie man Pyramiden baut, und andere zivile Kunst. Natürlich wären die aus Ägypten und dem nahen Osten Gekommenen in ihrer Hautfarbe nicht so abweichend von den amerikanische Ureinwohnern gewesen, was auch etwas die Effektivität eines solchen Mythos dämpft, genauso wie auch die Tatsache, dass die mittelamerikanischen Zivilisationen schreiben konnten und die Andenbewohner nicht.

Es fiel mir ein, dass der Glauben, dass Heldenkulturen aus dem Osten kämen nur die Morgendämmerung symbolisiert – sie kamen von Osten gerade als die Sonne im Osten auf ging. Ganz natürlich kehrten sie nach Osten zurück, als ihre Arbeit getan war und sie würden eines Tages aus dem Osten zurückkehren.. Es fiel mir auch ein, dass die Beschreibung dieser Heldenkulturen als „weiß“ nicht zwangsläufig bedeuten müsste, dass sie europäisch (Kaukasisch) sein müssten. Um genau zu sein, das Wort, das als weiß übersetzt wurde, könnte genauso einfach als „rein“, „glänzend“ oder welche auch immer passende Bezeichnung für die Morgendämmerung übersetzt werden. Natürlich bin ich bei weitem nicht der Erste, der die weißen Götter aus dem Osten auf diese Art sieht. Man schrieb das Jahr 1868, als Daniel G. Brinton über den kulturellen Helden Viracocha aus den Anden schrieb: 5

„Alle diese Sentimentalitäten hatten eine Verbindung zur Morgendämmerung. Die Sprache selbst ist ein Beweis dafür. Viele Algonkinworte für Ost, Morgen, Tag, Licht, sind, wie wir bereits gesehen haben, von einem Radikal abgeleitet, das weiß bezeichnet. Oder wir nehmen eine undurchschaubare Sprache, die Quiche [die Sprache der Inkas und anderer Andenvölker] und finden deren Ausdrücke für Ost, Morgendämmerung, Morgen, Licht, Helligkeit, Pracht, glücklich, nobel alle abgeleitet von zak, weiß. Wir lesen in ihren Legenden über die frühesten Menschen, dass sie „weiße Kinder“, „weiße Söhne“ waren, die ein „weißes Leben jenseits der Morgendämmerung“ führten. Und diese Schöpfung ist zurückzuführen auf die Morgendämmerung, den weißen Einzigen, das Weiße Opfer des Blutes.“

In ihrem Buch von 1992, Die Suche nach den großen weißen Göttern (In Quest of the Great White Gods), beziehen sich Robert und Jennifer Marx auf einen kulturellen Helden der Mayas, der in Popul Vuh erwähnt wurde. Dieses Werk wurde im 17. Jahrhundert von einem christianisierten Maya aus Guatemala in der Sprache der Quiche geschrieben, gleichwohl mit europäischen Schriftzeichen versehen. Die Quiche waren ein Teil der Mayas, deren Name nur zufällig genauso ausgesprochen wird, wie die bekannte Sprache der Andenvölker; und Popul Vuh, obwohl von einem konvertierten Christen geschrieben, bezieht sich in beachtenswertem Umfang auf deren Mythologie. Die Marx haben über den Inhalt folgendes mitzuteilen:

„Viele andere Mayas haben ebenso zu diesem Buch beigetragen und überliefert, was ihnen über die Herkunft ihrer Vorfahren berichtet wurde. Die Geschichten ähneln sich alle. Die Menschen starteten östlich (sic), kamen über den Atlantik und kamen nach Amerika. Ihr Königreich wurde von einem großen östlichen Herrscher, genannt Votan, gegründet. Votan war ein großer, weißer Mann, der die Mayas mit seiner Mannschaft großer, hell-behaarter, blauäugiger Männer in Drachen bewährten „Schlangenschiffen“ über das Meer gebracht hat und in ihrem neuen Land ansiedelte.“6

Das scheint absolut überwältigendes Material zu sein, das Brintons wissenschaftliche Erläuterungen über die Weißheit dieser Götter und die Assoziierung mit der Morgendämmerung und der Erleuchtung komplett verdrängen würde. Bestimmt muss der Votan auch der gleiche gewesen sein wie Wotan, der teutonische König der Götter, den Angelsachsen auch bekannt als Woden, sowie den Altnordischen als Odin. Wie immer, es gibt ein großes Problem mit der Marxschen Beschreibung, wonach scheinbar die Vikinger die Maya-Zivilisation begründet haben: Ich durchsuchte das Popul Vuh erfolglos nach jedweder Erwähnung von was auch immer möglichem Charakter nach einem Namen der auch nur im Entferntesten auf Votan hinweist. Mehr noch, Quetzalcoatl kam, erreichte das Ufer und startete auf einem Floß aus sich windenden Schlangen, was den „Schlangenschiffen“ genauso nah ist, wie jeder der weißen Götter. Das Maya-Äquivalent zu Quetzalcoatl war Kukulkan. Sein Kult taucht spät in der Maya-Zivilisation auf und muss zu ihnen von den Tolteken importiert worden sein, die sich als geldgierige Söldner in den Maya-Stadtstaaten betätigten.

Tatsächlich wurde der Name Votan von einer falschen Übersetzung von Maya-Hieroglyphen durch einen fanatischen, spanischen Mönch, genannt Diego de Landa, abgeleitet. Nachdem viele der unschätzbaren Bücher der Mayas verbrannt worden waren, stellte Landa seine Attacke auf die Maya-Kultur zusammen, als er sich für ihr System zu Schreiben zu interessieren begann. Irrtümlicher Weise kodierte er die Maya Glyphen, die jede für sich ein Wort sind, als Buchstaben vergleichbar mit dem römischen Alphabet, dann übersetzte er die Texte, die er nicht verbrannt hatte und produzierte so einen Haufen linguistischen Kauderwelschs. Die Maya-Bücher, die Landas Verbrennung überlebt hatten, wurden für unübersetzbar gehalten.

Der Mythos der großen weißen Götter stirbt nicht so leicht, so oder so. In einem Artikel unter dem Titel Die vorkolumbischen Indio-europäischen Zivilisationen in Amerika („Pre-Columbian Indo-European Civilization of the Americas“) in Ancient American, einem Magazin, das die Ansicht unterstützt, dass die Zivilisation in Amerika von Kolonialisten jenseits des Ozeans gegründet wurde, bezieht sich der Autor Tom Finn auf die Begräbnisstätte der drei Moche nobles, die sehr viel größer waren, als der durchschnittliche Moche, die normaler Weise vier Fuß 10 bis fünf Fuß 6 Zoll groß waren:

„Ihre außerordentliche Statur, die von fünf Fuß 9 bis sechs Fuß reichte, bereitete den konventionellen Archäologen ein nicht so kleines Problem, und einer erklärte, dass die Männer im Leben „unter einer Krankheit gelitten haben könnten, die dem Marfan Syndrom vergleichbar gewesen sein könnte, ein genetischer Schaden, der dünne lange Knochen verursacht.“ Die roten Haare der Mumien wurden, warum auch immer, ignoriert.“ 7
In der Tat, die Gründe dafür, dass die Archäologin Alana Cordy-Collins vermutet, die nobles im Grab könnten unter dem Marfan-Syndrom gelitten haben, sind, dass die Überbleibsel der Skelette klare Anzeichen dafür zeigen, dass alle zwischen 18 und 22 Jahren alt waren und dass sie innerhalb eines Monats nacheinander gestorben sind.8 Diese Fakten, zusammen mit der Tatsache, dass sie das gleiche Grab teilten, all das weist auf ein nahes Verwandtschaftsverhältnis hin. Eine isolierte Einzelerkenntnis darüber, woran einige der großen Männer gestorben sind, war es, dass auch bei Menschen aus antiker Zeit, die im frühen Alter starben, ein genetischer Fehler eher akzeptiert wurde, als das sie drei Vertreter der weißen Götter waren.

Bis auf die roten Haare scheint es ein Missverständnis von Seiten Finns zu sein. Als ich Dr. Cordy-Collins schrieb, um wegen Informationen über die Moche-Riesen anzufragen, antwortete sie, dass die Überbleibsel nicht mumifiziert waren, sondern skelettiert. Der einzige Fetzen, der außer den Knochen überlebt hat, war ein bisschen ausgetrocknete Haut und Gehirn sowie einige Büschel schwarzer Haare. Da das Haar schwarz statt rot war, verdampfte eins der wichtigsten von Finns Indizien, dass diese Moches Indio-Europäer gewesen seien, durch recht basale Recherche. So sind ein paar Männer alles was wir haben…

Es ist ausreichend festzustellen, dass einige dieser sehr eng verwandten Männer mit unüblichen genetischen Merkmalen nicht den Beweis für die „großen, weißen Götter“ darstellen können.

Antike Astronauten: Götter aus dem All

mailgoogle1com.jpgModifizierter Umschlag zu Erich von Dänikens Buch Das Gold der Götter

Die großen, weißen Götter und die Versuche, die mystischen Ereignisse und deren Eigenschaften mittels physikalischer Ursachen zu erklären, sind die Theorien eines Erich von Däniken, Zecharia Sitchen und jüngst „Rael„, welcher glaubt, dass die Götter der antiken Mythen Ausserirdische waren, die durch genetische Manipulationen unsere Vorfahren dazu brachten, das „Affen-Level“ zu verlassen, um den gegenwärtigen Status einnehmen zu können. Obwohl Däniken von den Mainstream-Medien weitestgehend diskreditiert wurde, schreibt und verkauft er immer noch Bücher für die Gläubigen.

Die Idee übt immer noch einen großen Reiz auf all jene aus, die den Ursprung des Menschen in einer absichtlichen Kreation intelligenter Wesen sehen wollen und religiösen Kreationismus zurückweisen. Götter, als Wesen des Weltraums, haben die Grundlage der modernen Mythologie geschaffen. Verwandelt man die Bibel in einen Science Fiction-Roman, werden aus den nephilim oder „Giganten der Erde“, (Genesis 6, Nachkommen der Engel), (hebr. bene elohim, „Gottes Söhne„) und aus sterblichen Frauen, außerirdisch-menschliche Hybriden. Vieles in dieser Denkweise ist mit schrägen Übersetzungen angefüllt, schon um die Theorie passend zu machen. Zum Beispiel wird das Wort „nephilim“ falsch übersetzt und herauskommt, „die, welche nach Unten kommen“, damit andeutend, dass sie außerirdischen Ursprungs seien.

Tatsache ist, „nephilim“ heisst mit hoher Wahrscheinlichtkeit „Die Gefallenen“, was andeutet, dass die Engelswesen, die es betrifft, in Ungnade gefallen sind und sich teilweise in sterbliche Frauen verwandelt haben, die wiederum dafür sorgen, dass Andere nachfolgen, in ihrem Sturz aus der Gnade Gottes. Der jüdische Historiker Josephus (1.Jh.) sagte über sie: „…viele Engel Gottes waren in der Begleitung von Frauen, die vergötterten Söhne zeigten sich ungerecht und verachtungswürdig gegenüber all dem, was gut war. Auf Grund des Vertrauens in ihre eigene Stärke, so wie es Tradition war, ähnelten diese Männer denen, welche die Griechen Giganten nannten“.9

Zecharia Sitchin, in Kapitel 5 seines 1976 erschienenen Buches „The 12th Planet„, „Die Nefilim: Menschen der feurigen Raketen“, wollen wir in diesem Zusammenhang ignorieren. Sitchin vermengt die Planeten-Kollisions-Theorie Velikowskys mit den Raumgöttern Erich von Dänikens. Er interpretiert den Kampf zwischen dem jungen Gott Marduk und dem Seeungeheuer „Ti´amat“ aus dem babylonischen Epos „Enuma Elish„, als den Zusammenstoß zweier Planeten, einer ist der Form halber ein Planet unseres Sonnensystems, der andere ein Eindringling aus den tiefen des Weltraums. Nach diesem schicksalhaften Kataklysmus landeten die Außerirdischen auf der Erde und verwandelten den Homo Erectus in den Homo Sapiens, um Arbeiter zu besitzen, die ihnen als Sklaven dienen konnten. Der neu-gemachte Mensch rebellierte und wurde aus dem zivilisierten Land „Sumeria“ vertrieben. Um seine Theorie zu stützen beanspruchte Sitchin, dass die sumerische Zivilisation „plötzlich“ erschien, dies ist aber nur möglich, wenn man in die oben genannte Schilderung eingreift. Tatsächlich behauptet er, dass unsere Existenz nicht mit natürlichen Ursachen erklärt werden kann. In The 12th Planet beansprucht er:“ Von den Beweisen, die wir angehäuft haben, um unsere Schlussfolgerung zu stützen, verbleibt der Mensch selbst. In vielerlei Hinsicht ist der moderne Mensch, der Homo Sapiens, ein Fremder auf der Erde. Und warum beinhaltet all die lebende Materie auf der Erde so wenig der chemischen Elemente, die so zahlreich auf ihr sind, die anderen sind viel zu selten auf der Erde?“.10

Sagt er nun, dass er es nicht versteht, warum das Leben nicht auf einer Silizium-Basis stehen kann? Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff sind die Basis-Elemente aus denen alles Leben besteht, sie sind auf der Erde weit verbreitet. Sogar eine geringe Kenntnis über die Biochemie würde hier eine große Hilfe sein.

Es beginnt aber mit 3 unbegründeten und falschen Voraussetzungen (die sumerische Zivilisation begann plötzlich, der moderne Mensch ist ein Alien auf der Erde und alle lebenden Dinge setzen sich aus seltenen Elementen zusammen). Sitchin fährt dann fort antike Epen zu interpretieren, welche die schlechte Science Fiction unterstützen – das ist die Essenz seiner Theorie. Das Thema der Weltraum-Aliens als unsere Erzeuger taucht dann in Form der Pan-Spermie-Hypothese bei Michael Drosnin (2002) in seinem Bestseller Bible Code II: The Countdown, wieder auf. Die Aliens reisen nicht nur durch den Raum, sie sind auch noch in der Lage zukünftige Ereignisse in den Text der Bibel zu codieren.11 Die ganze moderne Pseudo-Wissenschaft versammelt sich dann 2003 in dem Buch „The Genesis Race“ von Will Hart.12

Velikowsky und Sitchin zitierend greift Hart die Evolution an, zitiert Michael Behe und andere Advokaten des Intelligent Designs. Üblicherweise benutzt er Francis Crick und Fred Hoyle als die Hauptautoritäten, teilweise Cricks Theorie der Panspermie, als eine Erklärung unseres Ursprungs. Harts Theorien greifen sogar auf die Thesen der „verlorenen Kontinente“ zurück, wenn er behauptet, dass es verlorene Städte in den Tiefen der Karibik gibt, unweit von Kuba. Er feiert die grossen, weißen Götter als antike Astronauten, die aus dem Osten kamen.

Die „mysteriösen“ Sumerer

Hart behauptet, dass die frühesten Zivilisationen plötzlich auftauchten, ohne jedwede Indikation eines Übergangs von primitiven Dörfern des Neolithikums zu einer blühenden Zivilisation mit dem Rad, der Metallurgie, Schriftum und Bewässerungssystemen. Er sagt: Vor den Sumerern waren einfach keine menschlichen Kulturen, die erfahren und gebildet genug waren, Flüsse für Bewässerungszwecke zu zähmen. Es gab niemanden unter den Zeitgenossen der Sumerer die auch nur ein solches Projekt versucht hätten, weltweit.“13 Das reflektiert Sitchins Ansicht auf Sumer als die „plötzliche Zivilisation“. Sitchin schreibt: „2 Millionen Jahre früher begann der Mensch Steine als seine Werkzeuge zu gebrauchen. Der Mensch erreichte diese unerwartete Zivilisationsstufe in Sumer ca. 3.800 v.u.Z. Das verwirrende an diesem Fakt ist, dass die Gelehrten bis zu diesem Tag keine Ahnung hatten, wer die Sumerer waren, woher sie kamen und wie und warum ihre Zivilisation auftauchte. Ihr Erscheinen war plötzlich, unerwartet und kam aus dem Nichts.“14

Wir wollen untersuchen, was wir gegenwärtig über die Sumerer wissen. Der Historiker Georges Roux schreibt in der dritten Auflage seines Buches „Ancient Iraq“ folgendes dazu:

„Die sumerische Zivilisation wurde zu keiner Zeit fertig nach Mesopotamien importiert, nicht aus einem unbekannten Land und zu unbekannter Zeit. Wie alle Zivilisationen, einschliesslich der Unsrigen, war es ein vermischtes Produkt, geformt aus Komponenten, die sich über viele Jahre entwickelt haben. Jeder dieser Bestandteile kann zurückverfolgt werden zu der einen oder anderen Etappe der prähistorischen Entwicklung des Irak und während einige von ihnen unzweifelhaft durch ausländische Invasionen oder andere Einflüsse entstanden, haben andere ihre Wurzel so tief in der Vergangenheit, dass wir sie als heimisch bezeichnen können.“15

Roux geht vom Anfang zu den Details des graduellen Anwachsens des technologischen Entwicklungsstandes, beginnend im Neolithikum bis zum Bronzezeitalter, welches vier Kultur-Etappen in der Kupfer-und Steinzeit einschliesst. Diese früheren Perioden sind:

  1. die neolithische Jarmo-Kultur, mit ihrem Auftreten etwa um 7.000 v.u.Z. In dieser Zeit fand die Domestikation vieler Haustiere und Pflanzen statt, das Wachstum der Dörfer, die Entdeckung der Töpferkunst und die Herstellung von Ziegelsteinen.
  2. die Hussuna-Periode, 5.800-5.500 v.u.Z., die erste Etappe der Kupferzeit.
  3. die Samarra-Kultur, 5.600- 5.000 v.u.Z., in welcher die Bewässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen erstmals auftaucht. Die lässt die Behauptung Harts als Lüge erscheinen, dass niemals zuvor derartige Projekte realisiert wurden.
  4. die Halaf-Kultur, 5.500-4.500 v.u.Z., die Dörfer hatten Strassen mit Kopfsteinpflaster, die Pflüge wurden durch Ochsen gezogen, Gerste, Weizen, Linsen und Flachs wurden angebaut, Rinder, Schafen, Ziegen, Schweine und Hunde waren vorhanden und endlich die
  5. Ubaid-Periode 5.000-3.750 v.u.Z., es kommen Häuser und Tempel vor, mit anwachsender Grösse und Komplexität, deren Lehmziegel-Plattformen die angedeuteten, frühesten Zikkurate waren.

In der frühesten Zivilisation der Bronzezeit, der Uruk-Periode, 3.750-3.150 v.u.Z. erschienen das Rad und Flaschenverschlüsse. Ungefähr 3.500 v.u.Z. wird durch die Menschen dieser Zeit eine Bildschrift verwendet, die sich eventuell in die Cuneiform (Keilschrift) entwickelt haben könnte.

Der Uruk-Periode folgt das Jemdat Nasr Zeitalter, 3.150-2.900 v.u.Z und die frühen dynastischen Perioden(ED), EDI 2.900-2.750 v.u.Z., EDII 2.750-2.600 v.u.Z., EDIII 2.600-2.334 v.u.Z., und damit die sumerische Zivilisation.

Die Sumerer erschienen also nicht urplötzlich mit einer voll entwickelten Zivilisation. Die archäologischen Schichten zeigen ein graduelles, schrittweises Anwachsen des Entwicklungsstandes und der Komplexität der Kultur im südlichen Mesopotamien, beginnend mit einer Kultur des Neolithikums und allmählicher Domestizierung von Pflanzen und Tieren (Jarmo) und endete mit den Dynastien in der Bronzezeit, mit völlig zivilisierten Sumerern, die schreiben konnten, das Rad benutzten, die Metallurgie der Bronzeherstellung beherrschten, eine monumentale Architektur verwirklichen konnten und über riesige Bewässerungssysteme verfügten. Besonders ist anzumerken, dass die Bewässerung der Landwirtschaft in der frühesten Kupferzeit auftritt (Samarra) zwischen 5.600 und 5.000 v.u.Z. Viele der früheren Spuren, des Neolithikums und der Kupferzeit, der Zivilisationen in der Region des südlichen Irak, wurden erst jüngst entdeckt. Sitchin dürfte entschuldigt sein, da seine irrigen Behauptungen auf einen Mangel an Daten zurückzuführen sind. The 12th Planet wurde jüngst neu aufgelegt, ohne jedwede Anerkennung der archäologischen Entdeckungen im südlichen Irak.

Für Hart, der sein Buch 2003 veröffentlicht hat, gibt es keine Entschuldigung zu den aufgestellten Behauptungen.

Direkte Panspermie und der Angriff auf die Evolution

Wenn wir die Produkte genetischer Experimente durch Ausserirdische sind, so ist es für die Vertreter der New-Age-Bewegung unbedingt erforderlich die Evolution anzugreifen, genauso wie jene, die behaupten, Gott habe uns aus Staub gemacht.

Unsere Produzenten, also die intelligenten Aliens, die sich möglicherweise genetischer Manipulationen bedient haben, sind oberflächlich betrachtet höher kultiviert als Gott, der uns aus rotem Lehm formte und uns den Atem des Lebens durch die Nasenlöcher einhauchte, und doch bleibt es Kreationismus. (Der Name Adam, der einfach „Mensch“bedeutet, ist mit den Wörtern adama, „Erde“ und ahdmoni „rot“ verwandt.) Viele der Angriffe gegen die Evolution, verkleidet mit den Insignien der New-Age-Bewegung, ähneln erschreckend den alten Kreationisten-Argumenten, die alle schon widerlegt wurden. Zum Beispiel behauptet Hart, dass blühende Pflanzen plötzlich vor 100 Millionen Jahren erschienen sind17. Das ist identisch mit der Behauptung von Duane Gish, vom Institute for Creation Research (ICR), dass keine primitiven Angiospermien in den fossilen Aufzeichnungen zu finden sind. Blühende Pflanzen treten plötzlich auf, als eine gut entwickelte Gruppe in der mittleren und oberen Kreidezeit. Ziemlich lange wurden keine Beweise der ersten Angiospermien im Jura oder noch früher gefunden. Zwei Paläobotaniker, James A. Doyle und Leo J. Hichey entdeckten dann 1976 eine Sequenz von fossilen Blättern und Pollen in der niederen Kreidezeit, welche eine rapide Evolution und Verteilung dokumentierten. Paläobotaniker hatten fälschlicherweise behauptet, die frühe Evolution, hin zu den „blühenden Pflanzen“, habe mehr Zeit erfordert, als angenommen. Die Suche sei bisher in den falschen fossilen Aufzeichnungen erfolgt.18

Es ist wichtig anzumerken, dass diese extrem bedeutsame Entdeckung zwei Jahre vor dem Erscheinen des Buches von Gish gemacht wurde. Diese Entdeckung war zu ihrer Zeit eine der wichtigsten Neuigkeiten in den wissenschaftlichen Journalen. Hätte Gish nur etwas Zeit aufgewendet und in den wissenschaftlichen Bibliotheken recherchiert, hätte er es vermeiden können, die wissenschaftlichen Fakten der fossilen Aufzeichnungen ausser Acht zu lassen. Hart, der sein Buch 2003 veröffentlichte, benutzte Informationen und Daten, die älter als 27 Jahre waren. Ein weiteres Schlagwort des New-Age-Paradigmas ist ein Kavaliersdelikt, es ist das alte Schlagwort der Kreationisten gegen die Wahrscheinlichkeit der Evolution. Der Glaube, dass das Leben von prä-biotischen Molekülen abstammen kann ist grösser, als die Möglichkeiten der zufälligen Evolution, sowie der natürlichen Selektion, als Produzent grosser Veränderungen in den Lebewesen. Der Vater dieser Linie des Verständnisses ist kein anderer als Francis Crick, „Mit-Entdecker“ der DNA. In seinem Buch „Life itself“(1981) schrieb Crick: „Vor einigen Jahren haben Leslie Orgel und ich die Idee der „direkten Panspermie“ wieder aufgegriffen. Ursprünglich vom schwedischen Wissenschaftler Svante Arrhenius im 20. Jahrhundert entworfen – das Leben entwickelte sich irgendwo und schwebte in Form von Sporen auf die Erde. Arrhenius nannte diese Hypothese „panspermia“(Samen überall). Orgel und ich schlugen nun vor, dass Mikroorganismen höchstwahrscheinlich in einem Raumfahrzeug die Erde erreichten, von einer entfernten Zivilisation. Wir nannten dieses Konzept ‚direkte Panspermie‘.“19

Der erste Widerspruch in der Panspermie-Hypothese (direkt oder in einer anderen Art und Weise) ist, dass das Problem des Ursprungs des Lebens nur in eine andere Zeit und an einen anderen Ort verschoben wird.

Cricks Hypothese wurde später vom Physiker Fred Hoyle aufgegriffen, der, gemeinsam mit dem Mathematiker Chandra Wickramsinghe eine Anzahl von Büchern schrieb und die Behauptung erhob, dass das Leben im Weltraum „ausgesät“ wurde. Zum Beispiel schrieben sie in ihrem Buch „Cosmic Life Force„(1990): „Eine erste These in diesem Buch ist die, das Zellen, unter ihnen existenzfähige Gruppen, Zellen teilweise in der Form gefrier-getrockneter Bakterien, überall in der Galaxis vorkommen können. Die Planeten sind die Empfänger der kosmischen Freizügigkeit des Lebens und da, wo die planetaren Bedingungen günstig für das Überleben der Zellen und Bakterien sind, kann das Leben Fuß fassen. Mit den Milliarden von Sonnen, die verfügbar sind, mit den gleichen oder ähnlichen Bedingungen unserer Sonne überdehnt es nicht unsere Leichtgläubigkeit anzunehmen, dass das Überleben und die Entwicklung kosmischen Lebens ein Gemeinplatz sein muss.“20

Prä-biotische Verbindungen existieren sicherlich im Universum, es ist genauso weitestgehend akzeptiert, dass einige von ihnen einen möglichen Aufbruch des Lebens für unseren Planeten lieferten, durch Kometen und Asteroiden. Wie auch immer, das Überleben von Bakterien im interstellaren Raum ist möglich, jedoch reine Theorie. Von dieser schwachen Möglichkeit ausgehend macht der Autor etwas, was nur als „Sprung zum Glauben“ charakterisiert werden kann. „Die Evolution des Lebens auf der Erde kann nur als direkte Konsequenz gesehen werden durch das fortwährende Ausgesetztsein mit den kosmischen Genen, den Anfang des irdischen Lebens, wie wir es sehen, hat es nicht gegeben. Vielmehr schauen wir hinter die Bühne der einzelligen Strukturen.“21

Aus dieser Sicht wird nicht nur die initiale Lieferung primitiven Lebens aus dem Weltall betrieben, die Evolution selbst unterliegt kontinuierlich ausserirdischen Kräften. Selbst dann wenn die durch die Evolutionsprozesse entstandenen Mutationen wieder durch die Selektion herausgefiltert werden, sind die Grundveränderungen der Gene, Lieferungen an die Erde in Form von Viren und werden an die lebende Materie als Infektionen übertragen. Eine Anzahl von Widersprüchen in dieser Theorie fallen nur den weniger Leichtgläubigen auf. Wie soll das gehen, wenn ein Virus aus dem Weltraum, genau das genetische Material einer Spezies tragend, diese Spezies treffen muss und sie dann noch veranlasst zu evolvieren. Soetwas arbeitet nicht mit einem Zufallsmix, wie wir ihn in der Natur antreffen.

Die Autoren stimmen der Nicht-Zufälligkeit zu: „Die Alternative zur Montage des Lebens per Zufall ist, sich den geistlosen Prozess der Montage durch das Eingreifen einer Art von kosmischer Intelligenz vorzustellen. Ein solches Konzept würde von den meisten Wissenschaftlern zurückgewiesen werden, es gibt aber kein rationales Argument für eine solche Zurückweisung.“22

Von der Wissenschaft zur Metaphysik gesprungen erzählen uns die Autoren eventuell, welcher Art der kosmische Schöpfer ist, den sie in ihrem Kopf haben. Das erfahren wir im letzten Kapitel des Buches: „Dem Schöpfer wurden viele Formen und Namen gegeben, in Abhängigkeit von den weltweiten, verschiedenen Kulturen. Er wurde Jehova, Brahma, Allah, Vater im Himmel und Gott in den verschiedenen Religionen genannt. Das zu Grunde liegende Konzept ist jedoch dasselbe. Von allen anerkannt ist, dass das Universum, die Welt des Lebens teilweise von einem Wesen erzeugt wurde von unbegreiflicher, grösserer, menschenähnlicher Intelligenz. Es ist fair zu sagen, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen, welche jemals auf diesem Planeten gelebt haben, diesen Punkt instinktiv akzeptiert hat, völlig und ohne Einschränkung. Aus der Sicht dieses Buches scheint es in der Natur unserer Gene zu liegen uns zu einem Bewusstsein zu entwickeln, genau in der Art die Kreaturen zu sein, die ihr Schicksal wahrnehmen auf eine angeborene, natürliche Weise.“23

Die Tatsache, dass die meisten Menschen an Gott glauben, da dieser Glaube in unseren Genen codiert ist und der einzige Weg dieser Codierung bei unserem „Schöpfer“ liegt, beweist seine Existenz. – QED

Francis Cricks „direkte Panspermie“ wurde von Michael Drosnin als wissenschaftliche Unterstützung genutzt für das, was er aus der Bibel gelesen hatte, den „Bibelcode“. Die verschlüsselte Mitteilung stammt aus einem Block von 32 Buchstaben mal 12 Zeichen aus dem Buch Genesis: „Die DNA wurde mit einem Fahrzeug gebracht“. Diese Mitteilung ist von einer anderen gekreuzt: „Euer Samen“. Ganz in der Nähe: „In einem Fahrzeug ist eure Saat“. Aus diesen Informationen schlussfolgerte Drosnin:

„Als ich das codiert in der Bibel fand, konnte ich es nicht glauben. Es scheint Science Fiction zu sein. Die DNA, das Molekül des Lebens, mit einem Raumschiff auf die Erde geschickt. Es würde mich wundern, wenn angesehene Wissenschaftler eine solche Idee akzeptieren könnten. Ich rief eine der wichtigsten Autoritäten der Welt an, Francis Crick, den Nobel-Preisträger für Biologie, der die Doppel-Helix, die Spiralstruktur der DNA entdeckte. Es war eine der grössten wissenschaftlichen Entdeckungen die je gemacht wurden. Crick selbst erklärte im ersten Moment der Enthüllung: „Wir haben das Geheimnis des Lebens entdeckt“.

„Ist es möglich“, fragte ich Crick, als ich ihn am Salk Institute in San Diego, Kalifornien, erreichte „dass unsere DNA von einem anderen Planeten kam“?

„Ich habe diese Theorie vor 25 Jahren veröffentlicht“, sagte Crick. „Ich nannte sie ‚direkte Panspermie‘.“

„Glauben sie, dass es uns mittels eines Kometen oder Meteoriten erreicht hat“?

„Nein“, antwortet Crick, „jedwedes Leben würde sterben auf einer so beschwerlichen Reise durch den Weltraum“.

„Sagen sie, dass die DNA mit einem Fahrzeug hierher geschickt wurde“? fragte ich.

„Das ist die einzige Möglichkeit,“ sagte Crick.24

Während Crick Drosnin erzählte, dass die direkte Panspermie nur „eine Möglichkeit“ ist, war er weit zurückhaltender als 1981, er sagte nur, dass seine Theorien vertretbar erschien, genauso wie die traditionelle Idee, dass sich das Leben auf der Erde aus Nicht-Leben entwickelt habe. Die freundlichste Art direkte Panspermie zu benennen, ist zuzugeben, dass sie in der Tat eine gültige wissenschaftliche Theorien ist, wenn als Theorie auch eine Frühgeburt.“25

Hart hat beide, Crick und Hoyle benutzt um seinen Glauben an antike Astronauten, die das Leben auf der Erde ausgesät haben, die Evolution formten (oder aufeinanderfolgend kreierten) und eventuell, den Menschen die Zivilisation gegeben haben, zu stützen. Crick, trotz seines Status als Nobelpreisträger hat nichts ausser einer Hypothese und seine eigene Überzeugung, dass die direkte Panspermie nur eine Möglichkeit ist für den Ursprung des Lebens auf der Erde.

Hoyle, trotz seiner Zeugnisse als theoretischer Physiker und Wickramsinghe als qualifizierter Mathematiker haben gleichfalls keine Beweise um ihre Theorie zu stützen. Damit sind beide Theorien vollkommen unprüfbar und in der Menge nichts als völlige Spekulation. Wenn Wissenschaftler unwissenschaftlich schreiben, inspiriert es die Nicht-Wissenschaftler Unsinn zu schreiben.

Das Motive der New-Age Bewegung hinter dem Mythos

Es ist eine delikate Ironie, dass die Grundlage des fundamentalistichen Kreationismus nichts ist als der Versuch, Wissenschaft zu nutzen um die Bibel zu beweisen. Zu beweisen, dass die Bibel das inspirierte Wort Gottes ist, und um dieses zu tun, verlassen sie sogar ihren Glauben, alle zusammen. Sie sind ziemlich genau dann willens von ihrem Glauben abzulassen, wenn es um die Existenz des Schöpfers geht, als Grundlage ihres Glaubens. Die Kreationisten suchen den wissenschaftlichen Beweis, dass da ein Schöpfer zu sein hat. Tatsächlich sind sie Mitglieder einer Gemeinde von Ungläubigen. In vertrauter Form suchen die New-Agers die Ölung einer wissenschaftlichen Autorität, um ihr Schöpfer-Szenario der antiken Astronauten zu bestätigen.

Was sind die Beweggründe hinter dieser neuen mystischen Bewegung? Da ist natürlich das Geld. In seinem Buch(1993) „Understanding the New Age“ zeigt Russel Chandler auf, dass J.Z. Knight bis zu diesem Zeitpunkt 200.000$ verdient hat, als Einzelne, nur weil sie die göttliche Entität des „Ramtha„, einen 35.000-jährigen „Geistkrieger“, von, wo sonst, von Atlantis, dargestellt hat.26

Gleichfalls Michael Drosnin, der vom mathematischen Argument der Bibel profitiert, welches erstmalig durch orthodoxe, jüdische Mathematiker formuliert wurde. Drosnin ruft nun antike Astronauten auf den Plan und konnte so Millionen seiner Bücher verkaufen. Die möglichen finanziellen Motive reichen wie immer nicht aus die Beweggründe all jener zu erklären, die an jedem Wort von Ramtha hängen, oder Computer-erzeugte Bibel-Codes durchkämmen und auf der Suche spiritueller Erleuchtung sind.

Kurioserweise ist der Hauptreiz des New-Age-Schöpfer-Mythos sehr mit dem der Christenheit verwandt. Während des Besuchs einer Literatur-Konferenz am Wheaton-College in Illinois, der spirituellen Heimat von Billy Graham, sah ich eine süsse Tennagerin, es schien als strahle sie ernsthafte Reinheit aus, sie stand auf und sagte, wie dankbar sie doch sei, dass sie gerettet wurde, vor dem Anfang aller Zeiten. Diese Sicht auf die Auserwähltheit ist das Kernstück der kalvinistischen Doktrin der Prädestination und als breite Anwendung finden wir das in den Vorstellungen der New-Agers. Unsere absichtliche Schöpfung durch Raum-überwindende Aliens, die als Angestellte einer großen, universalen Intelligenz dienen. Das ist weitaus angenehmer, als das ungerichtete Zwischenspiel von Chance und natürlicher Auslese. Weiterhin hüllt diese verschwommene Beteuerung von der Auserwähltheit den Gläubigen im Sinne der „Desiderata“ (Du bist ein Kind des Universums: Du hast das Recht hier zu sein) ein, und wie in der New-Age-Spiritualität üblich, frei von den Restriktionen der Bibel-basierenden Moral-und Wertvorstellungen.

Es ist eine säkulare Vorstellung der ahnungslosen Schöpfung von Arthur C. Clarke, die sich nicht nur auf seine mobilen Monolithen(2001) beschränkt. In seinem Buch „Childhood´s End„(1953) schildert er, wie eine Rasse von raumüberwindenden Aliens die Erde erreicht, zu einem kritischen Zeitpunkt, die in die Geschicke der Menschen eingreifen und eine Utopie auf Erden erzeugen. Sie führen uns weg von Zerstörung, hin zu neuem Wachstum. Sie stehen im Dienst einer grossen, kosmischen Intelligenz, die Vereinigung mit dieser Intelligenz ist die nächste Phase unserer Evolution.

Zusammen mit der Auserwähltheit beinhaltet der New-Age-Schöpfungs-Mythos, obwohl er die Zwänge der traditionellen Religionen zurückweist, die moralische Geschichte des Sturzes aus der Gnade des Paradieses in uralten Zeiten und etwas Romantisches mit der These der verlorenen Zivilisationen, die im Nebel der Zeiten verschluckt wurden. Der Reiz daran ist, dass es den Gläubigen vom Brennpunkt des alltäglichen, profanen Lebens entfernt – triviale Auseinandersetzungen um bezahlte Rechnungen und Beschäftigungen um ein Einkommen zu sichern sind entweder geisttötend oder lästige Herabsetzung unserer selbst. Es ist nicht nur die romantische Geschichte, die Erben von Atlantis und kosmische Kinder zu sein, die aus den Tiefen des Universums kommen, es ist auch die Erklärung vom Mythos unseres Sturzes, warum unser Leben so unausweichlich mit trivialen Sorgen verknüpft ist, die uns von unserer wahren Berufung fernhalten, nämlich tief zu denken.

Noch einmal, der Reiz des Mythos unseres Sturzes ist ironischerweise beiden vertraut, der Christenheit und der New-Age Bewegung.

Quellen:

  1. Hapgood Charles. 1966. Maps of the Ancient Sea Kings. Philadelphia and New York: Chilton Books, 193, emphasis in original.
  2. Gordon, Cyrus H. 1971. Before Columbus: Links between the Old World and Ancient Amerika (3d. printing)/New York:Crown Publishers Inc., 68.
  3. ´Jeffries M.D.W. 1973. „Pre-Columbian Maize in Asia,“ in Man Across the Sea: Problems of Pre-Columbian Contacts (second printing). 1973. Austin TX and London: University of Texas Press, 400.
  4. Ibid.,399.
  5. Brinton, Daniel G. 1886. The Myths of the New World. New York:Neyholt and Holt, 175 emphasis in the original, bracketed material added.
  6. Marx, Robert F. with Jennifer G. Marx. 1992. In Quest of the Great White Gods. New York: Crown Publishers, Inc., 7
  7. Finn, Tom. 2005. „Pre-Columbian Indo-European Civilization of the Americas“. Ancient American, Vol.9, No.60,9.
  8. Donnan, Christopher B. 2001. „Moche Burials Uncovered“ National Geographic March, 64.
  9. Flavius Josephus. ca. CE 80(1987). (traans. by William Whiston). The Antiquities of the Jews, in The Works of Josephus. Hendrickson Publishers, Ch.3, paragraph 1.
  10. Sitchin, Zecharia. 1976 The 12th Planet. New York: Harper Collins, 13.
  11. Drosnin, Michael. 2002. The Bible Code II:The Countdown. New York:Viking.
  12. Hart, Will. 2003. The Genesis Race. Rochester, VT:Bear&Company.
  13. Ibid.,65
  14. Sitchin, 1976,53.
  15. Roux, Georges. 1992. Ancient Iraq. London: Allen and Unwin, 48.
  16. Hart, 2003, 31.
  17. Gish, Duane. 1978. Evolution? The Fossils say NO! San Diego: Creation Life Publishers.
  18. Godfrey, Laurie R. ed. 1983. Scientists Confront Creationism. New York: W.W. Norton, 200-202
  19. Crick, Francis. 1981. Life Itself: Its Origin and Nature. New York: Simon and Schuster, 85.
  20. Hoyle, Fred and Chandra Wickramasinghe. 1990. Cosmic Life Force: The Power of Life Across the Universe. New York: Paragon House, 60.
  21. Ibid., 60.
  22. Ibid., 138
  23. Ibid., 144.
  24. Drosnin, 2002, 143-144.
  25. Crick, Francis, 1981. „Seeding the Universe“ Science Digest vol 89, November, 153.
  26. Chandler, Russel. 1993. Understanding the New Age. Grand Rapids, Michigan: Zondervan Publishing House, 122.

Übersetzung: nickpol

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4 Comments

  1. Bei allem Respekt und Dankbarkeit für die Übersetzung dieses sehr informativen Textes, eine Hand voll unangenehmer Fehler enthält sie doch. Kommafehler seien verziehen, doch wurde bspw. „eventually“ wiederholt mit „eventuell“ statt „schließlich“ übersetzt, was gelinge gesagt ein Anfängerfehler ist…

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