Wessen Gott ist göttlicher?


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Inselgruppen der Philippinen Quelle: Wikipedia

Die Fronten sind verkeilt

Auf Mindanao kämpfen Muslime für mehr Autonomie – domradio.de

Seit dem Scheitern eines Abkommens zwischen Zentralregierung und Rebellen haben Gewaltausbrüche gegen Christen auf der philippinischen Insel Mindanao ein Flüchtlingsdrama ausgelöst. Schätzungen zufolge sind bis zu 160.000 Menschen auf der Flucht vor Einheiten der muslimischen Rebellen.

Buchstäblich in letzter Minute hatte vor zwei Wochen das oberste Gericht eine unterschriftsreife Vereinbarung zwischen der Regierung in Manila und der „Moro Islamic Liberation Front“ (MILF) gestoppt. Die Regierung habe die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen geführt und die Betroffenen nicht konsultiert, befand das Gericht – und erließ eine einstweilige Verfügung. Das Verdikt der Richter traf die Verhandlungspartner unvorbereitet – und stürzte die Philippinen in eine politische Krise.

„Versprengte muslimische Kampfeinheiten“ hätten die Kämpfe der vergangenen zehn Tage begonnen, glaubt Klaus Preschle, Repräsentant der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Manila. Sowohl die Regierung als auch die Führung der MILF hätten sich nach dem Scheitern der Unterzeichnung „rhetorisch sehr zurückgehalten“. Preschle ist sich sicher: „Beide Seiten wollen das Abkommen unterzeichnen.“

Der Experte der Stiftung, die die Konfliktparteien in den vergangenen Jahren immer wieder an einen Tisch gebracht hat, sieht andere Kräfte am Werk, die ein Interesse an dem endgültigen Scheitern des Friedensprozesses haben könnten. Viele der großen reichen Familien des Landes hätten seit den Tagen des Diktators Marcos großen Landbesitz in der Region erworben, und auf Seiten der Muslime gebe es einen immer stärkeren Einfluss fundamentalistischer Kreise. „Noch ist es kein Religionskonflikt zwischen Muslimen und Christen“, betont Preschle, fügt aber warnend hinzu: „Wenn man über Jahrzehnte einen eigentlich lösbaren Konflikt nicht lösen kann, dann besteht die Gefahr, dass radikale Gruppen ihn ideologisieren.“

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