Da hat der Dachs mit dem Dodo geschnackselt


Dodo des Monats September 2008
Dodo des Monats September 2008
Gloria von Thurn und Taxis
Gloria von Thurn und Taxis

Sie hat gewonnen und dabei mehr als ein Drittel aller Stimmen auf sich vereint. Während der Recherche zu diesem Post ist mir ein Zitat eingefallen, ich habe es irgendwo an einer Kirche gelesen: „…seilig sind die, die da arm an Geist, denn ihrer ist das Himmelreich“.

Frau Gloria rechnet ja persönlich mit der Hölle, im Focus benennt sie es so:

„Für meinen Egoismus, meine Rücksichtslosigkeit, für tausend Sachen. Wenn ich beichten gehe, kommt ganz schön was zusammen.“ Deshalb gehe sie auch einmal im Monat für fünf Minuten beichten.“

Die Äusserungen von ihr, die den Preis so eindeutig haben werden lassen, lassen eher auf das Himmelreich schliessen. Als Präfektin der Marianischen Frauencongregation, einer Gebetstruppe, die in Treue zum Papst steht, die Mutter Gottes verehrt, die Sakramente und die würdig gefeierte Heilige Messe pflegt, sind die Aussichten auf einen Platz im Himmel so schlecht nicht. Aber der Reihe nach.

Am 09.09.2008 kam der grosse Auftritt. Herr Meisner (Dodo-Preisträger) aus Köln und die durchlauchtigste Gloria hatten ihre Show bei Sandra Maischberger, „Die Fürstin und der Kardinal„. Meisner plauderte über seine Jugendliebe, unter anderem, fühlte sich dann aber zum Knecht Gottes berufen. Bevor das Gespräch in banaler katholischer Beweihräucherung versackte, gelang es Maischberger, auch ein blindes Huhn findet mal ein taubes Korn, geschickt die Themen Homosexualität und Aids zu platzieren.

Meisner outet sich als Kämpfer mit Fronterfahrung und die hochwohlgeborenste Gloria bekennt, dass sie gegen die Pille und Kondome ist. Die Pille versteht sie als Form der Abtreibung. Kondome gegen AIDS helfen nicht, man braucht als afrikanische Frau eben nur einen treuen Mann und Gebete, das hilft. Homosexualität ist abnorm und unnatürlich. Gegen Schwulsein helfe nur „viel Beten“.

Adel und Kirche, welche Symbolik, für viele Jahrhunderte die Herrscher schlechthin und nicht nur zum Guten. Offensichtlich sind gewisse intellektuelle Verschleißerscheinungen zu erkennen, ich nenn das degenerativ. Volker Beck, von den Grünen, nennt das „ethischen Analphabetismus“ und der Herr Wowereit, ja der Regierende Bürgermeister von Berlin kritisiert ihre Äusserungen als dumm und unverantwortlich, wie bürgerlich und profan, noch dazu beide schwul, aber recht haben sie.

2001 wurde Ihnen der Preis der beleidigten Zuschauer verliehen, für Kommentare wie: Afrika hat die Probleme nicht wegen der Verhütung. Der Schwarze schnackselt gern.

2008 kommt der Dodo dazu, der Preis für die Ewiggestrigen und bei Ihnen insbesondere für Ihre reaktionäre Weltsicht. Die Welt braucht Ihre Ansichten nicht, wir alle kommen gut ohne blaublütige Ratschläge zu recht.

13 Comments

  1. der dodo ist genauso beschissen wie sein erfinder und die kommentare hier, bezüglich frau thurn usw. – kann man getrost in die kloake abspülen, denn dort gehören sie hin.

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  2. Tja der „Delete“-Button hat halt schon zugeschlagen.

    In dem Artikel stand da auch nix zu, aber Ida hatte das was gepostet (oder war das an anderer Stelle?), extremely Off-Topic halt.

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  3. 1. Das Topic ist Dodo des Monats!
    2. Ich habe in dem Artikel nichts über „verätzte Frauengesichter“ gelesen. Wenn du über Uschi Glas und ihre Schönheitscreme reden willst, besuche doch bitte einen Beauty-Blog (falls es sowas gibt 🙂 ).
    Jetzt bist DU Off-Topic, dennoch würde ich nicht verlangen, deinen „Beitrag“ zu löschen.
    Das verbuche ich unter Meinungsfreiheit!

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  4. „ich sie für Off-Topic halte“

    Es gibt ziemlich sichere Indizien dafür, ob etwas Off-Topic ist.
    Dazu benötigt man keine „Meinung“.

    Verätzte Frauengesichter unter dem Topic „Schwulenbashing durch Gloria“ SIND Off-Topic.

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  5. Natürlich bleibt „gequirlte Scheisse“ immer „gequirlte Scheisse“, egal aus wessen Mund sie kommt! Ich bin nur sehr vorsichtig, jemandem den Mund zu verbieten, nur weil mir seine Meinung nicht passt, mich nicht interessiert oder ich sie für Off-Topic halte. Ausserdem bietet sie ja keine Penisverlängerungen an oder postet Links zu paarungswilligen heissen Hausfrauen. (Soweit mein Verständnis zu Spam)
    P.S. Ich glaube nicht, dass die Aussage als Kritik an der Wahl des Dodo zu verstehen ist.

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  6. Egal ob kurz oder lang, es gibt hier sicherlich ne Menge Platz, Beiträge zu Fundamentalistischer Frauenunterdrückung (ein wichtiges Thema) im Islam zu posten, wo das nicht so deplaziert wirken würde.

    Was wollte Ida denn damit an dieser Stelle implizieren?

    Dass die Gloria hier nur den Dodo bekommt, weil sie ne Frau ist?

    Spam bleibt Spam.

    Gequirlte Scheisse bleibt gequirlte Scheisse, auch aus dem Mund einer Frau.

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  7. @ Nickpol

    Jedesmal wenn ich Zeichen einer beginnenden Zensur sehe, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Es ist ja gut und schön, wenn du den Blog vor Spam schützen willst, aber Idas Kommentare sind kurz, leicht zu überlesen und stören nicht in der Diskussion. Sie hat offensichtlich eine Frage, die ihr auf der „Seele“ brennt. Und ich hoffe, das, wenn sie hier schreibt, sie auch hier liest. Und damit fängt doch wohl jede Weiterbildung an. Erst Interesse, dann fragen und informieren!
    Meiner Meinung nach ist Zensur der Anfang vom Ende. Wie oft sind meine Diskussionen im Ansatz erstickt worden, mit dem Ausruf „Blasphemie“. Ich suche schon seit Monaten nach dem Wortlaut eines Zitates, das aussagt: Wenn das erste Wort verboten wird, wenn das erste Buch verbrannt ist, dann ist das Ende der Meinungsfreiheit nicht mehr fern.
    (sehr frei, aber sinngemäß)
    Kennt das vielleicht jemand???
    Also meine Bitte: Sei nicht zu schnell mit der DEL-Taste, lieber einen Kommentar zu viel stehen lassen, als einen zu viel zu löschen!

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  8. Ida, tu mir den Gefallen und stelle deine Sinnfragen anderswo. Es wird langweilig, grotesk. Wenn ich die Sinnfrage für deine Kommentare stelle, kommt als Antwort die DEL-Taste. Der nächste „sinnlose“ Kommentar wird gelöscht.

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  9. Glückwunsch Frau Fürstin. Auch wenn ich mir insgeheim eher einen Sieg für das Arbeitsgericht Mainz gewünscht habe 😛

    Diese Aktion im TV ist schön und hässlich zugleicht gewesen. Auf der einen Seite ist es schön und gut, weil wir durch solche Äußerungen nicht nur einen triftigen Grund haben, monatliche Dodos zu verleihen, sondern auch medial mitverfolgen, wie sich „hochgeschätzte“ Menschen ihren Karren regelrecht aus eigener Hand in den Dreck fahren. Auf der anderen Seite ist es hässlich und traurig, dass man diesen Schrott ..ups.. ich bitte um Verzeigung: der Sendung „Liebe zum katholischem Glauben“ eine Plattform mit eigener Sendung auf den öffentlich-rechtlichen bietet. Denn Gegenbewegungen zu solchen (extremen) Glaubensmenschen werden – wenn überhaupt – irgendwo in einem Nano-Beitrag von Extra3 oder Polylux versteckt.

    Von mir gibt es einen kleinen „Anti-Dodo“ als Zeichen der Vernunft an Frau Maischberger, weil sie die Runde erwachsen und sauber zu führen wusste 🙂

    Einige kleine IMHO-Stilblüten der Frau Gloria:

    Aufgrund des hohen Altersunterschieds zwischen ihr und ihren Ehemann (34 Jahre), gab es Getuschel über eine arrangierte Ehe: „Ich finde, gegen arrangierte Ehen hätte ich nix. Aber es ist leider nicht mehr in Mode. Aber sie wären bestimmt nicht schlechter als wenn man sich selber sucht.“

    Schade um ihre leider zu kurzen Ehe. Ich habe vor ihrer Kraft respekt welches ihr half, das gesammte Familienunternehmen vom Grunde auf gereinigt zu haben. Aber auch solche „Power-Menschen“ haben ganz eindeutig ihre Ecken und Kanten. Bei ihr sind es ganz klar der Glaube und eine …hmmm… „leicht konservative“ Haltung 😛
    Auch wenn ich ihre Einsicht in die Drogenerfahrung mit einem schönen Pluspunkt bewerte, wenn ich schon höre, dass die Politikfähigkeit einer Person sich wohl auch durch eine Vorbildfunktion in der Gesellschaft ergibt, dann kommen dicke Fragezeichen hoch. Herr Wowereits Antwort darauf ist berechtigt, schließlich übt er erfolgreich ein Amt aus, auch ohne einer ihr angenehmen „sexuellen Vorbildsfunktion“. Der Erfolg spricht ja für sich 😉

    Über die Einmischung der Kirche in die Politik meinte sie: „Also ich finde selbstverständlich muss sich die Kirche immer dort einmischen wo eine gesellschaftliche Schieflage da ist.“

    Eine kleine Wolke über meinen Kopf formt hierbei das Wörtchen „Sekularität“. Dabei frage ich mich, ob ihr bewusst ist, dass unser Staat sich vor einiger Zeit ganz bewusst gegen eine Einmischung der Kirche entschieden hat. Die Meinungen der Kirchen kann man akzeptieren, aber sie stehen gleichberechtigt zu den Meinungen aller Bürger und Institutionen des Landes. Aufgrund der Äußerungen zur Pille, der Homosexualität und der positiven Haltung des Kardinals gegenüber seinen Aktivitäten gegen die Abtreibung, bezweifle ich, dass ihr Bild von einer „gesellschaftlichen Schieflage“ sich mit dem deckt, was ich darunter verstehe 😛

    Und am Schluss der Sendung, als die Frage gestellt wurde, welchen Präsidentschaftskandidaten sie als Gewinner sehen würde, war die Antwort für sie klar: „Natürlich den Republikaner“. Was soll man da schon sagen ? Kreationistische Lehrbücher, 4000 Jahre alte Menscheitsgeschichte, Rocky Mountains entstanden alleinig durch die Sinntflut, menschliche Fußabdrücke direkt neben der der Dinosaurier, …
    Die wissenschaftliche Steinzeit klopft an der Tür und Frau Gloria öffnet sie anscheinend gerne 😛
    Und vom glücklichen Republikanerhändchen bezüglich der Außenpolitik will ich ja noch nicht einmal reden. Schade dass Frau Meischberger diesbezüglich keine Fragen gestellt hatte, aber das war ja nicht das Thema der Sendung 😉 .

    Dagegen aber sollte Herr Meisners Dodo eigentlich in Gold gegossen und auf einem diamantenbesetzten Podest gestellt werden, so wertvoll halte ich ihn.

    Zumindest eine Äußerung Meisners muss man ehrlicherweise positiv bewerten: „Dem menschlichen Schwachsinn sind keine Grenzen gesetzt“.

    Wie wahr, Herr Meisner… wie wahr 😉 .

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  10. ja, offensichtlich beten wir alle zu wenig. sonst würde es ja helfen und uns von solchen Fachleuten aus Adel und Klerus… äh…
    nun ja… denn das Himmelreich wartet ihrer.

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