Morgenröte für die Forschung in den USA


Bush hatte viel für Gebetsfrühstücke, intelligentes Design und Zensur von Forschungsergebnissen übrig, aber wenig für unabhängige Wissenschaft.
Mit Gott auf seiner Seite: Bush hatte viel für Gebetsfrühstücke, intelligentes Design und Zensur von Forschungsergebnissen übrig, aber wenig für unabhängige Wissenschaft.

Unter US-Forschern herrscht vorsichtiger Optimismus, was die nächste Regierung betrifft, denn schlimmer könne es nicht werden

derStandard.at

„Egal, wer gewählt wird, das Klima für Wissenschaft wird sich verbessern“, sagt Al Teich. Nach acht Jahren Bush zieht der Leiter der Abteilung für Wissenschaftspolitik der American Association for the Advancement of Science (AAAS) eine niederschmetternde Bilanz.

Der scheidende US-Präsident stritt die Ausmaße des Klimawandels ab, unterband per Veto, dass Forschung an embryonalen Stammzellen mit Bundesgeldern gefördert wird, und redete der „Intelligent Design“-Lehre an den Schulen das Wort. Während seiner ersten Amtszeit gingen wenigstens die Forschungsbudgets ordentlich in die Höhe, in der zweiten Amtszeit nicht einmal das, klagt Teich.

Verschärfte Sicherheitsbestimmungen nach den Anschlägen des 11. September hielten viele davon ab, in den USA zu forschen oder zu studieren. Wissenschaftliche Berichte der Regierung wurden unter Bush zensiert und frisiert, wichtige Posten in Umweltbehörden mit Lobbyisten der Energiebranche besetzt. Als obersten Wissenschaftsberater und Chef des Büros für Wissenschaft und Technologie holte Bush zwar mit dem Physiker John Marburger einen Demokraten ins Weiße Haus – doch Marburgers Einfluss ist gering und hat sich Teich zufolge darauf beschränkt, Schlimmeres zu verhindern.

Abgesehen von den Agrar- und Ingenieurfächern neigen die Wissenschafter in den USA traditionell mehrheitlich zu den Demokraten, und in den letzten Jahren dürfte sich das eher verstärkt haben. Trotzdem braucht sich der republikanische Präsidentschaftsanwärter John McCain im Buhlen um die Stimmen der Forscher nicht verstecken, gilt er doch im Gegensatz zu Bush als Freund der Wissenschaft. Das hat er insbesondere im Senatsausschuss für Handel, Wissenschaft und Transport oft unter Beweis gestellt. Allerdings sticht bis heute in seinem Team kein Experte für Wissenschaft heraus.

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