Sind Sie des Teufels, Herr Mixa?


Der Augsburger Bischof Walter Mixa soll Exorzismen in Auftrag gegeben haben.
Foto: ddp

Teufelsaustreibungen in Paderborn und Augsburg

Im Erzbistum Paderborn hat es in den vergangenen acht Jahren drei Fälle von Exorzismus gegeben – in einem Fall durch einen Kirchenmann aus Bayern. Auch der Augsburger Bischof Mixa soll Exorzismen veranlasst haben.
Von Oliver Das Gupta -SZ

Einige Stunden schürten Medienberichte die Gerüchte, dann machte es Ägidius Engel offiziell: „Es ist eine Bitte an Gott um Hilfe“, sagte Ägidius Engel, der Sprecher des Erzbistums Paderborn, und bestätigte damit mehrere Teufelsaustreibungen in der Kirchenprovinz.

Kirchensprecher Engel sagte zu sueddeutsche.de, bei den Betroffenen handele es sich um „seelisch höchst notleidende Menschen“. Nach der Prüfung durch erfahrene Seelsorger erstellten Pastoralpsychologen und Psychiater ein Gutachten. Wenn die Gutachter keine psychische Störung feststellen könnten und sagten, „wir sind mit unserem Latein am Ende“, käme eine solche „Liturgie zur Befreiung“ in Frage.

Engel betonte, dass es sich ausschließlich um Fälle handelte, in denen auch Fachleute meinten, dass „da eigentlich nur noch der liebe Gott helfen“ könne.

Sollte dies eintreffen, gebe der Erzbischof die sogenannte Liturgie der Befreiung in Auftrag, schließlich sei das auch „Pflicht des Bischofs“, so Engel. Exorzismus bezeichnet das Austreiben des Bösen. Laut Engel haben die Exorzismen „Gottesdienstcharakter“.

Zuvor hatte bereits der Bayerische Rundfunk von der Causa berichtet. Das Erzbistum habe eingeräumt, einen bayerischen Exorzisten offiziell mit einer Teufelsaustreibung beauftragt zu haben.

Unklar ist bislang, von welchem bayerischen Bistum die Paderborner den Exorzisten geholt haben. Der Paderborner Bistumssprecher wollte zu der Personalie nichts weiter sagen. „Es bleibt bei der Sprachregelung: Ein Priester aus Bayern.“

Bischof Mixa soll Exorzismen veranlasst haben

Wie der Bayerische Rundfunk mittlerweile erfahren haben will, soll der Augsburger Bischof Walter Mixa in Bayern einen Exorzisten zur Teufelsaustreibung beauftragt haben. Der Sender berief sich dabei auf eine nicht näher genannte Quelle. Nach Aussagen „verschiedener Beteiligter“ werde in Deutschland beinahe täglich ein Exorzismus vollzogen, meist inoffiziell und ohne Wissen der Diözesen.

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7 Comments

  1. Alles sehr wirr, wie auch im Forum erwähnt gibt es viel Nachfragebedarf. Vielleicht sollten sie weniger auf gläbuige Pastoralpsychologen und mehr auf weltliche, säkulare Psychologen hören. Dann müssen sie auch niemand etwas austreiben das er garnicht hat.

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  2. „Bisher hat die kath. Kirche betont, Exorzismen nur durchzuführen, wenn der Mensch darum ersucht. Ich verstehe nicht ganz, wie jemand, bei dem angeblich gar nichts mehr hilft, noch darum ersuchen kann? Das widerspricht sich.“ – Die Besessenheit ist doch die Bitte…

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  3. argll… bei dem thema da platzt mir mein psychologen-kragen…. allein schon für die bezeichnung „Befreiungsgebet“ gehört jemand geohrfeigt.

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  4. Bisher hat die kath. Kirche betont, Exorzismen nur durchzuführen, wenn der Mensch darum ersucht. Ich verstehe nicht ganz, wie jemand, bei dem angeblich gar nichts mehr hilft, noch darum ersuchen kann? Das widerspricht sich.

    So lange jemand um Austreibung – also offiziell um Gebete – bittet und diese dann durchgeführt werden, ist ansich nichts dagegen einzuwenden – außer der Tatsache, dass das Unfug ist. Man sollte mal nachhaken, wie das denn genau durchgeführt wird. Es bleibt schließlich zu befürchten, dass entweder die Person nicht darum gebeten hat oder es nicht bei Gebeten bliebt.

    Es ist ansich nur konsequent, dass die Katholiken auch Austreibungen machen, wenn sie an Dämonen und Teufel glauben.

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