Ayurveda: Wellness mit Blei, Quecksilber und Arsen


Ayurvedische Produkte enthalten oft giftige Schwermetalle  © Thomas Lohnes/ddp
Lieber nur äußerlich anwenden: Ayurvedische Produkte enthalten oft giftige Schwermetalle © Thomas Lohnes/ddp

Von Sven Stockrahm | © ZEIT ONLINE

Ayurvedische Giftpillen

Präparate aus der indischen Heillehre enthalten oft gefährliche Mengen Blei, Quecksilber und Arsen. Eine neue Studie zeigt, dass vor allem online gehandelte Produkte betroffen sind

In jedem fünften Ayurveda-Produkt, das in den USA oder in Indien hergestellt wird, stecken überhöhte Konzentrationen von höchst giftigen Substazen. Das berichten amerikanische Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Medizinjournals JAMA. Die Mediziner untersuchten 193 Präparate von 37 verschiedenen Herstellern, die sie stichprobenartig im Internet gekauft hatten. Der Schadstoffgehalt überschritten die kalifornischen Richtlinien für die tägliche Einnahme teilweise um das Hundert- bis Zehntausendfache. Dies könne zu gefährlichen Vergiftungserscheinungen führen, schreiben die Wissenschaftler.

Bereits 2005 hatten die Forscher unter der Leitung des Mediziners Robert Saper von der Universität Boston über gefährliche Mengen an Blei, Quecksilber und Arsen in Ayurveda-Produkten wie etwa Tabletten berichtet. Und bereits damals hatten sie einheitliche Bestimmungen und Grenzwerte für die Naturheilmittel gefordert. Ayurveda-Produkte bestehen für gewöhnlich aus Kräuter- und Pflanzeninhaltsstoffen. Viele der Tabletten werden traditionell absichtlich mit Schwermetallen verarbeitet. Dies soll ihre therapeutische Wirkung steigern.

Auch in Deutschland werden zahlreiche der Naturheilkundepillen über das Internet verkauft. Die Mittel sind meist als Nahrungsergänzung oder Vitaminpräparat deklariert und fallen somit nicht unter die Arzneimittelkontrollen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung, zuständig für die Bewertung und das Aufspüren von gesundheitlichen Risiken, unter anderem in Lebensmitteln, hat nach eigenen Angaben allerdings derzeit keinerlei Informationen über giftige Metallkonzentrationen in Ayurveda-Präparaten. Doch sei eine genaue Beobachtung der Produkte schwierig: Weil sie über das Internet vertrieben würden, seien die Mittel von den zuständigen Gesundheitsbehörden kaum kontrollierbar.

weiterlesen

3 Comments

  1. @Chemiker:
    „Die Schulmedizin versucht doch alles nur schlecht zu machen.“

    Um es mal mit den wiedergegebenen Worten von Dieter Nuhr zu sagen: Ich vertraue der Schulmedizin. Ärzte, die vorher in die Schule gegangen sind und schreiben und lesen gelernt haben !

    Auch ich kenne die Bublath-Sendung und kann das Vertrauen in diese Produkte auch nur mit kopfschütteln beobachten. Aber man kennt es ja… wenn einige Leute die Küchen mancher Restaurants sehen würden, wäre der Appetit längst verflogen. Aber solange der Geschmack, bzw. in diesem Falle eher der Glaube auf die Wirkung, alles andere überlagert, „ist alles gut“. Interessanterweise sehen es die meisten Leute dies anders, wenn es um Neugeborene, den Säuglingen geht. Dann steigt das Vertrauen in dem Arzt und man hält sich strikt an die Anweisungen zum Wohle des Kleinen. Ich habe z.Bsp. noch keine Mutter in meinem Umkreis gesehen, die ihr 3 Wochen altes Kind in irgendwelche Wunderöle baden lassen. Ist hier der Beschützerinstinkt höher als der Glaube an Wellness-Zauberöle ? 🙂

    Naja, möchte gerne wissen, wann das „vollkommen natürliche“ Wellnessbad in frisch gezupften Brennesseln, gefolgt von einer Darmspülung mit Fliegenpilzextrakt kommt. Alles vollkommen natürlich… natürlich. Ich behaupte, dass die Ärzte hier nicht ganz unrecht haben, wenn sie solche Ayurveda-Praktiken nicht immer offen gegenüber stehen sollten. Aber man kennt es ja… es kommt immer auf die Dosis des Giftes an. Und wenn die Ayurveda-Praktiker noch ein Schuss Homöopathie vertragen würden, dann wäre das stark verdünnte Schwermetall gleich eines der Hauptbestandteile der Öle. Aber glücklicherweise verdünnen sie ja nicht… sie hauen es direkt in den großen Kochtopf hinein. Ich meine, Quecksilber ist ja nicht umsonst flüssig. Es würde sicherlich auch die Durchblutung fördern, könne man es in Tablettenform einnehmen, umgeben von frischen Lavendeldüften und schönen indischen Klängen 🙂

    Liken

  2. Meine Herren…also bitte! Es handelt sich doch um Jahrtausende altes Wissen. Vollkommen natürlich wohlgemerkt, das kann nicht schädlich sein. Die Schulmedizin versucht doch alles nur schlecht zu machen. *ironie_aus*

    Liken

  3. In der ZDF- Bublath-Dokumentation, hat man sehr klar gesehen unter welch hygienisch Zweifelhaften umständen die Tinkturen gemixt werden die dann in alle Welt gehen. DA kann man auch gleich im Ganges planschen.

    Liken

Kommentare sind geschlossen.