Was ist der Mensch?


„Was ist der Mensch?“ Eine Publikation der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, die mit einer Vielzahl von Antworten provoziert

Gisela Lerch, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Was unterscheidet den Menschen vom Affen? Haben wir Menschen einen freien Willen oder belegen die Neurowissenschaften das Gegenteil? Ist die Vernunft ein Merkmal, das nur Menschen haben, oder können auch Computer vernünftig sein? Was ist denn überhaupt der Mensch? Diesen Fragen widmet sich ein soeben erschienener Band, herausgegeben von der interdisziplinären Arbeitsgruppe „Humanprojekt – Zur Stellung des Menschen in der Natur“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Humanprojekt – Zur Stellung des Menschen in der Natur“ hat bislang die Publikationen „Naturgeschichte der Freiheit“ und „Funktionen des Bewusstseins“ veröffentlicht. Geleitet wird das Projekt von Detlev Ganten, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Berliner Charité, von Volker Gerhardt, Philosophieprofessor an der Berliner Humboldt-Universität, und von Julian Nida-Rümelin, ehemaliger Kulturstaatsminister und derzeit Professor für Philosophie an der Universität München.

Die Frage Was ist der Mensch? hat eine lange Tradition. Jetzt hat die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften den Versuch unternommen, sich mit ihr auf neue Weise auseinanderzusetzen. In dem soeben erschienenen Band suchen rund achtzig Autoren – Wissenschaftler verschiedener Disziplinen, Schriftsteller, Politiker und Religionsvertreter aus unterschiedlichen Kulturen – nach aktuellen Antworten auf die Frage nach dem spezifisch Menschlichen des Menschen. Vertreten sind u. a. Julia Fischer und Annette Schavan, Bischof Huber und Kardinal Lehmann, Michael Tomasello und Jürgen Mittelstrass, Merlin Donald und Rajendra Dengle.

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5 Comments

  1. @Rolo:
    Wenn man allerdings die, seit menschengedenken anhaltenden agressiven Verhaltensweisen unserer Spezies ins Kalkül zieht, wäre zu überdenken, ob es nicht besser wäre als Tomate, Löwenzahn oder gar überhaupt nicht erst geboren zu werden. Die Schönheit der Natur würde dadurch keinen Abstrich erfahren und wie schon erwähnt, für unser Universum wäre es absolut ohne Bedeutung.

    Wäre der Mensch zu blöd zum Überleben, wären wir doch schon seit vielen vielen Jahren ausgestorben. Die Dinosaurier hatten keine Ahnung von Heizungen und Bunkern, deshalb sind sie auch vor Jahrmillionen durch einen Meteoreinschlag und der folgenden Eiszeit ausgestorben 😉

    Die gesammte Spezies „Menschen“ anhand der Aktionen einiger Idividuen abzustempeln, ist eine problematische Sache. Nicht immer trifft man damit in’s Schwarze 😉
    Ich bezweifle jedoch sehr sehr stark, dass Du als Löwenzahn überhaupt eine komplexe Sprache zur Kommunikation entwickelt hättest. Zumindest eine Sprache die mehr aufweisen könnte als „Du stinkst“, oder „Leckerer Dünger“ 😉
    Aus diesem Grunde ist eine Geburt bzw. Wiedergeburt als Pflanze nicht gerade das, was ich als „Flucht vor der Gewalt“ bezeichnen würde. Erst recht wenn man in die Hände eines Veganers gerät, der einem da mitsammt der Wurzel aus dem Boden reisst, mit scharfkantigen Werkzeugen malträttiert und in kochendes Wasser gibt… aua 🙂
    Auf meiner jetzigen menschlichen Fähigkeit zu Denken würde ich nur sehr ungern verzichten wollen. Und aus diesem Grunde ist es auch ziemlich „unnatürlich“, gleich die gesammte Geburt in Frage zu stellen. Weil die Kerle in Russland zu blöd sind, sich am Tisch per Armdrücken zu einigen oder per Schachspiel zu einem Schluss zu kommen, mindert dies meine Qualität als „Mensch“ sicherlich nicht. Ich bin und wäre gerne weiterhin ein Mensch, egal ob Hitler mit seinem Rassenwahnsinn oder Iran mit seinem Uranwahnsinn gerade in den Medien spukt. Der Mensch bleibt Mensch, egal wer gerade „an der Macht“ oder „in den Medien“ ist. Deshalb finde ich es gut und richtig, wenn man bestehende Strukturen kritisiert und bessere Möglichkeiten aufzeigen kann. Gäbe man den Menschen/Bewohnern die freie Wahl zu entscheiden, wäre es wesentlich friedlicher. Doch leider ist die Machterhaltung und die folgsame Söldnertruppe im Weg, was z.Bsp. in Afrika für unzählige Liter Blut am „Wahltisch“ sorgte. Es ist nicht das „Menschsein“, was einem das Leben als Mensch „zur Hölle“ macht. Erhaltung von Ländergrenzen … notfalls durch Gewalt. Erhaltung von (Staats-)Macht und Quellen bzw. Arbeitskräften. Und so weiter. Selbst als Tomate hat man nicht das Paradies auf Erden. Wenn man Pech hat, schmeckt man nach Wasser und vor allem hat man ohne Gehirn und komplexen Nervensystem ein ziemlich großes Problem, sich mit den Werken eines Film-, Musik-, oder Buchautors auseinander zu setzen. Und vor allem… selbst kreativ zu werden 🙂

    Was das Universum angeht… für sie ist selbst die „Schönheit der Natur“ nebensächlich. Wenn ein Steinbrocken um ein brennenden Gasgiganten rumkreist, dann schert er sich wörtlich einen Dreck um die Gedichte Goethes. Ergo bin ich sogar froh‘ darüber, nicht als Planet geboren worden zu sein. Dieses öde rumkreisen wäre auf Dauer wohl sehr langweilig. Auf der anderen Seite wäre mit Dieter Bohlen sicherlich erspart gewesen 🙂
    Der Natur bzw. den Naturgesetzen einen Begriff wie „Schönheit“ aufzupropfen, dies vermag nur der Mensch. Und würden wir keine weiteren Menschen gebären (klonen, züchten, zusammenfalten und kleben, …), könnten wir ihnen nicht dieses Können der Dichtkunst, der Wortschöpfung und ähnliches auf dem Weg mitgeben. Woher sollte denn die Pflanze wissen, dass es „unser Universum“ ist ? Sie weht ja nur im Wind, will bestäubt werden und dreht sich zur Sonne, zu mehr ist sie ja im Gegensatz zu unseren Kindern (also Spezies Mensch) kaum fähig. Und vor allem… wir könnten ihnen nicht sagen, was wir vorher falsch gemacht haben, damit sie es (hoffentlich) besser machen. Wir sind dann komplett von der Evolution und der Selektion abhängig. Wir haben uns hier (aus eigener Hand) von Sklaverei verabschiedet. Leibeigene, wie sie im Mittelalter gang und gäbe waren, gibt es nur in Geschichtsbüchern. Und wir haben aus dem zweiten Weltkrieg gelernt und streben keine weitere „panzerbasierte Expansionspolitik“ an… weder nach Osten noch irgendwo hin. Das wir heute weiterhin mit Problemen zu kämpfen haben, ist Teil unserer gesellschaftlichen Natur und Resultat vieler einzelnen Aktionen. Je „schlauer“, bzw. aufgeklärter wir werden, desto besser verstehen wir die „Schönheit der Natur“ bzw. die Gesetze dahinter und können dafür sorgen, dass wir oder unsere zukünftige Generation diese Fehler nicht wiederholen werden. Mit FCKW und Kontergan hat es ja bei uns schon gut funktioniert, oder ? 🙂
    Jetzt flattert die große Klimafahne, und selbst da offenbaren sich viele Lösungsansätze, die uns für die Zukunft frei von Ölteppichen mache. Es ist nur eine Frage des Mutes und natürlich der Dollarnoten, wie und wann der Mensch sie in Angriff nehmen. Aber gänzlichst „abschreiben“ will ich diese Spezies nie und niemals. Dann wäre ich ja schon zu Römerzeiten abgekratzt, als man sich zwar täglich die Füße wusch, aber von Deos und Duschgel absolut keine Ahnung hatte. Selbst damals war es dem Universum völlig schnuppe, ob Caesar hustete oder nicht. Auch war es dem Andromedanebel sowas von egal, ob Hannibal nun zu Fuß oder auf den Elephanten ritt. Der Mensch ist heute aber imstande, sich Gedanken über das Universum zu machen. Ja, es gibt sogar Menschen, die sehen in dieser gigantischen und stetig expandierenden Leere auch ein Lebewesen mit gestalterischen Fähigkeiten. In vielen Kulturen ist diese Intelligenz männlich und trägt einen langen Bart 😉

    So… und nun gehe ich Einkaufen. Nicht nur die Tomate braucht Nährstoffe 🙂

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  2. Hallo Max Headroom,
    danke für die Stellungnahme. Selbstverständlich hast Du Recht was die positiven Punkte betrifft und mir ist das auch bewußt. Wenn man allerdings die, seit menschengedenken anhaltenden agressiven Verhaltensweisen unserer Spezies ins Kalkül zieht, wäre zu überdenken, ob es nicht besser wäre als Tomate, Löwenzahn oder gar überhaupt nicht erst geboren zu werden. Die Schönheit der Natur würde dadurch keinen Abstrich erfahren und wie schon erwähnt, für unser Universum wäre es absolut ohne Bedeutung.

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  3. @Rolo: Tja… Was ist der Mensch ? Ich schätze mal, nur mal so aus bloßer Neugier… er ist ein lebender Zellhaufen 😉

    Natürlich hast Du recht wenn Du meinst, wir sind die einzigste Spezies, die sich als „Krone der Schöpfung“ sieht, die ein ausgeprägtes Wunsch- und Möchtegerndenken als auch ein unmenschliches Potenzial zu Mord und Todschlag besitzt.
    Allerdings gehören wir auch zu den sehr wenigen auserwählten Wesen, die mit Gedichte, Poesie, Bildern und Musik unsere Gefühle in anderer Form wiedergeben können. Wir haben die Fähigkeit erworben, mit Werkzeugen Künstliches zu schaffen, was der eigenen Spezies einen enormen Vorteil gegenüber anderen – nicht selten wesentlich stärker und angriffslustiger – Wesen verschaffte. Und wir haben sogar das Elektron im Griff und sind imstande, uns per Internet über solche Fragen Gedanken zu machen. Ich habe noch keine Tomate, Affe, Elephant oder Löwenzahn gesehen, welches mit seinen Artgenossen über das Versmaß und die Reimfom stritt 🙂

    Es ist aber leider auch Tatsache, dass der Mensch gerne nach Schutz und Hilfe sucht, andere dies aber für ihre eigene Zwecke missbrauchen können. Der Mensch lässt sich sehr leicht manipulieren. Das Resultat sind dann mehr Menschen, die das „Menschenbild“ des Manipulators unterstützen. Dies ist eines der Negativpunkte unserer Spezies. Aber wir haben immer noch die Macht, diese Sache zu kontrollieren und zu erkennen. Viele Nicht-Menschen müssen sind hier hoffnungslos ihren natürlichen Trieben hingeben 😉

    Ich jedenfalls bin froh, nicht als Löwenzahn oder als Tomate geboren worden zu sein. Und Du ? 🙂

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  4. >Was ist der Mensch ?<
    Die einzige Spezies, die sich als die „Krone der Schöpfung“ ansieht. Bei keiner anderen bekannten Art gibt es ein dermaßen ausgeprägtes Wunsch- und Möchtegerne denken, welches schon so viel Unheil über seine Mitlebewesen und den zur Verfügung stehenden Lebensraum gebracht hat. (Für unser Uni-bzw. Multiversum ist das allerdings ohne jegliche Bedeutung). Daran ändern weder gutmeinende inderdiziplinare Arbeitsgruppen, noch die Vertreter der ewigen Heilsprediger aller Couleur (hier vertreten durch Herrn Huber und Herrn Lehmann) etwas. Letztere Gruppe hat aus Selbsterhaltungsgründen, natürlich auch gar kein Interesse daran.

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  5. „Was unterscheidet den Menschen vom Affen?“ – Na, möglicherweise doch, sich im Rahmen eines Humanprojekts exakt diese Frage vorzulegen…

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