„Wählt Jesus! Amerika in Gottes Hand“


Arte)
Noch bis zum 21. Oktober ist der Film "Wählt Jesus! Amerika in Gottes Hand" auf der Webseite des Kulturkanals "Arte" zu sehen. (Foto: Arte)

Der aus Israel stammende Filmemacher Ilan Ziv folgt nicht in erster Linie den Präsidentschaftskandidaten selbst auf ihrem Weg zur Nominierung, sondern beleuchtet die Hintergründe der Kampagnen im Vorwahlkampf. Er richtet das Augenmerk dabei auf die Bedeutung religiöser Gruppen und deren Einfluss auf die US-Politik. arte

Die 4.000 Meilen lange filmische Reise beginnt im US-Bundesstaat Iowa. Hier gewinnt Barak Obama, der Hoffnungsträger der Demokratischen Partei der USA, die Vorwahl zur Nominierung als Präsidentschaftskandidat. Weiter geht es nach New Hampshire, Kentucky, South Carolina, Georgia, Alabama und Texas. Überall trifft Filmemacher Ilan Ziv freiwillige Wahlhelfer der Kandidaten von Demokraten und Republikanern, mit denen er über die Bedeutung von Gott und Religion in der amerikanischen Politik und vor allem in der aktuellen Wahlkampagne 2008 spricht.
Keiner der Kandidaten, nicht die Republikaner John McCain und Mike Huckabee und auch nicht die eher „säkularen“ Demokraten Hillary Clinton und Barak Obama, können es sich im heutigen Amerika leisten, auf die Unterstützung der religiösen Gruppen zu verzichten. Seit George W. Bush die letzten Wahlen vor allem mit massiver Unterstützung der Evangelikalen gewonnen hat, ist der Einfluss christlicher Fundamentalisten ständig gewachsen.
Ilan Ziv spricht mit Vertretern der verschiedenen Kirchengemeinden, mit Baptisten, mit Katholiken, mit Rabbinern und radikalen Evangelikalen, die mit der kompromisslosen Unterstützung Israels ihrer historischen Bestimmung zu folgen glauben. Eine amerikanische, konvertierte Muslimin sagt: „Es ist mir egal, welche Religion es betrifft, aber ich möchte nicht in einer Theokratie leben“. Und der Historiker Randall Balmer, Professor an der Columbia Universität und in Harvard, erklärt den Widerspruch zwischen dem säkularen amerikanischen Staat und einer immer religiöseren Gesellschaft.

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4 Comments

  1. FlashPlayer sollte vorhanden und JS eingeschaltet sein, bei mir funzt das Ganze.
    Geht aber auch über VLC, Video-Streaming über Netzwerk.
    Wie es bei Windows ist kann ich nicht beurteilen, sollte aber auch funktionieren.

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  2. „Die Geographie eines Landes bestimmt seine Außenpolitik“, konstatierte seinerzeit Napoleon Bonaparte ganz zu Recht. Die von der US-Wirtschaft insonderheit so dringend benötigten, im eigenen Land sich zunehmend erschöpfenden Ölressourcen motivieren somit die Zielstellungen außenpolitischer Strategien der USA, deren Selbstverständnis als „God´s Own Country“ wiederum insbesondere von radikalen religiösen Kräften getragen und ideologisch begründet wird. Der US-Imperialismus des 20. und 21. Jahrhunderts ist mithin keine graduelle, sondern prinzipielle Ausrichtung und Resultante eines subtilen Ineinanders zahlreicher Faktoren, unter denen insbesondere der radikale Evangelikalismus eine Schlüsselstellung innehat. Sowohl die Republikaner als auch die Demokraten fungieren und agieren letztlich als bloßer Appendix nicht wahrgenommener und wahrsein gelassener, mithin nicht aufgearbeiteter Ängste insbesondere fundamentalistischer (im religionssoziologischen Sinn) Bewegungen angesichts der Herausforderungen, ja Infragestellungen nationaler Identität durch die Moderne.

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