Glückwünsche zum EMBO Award for Communication in Life Sciences

Prof. Axel Meyer, Ph.,D. Evolutionsbiologe und Zoologe Universität Konstanz
Prof. Axel Meyer, Ph.,D. Evolutionsbiologe und Zoologe Universität Konstanz

Die Organisation der europäischen Molekularbiologie(EMBO) hat heute den Preisträger für das Jahr 2008 bekanntgegeben. Dieser Preis wird Herrn Prof. Meyer  für seine außerordentlichen Bemühungen in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit verliehen.

Den Lesern des Blogs ist er bekannt. Wissensvermittlung, durchaus konträr, mit einer Prise Humor und oftmals mit einem Augenzwinkern. So sollte Aufklärung funktionieren. Keine professorale Arroganz aus dem Elfenbeinturm, eloquente Argumentation, ohne den Anspruch von Perfektion, dafür unseren Dank.

Spürbar auch, die Affinität zum grossen Vorbild Ernst Mayr, welcher Prof. Meyer in seinem Buch „Das ist Evolution“ expressis verbis erwähnt.

Prof. Meyer in einer mail an den BrightsBlog:

…Ich bin sicher, dass auch die Brights da etwas geholfen haben. Ich bedanke mich sehr dafür, und auch, dass Ihre Werbung für das Buch mit den gesammelten Kolumnen wohl geholfen haben wird.

Mit besten Wünschen,

Axel Meyer

Von hier aus unser aller Glückwünsche und Alles Gute, Gesundheit und noch ausgezeichnete Forschungsergebnisse.

EMBO

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Die Pilgerreise eines Ungläubigen

Warum der Ararat zum Symbol für Westermans Suche wird, ist leicht erklärt. Auf ihm strandete angeblich Noahs Arche. Er ist demnach Ausgangspunkt für die Entstehung des "neuen Menschengeschlechts", nachdem die sündige Menschheit zuvor in den Fluten ertrank. Der Sintflutmythos und mit ihr der Ararat stehen für das Glaubensbekenntnis schlechthin.

Von Marie van Bilk
Mein Gott, wo bist Du?

Frank Westerman ist ein Ungläubiger, ist er folglich auch ein Gottloser? Dass ihm Dogmen, unkritische Betrachtung und bedingungslose Unterwerfung zuwider sind, erkennt man rasch beim Lesen seines neuen Buches „Ararat“. Individualismus und Selbstverantwortung zu unterstützen, ist Frank Westerman wichtiger, als Maximen irgendwelcher Glaubensrichtungen zu folgen, die leider nur zu oft zu Gewalt und Ausgrenzung Andersdenkender führten und es bis heute noch tun. Eine außerhalb des Menschen stehende Macht oder überhaupt jemand anzuerkennen, die oder der das gegebenenfalls forderte, lehnt er ab.
Doch gibt es da noch mehr. „Am Anfang war das Wort und das Wort kam von Gott…“ und jede Menge Geschichten, die sich in einem Buch namens „Bibel“ wiederfinden. Mit ihr und diesen Geschichten ist er in einer protestantischen Familie im niederländischen Emmen aufgewachsen. Von sich selbst sagt er, dass er trotz Glaubensverlust kein Atheist sei. „‚Gott gibt es nicht‘, wird man mich nicht verkündigen hören. Die Nicht-Existenz eines höchsten Wesens ließ sich nicht beweisen, und der Dogmatismus der Atheisten schreckte mich genauso ab wie der Eifer der Gläubigen.“

Die Interaktion von Mystik und Verstand ist zentrales Thema seines spannenden und mitreißenden Buches. Seine kleine Tochter Vera stellt ihm Fragen zum Sinn und Zweck des Lebens und lässt Bilder von Himmel und Gott dabei nicht aus. Sie lassen Frank Westerman nachdenklich werden und veranlassen ihn, seine Glaubensvergangenheit genauer zu betrachten und auch bei anderen einen kritischen Blick zu riskieren. Soll er seiner Tochter Glaubenserfahrung vorenthalten? Und wenn nicht, welchen Glauben kann er als Vater überhaupt vermitteln? Woran glaubt er? Glaubt er überhaupt? Und weiter: Wie sehr wird biblische Geschichte zu Leitbildern für Menschenleben? Welches Geheimnis bergen sie? Wie beeinflussen sie Lebenswege und wie beeinflußbar sind Menschen in bestimmten Abschnitten ihres Lebens? Was hat ihn selbst in Bann gezogen und seinen Glauben als Kind geformt? Was steckt hinter diesen Geschichten? Ist die Bibel „Gottes Wort“? Oder ist sie von Menschen erdachte „Belletristik“? Und was nahm diesen Geschichten ihren ursprünglichen Zauber? Was brachte ihn dazu Religion und Kirche den Rücken zu kehren?

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Die Undine der Evolutionstheorie

John William Waterhouse - Undine (1872, oil on canvas)
John William Waterhouse - Undine (1872, oil on canvas)

JULIA VOSS-FAZ.NET

Gut, fangen wir einfach mit der lustigsten Szene an: Ernst Haeckel, Deutschlands wortgewaltigster Verfechter der Evolutionstheorie, besucht Familie Darwin in Downe. Es ist das Jahr 1866, ein Sonntag im Oktober, und der deutsche Zoologe, bereits berüchtigt für den Granatenton, mit dem er sich durch sämtliche Debatten bombt, ist – man will es kaum glauben – nervös. Zu Hause in Jena hängt Darwins Bild über dem Schreibtisch, nun sieht er sein Vorbild tatsächlich persönlich, er hat eine der seltenen Audienzen ergattert, die der kränkelnde und kontaktscheue Forscher vergibt. In Down House empfängt ihn die ganze Familie, der Grund, warum wir heute über diese Szene so detailliert unterrichtet sind. „Als er eintrat, war er so durcheinander“, berichtet die dreiundzwanzigjährige Tochter Henrietta Darwin ihrem Bruder George, „dass er das wenige Englisch, das er beherrscht, auch noch vergaß.“ Und damit sich George auch wirklich vorstellen kann, was der verdatterte Gast in Darwins Wohnzimmer herauswürgte, schreibt Henrietta alles im Wortlauft auf. Originalton Haeckel: „Zatven ze officers are deeded ze commons take ze cheap.“

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