Islam – mehr soziale Wärme?


©Die Presse (Clemens Fabry) Die Presse.com
Warum katholische Österreicher konvertieren, wie sich ihr Leben dadurch verändert hat und was sie im österreichischen Alltag erleben können.
WIEN. Die Wandlung kam auf Raten und der Sinneswandel rückte immer näher, bis er eines Tages Realität wurde: Das ist die Geschichte einer Kärntnerin, die schließlich vom Christentum zum Islam konvertieren soll.

Irgendwie hat sich dieses „Weg von den Wurzeln“ einfach ergeben, auch wenn die Suche nach den neuen Wurzeln aus heutiger Sicht als logischer und stimmiger Weg erscheint, jedenfalls für die Betroffene. Stück um Stück hat sie sich dem Islam genähert, „ohne dabei alle früheren Überzeugungen aufgegeben zu haben“.

Andrea Saleh ist in Kärnten geboren und nach Wien übersiedelt. Saleh ist Obfrau des Forums „muslimische Frauen Österreich“ und Sekretärin am Islamischen Gymnasium in Wien. Am Anfang stand das Interesse für das Weltbild, das der Islam transportiert. Viele Gespräche mit ägyptischen Freunden haben ihre Kenntnis vertieft, auch ihre Nähe zur islamischen Kultur. Sie begann, kein Schweinefleisch mehr zu essen und im Ramadan zu fasten. Anfangs war der Hauptgrund dafür „einfach nur ein Solidaritätsgefühl mit meinen muslimischen Freunden“. Erst nachdem sie ihren damaligen Mann, der ebenfalls aus Ägypten stammt, kennen gelernt hat, entschloss sie sich, zum Islam überzutreten – um, wie sie sagt, „den gemeinsamen Weg mit ihm zu gehen“.

Kopftuch nach acht Jahren

Acht weitere Jahre sollte es dauern, dass die gebürtige Kärntnerin begann, ein Kopftuch zu tragen. „Oft ist es keine leichte Entscheidung für eine Frau, ein Kopftuch zu tragen – oder eben auch nicht. Viele ringen sehr mit ihrem Gewissen, weil man ja auch weiß, dass man hierzulande mit Ressentiments rechnen muss.“

Und damit wurde sie sehr bald konfrontiert: „Wir waren mit Freundinnen unterwegs – spazieren an der Donau. Damals trug ich nur eine Haube. Im Aufzug in der U-Bahn hörten wir dann, wir sollten ,dorthin zurückgehen, wo wir herkommen‘. Ein Mann hat sogar gesagt, wir gehörten ins KZ.“ Nicht selten werde „angenommen, Frauen mit Kopftuch können nicht Deutsch und verstehen die Beschimpfungen nicht. Vielleicht ist das der Grund, weshalb Menschen derartige Ungeheuerlichkeiten so leicht über die Lippen kommen.“

weiterlesen

1 Comment

  1. Werden jetzt dieSteine zur Steinigung „nicht sozial angepasster islamischer Frauen“, vorher angewärmt ?

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.