Dodo des Monats Juni 2008


Bündnis 90—Die Grünen hat es diesmal erwischt, die aus Bayern. Die beim „Offenen Dialog – statt Kulturkampf“ ganz pragmatisch handeln.

Am 14. Juni 2008 haben die bayrischen GRÜNEN ihre eigenen Parteitagsbeschlüsse relativiert, ganz pragmatisch. Will man doch regierungsfähig bleiben. Katholisch-evangelikal hofft man, durch einlenken im sogenannten Kruzifix-Streit, salongfähig zu bleiben. Getreu dem Motto, was den Hamburger Grünen geglückt ist, eine Koalition mit der schwarzen CDU, sollte eines Tages auch mit der CSU in Bayern möglich sein. Solch Hoffnung lässt man nicht am Kreuz sterben, da kriecht man zu Kreuze. Wohl formuliert liest sich dass dann so:

Nach massiver Kritik haben die Grünen gestern ihren umstrittenen Parteitagsbeschluss gegen religiöse Symbole in Schulen relativiert. „Es war nicht die Intention der Antragsteller, ein Verbot von Kreuzen in den Klassenzimmern einzufordern“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Partei- und Fraktionsspitze. Es sei vielmehr um ein „Verbot von persönlichen religiösen Symbolen und religiös motivierter Kleidung von Lehrerinnen und Lehrern“ gegangen.

Laienprediger Beckstein, auch als Ministerpräsident der süd-östlichen Provinz bekannt, wettert dann auch ex cathedra:

Bei diesem Streit gehe es nicht um irgendeine „belanglose Äußerlichkeit, sondern um eine ganz tiefgreifende Grundsatzfrage“, sagte Beckstein in einem Gespräch mit der Passauer Neuen Presse. „Daran ändert jetzt auch das jüngste Zurückrudern nichts – schließlich gilt der Grünen-Parteitagsbeschluss, wonach alle religiösen Symbole aus den Schulen verschwinden sollen, weiterhin“, sagte Beckstein.

Es geht ums Göttliche. Die GRÜNEN wollen nicht abseits stehen, der Wille zur Macht bzw. die Machtgeilheit steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Charakterlosigkeit wird billig in Kauf genommen, was gilt schon ein Parteitagsbeschluss, wenn man von Gottes- und Becksteins-Gnaden auf eine Teilhabe an der Macht hoffen darf. In etwas mehr als einer Generation grüner Politik evolvieren sie zu Dunkelgrün. In absehbarer Zeit wird es ganz dunkel werden. Wenn dann bei Predigten in den Kirchen Babies gestillt, Vatermörder gestrickt und Pasta gekocht werden, sind sie endgültig angekommen in der christlich-religiösen Scheinwelt.
Für diese Charakterlosigkeit, für dieses Einschwenken auf religiös-extreme Positionen, ohne den Rückhalt der Basis zu besitzen, haben sich die Parteigranden der DUNKELGRÜNEN den Dodo verdient, sie haben 63% der Stimmen auf sich vereint.

Abschließend ein Zitat aus dem „Alten Deutschen Spruchbeutel“, von mir etwas modifiziert:

Wer der CSU in den Arsch kriecht, kann nicht mehr leuchten.

Der Post im Blog: Gott mit dir, du Land der Bayern

8 Comments

  1. Also ich wohne im tiefsten Niederbayern und so mancher würde sich wundern wie viele Atheisten es hier gibt!

    Sven

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  2. Die Grünen sind doch seit HartzIV überhaupt nicht mehr wählbar. (Gleiches gilt natürlich erst recht für SPD, CDU, CSU und FDP). Die einzige im Bundestag vertretene Partei, die sowohl sozial als auch demokratisch ist, ist doch DIE LINKE.
    Und DIE LINKE gehört auch zu den am ehesten bright-kompatiblen Parteien – sofern es solche in diesem Staat überhaupt gibt bzw. geben kann. Die Grünen schleimen sich doch jetzt bei den Kirchen ein, weil ihnen wegen der Mittäterschaft bei HartzIV viele Wähler davongelaufen sind – und noch weitere folgen werden. Nun versuchen sie fromme Spießer, gleichzusetzen mit bisherigen CDU- und CSU-Wählern, zu sich herüberzuziehen. Gleiche Strategie verfolgt übrigens auch die SPD. Dort zeigt man sich z.B. Hand in Hand mit der CDU empört über die Forderung nach Abschaffung des Religionsunterrichts an den Schulen oder Gerichtsurteilen betreffend religiös motivierter Kleidung der Lehrkräfte (nicht etwa wegen dem ewigen Kopftuchstreit bei muslimischen Lehrerinnen, sondern auch in Bezug auf das Tragen von Ordenstrachten bei unterrichtenden Mönchen und Nonnen.
    (Allen voran hierbei ein gewisser Wolfgang Thierse).
    Es ist doch ganz klar woher hier der Wind bei SPD und Grüne weht!

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  3. @Ostfriese: Bin ebenfalls Grünenwähler aber auch Befürworter für diese Wahl des Dodos.

    Ich bewerte die Sache so: Wenn jemand sich persönlich dafür entscheidet, ein religiöses Symbol tragen zu wollen, dann sehe ich darin eigentlich kein so großes Problem, auch wenn diese Person ein öffentliches Amt inne hat, solange das Symbol nicht übertrieben aufdringlich ist.

    Die Anbringung von Kruzifixen in öffentlichen Räumen, hat dagegen eine ganz andere Symbolik und damit viel stärkere repressive Wirkung, denn es bezieht sich dann auf die Schule als solches, die ja eigentlich neutraler Raum bleiben soll. Man wird dann als Individuum, dass sich selbst als Teil der Schulgemeinschaft sieht, zwangsweise durch das Symbol mit unter den Mantel des Christentums gefasst.

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  4. Bin seit 22 Jahren Grün-Wähler (mangels links-liberaler Alternative^^) und kann nur sagen: Diesen Dodo haben sie sich redlich verdient!

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  5. Wieso? Die Grünen gehören wohl zu den am ehesten bright-kompatiblen Parteien.

    Da ist Kritik unverdächtig, find ich.

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  6. Herzlichen Glückwunsch! Mit ihres Eiertanz um den Gekreuzigten demonstrieren die Grünen für Bayern die gesellschaftliche und rechtsstaatliche Rückständigkeit des Landes…

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  7. Das ist Bayern!

    Mir diesem Spruch tritt die CSU (fast) jedes Jahr zu Wahl an. Wer in Bayern wohnt, nicht katholisch ist und immer noch nicht nach Muenchen umgezogen ist, kann einem eigentlich fast nicht mehr Leid tun. Obwohl sie (vermutlich dank Muenchen) im Spitzenfeld deutscher Technologie liegen, scheinen sie moralisch, ethisch und religioes dichter am Vatikan zu liegen als Italien.

    Ich weiss, wichtige Vereine wie etwa der Dachverband freier Weltanschauungen (http://www.bfg-bayern.de/) residieren auch in Bayern, wahrscheinlich der Ort, an dem das am dringensten noetig ist, aber 90% der Bevoelkerung beachten diese „Verrueckten“ vermutlich gar nicht.

    Entschuldigung fuer den Sarkasmus, aber ich wohnte selbst noerdlich von Bayern (in Thueringen) und den ersten Eindruck den man von dort bekommt, ist eben gerade dieser. Ich freue mich auf zahlreiche positivere Beitrage aus Bayern.

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