Freikirchlerin erzürnt die Juden


Sarah Palin hörte zu.
Pastor hielt antijüdische Predigt: Sarah Palin hörte zu.

Die republikanische Kandidatin für das Vizepräsidentenamt Sarah Palin bringt McCain um seine Wähler. Nach dem Wirbel um ihre schwangere Tochter bringt sie die starke jüdische Lobby in Rage.

Von Claudio Habicht BaZ-online

Vom Hoffnungsträger zum Rohrkrepierer – und das in nur wenigen Tagen: Seitdem sie zur republikanischen Vizepräsidentschaftskandidatin nominiert wurde, hat es sich die 44 Jahre alte Sarah Palin mit zwei einflussreichen Wählersegmenten verspielt. So nehmen ihr viele konservative Protestanten die Schwangerschaft ihrer 17-jährigen Tochter übel. Das kommt einer Ohrfeige gleich, sind doch rund ein Viertel der US-Wähler Evangelikale.

Nun drang zudem die Nachricht einer antijüdischen Predigt aus Palins Kirche, der Wasilla Bible Church, an die Öffentlichkeit. Deren Inhalt dürfte die starke jüdische Lobby in den USA verärgern. Am 17. August hielt der umstrittene Pastor David Brickner, Gründer der Gruppe Juden für Jesus, eine Rede in der Kirche. Dabei sagte er unter anderem, Attentate auf Israeli seien das Strafgericht Gottes für diejenigen Juden, die das Christentum nicht annehmen wollten. Brisant: Unter den Zuhörern soll auch Sarah Palin gesessen haben, wie Pastor Larry Kroon von der Wasilla Bible Church in der US-Webzeitung «Politico» sagt. Sarah Palin gehört der Freikirche seit 2006 an.

Haltung gegenüber Israel nicht bekannt

Für Ira Forman, Direktorin des Nationalen Jüdischen Demokratischen Rats, hat Palin ihre Glaubwürdigkeit verloren. «Sie vertritt nicht die gleiche Meinung wie die jüdische Gemeinde». Ein Sprecher von Palin und McCain betont jedoch: «Diese Frau ist erst wenige Tage auf der nationalen Politbühne. Wenn sie die Chance bekommt, ihre Standpunkte klar zu legen, wird die jüdische Gemeinde sehr gut mit ihr auskommen». Bis jetzt ist allerdings nicht bekannt, wie sie zu Israel steht: Zum Nahostkonflikt hat sie sich laut «Politico» noch nicht geäussert. Auch sei sie noch nie in Israel gewesen.

Dass es mit McCains Beliebtheit zurzeit abwärts geht, zeigt eine Studie von «USA Today». Demnach hat der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama in den letzten Tag seinen Vorsprung auf McCain ausgebaut hat – Obama liegt bei 50 Prozent, McCain bei 43 Prozent.

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