Die Zeit die bleibt – Evangelikale Popkultur


Ulf Otto Sophiensaele

Aufführungen
April 18)(19)(20)(22)(23)(24*
20 Uhr

Ort
Hochzeitssaal

„Er ergriff ihre Hand….
‚Hattie, wir werden alle nach Hause gehen und dort weinen. Aber halten Sie durch… dann können Sie wenigstens in dieser Hinsicht mit sich zufrieden sein.‘
‚Mr. Williams‘, schluchzte sie…“ –

Naturkatastrophen, Hungersnöte, Lieblosigkeit und Unmoral kennzeichnen unser Zeitgeschehen. Der Planet heizt sich auf: Zukunftsangst macht sich breit. Wo wird all das hinführen? Wie wird all das enden? – Nachdem ein paar Jahrhunderte die Zukunft verfolgt wurde, scheint diese nun endlich eingeholt. Mit den selbstdekonstruierten Restbeständen unserer humanistischen Vernunftbegabung stehen wir am Ende der Geschichte und stellen erstaunt fest: All die verrückten Apokalyptiker mit ihren fundamentalistischen Technicolor-Endzeitvisionen, die wir so lange belächelt haben, verfügen inzwischen über einen klaren Anpassungsvorteil. Die evangelikale Popkultur bringt auf den Punkt, was wir schon immer geahnt haben, aber uns nie zu denken getrauten: Alles hat mit allem zu tun, der 11. September war kein Zufall und Lady Di starb auch nicht grundlos. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, die Engel putzen schon ihre Posaunen, und: Dies Schauspiel auf Erden neigt sich seinem Ende zu. Halleluja, alle Masken werden fallen, denn es gibt einen Termin, den niemand absagen kann… „Morgen früh um zehn werde ich das alles genau erklären für die, die kommen… Es ist wirklich ganz einfach: Wir werden die Wahrheit erkennen und danach handeln…“
„Die Zeit die bleibt“ widmet sich in einer Mischung aus Hörspiel, Theater und Performance der popkulturellen Begeisterung für das Ende und den Untergang. Ausgehend von evangelikalen Endzeit-Thrillern macht sich das Projekt auf die Suche nach den Lebens- und Überlebensmöglichkeiten im Messianismus.

April 24*) Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung

Mit: Diane Busuttil, Godehard Giese, Vanessa Stern, Jens Stoll u.a.
Regie: Ulf Otto
Videokonzept: Daniel Kötter
Dramaturgie: Felicitas Zürcher
Musik: Jens Stoll
Licht & Ton: Peter Göhler
Ausstattungsassistenz: Jelka Plate
Regieassistenz: David von Westphalen
Produktionsleitung: Claudia Jansen

Eine Produktion von 2me bureau und Sophiensaele. Gefördert aus Mitteln des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.