Der säkulare Todeswunsch – eigentümliches von eigentümlich frei(ef)


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Demographie und Kultur: Der säkulare Todeswunsch

von Thomas Fink ef

Warum Europa sich selbst auslöscht

Der Bericht des Berlin-Institutes für Bevölkerung und Entwicklung über „Die demographische Zukunft von Europa – Die Welt wächst – Europa stagniert“ hat in der Presse einige Wellen geschlagen. Die „Zeit“ wittert Alarmismus und fordert: „Schluss mit dem Drama“.  Irgendwie mögen die Fakten zwar stimmen, aber nicht die Interpretation, denn es handelt sich nur um ein „Übergangsphänomen“ und nicht um ein „Problem, das sich nicht lösen lässt“. Dabei ist der besagte Bericht die politisch korrekteste Interpretation, welche die Datenlage zulässt. Dass lediglich von einer Stagnation gesprochen wird, ist nur möglich, weil die Ursachen dieser angeblichen Stagnation vollkommen ausgeblendet werden. Europa stagniert nicht, Europa stirbt. Und falls unsere verehrten Antialarmisten wissen wollen, was passiert, wenn die Politik anfängt, Demographie ernst zu nehmen, mögen sie doch einmal nach Georgien schauen. Die einzige Region des Erdkreises, in der eine einem bestimmten Kulturkreis angehörende Bevölkerung noch schneller stirbt als in Europa, ist das Gebiet der ehemaligen Sowjetunion.

[…]

Nach der zweihundertjährigen Abschaffung Gottes führen uns nun Richard Dawkins („Der Gotteswahn“) und Christopher Hitchens („Gott ist nicht groß“) und ihr neo-darwinistisches, atheistisches Gefolge in ihre schöne neue Welt, in die dann niemand mehr Kinder setzen möchte. Aber es gibt ein Problem mit ihrer ganzen Präsentation. Was sie an sich selbst so lieben, ist ihre eigene privilegierte Nische in der von ihnen stark manipulierten Geschichte der Zivilisation. Was ist, wenn Religion nicht das Produkt von Zivilisation ist; sondern umgekehrt Religion, das „irrationale Böse“, erst gesellschaftliche Organisation möglich gemacht hat? Wenn Religion die erste Form gesellschaftlicher Zusammenarbeit, jenseits des Tötens einer tierischen Beute, war? Wie entbehrlich wäre Religion, wenn sie nicht die erste Form der Korruption, sondern die erste Ursache menschlicher Zivilisation gewesen ist?

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11 Comments

  1. @Eike::
    Die Gänsefüßchen habe ich mir gerade noch verkniffen. Auch wenn selbst gegeben, ist Sapiens nun mal der Name für die einzig verbleibende Menschenart. Wohlgemerkt: Ein Name. Kein Titel.
    Ich habe mal gehört, irgend ein Naturvolk im Amazonasgebiet nennt Menschen „Langschwein“, weil diese wohl sehr ähnlich schmecken. Aber wenn ich mit so einem Begriff ankomme, könnten manche das fasch verstehen. ^_^;

    LG, Stefan

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  2. @Twilight
    Ich habe da eine kleine Korrektur …
    Du wolltest schreiben:

    Vielleicht rudern wir auch nur etwas zurück, bevor sich Homo „Sapiens“ auf jedem Quadratmeter übereinander stapeln muss?

    ;-P

    herzliche Grüße,
    Eike

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  3. Was ist denn das für ein komischer Artikel?
    Da wird angeprangert, dass das Bevölkerungswachstum Europas stagniert, und die Russische Bevölkerung schrumpft. Ich sehe hier kein Problem, da ich mich auf dieser übervollen Steinkugel jetzt schon beengt fühle.
    Dann wird erzählt, dass es in 30, 40 Jahren mehr Muslime als Russen in Russland geben wird. Ist Muslim neuerdings eine Art Staatszugehörigkeit? Können Muslime keine Russen sein?
    „Dass einige Frauen ihre Geburten auf später verschieben, wird an dem Trend zur Selbstauslöschung nichts ändern.“
    Was denn nun? Soll die halbe arbeitsfähige Bevölkerung zu Hause sitzen und Kinder kriegen oder lieber arbeiten gehen und Steuern zahlen?
    „Langsam ist es nicht mehr möglich zu verschweigen, dass hier eine Kultur Selbstmord in Zeitlupe begeht.“
    Vielleicht rudern wir auch nur etwas zurück, bevor sich Homo Sapiens auf jedem Quadratmeter übereinander stapeln muss? Wo ist das Problem, wenn die zukünftige Weltbevölkerung nicht bei 12 sondern eher bei 4 oder 5 Milliarden Individuen liegt?
    „Wenn das höchste Gut jedoch das eigene Vergnügen ist, dann kommen Kinder in die Quere.“
    Und dann werden die, die selbstlos darauf verzichten, eine unsicher Zukunft mit noch mehr Kindern zu füllen, als egoistisch hingestellt. Noch ein paar solcher Bemerkungen und mir platzt der Kragen!
    „…jenseits ihrer eigenen ‚Wellness‘ …Faszination des Todes…Tod…geil…“
    Aaaarrrgh!

    Dieses Machwerk ist die 400 Wattminuten nicht wert, die mein Laptop während des Lesens aus der Steckdose zog.

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  4. Das problem der Stichprobenauswahl.
    Bei einer ganz ordentlichen Überbevölkerung ist es kein Problem, wenn eine Region mal ein wenig stagniert.
    Populationsdruck wird das dann fix ausgleichen.
    Das Problem ist wohl eher, daß noch immer ein Teil als wichtiger gesehen wird als andere Bevölkerungsteile. und das sollte schon zu denken geben…

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  5. Zwischen den Zeilen scheint unwiderstehlich die Lösung auf: einfach eine Ration „Pro Life“, eine „Proliferation“. Wir verbieten Verhütung und Abtreibung, bis wir wieder in der Überzahl sind, um das ganze kulturlose Gesocks von den Landmassen zu fegen.

    Toll: Dabei kommt uns das Meer sogar entgegen…

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  6. Ja stimmt Herr Slomski,
    ich zitiere doch zu gerne meine ehemalige Kollgin bei geistig behinderten Kindern: „Gott ist mit die Doofen.“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Lob_der_Torheit
    Jesu hat auch schon seinen Vater gepriesen, dass er es den Weisen und Klugen verborgen hat, den Dummen aber geoffenbart.
    Für die, die etwas mehr Ursachenforschung betreiben wollen
    empfehle ich die Lektüre von Erich Fromm: Die Seele des Menschen, Ihre Fähigkeit zum Guten und zum Bösen, Ullstein Materialien

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  7. Ist denn dieser Planet noch nicht genug überbevölkert?
    Aber heißt es denn nicht in der Bibel: „Seid fruchtbar und vermehrt Euch!“? Warum wohl? Damit die Dummen nicht aussterben!

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  8. Hm,

    also ich hallte es immer noch nicht für geklärt, das Materialisten und Existentialisten signifikant weniger Kinder haben als Religiöse. (Ein wenig mag sein). Aber Gebildete haben weniger Kinder als Ungebildete, unabhängig von der Weltanschauung oder Religion. Das habe ich schon mehrfach in Statistiken gesehen.
    Der Autor des Artikels scheint mir eine Recht undurchdachte Position zu vertreten. Insbesondere weiß ich nicht, wie man bei einer Anzahl von etlichen Millionen Individuen von „Aussterben“ reden sollte. In ein Paar Generationen sind nur noch die übrig, welche Kinder haben und Zeugen, sowohl bei den Religiösen wie bei den Säkularen. Und es gibt auch säkulare Humanisten/Existentialisten/Materialisten mit 3 und mehr Kindern.

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  9. Immerhin schon mal erfolgreich, dass weitere Leute den Zusammenhang zwischen Religiosität und Demografie erahnen – und auch Religionen als Produkt evolutionärer Selbstorganisation ertasten…

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