Fundamental glauben


Shiva, einer von vielen hundert Göttern
Shiva, einer von vielen hundert Göttern

Nationalisten in Indien metzeln Christen nieder

Welt-Online

Im ostindischen Bundesstaat Orissa brennen Häuser von Christen, Priester und Ordensfrauen werden ausgezogen und nackt dem schreienden Pöbel vorgeworfen. Seit einer Woche toben von Hindufundamentalisten angestachelte Menschenmengen gegen Christen – und die Polizei steht mancherorts achselzuckend daneben. Es ist nicht das erste Mal, dass die Christen der Region zur Zielscheibe wütender Übergriffe werden. Schon zu Weihnachten brannten Kirchen, starben Menschen, flüchteten Tausende aus ihren Dörfern. Derjenige, der damals für die Anstachelung zum Hass verantwortlich gemacht wurde, ist inzwischen selbst von Mörderhand gestorben: Lakshmanananda Saraswati (82), ein geistlicher Führer des fundamentalistischen Welthindurates, wurde am vergangenen Samstag bei einem Klostersturm maoistischer Rebellen getötet.

Die „Naxaliten“ genannte Guerilla hatte dem Swami, wie geistliche Führer in Indien genannt werden, offenbar schon länger gedroht. Er solle mit seinem religiösen Fanatismus keine Politik mehr machen; sie reklamierte auch die Verantwortung für das Attentat. Doch zugleich richtete sich die Reaktion der Hindunationalisten gegen die Christen: Dutzende Gotteshäuser wurden fast zeitgleich in mehreren Städten angegriffen, Häuser gebrandschatzt. Berichte von immer mehr Gräueltaten, von Vergewaltigung bis Anzünden am lebendigen Leib werden nur allmählich bekannt. Mindestens zehn Menschen starben bislang, wahrscheinlich sind es mehr.

Die Nachrichtenlage bleibt unübersichtlich. Am Freitag ließ die Regierung des Bundesstaates verlauten, man habe die Unruhen eingedämmt und die Gewalt gestoppt; Orissa kehre „sehr rasch zur Normalität“ zurück. Von mehr als 160 Festnahmen ist die Rede. Premierminister Manmohan Singh sprach bei einem Treffen mit Kirchenvertretern von einer „nationalen Schande“ und kündigte staatliche Entschädigungen an die Familien der Opfer an.

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6 Comments

  1. Upps @nickpol
    Dieser Kommentar von Dir, war mir bislang dadurch gegangen.
    Es stellt sich doch löblicher Weise immer mehr heraus, dass mir hier mit Dir ein ebenbürtiger Geist gegen übertritt.
    Ich danke Dir sehr herzlich für die Aufforderung, dass ich mich nicht wohlfühlen darf.
    Stell Dir vor, auf diesem Kissen habe ich mich schon immer unwohl gefühlt. Und ich habe es auch geäußert.
    @nickpol:“Wer lesen kann ist klar im Vorteil“
    „“So bestätigt sich mein Vorwurf an die Christen, die ich hier kenne: “Sie lieben den Übernächsten.” Der nächste wird übersehen diesem interessanten Phänomen bin ich auf der Spur und verfolge es wo ich es kann.““
    „Das indische Kastenwesen ist genauso ein Relikt, wie das Zölibat, es ist unnötig wie ein Kropf.“
    Da rennst Du bei mir offene Türen ein. Ich bin in einem deutschen Kastenwesen groß geworden und weiß was das heißt. Vgl. auch:http://rotegraefin.wordpress.com/sundenfall-und-geburt-christi-einmal-anders-gesehen/
    Ich bin aber niemals bereit gewesen, das Kind mit dem Bade auszuschütten, sondern ich versuche den Menschen erst einmal mit seinem Glaubenssystem ernst zu nehmen und vorsichtig zu erforschen und Alternativen aufzuzeigen ob man dass was bisher geglaubt wurde nicht heute erweitert werden kann.
    Wenn ich ein Kind mit einem Trotzanfall vor mir habe, dann geht erst einmal gar nichts. Erst wenn der Trotzanfall vorbei ist, kann ich ihm klar machen, dass es am liebsten mit dem Kopf durch die Wand will, wo daneben die Tür offen steht.
    @ derautor
    „Ergo: Alle Religionen hat der Teufel gemacht.“
    Ich gebe Dir in so fern Recht, wenn es bei der Spaltung zwischen gut und böse oder ich hab Recht und Du nicht bleibt. Auch wenn es sich um den Besitzstand von Leuten auf Kosten von anderen.
    Ich versuche hier aber eine Haltung des besseren Verständnisses für den Menschen zu entwickeln, der oft vor lauter Bäume, den wald nicht mehr sieht in seiner Vielfältigkeit und Schönheit. Ich habe zunächst und immer erst nur einen Menschen vor mir, dem ich nur vor den Kopf gucken kann Und ich kann sehen wie hier wie er denkt. Dies ist die Religion des Menschen der vor mir steht.
    Meine Religion lautet, dass ich daran glaube, dass alle Menschen glücklich sein wollen und eine Würde haben. Was ist es nur, dass wir gerade hier uns immer wieder die Butter vom Brot nehmen?

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  2. @rotegraefin, auf diesem Kissen solltest du dich nicht allzu lange wohlfühlen.
    Die evangelikalen NGOs sind in Indien stark am missionieren, die Historie des Landes völlig ausser acht lassend. Das indische Kastenwesen ist genauso ein Relikt, wie das Zölibat, es ist unnötig wie ein Kropf. Für die Hindus bedeutet es aber eine lange Tradition, die scheinbar von den Christen zerstört wird.
    Ähnliche Vorgehensweisen finden im südamerikanischen Regenwald statt. Den christlichen Gringos ist es eine besondere „Freude“ den oftmals nackten, wilden Indios, das Evangelium zu übermitteln. All das gipfelt dann in der Feststellung von Herrn Ratzinger, der Katholiszimus habe die indigenen Völker gereinigt.
    Zu allem finden sich hier auf dem Blog entsprechende Artikel, über die Suchfunktion leicht aufzufinden.

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  3. Wie gut das da weiterlesen stand. Da fand ich doch glatt folgende sehr interessante Ergänzung:
    “ Hintergrund der Wut auf die Christen, so erläutern Kirchenvertreter, ist die Furcht von Hindufanatikern um das traditionelle Kastensystem. Die meisten der mehr als 20 Millionen indischen Christen sind sogenannte Kastenlose: Dalits oder Adivasi, indigene Stammesvölker außerhalb der hinduistischen Gesellschaftspyramide, die in der christlichen Botschaft von der gleichen Menschenwürde aller einen Weg aus der Unterdrückung sehen – und durch sie allmählich an Selbstbewusstsein gewinnen.“
    Für mich ist es sehr erfreulich zu lesen, dass Christen in Indien etwas fertig bringen, wozu sie offensichtlich hier nicht in der Lage sind. So bestätigt sich mein Vorwurf an die Christen die ich hier kenne: „Sie lieben den Übernächsten.“ Der nächste wird übersehen diesm interessanten Phänomen bin ich auf der Spur und verfolge es wo ich es kann.

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  4. Das ist auch noch interessant:

    „Was die Kirche als Hinwendung zu den Armen durch Caritas und Seelsorge versteht, ist in den Augen von Eiferern unter den Hindus eine aggressive Abwerbung von Gläubigen. Die es freilich durchaus gibt: Nicht nur in Indien, auch in muslimischen Weltregionen und auch in Afrika und Lateinamerika wachsen die Klagen über laute evangelikale Missionierung US-amerikanischer Prägung. Dabei ist Orissas Hauptstadt Bhubaneshwar, einst vor allem als „Stadt der 100 Tempel“ bekannt, eine Boomtown, deren Einwohnerzahl sich binnen 15 Jahren fast verdoppelt hat.“

    Ergo: Alle Religionen hat der Teufel gemacht.

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