Die Geschichte des Eugenio Pacelli


AP)
Papst Pius XII. im September 1945 (Bild: AP)

Hubert Wolf: „Papst & Teufel. Die Archive des Vatikan und das Dritte Reich“
Rezensiert von Joachim Jauer

Der preisgekrönte Kirchenhistoriker Hubert Wolf hat neues Licht in eine dunkle Epoche der Geschichte gebracht. Für sein Buch „Papst und Teufel“ hat der Autor erst vor kurzem geöffnete Archivakten aus der Zeit des Nationalsozialismus studiert. Das erlaubt ihm ein differenzierteres Urteil über Papst Pius XII., der vielen als „Hitlers Papst“ gilt.

Wer hinter dem Titel „Papst und Teufel“ eine der üblichen Geschichten aus den „Geheimverliesen des Vatikan“ erhofft, liegt falsch. Keine Fortsetzung der Fantastereien eines Dan Brown, das macht der Kirchenhistoriker Hubert Wolf gleich zu Beginn seines neuesten Buches deutlich:

„Das Bild, das sich Dan Brown vom Vatikanischen Geheimarchiv gemacht hat, könnte unzutreffender nicht sein. Die Szenerie ist nicht einmal gut erfunden.“

Im Gegensatz zu dem amerikanischen Thrillerautor und seiner Spinnergeschichte „Illuminati“ hatte Hubert Wolf jahrelang als Forscher Zugang zum Archiv des Vatikan. Nicht etwa nur papsttreue Katholiken, nein, jeder, der sich als seriöser Wissenschaftler ausweisen kann, darf dort auch in den erst vor kurzem geöffneten Akten uneingeschränkt forschen. Wolf hat als einer der ersten die Materialien aus der Zeit des Nationalsozialismus studiert.

Im Zentrum der Geschichte steht Eugenio Pacelli, der in den Zwanzigerjahren päpstlicher Nuntius bei der deutschen Reichsregierung in Berlin war, danach Kardinalstaatssekretär unter Pius XI. und damit in den ersten Jahren der Hitlerei mächtigster Mann im Vatikan nach dem Papst.

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