»Das ist nicht Islam, was dort gelehrt wird«


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Ibrahim El-Zayat Quelle: ejpress.com

Die Islamische Gemeinschaft in Deutschland (IGD) ist in die Kritik geraten. Laut Innenministerium NRW reichen die „sehr verzweigten und schwer zu durchschauenden Verbindungen der IGD in die islamistische Szene“. Ihr Präsident, Ibrahim El-Zayat, sprach gestern in Leverkusen zu über 1000 Muslimen.

Von Jens Meifert – Kölnische Rundschau

Im Frühjahr des vergangenen Jahres verstörte Ibrahim El-Zayat die Bundesregierung. Der Präsident der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD) erschien als unerbetener Besucher zur Integrationskonferenz. Aus Höflichkeit ließ man ihn am Tisch, doch CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach wetterte später: „Ein Mann wie Ibrahim El-Zayat kann für die Bundesrepublik Deutschland kein Gesprächspartner sein.“ El-Zayat stehe nicht für „mehr Integration, sondern für mehr Islamismus“.

Am Wochenende feierte die IGD ihr 50-jähriges Bestehen. Die Organisation ist hervorgegangen aus einer Moscheebauinitiative in München und gilt als eine der mitgliederstärksten muslimische Organisationen in Deutschland. Laut Innenministerium NRW reichen die „sehr verzweigten und schwer zu durchschauenden Verbindungen in die islamistische Szene“.

El-Zayat sprach gestern zu rund 1000 Muslimen, die in die Leverkusener Wilhelm-Dopatka-Halle gekommen waren. Bei den Ausstellern im Foyer gab es das „Handbuch für die muslimische Frau“, das Parfum „1001 Nacht“ oder den Koran als mp3-Datensatz. In der Halle bilanzierte der Präsident der IGD mit Blick auf die Moscheedebatte in Köln und anderen Städten: „Nach 50 Jahren sollte ein würdiger Moscheebau eine Selbstverständlichkeit sein.“ Zur Debatte um muslimischen Religionsunterricht in NRW sagte er: „Wir halten am bekenntnisorientierten Religionsunterricht fest.“

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3 Comments

  1. Erinnert mich irgendwie an die Aussagen „ein ECHTER Sozialist (Kommunist, etc.)….“

    man definiere „echt“ genauer, dann klärt es sich. Oder auch nicht.

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  2. Es wäre sehr naiv anzunehmen, dass ein Konflikt wie zwischen „echten“ Christen und echten Christen nicht auch im Islam herstellbar wäre. Bevor Wolfgang Bosbach gegen diesen Mann wettert, sollte er sich mal lieber erstmal Gedanken über seine eigene Orientierung machen.

    Solche Leute wie Ibrahim El-Zayat werden auch medial immer wieder gerne bemüht, um ein Gegengewicht zu z.B. den Aussagen der Ex-Muslime herzustellen, das offenbar irgend jemand für notwendig erachtet, um Religion schlechthin nicht in Frage gestellt zu sehen.

    Ein doppelbödiges Spiel.

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  3. Meine türkische Lebensgefährtin, die sich faktisch aus der Gosse sowohl in Anatolien als auch in Deutschland hochkämpfen musste, sagt immer:
    „Islam oder die Nation, beides Gründe warum sies im Leben schwer hatte. (Unabhängig vom Land)“

    Wenn ich das Gestrampel mit den Figuren und Wortakrobatik von „Integration und Bekenntnisorientierung und Kulturerhalt“ so anschaue, ja dann sehe ich schwarz für die Zukunft, denn was gibt es Schlimmeres als: Beamtenstaat, altertümliche Bräuche und Frömmelei?
    Richtig: Alles drei Zusammen.

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