Die Religion einer Nacktschnecke


Das Kreuz mit den religionen
Das Kreuz mit den Religionen

Wolfgang Huber hat ein Buch geschrieben, er hätte es besser nicht getan und damit unserem Planeten einen grossen Gefallen erwiesen.

Aber nein, bevor noch Brittney Spears ihren Erfahrungsbericht aus einer Welt der Depressionen abliefert, kommt Huber(Bischof) mit seinem Glaubensbekenntnis um uns die Welt zu erklären. Wohlbemerkt, es erscheint nach dem Sudelbuch von Herrn Ratzinger und ist damit in der Theologie etwas besser. In den drei Hauptteilen des Buches nun, „Glaube“, „Hoffnung“, „Liebe“ bekommen wir die Basis des Glaubens und seine Inhalte erläutert. Ganz evangelikal orientiert sich Herr Huber an der reformatorischen Wiederentdeckung des Evangeliums, nicht der Mensch setzt sich ins Recht, sondern Gott höchstselbst hat dies veranlasst. In diesem Zusammenhang müssen ihn die jüngsten Erkenntniss aus Wissenschaft und Forschung blitzartig aufgerüttelt haben. Die scheinbare Entzauberung der Welt ist ihm unerträglich. Die Schönheit der uns umgebenden Natur kann er nur irrational wahrnehmen, als von Gott gekommen. Fast schon manisch bemüht er sich die ganz Frommen nicht zu verprellen. Fundamentalisten werden noch gebraucht, auch bei Herrn Huber.

Entscheidenden Fragen weicht er mit der Schlüpfrigkeit einer Nacktschnecke aus. Kritische Ansichten protestantischer Theologie werden im altären Spucknapf entsorgt, gar nicht zu Kenntnis genommen. Wer nachhaltig seinen Müll trennt und für einen gerechten Frieden eintritt tut dies zum Wohlgefallen des Herrn. Skeptiker im und am Glauben werden nicht tangiert, sie sind schlichtweg nicht existent.

Nach diesen, etwas lauen Worten, holt er den Baseballschläger unter der Soutane hervor. Es bestehe keine Konkurrenz zwischen biblischer Schöpfungssicht und moderner Naturwissenschaft. Auf die Widersprüche geht er gar nicht erst ein, das ist seine Sache nicht und jetzt schlägt er zu. Kreationisten und Intelligent Design-Anhänger teilen nur die Fehler der neuen Weltanschauungsdarwinisten um Richard Dawkins. Nach diesem exorbitanten Kraftakt verfällt er wieder ins Herzi-Jesulein-Wischi-Waschi. Er spricht von elementarer „Weltgewissheit“, die seinem Leben einen Sinn verleiht.

Er benennt Würde der Natur. Nachhaltigkeit ist eine alte, bereits in der Bibel vorzufindende Einsicht. Gemeinschaften von Menschen gleichen Geschlechts würden in dem „alten Schinken ebenso „gewürdigt. Das wird dem Papa in Rom aber gar nicht gefallen, diesbezüglich vertritt der auf Lebenszeit berufene katholische Elferrat gänzlich andere Ansichten. Zu Luthers Antisemitismus mag er sich dann aber nicht mehr äussern, wahrscheinlich nicht zeitgemäß oder ein zu gefährliches Terrain, da kann man nur verlieren, das will der Machtmensch Huber um jeden Preis vermeiden.

Christlicher Glaube könne den menschlichen Hunger nach Sinnerfüllung sättigen, na dann, Guten Appetit beim essen ihres Buches, Herr Huber.

nach einem Artikel in der SZ

Für Hungrige:

Wolfgang Huber: Der christliche Glaube. Eine evangelische Orientierung. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008. 288 Seiten, 19,95 Euro.


9 Comments

  1. @Max Headroom,
    ich kann es mir nicht verkneifen zu fragen:“ Kennst Du das Bilderbuch wo die wilden Kerle wohnen?“
    1. kommt da ein Max drin vor. (mein Vater wurde Max gerufen)
    2. Ist die wichtigste Lehre, die ich daraus gezogen habe: Dem Schrecklichen ins Auge zu sehen ohne ein einziges Mal zu zwinkern.
    Es gelingt mir leider nicht immer, weil mir dann die Tränen in die Augen schießen. Ich bin es noch nicht gewohnt, dass man mit mir so ernst und liebevoll zugleich umgeht. Wie Du gerade mit Deiner Antwort. Danke
    Ich sehe mich in dieser Erklärung wieder:
    „Fundamentalismus versteht sich in der Regel als Reaktion auf eine Aufweichung von Überzeugungen, die am Anfang des jeweiligen Glauben oder Ideologie standen. Die Anpassung an aktuelle Lebensumstände oder den ethischen Kompromiss erscheinen in einem fundamentalistischen Weltbild problematisch. Diese Anpassungen versteht der Fundamentalismus als Verrat an dem Gründungsverständnis des Glaubens oder der Ideologie.“
    In meinem Fall meine ganz kindliche aber nur gedachte Frage: „Wie kommt es, wenn der liebe Heiland so lieb war, dass er dann ans Kreuz geschlagen wurde?“ Ich bin von meiner innig geliebten Großmutter mit der Bibel, mit Märchen, einem Kriegsstruwelpeter aus dem 1.Weltkrieg und anderen weltfremden Dingen erzogen worden. Meine Mutter erschreckten meine Schwester und ich damit, das wir nach unten kamen und „der liebe Heiland und die bösen Juden“ spielten. Dabei stellte sich die Eine an den Schrank und die Andere nagelte sie da dran fest.
    http://frohebotschaft.wordpress.com/2008/08/31/frage-an-nichtchristen hier kannst Du in einem Kommentar von mir nachlesen, warum ich auf dem Fundament des Christentums stehe. Später kam die Frage hinzu warum mussten meine Brüder so früh sterben? Wie ist so etwas zu verhindern?
    Fundament, Grundlage, Basis beinhalten für mich das Selbe.
    Als Fundament betrachte ich aber auch die Einheit von Körper, Geist und Seele; von Gefühl,Verstand und Vernunft.

    „Der religiöse Wert eines Menschen, die Reichweite seines Einflusses hängen von dem Grad der Wirklichkeit ab, der ihm von Gott bestimmt ist; nicht von dem Grad theoretischer oder gar gefühlsmäßiger Vervollkommnung, sondern ich wiederhole, von dem Grad der Realität. Wenn man Gott in seinem Leben von der Ebene des Denkbaren (oder Unwirklichen) in die Ebene des Wirklichen herübergenommen hat, dann liegt darin für alle, die glauben möchten eine stärkende Kraft und ein Beweis der Wahrheit.“ (Teilhard de Chardin) http://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Teilhard_de_Chardin#Denken

    oder auch folgendes Zitat:

    „Wer ein gutes Leben beginnen will, sollte tun wie einer, der einen Kreis zieht. Hat er den Mittelpunkt des Zirkels gut angesetzt und steht er fest, so wird die Kreislinie gut. Der Mensch lerne also zuerst, dass er sein Herz festhalte an Gott und so an allem Guten und allen Werken des Guten. Den täte ein Mensch auch große Werke, sein Herz aber wäre unstet, es hülfe ihm wenig oder nichts.“ (Meister Eckhart 13.Jahrhundert
    http://www.helmut-hille.de/eckhart.html
    Im Moment bin ich ko und habe keine Worte mehr, deswegen auch die Zitate.

    Was nicht alles die Aufregung über Huber zu Tage fördert.

    Mir geht es um die Möglichkeit einer für Dich anscheinend undenkbaren Verbindung von Wissenschaft und Glaube.
    Im Unterschied zu Dir konnte ich mich immer nur partiell auf Menschen verlassen. Meine drängenden Fragen nach der Verdammung oder Erlösung des Menschen konnten sie mir nicht beantworten auch nicht, warum ich nicht glücklich sein konnte, wenn ich doch so entschieden glaubte. Die Antwort liegt bei mir in einer schon sehr früh getroffenen Lebensentscheidung, dass ich mich angestrengt habe, nicht da zu sein. Jetzt einfach da zu sein ohne kämpfen zu müssen und ohne sich bedroht in der Gegenwart von anderen zu fühlen, beginnt ein neues Lebensgefühl für mich.

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  2. @Rote Gräfin:
    „Hab Erbarmen mit mir, oh großer headroom! Ich weiß Du bist soviel klüger und gescheiter als ich. Da kann ich nur die weiße Flagge hissen.“

    Ich gebe zu, ich fühle mich beinahe „göttlich“ geehrt 🙂
    Du kannst die weisse Flagge ruhig zurück legen. Das allmächtige Headroom vergibt dir !
    Vergiss einfach das obige… ich konnte einfach nicht widerstehen, entschuldige bitte 🙂
    Da ich leider einen kleinen zynischen Smiley in deiner Antwort vermisse, hoffe ich doch, du meinst es nicht wirklich ernst. Ich stehe auf Dawkins Seite. Würde man mich vergöttern, reisst er mir den Kopf ab ! 😉

    Vielleicht kannst Du mir bitte den Zusammenhang zwischen dem Eintrag in deinem Blog und diesen Eintrag in diesem Blog etwas genauer erklären. Ich vermute, dass Hubers Buch nicht bald in meiner Stammbücherei auftauchen wird. Ich hoffe, das die Stadtbücherei es hat, denn ich habe es noch nicht (an)lesen können. Wird dort vielleicht der Sündenfall und die Geburt Christi behandelt ? Keine Ahnung…

    „Ich treffe in jedem Menschen Gott und damit ein ganzes mir unbekanntes Universum.“

    Nicht ganz so „göttlich“, aber sehr sehr sehr ähnlich sehe ich es ja auch. Ich nenne das „Ding“, welches ich in jedem Menschen treffe, einfach nur „Mensch“. Andere nennen es Seele, Geist oder eben Gott oder Universum. Im Unterschied zu dir habe ich aber keine klösterliche Erziehung gehabt und mein „Glaube“ im laufe der Jahre auf „natürliche“ Art verloren, Stückchen für Stückchen. Zuerst der Glaube an die kath. Kirche, dann der an die Kirchen allgemein und zuletzt der an die Wesen, die man mit hilfe der Kirche „anbetet“. Was aber immer blieb, auf was ich mich verlassen konnte, war stets der Mensch. Und somit wurde ich vom Gottgläubiger zum „Menschengläubiger“ 😉
    Dies erlaubt mir eben die „humane“ bzw. menschliche Sicht auf Handlungen des Menschen. Ich bewerte deshalb nicht anhand von gottgegebenen Gesetzen und finde es deshalb teilw. amüsant bis hin zu angsteinflößend, wenn man für humane lösliche Probleme die jahrtausende alte Bibel auf den Tisch klatscht und keinerlei andere Alternative mehr zulässt.

    „Dieses Fundament will und bin ich nicht bereit, mir von irgendeinem Mensch noch einmal nehmen zu lassen.“

    DEIN Fundament gehört immer dir ! Weder ein (A)thesist noch ein kleiner Klugscheisser wie ich hat das Recht, dir DEINE Gedanken nach gutwillen umzukneten !
    Wenn man mir bittesehr vielleicht noch erklären würde, wie ein Herr Huber sich mit deinem „Fundament“ (man bemerke bitte die Anführungszeichen 😉 ) verträgt, wäre ich wohl ein gutes Stückchen schlauer 😉

    „Wenn Du also Herrn Huber einen Fundamentalisten nennst und in Wirklichkeit einen kleinkarierten und bornierten Schwachkopf meinst, der nicht Deine Intelligenz besitzt, dann bitte ich Dich, das Kind beim Namen zu nennen und wir brauchen uns dann auch nicht, um des Kaisers Bart zu streiten.“

    ???
    Vielleicht wäre es interessant zu wissen, ob wir hier von einer ganz speziellen Form von Fundamentalismus reden.
    Wikipedia listet z.Bsp. zwei Arten von Fundamentalismus auf:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheoretischer_Fundamentalismus
    http://de.wikipedia.org/wiki/Fundamentalismus

    Ich schätze mal, so ganz frei, du meinst den erkenntnistheoretischen Fundamentalismus. Aber dann wäre das Beispiel mit der „Wahrnehmung“ auf Wikipedia nicht ganz nachvollziehbar. Oder man nimmt den bekannten Fundamentalismus, dann aber widerspräche spätestens Punkt 2 Hubers eigene Art die Schöpfung zu verstehen. Ihn als Schwarz/Weiss-Fundamentalisten abzustempeln, ist nicht meine Absicht. Aber obwohl er relativ freizügig mit den heiligen Schriften umgeht, bleibt er weiterhin den allermeisten Punkten und seinen Prinzipien sehr treu. Er interpretiert zwar den Text moderner… „Gotteswort im Menschenwort“, den Dogmen bleibt er weiterhin treu und ist somit immer noch ein loyaler Mitarbeiter des Unternehmens Kirche. Als Bischof ist dies nicht wirklich überraschend, oder ? 😉

    Bei der Euthanasie allerdings nimmt er eine deutlich festere Stellung ein. Er weicht dabei keinen Zentimeter vom Platze weg. Das Fundament, seine Stütze, ist das „geschriebene Wort Gottes“. Ob er andere Religionen oder Glaubensrichtungen mit einbezieht, darüber schreibt die Rezension nichts genaueres. Aber eben zu diesem Thema bleibt er hart und lässt sich auch von den ca. 70% der „Andersdenkenden“ nicht umstimmen.

    Zitat aus der Wikipedia:
    Fundamentalisten charakterisiert man im allgemeinen dadurch, dass sie sich auf bestimmte konkrete Grundlagen (..) ihrer Religion (..) beziehen und darüber keine Diskussion zulassen, mit dem Begriff sollen Intoleranz, Radikalismus und auch daraus entstehende Gewaltbereitschaft suggeriert werden, wobei dies teilweise dem selbst geäußerten Selbstverständnis der Gruppe entspricht, teilweise nicht.

    Ich nehme mal stark an, Herr Huber ist alles andere als Gewaltbereit. 🙂

    (…den folgenden Satz habe ich etwas umgeschrieben 😉 …)
    „Es ist jetzt nur die Frage, woran glaubt der Mensch:
    1. an etwas was ihm Kraft gibt, sein Leben gut, menschlich und würdevoll zu gestalten,
    oder
    2. das er sich windet wie ein Erdenwurm (..). Und in seinem Neid und seiner Eifersucht jeden angiftet und zerstören will, der nicht auch auf dem Boden kriecht.

    Dieses „Bild“ von einem Menschen und seiner inneren Kraft kann ich pers. nicht teilen. Wenn ich einen Menschen treffe, und das soll so im Leben öfters mal passiert sein, sehe ich zu allererst einen Menschen. Danach das Gesicht und die Augen. Und dann die Mimik.
    Ich gehe eben anders an die „Thematik: Mensch“ ran. Ich sehe bzw. erkenne keine besondere „Glaubenskraft“, die für ein bestimmtes Handeln verantwortlich sein soll. Für mich ist immer der ganze Mensch an sich für sein Handeln verantwortlich, nicht sein „besonderer“ Glaube. Und wenn er vorhat, weise, gütig und lieb zu sein zu wollen, dann kann er dies tun – jederzeit. Er benötigt dafür meines Wissens nach keinen besonderen Glauben oder Voodoo-Spruch. Dies mag vielleicht Deine Ansicht von Menschen widersprechen, aber eines ist ganz ganz sicher… meine Ansicht ist genauso „richtig“ wie deine, die vom Papst, die von Chang Kwon oder dem Erfinder des Kaugummis.

    Was mir pers. wirklich leid tut ist die Art, wie sie eben mit Dir umgegangen sind. Bis zum Jahre 2002 hast Du eben nicht das genossen, was ich eine „unbeschwerte Kindheit“ nenne. Uminterpretierte (Moral-)Geschichten eines Wüstenvolkes haben das Leben eines Mädchens tief beeinflusst. Sie haben zwar höchstwahrscheinlich Vertrauen, Glück und Sinn im Leben dieser Person gebracht, aber anscheinend auch Angst, Wut und Misstrauen. In meinen Augen wurdest Du von Kindheit an manipuliert. Man „impfte“ Dich mit Angst und Furcht vor bestimmten Taten und hoffte, eine „gute Christin“ nach ihrem Glauben zu bekommen. Doch Du bist und bleibst ein Individuum mit eigener Seele. In unserer (mehr oder weniger) säkularen Gesellschaft hat man weniger Erfolg mit solch strenger Erziehung als in anderen religiös geführten Länder. Und wenn wir hier schon die Freiheit haben zu entscheiden, ob wir einen „bestimmten“ Glauben haben wollen oder nicht, weshalb sollten Menschen nicht die die Freiheit haben zu entscheiden, ob sie in besonderen Situationen lieber sterben wollen oder nicht ? Huber stellt sich diesbezüglich quer. Als Begründung legt er die Bibel vor. Was passiert aber mit den Menschen die sich dagegen stellen ? Laut Umfrage ca. 70% der Befragten Mitglieder beider großen Kirchen ? Kommen sie alle in die Hölle, so wie man es ihnen vorgebetet hat ? Vor Gott ist dies ja eine Todsünde, wenn ich mich recht erinnere. Das heisst, obwohl z.Bsp. dieser eine bestimmte Mensch im gesammten Leben möglicherweise zu den Leuten gehörte, der sich nicht am Boden windeten wie ein Wurm, hat er alleine durch seine Entscheidung, das Ableben auf eigene Faust zu regeln, Gottes Wohlwollen für immer verloren. Jedenfalls predigt man sowas immer wieder gerne. Dies erzeugt Angst, Furcht und somit in meinen Augen eine gute Kontrollmöglichkeit über die Schaf.. äh.. Bevölkerung. 🙂 Ich bin der Meinung, dass man heute, im 21stem Jahrhundert, ein kleines bisschen reicher an Wissen und Erfahrung ist, als die damaligen Leute in der Wüste um Jerusalem, vor knapp 2000 Jahren. Wir haben viele Götter und Geister in unserer Geschichte gehabt. Wir schlachteten Ziegen, beteten Steine an, glaubten an Donnergötter und Himmelsboten. Wir haben griechische Philosophen und römische wie auch nordische gehabt. Alle haben hier und da ihre Spuren in der Menscheitsgeschichte hinterlassen. Jetzt ist die Zeit für den „Wüstengott“ am laufen, aber auch dieser Gott hat seine Ecken und Kanten. Und das „Wort Gottes“, was überall zu lesen ist, entsprang auch nur einer Druckerei, die die Vorlage von Menschen bekommen hat. Menschen, die nachweislich schon seit unzähligen Jahren an dem Buch der Bücher rumschrauben, damit es „ihren“ Wünschen entspricht.

    Hubers Buch ist nur ein weiteres Stück Papier mit vielen Buchstaben. Laut SZ bietet das Buch aber nicht unbedingt neue Erkenntnisse, sondern gliedert sich ein in die Liste der „Glaubensbücher“, die einfach das immer wieder selbe Glaubenswort mit anderen Sätzen wiedergeben. Antworten auf kritischen Fragen braucht man hier nicht zu erwarten. Dies mag vielleicht einen frommen Katholik mit eingerahmten Bild vom Papst über dem Kamin erfreuen, ich stattdessen habe mir lieber das aktuelle Buch von Dieter Nuhr („Wer glaubt, wird seelig“) und das von Eckhard v. Hirschhausen ( „Die Leber wächst mit ihren Aufgaben“) geholt. Da ist der Unterhaltungswert wesentlich höher 🙂

    „Aber ich war oft sehr sehr unglücklich, darüber dass die so selig in ihrem Glauben ruhenden keinen Blick für die Not des Nächsten oder besser des Gegenübers haben. Da gibt es noch viel zu tun.

    Und das tun wir ja auch… soweit es in der Macht des Einzelnen ist 😉
    Erschüttend ist für mich eben die Tatsache, das die Oberorganisation der „Nächstenliebe“ so total „unchristlich“ agierte, dass wirklich alle Gruppen von (Un-)Gläubigen am selben Strick ziehen. Dies ist in meinen Augen ein kleiner Beweis, dass das humane, der Humanismus, alles andere als eine Gefahr ist, wie sie gerne von der kath. Kirche bzw. seinen Vertretern gesehen wird. 🙂

    Schön Dich kennengelernt zu haben.
    Freut mich, wenn ich dich zum lachen gebracht habe, oder zumindest ein Lächen auf’s Gesicht zaubern konnte. Ich bin mir sicher, die Wege werden sich noch öfters kreuzen 😉

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  3. @Rudi:
    Danke, gut geschrieben. Insbesondere, dass der Herr Dawkins dem Herrn Huber anscheinend richtig Angst macht 😉
    Dawkins macht IMO größtenteils nichts anderes als alle andere Wissenschaftler auch. Er beobachtet, vergleicht, misst und sieht die Welt mit einem (natur-)wissenschaftlichen Maßstab. Das er dabei einen Schritt weiter geht und die Leute kritisiert, die „seine“ Welt mit gänzlichst anderen Maßstäben messen… und sie so karthographiert den anderen „Unwissenden“ weitergeben, ist in meinen Augen eine logische Konsequenz seiner (aufklärerischen) Arbeit.
    Herr Huber mag sich noch so sehr biegen und beugen, eine eindeutige Zusammenkunft von Glaube und Wissenschaft ist sicherlich nicht machbar. Seine fehlendes „Konkurrenzdenken“ im Bereich der Schöpfung funktioniert ja auch nur, weil er die Wörter Gottes so umbiegt, wie er es gerne hätte. Und diese Praktik nutzen doch nahezu alle Religionen heutzutage. Entweder bleibt man konservativ und interpretiert die Bibel wortwörtlich, dann verscherzt man es sich gründlich mit der Wissenschaft. Oder man nimmt sie sehr locker, deutet vieles um und sieht die Geschichten unter einem gänzlichst anderem Licht, dann gleitet der Gottestext in die Metasphäre hinab und stellt sich in das selbe Regal wie viele andere „Geschichtenbücher“ vor ihm. Ich nenne sie „Märchenbücher“. Dann kann die Wissenschaft hierzu keine Faust mehr erheben, aber die „Fundamentalisten“ (Sorry Rote Gräfin), die eine wörtliche Überlieferung vorziehen, laufen dann davon und akzeptieren diese Ansicht nicht. Und so versucht man eben nur Teilbereiche der Bibel „umzuformen“. Möglichst wenig, damit vom Ursprung nicht zu viel verloren geht. Aber gerade noch soviel, dass man möglichen Angriffen der Wissenschaftler mit Umdeutungen und Metaphern kontern kann.
    Richard Dawkins hat Darwins Texte nicht unbedingt umgebogen oder interpretiert. Hatte er dies überhaupt nötig ? Und weshalb soll Dawkins angebetet werden ? Hat er eine „neue Religion“ gegründet ? Er ist doch nur ein netter englischer „Revoluzzer“, der sich gegen die mächtige Obrigkeit wehrt. Ja… da kommt mir ein Vergleich mit einer sehr alten Geschichte ganz gelegen. Dort ging es um einen Mann, der in einem Stall bei Bethlehem geboren worden. Er wollte sich ebenfalls gegen bestimmte Obrigkeiten wehren, und so zog er hinaus in die Welt um seine frohe Botschaft zu verkünden…
    Wäre Unglaube eine Religion, würde ich in Leuten wie Dawkins, MSS, oder Dennett glatt heilige Messiase sehen. Plural wohlgemerkt 😉 Und natürlich gehört noch ein Gott dazu, den nenne ich mal George Carlin 🙂 Und da jeder Gott einen Priester bzw. Sohn benötigt, der Zauberkunststückchen vorführen soll, schlage ich Randi dafür vor 🙂
    Doch Wissenschaft ist eine staubtrockene Zunft. Der Glaube kann parallel zur Wissenschaft bestehen, doch Einfluss in die wissenschaftliche Arbeit kann sie einfach nicht haben. Dazu fehlt dem Glauben schlicht und einfach die passenden Finger dafür 🙂 . In meinen Augen kann der wissenschaftlich-orientierte Mensch genauso an Gott glauben, wie an Prinzessin Leia und Luke Skywalkers Kampf gegen das Böse im All. Auch im Star Wars Universum existieren Fan-Conventions, Bücher, Geschichten, (Zeichentrick-)Filme, und Computerspiele zum Thema. Doch im Gegensatz zur Kirche werden die Autoren dieser eindeutig fiktionalen Geschichten nicht vom Staate bezahlt. Ausserdem kann ich in der Religionszugehörigkeit nicht „Joda“ oder „Die Macht“ ankreuzen. Ich finde dies diskriminierend und ungerecht. Und alles nur wegen diesen pösen pösen Wissenschaftler, die gerade mal die ISS zum laufen bekommen haben 😉

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  4. Habe das Buch auch nicht gelesen, nur einen Bericht in der Zeit.

    @Myron: Ich weiß nicht, ob Du Huber richtig verstehst.

    Meine Meinung:
    SCHIZOPHRENIE ZWISCHEN GLAUBE UND WISSENSCHAFT.

    Nach Hubers Vorstellung soll anscheindend der Gläubige einmal Glauben und auf der anderen Seite über wissenschaftliches Wissen verfügen, wobei beides etwas komplett anderes sein soll: Eine solche Auffassung führt zu einer Schizophrenie, da Glaube und Wissenschaft letztendlich Aussagen über identische Fragestellungen geben – so muss Huber sich verrenken, einmal ein geglaubtes Weltbild zu haben, andererseits ein wissenschaftlich gewusstes Weltbild. Weiter unten…
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    Nach Hubers Vorstellung soll anscheindend der Gläubige einmal Glauben und auf der anderen Seite über wissenschaftliches Wissen verfügen, wobei beides etwas komplett anderes sein soll: Eine solche Auffassung führt zu einer Schizophrenie, da Glaube und Wissenschaft letztendlich Aussagen über identische Fragestellungen geben – so muss Huber sich verrenken, einmal ein geglaubtes Weltbild zu haben, andererseits ein wissenschaftlich gewusstes Weltbild.

    Weiter unten Spricht Huber dann selbst von „Gewissheit“ im Bereich des Glaubens, misst ihm also doch wieder Wissen zu (und nicht nur Glauben). Bereits an solchen Punkten äußert sich die Paradoxität des Geglaubten.

    Warum sollte man aber etwas glauben, von dem man weiß, dass es wissenschaftlich falsch ist? Nach wissenschaftlichem Kenntnisstand ist nichts von einer Gottheit bekannt und eine Gottheit taugt auch nicht als wissenschaftliche Erklärung für die Entstehung des Lebens.

    Nach Huber solle man der Welt durch das Verständnis als Schöpfung einen inneren Sinn geben, der Glaube vermittle Gewissheit, dass die Welt das Potential zum Guten habe: Auch für eine solche Bewertung der Welt benötigt man keinen Glauben. Wie kann man aber auf einen Glauben vertrauen wollen, der mit dem wissenschaftlichen Kenntnisstand in Widerspruch steht, der also auf Autosuggestion basiert?

    Unsinnigerweise beruft sich Huber dann auch noch auf Kant…
    brights-hamburg.de/HR/Kant.html

    Letztendlich beschwert sich Huber doch nur, dass Dawkins zu einer Art Prediger wird, ihm also seinen Job wegnimmt.

    Der Verfasser dieses Schreibens sieht sich als Teil der Brights-Bewegung

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  5. Hab Erbarmen mit mir, oh großer headroom! Ich weiß Du bist soviel klüger und gescheiter als ich. Da kann ich nur die weiße Flagge hissen.
    http://rotegraefin.wordpress.com/sundenfall-und-geburt-christi-einmal-anders-gesehen/
    Nur soviel. Ich bin Fundamentalistin, weil ich auf die frohe Botschaft vertraue, dass Gott den Menschen nach seinem Ebenbild und zwar als Mann und Frau geschaffen hat und Gott Mensch wurde. Meine logische Schlussfolgerung daraus: „Ich treffe in jedem Menschen Gott und damit ein ganzes mir unbekanntes Universum.“ Dieses Fundament will und bin ich nicht bereit, mir von irgendeinem Mensch noch einmal nehmen zu lassen. ( zur Erklärung: Ich habe ein halbes Jahr in einem Kloster gelebt, wo mir der Kontakt zu Gott abgesprochen wurde, wenn ich wütend werde.)
    Wenn Du also Herrn Huber einen Fundamentalisten nennst und in Wirklichkeit einen kleinkarierten und bornierten Schwachkopf meinst, der nicht Deine Intelligenz besitzt, dann bitte ich Dich, das Kind beim Namen zu nennen und wir brauchen uns dann auch nicht, um des Kaisers Bart zu streiten.
    Ich weiß nicht, wer das Wort Fundamentalismus für eigentlich hassende und ewig besser wissende Fanatiker in die Diskussion gebracht hat. Ich weiß nur, dass es zu der schon vorhandenen ungeheuren Verwirrung, noch mehr Verwirrung beiträgt.
    Sobald ich es mit Menschen zu tun habe, habe ich es auch mit seinem gesamten Glaubenssystem zu tun. Es ist jetzt nur die Frage, woran glaubt der Mensch, an etwas was ihm Kraft gibt, sein Leben gut, menschlich und würdevoll zu gestalten oder/ das er sich windet wie ein Erdenwurm der nicht wagt seine Augen zu erheben und sich wie Adam verstecken muss, weil er entdeckt, dass er nackt ist. Und in seinem Neid und seiner Eifersucht jeden angiftet und zerstören will, der nicht auch auf dem Boden kriecht.

    Ich habe bis 2002 darunter gelitten, dass meine christlichen Verwandten und diese Äbtissin möglicherweise nicht gerettet werden könnten, und in die Hölle gehörten, weil sie so mit mir umgesprungen sind wie sie es nun mal getan haben.
    Erst der Satz: „Für jeden, der die Sünde für möglich hält, ist die Welt vor der Liebe sicher.“ Hat mich aus dieser Verzweiflung geführt. Ich habe mich bis dahin immer wieder diesem „Gott“ besser ist Götzen verweigert in einen Himmel zu kommen, von dem ich weiß dass es eine Hölle gibt.

    „Anscheinend ist es Dir einen produktiven Kommentar dazu wert.“
    Danke für diese Anerkennung. Ich hätte sie vermutlich glatt überlesen, hätte ich nicht zuvor Deine Kommentare bei der Kündigung gelesen, über die ich mich königlich amüsiert habe. Aber ich war oft sehr sehr unglücklich, darüber dass die so selig in ihrem Glauben ruhenden keinen Blick für die Not des Nächsten oder besser des Gegenübers haben. Da gibt es noch viel zu tun.
    Schön Dich kennengelernt zu haben.

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  6. @Philip: Ich weiss nicht, ob ich mit meiner Einstellung zur „alten Schule“ gehöre, oder ob es Dir nur zu dem Zeitpunkt entfallen war, aber für das Verständnis einer solchen Antwort wäre es von Vorteil, den „problematischen“ Satz auch mal zu zitieren. Entschuldigung, aber das stammte aus meiner UseNet-Zeit und musste ich einfach mal los werden 😉

    @Rote Gräfin:
    „Hier lese ich also eine fundamentale (..) Ansicht von jemanden, der sich noch nicht einmal traut seinen eigenen Namen zu nennen, über ein Buch, welches er selber noch nicht mal gelesen hat.“

    🙂 Es ist immer wieder interessant mitzubekommen, wie kleine Internet-Eigenschaften, z.Bsp. die Nutzung der Pseudonyme bzw. Nicknames, als Vorwand für misfallende Themen herhalten müssen. Wäre der Text von Hildebrandt, Nuhr oder Pispers, würde sich die Welt womöglich nicht andersrum drehen, aber „der Name macht’s“ sprudelt dann aus dem Munde heraus. Aus diesem Grunde wäre es produktiver, sich dem Text als mit dem Namen des Autors zu beschäftigen 😉

    Der Originalbeitrag in der SZ ging nicht freundlicher mit Huber um. Der Kerl hat einfach „fundamentale“ Ansichten. Ansichten, die in seinen Augen das „Fundament“ für unsere Kultur bilden. Das es „nur“ Ansichten sind, darf man nicht vergessen. Die Kritik, ob an seinen Ansichten was „besonderes“ sei, im Gegensatz zu den Ansichten der anderen paar Milliarden Menschen, darf ruhig gestellt werden. Wenn er auf entscheidende Fragen „aalglatt“, oder uminterpretiert „mit der Schlüpfrigkeit einer Nacktschnecke“ ausweicht, ändert in meinen Augen nichts an die Kritiklastigkeit seiner Aussagen.

    Wie sonst sollte ich folgendes interpretieren ? :
    „Daher bestehe auch keinerlei Konkurrenz zwischen biblischer Schöpfungssicht aufs Leben und moderner Naturwissenschaft. Kreationisten und Vordenker des intelligent design teilten nur den fatalen Fehler ihrer Gegner, der neuen Weltanschauungsdarwinisten um Richard Dawkins, Schöpfungsglaube als eine Form der Welterklärung misszuverstehen.“

    Fataler Fehler ??? Dawkins hat vor dem Leben genauso Respekt wie der streng gläubige Christ oder Muslim. Der Unterschied ist nur, dass er soooooviele Funde vorweisen kann, die eine Geschichte Erzählen, die der der Bibel sehr stark widerspricht. Dawkins kommt zu dem Schluss – und da ist er natürlich überhaupt nicht der einzigste auf dieser Welt – dass sich die Spezies auf diesem Planeten allesammt entwickelt haben. Sie wurden weder geknetet noch gebaut, sie sind nirgends erschaffen noch erdacht. Sie sind entstanden. Und für solche Aussagen wird er eben angegriffen. Zumeist mit Argumenten, die weitab der wissenschaftlichen Welt liegen.
    Es ist schön, dass Herr Huber die Schöpfung als nette Geschichte versteht. Doch diese Geschichte ist keine wissenschaftlich haltbare Tatsache. Und dennoch… sie wird ungezügelt verbreitet. Von ID-Anhängern als auch von Gläubigen, ganz unter dem Schutze des Glaubensmantels.
    Huber kann da nichts ändern, er ist ja „Mitglied“ in diesem Verein und wird ganz sicherlich nichts tun, um diesen „fundamentalen Fehler“ zu korrigieren.
    Gerade mal einen Absatz weiter legt er fest, dass der Mensch ein Ebenbild Gottes sei. Nicht das er dies irgendwie belegen und beweisen könnte. Nein, es IST so. Wissenschaftlich einfach perfekt ausgedrückt. Die Luft ist nicht „unsichtbar“, sie ist einfach nur durchsichtig. Es IST so. Punkt. Alles andere ist einfach nicht von Bedeutung. Oder mit den Worten des SZ-Autors… „obsolet“.
    Danach bezog Huber noch Stellung gegen dei Euthanasie und sagt nur, man dürfe sein Leben nicht „leichthin aus der Hand geben“ ? Ist das alles ? Weil ich mein Leben „nciht leichthin aus der Hand geben“ soll, muss ich auf eine Selbstbestimmung des Zeitpunktes am Ende meines Lebens verzichten ? Wer regelt denn sonst mein Ableben ? Die Chemie in meinem Körper oder ein in Goldfarben glühender Engel über mein Bett, der von Gott gesandt wurde ? Mangels Beweise für die Existenz von Todesengeln und der vorhandenen Erkenntnisse der Humanwissenschaft, tendiere ich zur Chemie 😉
    Und ich glaube, dass ich … ICH … immer noch das „letze Wort“ in meinem Leben haben sollte. Möge man mich mit Maschinen am Leben erhalten können… die Wahl sie abzustellen, sollte am Ende weiterhin MIR überlassen werden. Ich denke, dem Bischof Huber ist es nicht unbekannt, dass eine solche Entscheidung alles andere als „leichhin“ ist. Und dennoch… eine solche Entscheidung ist vor den Augen des Herrn wohl sehr sehr böse. Dies jedenfalls sagen die Herren vorne an der Kanzel. Das der Herr aber kaum was gegen die unerträglichen Schmerzen eines „dahinsiechenden“ unternimmt, und es vollends den Ärzten überlässt, ist blanker Zynismus.

    Soviel meinerseits zur „Kritik“ an Hubers Kritik.

    „Zum Glück, fängt die Rose nicht an zu weinen und zu jammern, wenn ich gerade die Nelke anschaue und mich an ihr freue. Wir Menschen machen diesen Quatsch Tag täglich.“

    Das stimmt. Viele Religionen bestrafen das „fremdgehen“ – ob eine Person oder eine Welt-/Glaubensanschauung ist – mit dem Tode (!). Man nimmt der Person das heiligste, was er besitzt, das Leben. Eine Person, die womöglich eine liebe Mutter hatte, mit Freunden in der Schule spielte und ansonsten keiner Fliege was zuleide tun könnte. Und weshalb ? Weil er einige Ideologien „anders“ sieht. Fremde Ideologien. Und wir wissen ja… alles Fremde ist erstmal eine Gefahr. Und Gefahren geht man aus dem Weg, oder beseitigt sie. In deinem Falle würde die Rose nicht anfangen zu weinen, wenn du eine Nelke anschauen würdest. Doch der fundamentalistische Gärtner, der einzigst nur sein „Fundament“ sieht und verteidigt, würde alles tun, nur um sein Fundament möglichst ohne Fremdes Gut „rein“ zu behalten. Eine „Nelkenguckerin“ wäre keinesfalls diskussionswürdig oder ein Thema beim nächsten Stammtisch, sondern eine Gefahr ! Also… entweder geht man der Gefahr aus dem Weg, kappselt sich ein und denkt nicht mehr weiter daran, oder man geht aktiv dagegen an und stopft der Nelkenliebhaberin Dynamit in die Hosentasche. Boom ! Gefahr gebannt. Egal wie kinder- oder tierlieb sie war, ob sie eine romantische Ader besaß oder einfach nur nicht in der Stimmung für eine Rose war. Hauptsache sie ist weg vom Fenster. Und natürlich hat man auch ein Zeichen gesetzt… hier gelten nur Rosen ! Punkt !

    Dies geschieht leider tatsächlich überall auf der Welt. Dort ist es Dynamit, woanders sind es Pistolenkugeln und hierzulande ist es der „Ehrenmord“, der uns das „Fremdsein“ mit Blut und Gewalt vor Augen hält.

    „Was kümmert es mich, wenn Herr Huber meint seine möglicherweise nicht ganz vollständige und allumfassende Glaubensansicht in einem Buch zu dokumentieren.“

    Anscheinend ist es Dir einen produktiven Kommentar dazu wert 🙂

    „Das jüngste Gericht, und es ist immer jetzt in diesem Augenblick da, fragt doch nur danach, was wir dem Geringsten von einem getan haben?“

    Fragezeichen ? Auch ich habe Fragezeichen auf meinem Kopfe 🙂
    Erstens befinde ich mich meines Erachtens nicht auf eine Anklagebank. Jedenfalls sieht meine Wohnung zwar aus wie ein Schlachtfeld, doch es ist immer noch weit von einem Gerichtsgebäude entfernt. Und weitens habe ich in meinem Leben noch keinen getroffen, der mich deshalb gefragt hatte, was ich nun dem „Geringsten von einen “ angetan habe. Also in meinem Leben ist das „jüngste Gericht“ überhaupt nicht vorhanden oder stellt gar Fragen an mich. 🙂

    „ist es mir mit meinen Zweifeln und Angesichts der Gräueltaten (..) noch möglich, menschlich und vernünftig und damit auch christlich zu handeln?

    Du kannst menschlich und vernünftig handeln ! Du musst nur die Augen aufmachen und erkennen, wie die Umwelt auf deine Aktionen reagiert. Gibst Du einem Obdachlosen einen Euro, und er freut sich, dann hast Du wohl nicht unmenschlich und unvernünftig gehandet. Gehst Du nicht gleich auf die Palme, wenn jemand sein Fahrrad an deine Hauswand anlehnt, dann hast Du anscheinend immer noch genug Vernunft und Menschlichkeit in dir. Und wie reagieren die anderen auf deine Reaktionen ? Lächeln sie dich an ? Oder gehen sie dir lieber aus dem Weg. Wo liegen dann die Probleme und wie kannst Du sie beseitigen ? Notfalls mit hilfe anderer, z.Bsp. einem Fachidio… äh… Psychaters ? 🙂

    Die Welt erklärt und baut sich aus dem zusammen, was wir sehen, erleben und erfühlen. Zauberkräfte, ob sie sich „Christlich“ oder „Isalmisch“ oder „Buddhistisch“ nennen, müssen nicht unbedingt bedingungslos einwirken. Schneewitchen und Krieg der Sterne wirken ja ebenfalls nicht auf dich und deinen Entscheidungen. Handele einfach wie ein Mensch und erkunde die Umwelt. In meiner Welt habe ich gute Erfahrungen damit gesammelt… und das ganz ohne Götter, Feen, Trolle und Engeln. Ganz und gar human eben 🙂

    Das ein Herr Huber hiervor wahrlich Angst hat, kann ich gut verstehen. Schließlich ist die Ehrfurcht vor Gott, das anbeten von Gottesgeschichten und das bedingungslose akzeptieren der Regeln dieser Personen sein tägliches Brot. Doch im Laufe der Zeit ändert sich eben vieles auf dieser Welt. Der Glaube, die Weltanschauung und die Göttlichkeit. Eines hat aber weiterhin bestand, die Naturkonstante 🙂
    Und so meint er, und nicht nur er, dass ein „Kreuzzug“ gegen die Ungläubigen wie Dawkins und „seinen Anhängern“ (ein bewundernswerter Beweis für die Unwissenheit) die Welt wieder in ein gottgeliebtes Paradies verwandeln könnte. Oder zumindest würden wir minderwertiges und vom Paradies ausgestoßenes Fußvolk dann einen Schritt näher an dem Allmächtigen gelangen.
    Ein netter Versuch, seinen Glauben zu schützen, aber in der knallharten Welt der Wissenschaft ist er damit eben aalglatt an allen Kritikpunkten vorbeigeschliddert, oder eben schlüpfrich wie eine Nacktschnecke daran vorbeigezogen 🙂

    Wie sagte nochmals Grönemeier in seinem Lied ?

    (..)und der Mensch heißt Mensch,
    weil er vergisst,
    weil er verdrängt

    und weil er schwärmt und glaubt,
    sich anlehnt und vertraut(..)

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  7. Boah, eh da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich!
    Hier lese ich also eine fundamentale (oder soll ich besser sagen eine in freundlichen Worten verpackte hassende) Ansicht von jemanden, der sich noch nicht einmal traut seinen eigenen Namen zu nennen, über ein Buch, welches er selber noch nicht mal gelesen hat. Dies ist also mal wieder ein Griff ins Leere. Wie enttäuschend.
    „Fundamentalisten werden noch gebraucht, auch bei Herrn Huber.“
    Ja echte Fundamentalisten, kommt nämlich von Fundament braucht die Welt und der Glaube und alle verwirrten Menschen.
    Zum Glück, fängt die Rose nicht an zu weinen und zu jammern, wenn ich gerade die Nelke anschaue und mich an ihr freue. Wir Menschen machen diesen Quatsch Tag täglich.
    Was kümmert es mich, wenn Herr Huber meint seine möglicherweise nicht ganz vollständige und allumfassende Glaubensansicht in einem Buch zu dokumentieren. „Papier ist doch geduldig“ und „Der lügt wie gedruckt“ sind doch alt bekannte Sprichworte.
    Das jüngste Gericht, und es ist immer jetzt in diesem Augenblick da, fragt doch nur danach, was wir dem Geringsten von einem getan haben? Ich weite die Frage aus, ist es mir mit meinen Zweifeln und Angesichts der Gräueltaten, die Christen und andere in Ideologien verstrickte Menschen sich selbst und anderen angetan haben noch möglich menschlich und vernünftig und damit auch christlich zu handeln? Die nächste Frage lautet, wie kann ich die allgemeine Lähmung in unserem Land wieder in eine produktive und kreative Lebendigkeit verwandeln?
    Meine Antwort lautet indem ich meine inneren und die äußeren Zweifel beiseite schiebe und das mir richtig erscheinende tue. Zum Beispiel jetzt diesen Kommentar schreibe. Es liegt an dem Leser selber, wie er dies auffasst und wie er darauf antworten wird.

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  8. Oh Mann, du würdest dem Planeten einen Gefallen tun, wenn du mal den Unterschied zwischen „das“ und „dass“ lernen würdest.
    Ist nicht böse gemeint, aber ich musste das einfach mal los werden. 😉

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  9. „Es bestehe keine Konkurrenz zwischen biblischer Schöpfungssicht und moderner Naturwissenschaft.“

    Was die Theologen, die dies behaupten, übergehen, ist der Umstand, dass der religiöse Glaube an unstoffliche und unsterbliche Seelen, die entweder unerschaffen sind oder unmittelbar von Gott auf wundersame Weise ex nihilo erschaffen worden sind, ganz und gar nicht mit der naturwissenschaftlichen und insbesondere nicht mit der evolutionstheoretischen Weltsicht harmoniert. Dahinein lässt sich der Glaube an immaterielle Seelensubstanzen, die kein Produkt der natürlichen Evolution sind, nämlich nicht auf stimmige Weise integrieren.
    Ich kann nicht glauben, das sich die Herren Theologen dessen wirklich nicht bewusst sind.

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