Das Schwarze Loch von Genf


Simulation eines Schwarzen Loches, das unter dem Schweizer Boden entstehen könnte: Es zerstrahlt sofort. (cern)

In seinem Hyperion-/Endymion-Zyklus hat Dan Simmons die Erde, im Schwarzen Loch von Kiew, verschwinden lassen. Ein Fehler der Wissenschaftler. Nun könnte es bald Wirklichkeit werden, glaubt man den Weltuntergangs -Prophezeiungen einiger von ihnen.

Propheten des Weltendes

VON WOLFGANG SILVANUS – FR

„Am dreißigsten Mai ist der Weltuntergang, wir leben nicht mehr lang.“ So tirilierte in den 20er Jahren das Golgowsky-Quartett. „Doch keiner weiß, in welchem Jahr, und das ist wunderbar“, tröstete der Gassenhauer dann. Das hat sich geändert: Jetzt könnte ein Datum für das Ende der Welt feststehen, nämlich der Herbst 2012. Davor warnt der Biochemiker Otto Rössler von der Universität Tübingen, der auch als Chaosforscher firmiert. Er befürchtet, dass die Erde von einem Schwarzen Loch verschlungen werden könnte.

Dabei handelt es sich keineswegs um ein unsichtbares Schwerkraftmonster, das aus den Tiefen des Alls in unser Sonnensystem fliegt. Vielmehr wird es von Menschen erzeugt, nämlich am Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider), der in wenigen Monaten am europäischen Kernforschungszentrum Cern bei Genf in Betrieb geht. Darin sollen die Kerne von Wasserstoffatomen und später auch die von Bleiatomen fast mit Lichtgesschwindigkeit aufeinander prallen.

US-Forscher teilen die Bedenken

Theoretisch könnte der LHC tatsächlich schwarze Löcher hervorbringen – nämlich dann, wenn zwei Bausteine des Protons, Quarks und Gluonen, einander so nahe kommen, dass die Gravitationskraft zwischen ihnen stark genug ist, um sie aneinander zu binden. Die Masse eines solchen schwarzen Lochs entspräche dann der Gesamtenergie der Protonenbausteine.
Von seiner Ausdehnung her wäre es – anders als sein Gegenstück im Weltraum, das sich bei der Supernova-Explosion eines massereichen Sterns bildet – subatomar winzig. Ist das Schwarze Loch erst einmal entstanden, soll es aufgrund seiner Schwerkraft weitere Partikel ansaugen und sich einverleiben können. Dabei wächst das kleine Monstrum unaufhörlich, bis es stark genug ist, die ganze Erde in seinen Schwerkraftschlund zu zerren.
Die kleinen Allesfresser können sich indes nur unter bestimmten Voraussetzungen bilden. So muss der Raum in unserem Universum mehr als drei Dimensionen haben. Dann ändert sich das Gravitationsgesetz und damit die Stärke der Anziehungskraft zwischen Teilchen dramatisch.

Während im uns vertrauten dreidimensionalen Raum die Gravitationskraft mit dem Quadrat des Abstandes abnimmt, nimmt sie in einem vierdimensionalen Raum mit der dritten Potenz des Abstandes ab, in fünf Dimensionen mit der vierten Potenz und so weiter. Umgekehrt gilt dann, dass die Stärke der Gravitation bei einer Annäherung zweier Teilchen mit der entsprechenden Potenz zunimmt.

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12 Comments

  1. ja, Manu. Trifft halt jeder so seine Entscheidungen.

    ich lebe hier nur 10 km vom Cern entfernt.
    sollte sich was zeigen, sag ich Euch Bescheid. ok?
    😉

    voriges jahr war open day am Cern. ich hab mir einige interessante Sachen angesehen. Unter anderem die quelle, an der die Teilchen entstehen, die dann in den Bescheunigern.. äh, beschleunigt werden.
    Jedenfalls siehts dort nicht aus wie im Raumschiff enterprise… 😉

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  2. ehrlich gesagt ist es gerecht was uns da passert. wir haben jehrelang versucht den planeten zu zerstören. ich habe keine angst ich bin bereit zu sterben…

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  3. Mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit könnten tatsächlich kleine Schwarze Löcher im LHC entstehen. Die wären nach vorherrschender Physikermeinung allerdings sehr, sehr klein – und würden quasi im Moment ihrer Entstehung schon wieder zu Energie zerstrahlen. Wären diese Schwarzen Löcher – rein hypothetisch – doch stabil, wären sie immer noch viel zu klein, um Materie ansaugen zu können. Sollte es diesen Effekt tatsächlich geben, müsste er in der Erdatmosphäre durch die kosmische Strahlung längst aufgetreten sein. Trotzdem leben wir noch immer.

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  4. @ Isabel:
    Schonmal was von der Hawking-Strahlung gehört? Ein hinreichend kleines schwarzes Loch hat keine Möglichkeit irgendetwas „aufzusaugen“, da es durch die Hawking-Strahlung extrem kurzlebig ist.

    Und, wie pjanotta schon erwähnt hat: Allein die Tatsache, dass die Erde noch existiert, obwohl die ganze Zeit Teilchen mit sehr hohen Energien auf die Erdatmosphäre treffen, ist ein ziemlich gutes Argument dafür, dass die schwarzen Löcher aus dem LHC nicht so gefährlich sein können. Wenn die Dinger im LHC erzeugt werden können, dann werden sie in der Erdatmosphäre schon seit ca. 5 Mrd. Jahren ständig erzeugt.

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  5. Den Astrophysikern fiel das schwarze Loch im Sloan-Himmelsatlas durch seine sehr hohe Geschwindigkeit auf: Das Gas um das schwarze Loch zeigte im Spektrum stark verschobene Linien. Daraus schlossen die Forscher, dass sich das kosmische Schwergewicht – es enthält einige 100 Millionen Sonnenmassen – mit einem Tempo von knapp 3000 Kilometern pro Sekunde bewegt. Zum Vergleich: Würde man in München mit dieser Geschwindigkeit starten, hätte man innerhalb von weniger als einer Sekunde Afrika erreicht. Die ungeheure Stärke dieses Rückstoßes katapultierte das schwarze Loch aus seiner Muttergalaxie heraus.

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  6. Jeder weiss das schwarzelöcher einen sog entwickeln .
    Um somehr ein schwarzesloch einsaugt um so größer wird es! Also währe nach berechnung die Erde mit so einem versuch nach ca. 3-4 Tagen komplet in einem solchem Schwarzemloch verschwunden!!

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  7. Zwei klare Argumente, wieso am LHC erzeugte Schwarze Löcher keine Gefahr darstellen können:

    1. Schwarze Löcher strahlen Hawkinsstrahlung aus. Um so kleiner die Löcher, um so stärker. Da die am Cern zu erwartenden Teilchen sehr klein wären, falls diese überhaupt dort erzeugt werden könnten, würde diese sofort zerstrahlen.

    2. Aus dem Universum treffen andauernd Teilchen auf die Atmosphäre, mit sehr viel größerer Energie als die Beschleuniger in Genf erreichen werden. Dabei kommt es auch zu Teilchenkollisionen. Wenn die Entstehung von kleinen schwarzen Löchern am Cern möglich sein sollte, würde das in der Atmosphäre also dauernd geschehen und die verkündete Katastrophe wäre schon da.

    Das wird Wissenschaftsfeinde aber nicht davon abhalten weiterhin ihre Propaganda zu verbreiten.

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  8. Oh je wer wird uns erretten?

    Moment…2012? Da haben sich doch bereits die Ausserirdischen angekündigt!

    Frohe Botschaft! Frohe Botschaft! Wir sind nicht verloren, die gütigen Alwissenden von den fernen Sternen werden uns nicht im Stick lassen!

    …oder sie wollen sich einfach nur mal eine richtig großartige Show ansehen.

    ^__^

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