Liechtensteinische Katholizismus Renitenz


Wappen von Liechtenstein, Quelle Wikipedia
Wappen von Liechtenstein, Quelle Wikipedia

160km2 groß, etwas mehr als 35.000 Einwohner und eine katholische Rüge. Der Erz-Aufseher Wolfgang Haas hat zum Liechtensteiner Staatsfeiertag den Erbprinzen, wegen seiner Vorbehalte zum Konkordat mit dem (Un)heimligen Stuhl kritisiert. Der Vatikan möchte den völkerrechtlichen Vertrag mit dem Ländle Liechtenstein. Der Erbprinz möchte zunächst die Beziehungen zu allen Religionen innerstaatlich regeln. Man ist geneigt ihm ein gut gebrüllt Löwe zu zurufen, mit der Bitte nach Deutschland zu schauen, um zu sehen und zu erkennen, wohin völkerrechtliche Verträge mit dem Papa aus Rom führen. Allemals holt man sich zudem noch schlechte Theologie ins Land, selbst die wird im katholischen Zwinger Roms nicht ordentlich aufs Trapez gebracht.

Bei seiner Predigt am Freitag der letzten Woche, sagte der Erz-Aufseher, „es wäre ein klares Angebot gemacht worden“.

Es sei «äusserst befremdlich», wenn eine solche von höchster kirchlicher Stelle ergangene Einladung «mit dem Pseudoargument ins Zwielicht gesetzt» werde, es könne in Zukunft nicht um eine neue Form der Nähe des Staates zur Kirche gehen.

Der Anachronismus liegt auf der Hand. Zum einen der Vatikan und völkerrechtliche Verträge und zum anderen hat der Herr Haas nicht die demokratische Bestimmung einem Staatsoberhaupt irgendetwas vorzuwerfen. Ein Konkordat ist flüssiger als Wasser, es ist schlichtweg überflüssig. Schlimm genug, wenn Staaten, noch dazu auf demokratischer Basis, sich mit Glaubensdiktaturen auseinandersetzen müssen und das gilt nicht nur für den Katholizismus. Der Katholizismus hat sich als unfähig erwiesen die einfachsten Probleme der Menschheit lösen zu helfen, nein er generiert sie noch in der ihn eigenen vatikanischen Dickköpfigkeit. Das alles bringt diesem völkerrechtlichen Anachronismus in den Status eines Karnevalsvereins.

Dem Erbprinzen von Liechtenstein gebührt Respekt für seine bisherige Entscheidung.

nach einer Information volksblatt.li

7 Gedanken zu “Liechtensteinische Katholizismus Renitenz

  1. [C]Arrowman

    Wenn auf der Kanzel gesprochen wird, stellt ein Priester nicht nur seine Meinung dar, sonder auch die seiner Organisation für die er spricht. Und dies gillt als Meinung dieser Organisation sollte dies nicht von höherer Ebene widerufen werden.

    Das Schweigen der RKK im dritten reich wurde mit dem Konkordat erkauft. Ohne Konkordat hätte die RKK wohl offener Stellung bezogen, bzw beziehen können. Ich zweifele das die RKK dies getan hätte, da auch die Katholiken was Judenverfolgung angeht Dreck am Stecken haben.

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  2. Tom

    Es wird nicht besser: auf der Kanzel streitet doch zusätzlich noch die Religionsfreiheit für die Freiheit der Meinungsäußerung… Insofern ist also die „Kanzelmeinung“ in noch stärkerem Umfang geschützt.

    Trennung von Staat und Kirche sieht demgegenüber bei dir so aus, dass Meinungsfreiheit für einen Bischof nicht gilt bzw. verwerflich ist? Trennung von Staat und Kirche hatte doch aber u.a. zum Ziel, die Kirchen aus der staatlichen Umklammerung und Verknüpfung zu lösen, d.h. sie können dem Staat kritisch gegenüber stehen und auch kritisieren. Weiterhin: Im 3. Reich hätte man sich z.B. gewünscht, dass die Kirchen deutlicher kritisiert und Widerspruch erhoben hätten. Bei einem „Heraushalten aus allen Belangen“ hätten sie sich freilich nichts zu schulden kommen lassen…

    Mir ist ja deine inhaltliche Kritik nachvollziehbar, wenn ich auch nicht mit ihr übereinstimme, aber dem Bischof eine Missachtung demokratischer Spielregeln vorzuwerfen, schießt über das Ziel hinaus.

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  3. Punkt 1, d‘ accord.
    Punkt 2, Der Herr Haas predigen von der Kanzel, dann ist es keine Privat-Meinung mehr. Der konkrete bezug ist das Konkordat. Bei einer strikten Trennung von Staat und Kirche, hat sich letztere aus allen Belangen herauszuhalten.
    Als Herr Haas kann er seine Meinung natürlich äussern, nur nicht von der Kanzel

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  4. Tom

    1. Souverän in der Demokratie ist das Volk.
    2. Vorschriften werden hier keine gemacht. Der Bischof findet es „befremdlich“.
    3. Dein Argument ist mir nicht einleuchtend. Ein Bischof darf den Staat nicht kritisieren, weil er Bischof ist?

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  5. Klar, ein Bischof predigt von der Kanzel und macht seinem Souverän Vorschriften. So ein Popanz kann als Privat-Person seine Meinung äussern wie er will, als Bischof ist es nicht mehr seine Meinung, sondern er äussert sich ganz auf Grund seines ihm zugeteilten Amtes.

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  6. Tom

    Es ist der Demokratie des westlichen Zuschnitts wesenhaft, das die Staatsbürger ihre Regierung (in diesem Falle den Monarchen) kritisieren dürfen. Nennt sich Meinungsfreiheit, glaube ich 😉

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  7. Pingback: Keine Zirkusartisten im Vatikan :: cimddwc

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