Brückenbauen

Wikipediabild mit eher losem Bezug zum Text

In der heutigen Ausgabe berichtet die Allgemeine Zeitung Mainz über eine Veranstaltung in Ingelheim, die sich mit Evolution und Schöpfung auseinandersetzen will. Organisiert wird diese von einem Verein „Naturwissenschaft und Glaube e.V.„, auf dessen Homepage sich nachlesen läßt, dass man die Schnittstelle von Wissenschaft und Glaube vornehmlich am Anfang sieht, bei der Suche nach der „Ursache“, dem „Ursprung“. Kurz: Es geht um den kosmologischen Gottesbeweis in allgemeinverständlicher, argumentfreier Darstellung.

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Die Neuen Atheisten: dümmer als Marx und Feuerbach

Prof. Dr. Holger Zaborowski sprach über die Wiederkehr der Religionskritik

„Die Provokation der neuen Atheisten“
Philosoph spricht über Wiederkehr der Religionskritik

Bistum Trier – Pressedienst

Trier – „Mit einer sehr großen Schlagkraft gibt es eine Wiederkehr der Religionskritik“. Das hat der der in den USA lehrende deutsche Philosoph Prof. Dr. Holger Zaborowski während seines Vortrags „Die Provokation der neuen Atheisten“ am Mittwoch, 28. Mai an der Katholischen Akademie in Trier betont.

Es sei eine Herausforderung, sich mit den Argumenten der Atheisten auseinanderzusetzen. In die Reihen klassischer Kritiker wie Feuerbach, Marx, Freud und Nietzsche, die einst den „Tod Gottes“ feststellten, reihten sich heute Literaten ein wie Richard Dawkins, Edward O. Wilson, Christopher Hitchens oder auch Michael Schmidt-Salomon ein.

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Das gar nicht primitive Schnabeltier

von Prof. Axel Meyer, Ph.,D., Evolutionsbiologe und Zoologe Universität Konstanz

Ornithorhynchus anatinus, das Schnabeltier, ist ein ungewöhnliches Wesen. Es hat eine Art Entenschnabel und Schwimmhäute zwischen den Zehen. Sein Ruderschwanz ähnelt dem eines Bibers. Es legt Eier, aber säugt seine Jungen mit Milch. Bei so einem Potpourri von Merkmalen ist es verständlich, dass dieses Tier, dessen Genom nun sequenziert wurde, oft für besonders primitiv gehalten wird.
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UFOs – die „glühende Pest“

Werner Walter sitzt (2003) telefonierend auf seinem Sessel in der UFO-Meldestelle in Mannheim. InOnline.de

Mannheim (dpa) – Eine wahre Flut von Anrufen erwartet die Mannheimer UFO-Meldestelle zur Fußball-Europameisterschaft. Grund seien bestimmte Scherzartikel, die in den vergangenen Monaten verstärkt für UFO-Alarm gesorgt hätten.

Die orange-rot glühenden Leuchterscheinungen bestünden aus Reispapier und einem Brenner und ersetzten zunehmend Silvester-Raketen. Sie seien seit Pfingsten 2007 zur „glühenden Himmelspest“ geworden, sagte der Hobby-Astronom Werner Walter vom Centralen Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP) in Mannheim.

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Das Schwarze Loch von Genf

Simulation eines Schwarzen Loches, das unter dem Schweizer Boden entstehen könnte: Es zerstrahlt sofort. (cern)

In seinem Hyperion-/Endymion-Zyklus hat Dan Simmons die Erde, im Schwarzen Loch von Kiew, verschwinden lassen. Ein Fehler der Wissenschaftler. Nun könnte es bald Wirklichkeit werden, glaubt man den Weltuntergangs -Prophezeiungen einiger von ihnen.

Propheten des Weltendes

VON WOLFGANG SILVANUS – FR

„Am dreißigsten Mai ist der Weltuntergang, wir leben nicht mehr lang.“ So tirilierte in den 20er Jahren das Golgowsky-Quartett. „Doch keiner weiß, in welchem Jahr, und das ist wunderbar“, tröstete der Gassenhauer dann. Das hat sich geändert: Jetzt könnte ein Datum für das Ende der Welt feststehen, nämlich der Herbst 2012. Davor warnt der Biochemiker Otto Rössler von der Universität Tübingen, der auch als Chaosforscher firmiert. Er befürchtet, dass die Erde von einem Schwarzen Loch verschlungen werden könnte.

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Kreationistische Verblödung eingeplant

Eine höchst lebendige amerikanische Schabe und ein versteinerter Vorfahr. Fossilienfunde wie dieser offenbaren für Kreationisten, dass Schaben seit Millionen Jahren keine Veränderungen erlebt haben. Sie wurden angeblich so erschaffen wie sie heute noch sind. foto: PA/epa

Sie lehnen Darwins Evolutionstheorie ab und glauben, die Erde sei erst 6000 Jahre alt: die Kreationisten. Die konservative christliche Glaubensgemeinschaft plant nun im Rhein-Neckar-Raum einen religiösen Freizeitpark – inklusive Arche Noah. Die evangelischen Kirchen reagieren mit scharfer Kritik auf das Vorhaben. – weltOnline

Mit scharfer Kritik haben die evangelischen Kirchen in Baden-Württemberg auf die Pläne von konservativen Christen reagiert, die im Rhein-Neckar-Raum einen religiösen Freizeitpark errichten wollen. Hinter dem Projekt steht eine in der Schweiz ansässige und dem Kreationismus nahestehende Firma. Kreationisten interpretieren die biblische Schöpfungsgeschichte wörtlich und lehnen die von Charles Darwin (1809-1882) begründete Evolutionstheorie ab.

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Der gekreuzigte Frosch

Das Kunstwerk des Anstosses.

20min.ch

Blasphemie, Blasphemie! Im am Samstag eröffneten Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Bozen hat ein Kunstwerk für Polemik gesorgt. Die Kirche reagiert pikiert. Das Museum hat jetzt gehandelt.

Die Leitung des Museums hat einen gekreuzigten Frosch, der in einer Hand einen Bierkrug hält und die Zunge rausstreckt, entfernt.

Das 1990 vom inzwischen verstorbenen deutschen Künstler Martin Kippenberger geschaffene Werk trägt den Titel «Zuerst die Füsse». Bereits bei der Eröffnung am Samstag wurde der Vorwurf der Gotteslästerung laut.

Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder bezeichnete das Werk als Respekt- und Geschmacklosigkeit, Diözesanbischof Wilhelm Egger forderte, auf die religiösen Gefühle der Menschen mehr Rücksicht zu nehmen.

Die Kuratorin des «Museions» meinte zur Erläuterung, Kippenberger habe sich selbst in der Schaffensphase als Gekeuzigter gefühlt. Der Künstler hatte zum Zeitpunkt der Entstehung einen Alkohol- und Drogenentzug gemacht.

‚Wo Gott geleugnet wird, fällt Menschenwürde‘

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller, (Archivbild von 2005). Foto: dpa

Bischof Gerhard Ludwig Müller kritisiert Atheisten-Schrift „Wo bitte geht’s zu Gott?“ von Michael Schmidt-Salomon.
Regensburg (kath.net/pdr) Anlässlich des 37. Nordgautages in Tirschenreuth hat Bischof Gerhard Ludwig Müller am vergangenen Sonntag in der Stadtpfarrkirche in Tirschenreuth ein Pontifikalamt gefeiert. In seiner Predigt warf Bischof Gerhard Ludwig die Frage nach den Wurzeln der Kultur auf und machte deutlich, dass das Christentum die gesamte Kultur geformt hat. „Während aller geschichtlichen Wirren hat der Glaube Bestand gehabt“, so der Bischof.

Auch heute dürfe man sich nicht einreden lassen, „dass wir hinter dem Mond zu Hause seien“. Der christliche Glaube habe Zeiten überdauert, in denen ein aggressiver Atheismus wie Nationalsozialismus und Kommunismus herrschte.

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Das atomare Puzzle

Was mittels herkömmlicher genetischer Methoden bisher als unmöglich galt, gelang zwei Wissenschaftern in jahrelanger Kleinstarbeit: Atome werden derart manipuliert, dass maßgeschneiderte Ribosomen entstehen und die Bildung von Peptiden im Labor nachgeahmt werden kann.

Der fehlende Teil im atomaren Puzzle
derStandard.at

Ein Chemiker baut künstliche Biomoleküle, ein Biologe setzt sie zu Biomaschinen zusammen.

Gemeinsam entschlüsseln sie einen der wichtigsten Vorgänge des Lebens: die Verknüpfung von Aminosäuren zu Proteinen.

Das Ribosom, die Proteinfabrik der Zelle, ist eine komplexe Maschinerie, die über Milliarden von Jahren optimiert wurde. Dieses biochemische Wunderwerk der Natur im Labor nachzubilden und dabei einzelne Atome nach Belieben zu verändern, war bisher völlig undenkbar: Weder die Mittel der Genetik noch die Möglichkeiten der chemischen Synthese reichten dazu aus.

Tun sich allerdings Experten aus beiden Gebieten zusammen, wird das Unmögliche machbar – so geschehen in Innsbruck. Ronald Micura, Professor für Organische Chemie, und Norbert Polacek, Molekularbiologe an der Medizin-Universität, haben ein geniales System entwickelt, um maßgeschneiderte Ribosomen herzustellen. So haben sie eine der fundamentalsten biochemischen Reaktionsmechanismen aufgeklärt, die in allen Zellen des Planeten auf die gleiche Weise abläuft: das Aneinanderkoppeln von Aminosäuren zu Peptiden.

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OECD-Bericht zur Hadron- und Kernphysik veröffentlicht

Die Arbeitsgruppe „Hadronen- und Kernphysik“ des Global Science Forums der OECD in Paris hat ihren neuen Bericht über den gegenwärtigen Sachstand dieses Forschungsgebietes veröffentlicht. Daran beteiligt waren über einen Zeitraum von zwei Jahren alle Länder weltweit, die sich in größerem Umfang bei dieser Wissenschaft in der Physik engagieren.

Paris (Frankreich) – Der Bericht(pdf)  beschreibt das gesamte Feld der Hadronen- und Kernphysik, einschließlich der Chancen für neue, grundlegende Erkenntnisse über die Struktur der Materie und gibt eine aktuelle Übersicht über weltweit alle Forschungsanlagen im Betrieb, im Bau und in der Planung einschließlich der damit verbundenen Investitionen sowie die Zahl der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Des Weiteren wird ein umfassender Überblick über die Bedeutung dieser Forschung für andere Wissensgebiete gegeben und ihre Auswirkungen auf die Medizintechnik und andere technologisch wichtige Gebiete dargelegt.

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Gott ist root, sagt die Software

Die Software sagt, Religion ist ein Produkt der Evolution. Gott kann man auf geheimnisvolle Art und Weise erklären oder aber ganz einfach mit entsprechender Software. Der religiöse Glaube kristallisiert sich durch genetische Veranlagung heraus, diese resultiert aus einer Fülle unkontrollierbarer Informationen. Das Programm geht davon aus, dass die Religionen blühen und gedeihen werden. „Wer bereit ist an ein abstraktes Konstrukt wie Gott zu glauben und Opfer zu bringen, wird Opfer für die menschliche Gemeinschaft erbringen“, sagt James Dow, Anthropologe an der Oakland University in Rochester, Michigan. Dow hat das Programm(Evogod) geschrieben (Code download hier). Dow ist nicht der erste Wissenschaftler, der versucht zu erklären, wie Religionen entstanden sind.

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Die Lösung von Darwins Dilemma

Martin Neukamm

Seit Darwin wird die Entstehung evolutiver Neuheiten bzw. Arten durch das Wechselspiel von zufälliger Variation und natürlicher Selektion erklärt. Darwin selbst kannte den Grund der Variation noch nicht – erst viel später gelang es, die Ursachen der Veränderlichkeit von Arten zu ergründen: es sind Mutationen in der Keimbahn, Abwandlungen des „genetischen Codes“, der metaphorisch gesprochen die Bauanleitung der Lebewesen enthält. Wie plausibel aber ist es, dass durch Mutationen genügend nützliche, konstruktiv sinnvolle Varianten entstehen, die es der natürlichen Selektion ermöglichen, komplexe Innovationen zu begünstigen? Welche Mechanismen steuern jenseits der genetischen Variation den Gestaltwandel, der zur heutigen Artenvielfalt führte? Über diese Fragen erfährt man in Lehrbüchern meist nichts oder nur wenig, und auch Darwin vermochte sie nicht zu beantworten. Er stand vor einem Dilemma und musste das Auftreten nützlicher Variationen als unerklärte Randbedingung voraussetzen. Heute können wir die Fragen besser beantworten, dies aber oft in einer abstrakten Sprache, die den Nichtbiologen überfordert.

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Der Islam als politische Herausforderung

Kritische Islamkonferenz, 31.5.-1.6., Köln, Universität

Gemeinsam mit anderen Gruppen organisiert die Aktion 3.Welt Saar vom 31. Mai bis 1. Juni die kritische Islamkonferenz „Aufklären statt verschleiern – Der Islam als politische Herausforderung“, Universität Köln (Humanwissenschaftliche Fakultät, Gronewaldstraße 2, Köln-Lindental). Veranstalterinnen sind: Zentralrat der Ex-Muslime, Redaktion Hintergrund, Giordano Bruno Stiftung, Aktion 3. Welt Saar, Alibri Verlag, denkladen.de. Als Referenten /innen und Podiumsgäste nehmen unter anderem teil Mina Ahadi (Zentralrat der Ex-Muslime), Hartmut Krauss (Redaktion Hintergrund), Michael Schmidt-Salomon (Giordano Bruno Stiftung), Klaus Blees (Aktion 3.Welt Saar), Ralph Giordano, Günter Wallraff, Fatma Bläser, Stephan Grigat, Thomas Maul und viele andere. Klaus Blees vom Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3.Welt Saar wird sich in seinem Beitrag auf der Konferenz mit dem Kampfbegriff „Islamophobie“ auseinandersetzen, mit dem Kritik am politischen Islam gerne diffamiert und als krankhaft-abartig hingestellt wird.

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Muslime vs. Christen

Christine Schirrmacher wurde nach muslimischer Kritik von einem Vortrag in Österreich wieder ausgeladen (Foto: Archiv)

Absage an Schirrmacher nach Protest von Muslimen heftig kritisiert

Die Absage eines Vortrags von Christine Schirrmacher im österreichischen Traun ist auf massive Kritik gestoßen. Auf der renommierten Internetseite „Die Achse des Guten“ (achgut.com) kritisiert die freie Journalistin Hildegard Becker, dass ein paar Muslim-Vertreter in Österreich es geschafft hätten, „dass eine zuvor als Referentin geladene deutsche Islamwissenschaftlerin kurzerhand wieder ausgeladen wird“. pro medienmagazin

Die Islam-Expertin hatte am 21. Mai in Traun einen Vortrag über den „Islam in Europa als Herausforderung für Staat, Gesellschaft und Kirche“ halten sollen. Veranstalter waren die Organisation „Operation Mobilisation“, das Personalkomitee „Aufeinander Zugehen Traun“ und die Stadt Traun. Doch dann kam der Protest von islamischer Seite, vor allem von Omar Al-Rawi aus Wien. Die Reaktion der Veranstalter schildert Hildegard Becker folgendermaßen: „Man habe bei der Einladung Frau Schirrmachers Einstellung zum Islam nicht gekannt – hieß es etwas schlicht bei der Ausladung. Man befürchte eine unsachliche Darstellung des Islam.“ Sie fügt hinzu: „Etwas peinlich, jemanden einzuladen, ohne sich über ihn oder sie vorab zu informieren.“

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Die Chimäre in uns

Wir empfinden Mischwesen intuitiv als widernatürlich – aber lässt sich das auch vernünftig begründen?

Von Bas Kast

Als letzte Woche das britische Parlament die Schaffung von Tier-Mensch-Embryonen erlaubte, war die Empörung groß, nicht zuletzt in Deutschland. Von der Politik über die Kirchen bis hin zur Bundesärztekammer hieß es unisono, die Bildung solcher „Chimären“ sei „unethisch“, „pervers“, ja „monströs“. Man verurteilte die Forschung als „Frankenstein-Wissenschaft“, und die „FAZ“ bildete, um den Frankenstein-Faktor zu unterstreichen, die Illustration eines Kentauren, einer Mischung aus Pferd und Mensch, auf ihrer ersten Seite ab.

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Genetik trifft Physiologie: Hirnforschung auf kleinstem Raum

Eine einzelne Nervenzelle aus dem Flugkontrollzentrum der Fruchtfliege. © MPI für Neurobiologie / M. Jösch

Dr. Stefanie Merker, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Neurobiologie

Welche Aufgaben erfüllen einzelne Nervenzellen und wie funktioniert ihre Zusammenarbeit? Diesen Fragen gehen die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie ausgerechnet in einem Gehirn nach, dessen Träger kleiner als ein Stecknadelkopf ist. Im Sehsystem der Fruchtfliege Drosophila können die Wissenschaftler nun genetische und physiologische Methoden kombinieren, wodurch die Forschung zum Verständnis der Funktion und Verschaltung von Nervenzellen bedeutend vorangetrieben wird.

Das menschliche Gehirn besteht aus rund hundert Milliarden Nervenzellen und vielen Billionen Zellkontakten. Jede noch so kleine Reaktion und Bewegung wird durch die Aktivität und das Zusammenspiel dieser Nervenzellen gesteuert. Herauszufinden wie das im Einzelnen funktioniert, ist eine der großen Herausforderungen der modernen Neurobiologie.

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Luthers Theologie: Reformation und Revolte, der Bauernkrieg

Foto: NFP/Rolf von der Heydt – Hat Luther die Bauren verraten? Er sah im Bauernkrieg den Teufel herrschen – auf Seiten der Bauern und auf Seiten der Fürsten.

Von Hanns Leiner – Sonntagsblatt Bayern
Der Bauernkrieg im Jahr 1525 war ein Unglück und eine Tragödie nicht nur für die Bauern, sondern für die deutsche Geschichte insgesamt. Tausende Tote, niedergebrannte Dörfer und Höfe standen am Ende der Revolte. Ist Luthers reformatorische Freiheit schuld, dass die Bauern aufbegehrten? Und ist er mit seiner Zwei-Reiche-Lehre dafür verantwortlich, dass der Aufstand blutig niedergeschlagen wurde?

Wegen seines Verhaltens im Bauernkrieg werden Luther bis heute schwere Vorwürfe gemacht, und zwar von verschiedenen Seiten: Die römisch-katholische Kirche sieht in ihm den eigentlichen Urheber der Unruhen; alle, die es mit Thomas Müntzer und seinen Nachfahren (Teile der kommunistischen Bewegung beriefen sich auf ihn) halten, behaupten, Luther habe die Bauern verraten und sei ihnen in den Rücken gefallen; wieder andere meinen, Luther habe überhaupt keine klare Linie in seinen Äußerungen vertreten. Schließlich stoßen sich viele heute an den harten Formulierungen, die Luther in seinen Schriften zum Bauernkrieg verwendet hat.

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Die letzte Schlacht – christliche Fundis in den USA

cinefacts.de
Für christliche Fundamentalisten ist derzeit eine Schlacht im Gange: ein geistiger Krieg zwischen den wahren Gläubigen, den wiedergeborenen Christen, und jenen, die ihrem Todfeind, dem Antichristen, folgen. Was für manche an Fanatismus grenzt, ist für viele Menschen in den USA der Weg, den sie gehen möchten. Doch was macht diese Bewegung für sie so attraktiv? Regisseurin Claudia Willke analysiert in vier Etappen, mit welchen Mitteln die christlichen Fundamentalisten es geschafft haben, sich zu einer der einflussreichsten gesellschaftlichen und politischen Mächte zu entwickeln: Rekrutierung der Basis, Training der neuen Führungselite, Zusammenarbeit mit den Mächtigen und Aufbau eines Kreises von Auserwählten. Für die erste Etappe ist unter anderem Ron Luce zuständig.

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Auf Haeckels Spuren

Dr. Uwe Hoßfeld (r.) und Dr. Lennart Olsson. (Foto: Scheere)

Jenaer Evolutionsforscher wollen Biologielehrer für Fach Evo-Devo rüsten
Jena (OTZ/Richter).
Zwischen einer Taufliege und einem Menschen gibt es wahrlich mehr als einen Unterschied. Und dennoch verfügen beide Lebewesen über eine nahezu identische Ausstattung mit Genen. Warum jedoch aus einer befruchteten Eizelle eine Taufliege, aus einer anderen aber ein Mensch entsteht, diese Frage treibt auch Dr. Uwe Hoßfeld und Dr. Lennart Olsson in Jena um.

Mit einem neuen Forschungsprojekt an der Friedrich-Schiller-Universität begeben sich der Privatdozent Hoßfeld und der Professor Olsson dafür unter anderem auf die Spuren von Ernst Haeckel und seiner Forschungstradition. Im Jahr 1872 formulierte Ernst Haeckel (1834-1919) die „Biogenetische Grundregel , wonach jedes Individuum als Embryo die Stadien der gesamten Stammesentwicklung durchläuft. Um seine Theorie zu untermauern, illustrierte er die Veröffentlichungen mit Zeichnungen von Embryonen, die – obgleich von Huhn, Hund und Mensch stammend – verblüffende Ähnlichkeiten aufwiesen.

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