ARD = Amtlich Reduzierte Daten


Öffentlich-rechtliche Informationsplattform, zumindest theoretisch
Öffentlich-rechtliche Informationsplattform, zumindest theoretisch

Der Rundfunkstaatsvertrag der öffentlich-rechtlichen Telemedien regelt den Anwendungsbereich, die Begriffsbestimmungen, allgemeine Programmgrundsätze. Die Programmgrundsätze werden im § 41 des Staatsvertrages für Rundfunk und Telemedien (Rundfunkstaatsvertrag – RStV) vom 31.08.1991, in der Fassung von Artikel 1 des Zehnten Staatsvertrages zur Änderung rundfunkrechtlicher Staatsverträge vom 19.12.2007 (vgl. GBl. 2008, S. 237),in Kraft getreten am 01.09.2008, geregelt.

§ 41

(1) Für die Rundfunkprogramme gilt die verfassungsmäßige Ordnung. Die Rundfunkprogramme haben die Würde des Menschen sowie die sittlichen, religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen anderer zu achten. Sie sollen die Zusammengehörigkeit im vereinten Deutschland sowie die internationale Verständigung fördern und auf ein diskriminierungsfreies Miteinander hinwirken. Die Vorschriften der allgemeinen Gesetze und die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der persönlichen Ehre sind einzuhalten.

(2) Die Rundfunkprogramme sollen zur Darstellung der Vielfalt im deutschsprachigen und europäischen Raum mit einem angemessenen Anteil an Information, Kultur und Bildung beitragen; die Möglichkeit, Spartenprogramme anzubieten, bleibt hiervon unberührt.

(3) Die Absätze 1 und 2 gelten nur für bundesweit verbreiteten Rundfunk.

An eben jenen Grundsätzen ist erheblich zu zweifeln. Zu den Fakten, am 29. August 2008 hat der Ministerpräsident Russlands, Wladimir Putin, dem ARD-Korrespondenten in Moskau, Thomas Roth, ein Interview gegeben. Ein Fakt, der angesichts der Krise im Kaukasus ein mediales Ereignis hätte werden können. Das Interview, über 27 Minuten lang, wird bei der ARD auf 9 Minuten gekürzt, könnte man mit Programmablauf und Zeitplanung entschuldigen, wenn, ja wenn man den vollen Wortlaut des Interviews auf den Online-Seiten des Senders veröffentlicht hätte. Das russisches Fernsehen, bringt eben dieses Interview in voller Länge, deutsch untertitelt. Im Vodpod des Brightsblogs kann man sich, die 3 Folgen des Interviews ansehen. Die unvollständige Veröffentlichung dieses wichtigen Interviews durch die ARD zeigt den Zustand „deutschen Qualitätsjournalismus“.

Konsens in deutschen Medien scheint zu sein, Russland ist der Aggressor, Russland ist böse. Georgien wird völlig unkritisch dargestellt. Der Wortlaut des Interviews, in der Fassung der ARD und des russischen Fernsehens kann als pdf-File gelesen und gedownloadet werden. Die ARD produziert Propaganda, schreitet zur Zensur, in dem wichtige, signifikante Aussagen und Momente weggelassen werden. Der „dumme Konsument“ wird es schon fressen. So ist es aber nicht.

  • Das Interview wurde um wichtige Passagen gekürzt. Nach dem es als Sondersendung angekündigt war, konnte man davon ausgehen, dass es in seiner Gänze gesendet wird.
  • Die ungekürzte Fassung des Interviews wurde nicht ins Netz gestellt, die komplette Fassung noch nicht einmal als Mitschrift.
  • Thomas Roth hat deutlich zu erkennen gegeben, dass Putin der Schuldige ist.

Die militärische Eskalation in Georgien wurde durch Georgien eingeleitet, in dem man Tschinvali wahllos und grundlos bombardieren ließ. Damit wurde humanitäres Völkerrecht gebrochen. Der Freund des Westens, Saakaschwili, im November 2007 ließ er noch seine Opposition niederknüppeln, was ihm eine sanfte Kritik der EU und der USA einbrachte, ist unberechen-und unkontrollierbar. Die EU uneinig und zerstrittenen, macht-und substanzlos. Die ARD ganz im Sinne einer unüberlegten und konzeptionslosen Politik schreitet zur Zensur, da bleibt nur noch zu sagen, mit neutraler Berichterstattung hat das nichts mehr zu tun. Das ist parteilich und manipulativ.

Das Interview von der ARD und dem russischen Fernsehen.(pdf)

Interview ARD, 9 Minuten

Das vollständige Interview bei russland.ru

20 Comments

  1. Ich fasse „ewiggestriger Sozialist als Beleidigung auf. Da ich mich am ehesten mit dem Vorzeigeliberalen John Stuart Mill identifiziere.

    Bright bin ich neben bei auch noch.

    Gefällt mir

  2. Hans:

    Was hat das eigentlich mit Religionskritik zu tun, oder sind Brights auch nur ein (nächstes) U-Boot von ewiggestrigen Sozialisten?

    Seit wann beschränkt sich Naturalismus nur auf Religionskritik? Und wie hätten wir es denn gern, wertkonservativ, klein-oder nur gutbürgerlich, christlich-sozial, liberal, ökologisch liberal oder reaktionär. Und nebenbei, es gibt nicht nur ewiggestrige Sozialisten.

    Gefällt mir

  3. Wo kommt das eigentlich her? Jeder schreibt von jedem ab, die ARD betreibe Zensur, nur weil ein O-Ton gekürzt gesendet wurde. Ich bin über jede 9 Minuten Informations – gar Auslandsberichterstattung froh, die da (noch?) läuft. Und, man sollte sich schon die Mühe machen, darüber nachzudenken, unter welchen Arbeitsbedingungen das ARD Studio Moskau arbeitet
    Was hat das eigentlich mit Religionskritik zu tun, oder sind Brights auch nur ein (nächstes) U-Boot von ewiggestrigen Sozialisten?

    Gefällt mir

  4. „sondern schließt Systeme mit dem Gottesgnadentum aus.“
    Ach, wirklich? Ich finde, man kann nicht an Gott glauben und dennoch eine Theokratie unterstützen, wenn man sie entweder für moralisch notwendig erachtet oder wenn man selbst der Theokrat ist.

    Gefällt mir

  5. @derautor:
    Ich habe mich nicht auf eure Diskussion bezogen, aber wenn erwünscht:
    Der Naturalismus impliziert in meinen Augen kein bestimmtes politisches System, sondern schließt Systeme mit dem Gottesgnadentum aus.
    Die Brights verstehen sich als Naturalisten und Demokraten, ergo demokratische Naturalisten/naturalistische Demokraten.

    Vielleicht meinte nickpol die Brights und du Naturalisten allgemein.

    Gefällt mir

  6. Wieso denn? Du kannst gerne dafür argumentieren, warum der Naturalismus bestimmte politische Implikationen hat und wie die aussehen. Vielleicht hast du ja recht. Ich habe das früher ja auch gesagt.

    Gefällt mir

  7. derautor:Auf dem Blog kann er bringen, was er will, ist ja nicht meiner.
    Das tut er auch. Ansonsten bleibt mir nur noch, den Kopf zu schütteln.

    Gefällt mir

  8. „Auch ist das Blog nicht auf die Naturalismus- und Religionsthematik beschränkt“

    Klaus meint aber, dass Naturalismus ein politisches Weltbild impliziere und ich widerspreche. Auf dem Blog kann er bringen, was er will, ist ja nicht meiner.

    Gefällt mir

  9. Das ungeschnitte Interview habe ich bereits woanders gelesen, dabei ist mir dank der Kenntlichmachung der ARD Kürzung aufgefallen, dass in meinen Augen wichtige Stellen gekürzt wurden. Dies wäre aber nicht so dramatisch gewesen, wenn man das Interview ungeschnitten in der Sondersendung gezeigt und ins Netz gestellt hätte. Was aber erst nach Protest vollzogen wurde – echt schwach ARD.

    Wegen der Fragestellung, was dies mit dem Naturalismus zu tun hat, hätten die Betroffenen die Kontaktseite des Blogs nur gründlich lesen müssen.

    „Auch ist das Blog nicht auf die Naturalismus- und Religionsthematik beschränkt.[…]“

    Gefällt mir

  10. Wenn ich nicht an Übernatürliches glaube, könnte ich trotzdem die Position vertreten, dass die Republikaner regieren sollten. Ich erkenne da keine Verbindung. Ich kann auch dafür sein, dass der Staat Kirchen finanziert, vielleicht, weil mir die Moral gefällt oder die Kirchengebäude. In der Regel wird man so etwas als Naturalist kaum tun, aber es gibt keine notwendige Folgerung, das nicht zu tun.

    Gefällt mir

  11. @und nun. Seit wann reduziert sich Naturalismus nur auf Natur und Religion?
    Wer gegen das Reichskonkordat ist, auf naturalistischer Position ist zutiefst politisch. Wer Demokratie einfordert, kann dies von einer ebensolchen Position tun.
    Konsequent vertretener Naturalismus ist zutiefst demokratisch.

    Gefällt mir

  12. zu und nun?

    ach ne verbindung zur religion lässt sich da sehr schnell herstellen.
    usa – evangelikale – bush,- von gott höchst per. eingesetzt – westl. doktrin – gehirnwäsche – propaganda – ard

    😉

    Gefällt mir

  13. Ich verstehe die Relevanz im Bezug auf den Naturialismus in Deutschland nicht ganz. Auch ist dieser Krieg ausnahmsweise sicher nicht religiös motiviert gewesen. *grübel*

    Gefällt mir

  14. Die Unvollständigkeit ist doch überhaupt nicht das Problem. Interviews werden fast immer gekürzt. Ein Problem wäre es höchstens, wenn man den Inhalt selektiv ausgewählt hätte, um einen bestimmen Effekt zu erzielen. Laut dem Kommentar oben ist das wohl möglich, kann aber nichts näheres dazu sagen. Auf jeden Fall ist die Kürzung an sich kein Thema.

    Gefällt mir

  15. Zwischenzeitlich hat man ja, das komplette Interview auf den Seiten der ARD veröffentlicht. Heute Früh gegen 06:20 wurde es beim WDR gesendet. Es bleibt ein sehr bitterer Geschmack, nämlich der, der Propagandamache und der politischen Arschkriecherei.

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.