Erste Kreationistenschule in Deutschland


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Rechtsstreit endet mit Vergleich – Bedingung ist, dass Evolutionstheorie seriös dargelegt wird

Stuttgart/Hohenlohe – Der dreijährige Streit um eine private Bekenntnisschule ist am Dienstag vor dem Verwaltungsgericht zu Ende gegangen. Obwohl die Baptistengemeinde die Schule in Hohenlohe bisher unrechtmäßig betrieben hat, wird die Einrichtung nun genehmigt. – von Renate Allgöwer Stuttgarter Zeitung

Sie glauben an den biblischen Schöpfungsbericht und lehnen die Evolutionstheorie ab. Rollenspiele und fantasieanregende Märchen halten sie für Teufelswerk. Die alleinige Grundlage ihrer Erziehungsmaßstäbe ist die Bibel. In der Schule des Vereins Christliche Grund- und Hauptschule Windischenbach lernen die Schüler zuerst Gehorsam gegenüber Gott, den Eltern und der Obrigkeit. Weitere Erziehungsziele sind Schamhaftigkeit und Keuschheit. Sexualerziehung steht nicht auf dem Lehrplan, sie bleibt den Eltern vorbehalten. Statt der Evolutionslehre wird unterrichtet, dass Gott die Welt geschaffen hat.

Der Lehrplan fußt auf dem Wort Gottes

Die Schule ist eine Bekenntnisschule der Gemeinde der Evangeliums-Christen, radikaler Baptisten aus der ehemaligen Sowjetunion. Zurzeit besuchen nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Waldemar Schulz 24 Schüler die Klassen eins bis acht der 2005 gegründeten Privatschule. Inzwischen ist die Schule von Windischenbach nach Öhringen (beides Hohenlohekreis) umgezogen. Einen Antrag auf Genehmigung als Privatschule lehnte das Regierungspräsidium im Oktober 2006 ab. Es fehlte an qualifizierten Lehrern, den Unterricht erteilten unter anderem eine Bäckergesellin und eine Fachverkäuferin. Der Schulleiter besaß keine entsprechende Qualifikation. Der Lehrplan fußte „allein auf dem Wort Gottes“, nur Mathematik wurde nach den Vorgaben einer Fernschule unterrichtet.

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9 Comments

  1. @Sergej Pauli:
    „Im vergleich zu einigen (..) kenn ich die Kinder von dieser Schule.“

    Dies impliziert, dass die andere Person (im Vergleich) die Kinder einer solchen Schule nicht kennt. Eine wage Behauptung, denn ich fand kein Anzeichen davon 😉 . Ich fand keinerlei Spuren einer „niedrigeren“ Intelligenzstufe im Vergleich von (ordinären) Hauptschülern. Und ich fand erst recht keinen Grund, gewisse User mit einem solch beleidigenden Titel zu versehen.

    Dazu fand ich kein Posting, der diese „verfluchte“ Schulart (?) anspricht. Vielleicht sollte man dort den Satz aufschlüsseln, denn er ist nicht korrekt geschrieben worden.

    Ja, Du hast 13 Jahre lang eine sehr rationale, aufgeklärte und tollerante Erziehung genossen. Und niemand wird Dich dafür mit „scheiss kommentaren“ angreifen wollen, aber im welchen Bezug steht denn deine Erziehung mit der kreationistischen Lehre, die in dieser Schule unterrichtet wird ? Schließlich existiert diese kreationistische Schule erst seit ca. 3 Jahren.

    „(..)auf jeden fall, kommen die auf weit bessere Leistungen(..)“

    Naja, ist auch kein Wunder. Ansonsten darf sie sich den (Privat-)Schulstatus schnellstens abschreiben. Wäre mir neu, dass die Leistungen der Kinder in dem Artikel erwähnt wurden. Oder hat ein User explizit über die mangelnde Leistung der Kinder kommentiert ? Die Kommentare sprechen für sich und sind wohl kaum so frei interpretierbar, wie Du es wohl getan hast. Ich vermute mal, Du hast Dir einen Stein vom Herzen geschrieben. An sich IMHO eine gute Sache, nur sollte man solch auffällige Angriffe tunlichst unterlassen 😉 .

    „wer’s nicht glaubt, wende sich an meine eamiladresse (..)“

    Danke für das Angebot. Aber der Gefahr, hiermit allerdings einem möglichen Spamversuch zu erliegen, gehe ich vorsichtshalber aus dem Weg. Nicht persönlich gemeint.

    „aufgeklärt heißt hier wohl andersartige so viel wie möglich zu beschimpfen“

    Keine Angst. Wenn Du hier einen persönlichen Angriff ausgesetzt bist, melde Dich bitte beim zuständigem User und/oder an den Admin. Die Keule rausholen und pauschal um sich schlagen ist bei weitem nicht die Lösung. Bitte die „Beschimpfung“ aufzeigen. Falls Dir nur die Antwort missfällt, ohne einer persönlichen Attacke ausgesetzt worden zu sein, dann steht es Dir frei hierzu was beizutragen. Aber bitte ohne gewisse Beleidigungen.

    „(..)mist 13 jahre schule umsonst von diesem forum mehr gelernt(..)“

    Ich würde ja gerne den Satz verstehen… wenn Du ihn mir etwas besser erklären würdest. Sei Dir sicher… die 13 Jahre an der Schule waren sicherlich nicht umsonst. Ich weiss nicht, wie alt Du bist, aber das Leben hält noch sehr viel mehr Überraschungen parat als die 13 Jahre an der Schule. Ob aber eine jahrelange „Prägung“ mit Jesus-Texten dem Menschen „weltoffener“ machen kann als eine „freie“ Schulbildung, wage ich zu bezweifeln. Wie sehr glaubensorientierte Erziehung/Schulbildung unsere spätere Entwicklung beeinträchtigt, merken wir tagtäglich auf der gesammten Welt. Wenn man an Jesus und seinen Freunden glauben und sein Werk als „gottgegeben“ ansehen möchte, dann darf man das von mir aus ruhig in den freiwilligen und ungezwungenen Reli-Unterricht machen – gleichberechtigt mit allen anderen Glaubensformen. Aber man sollte sich meiner Meinung nac hüten vor Schulsystemen, die in Unterrichtsfächern abseits des Glaubens den biblischen Text gleichberechtigt oder gar über den der Wissenschaft setzen wollen. Weder ist die Erde 10.000 Jahre alt, noch existiert das All erst seit 100.000 Jahren. Das ist keine Frage des Glaubens, das ist erwiesene Tatsache… egal wie viele Seiten in der Bibel davon berichten, der Wissenschaft sollte man stets den vorzug geben.
    Somit ist eine Kritik an einer kreationistischen Schule durchaus berechtigt, wenn man in einer aufgeklärten Gesellschaft leben möchte.

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  2. Es ist skandalös, dass jenen christlichen Taliban nun offiziell gestattet wird, geistigen Kindesmissbrauch zu betreiben.

    „Nun aber kommt man (unredlicher- und schändlicherweise) mit dem 6. Jahre des Kindes und zeichnet mit dicken unauslöschlichen Zügen die Begriffe der positiven Religion auf jene tabula rasa und verdirbt der Natur für immer ihr schönes weißes Blatt: man richtet den jungen Intellekt ab, gegen seine Natur und Organisation, den monströsen Begriff einer individuellen und persönlichen Weltursache zu denken, ferner absoluten Weltanfang u. dergl. m. Dadurch verbaut man auf immer den freien Horizont seines Geistes, versperrt die ihm gegebene Aussicht in die Unendlichkeit der Wesenwelt, verdeckt das Feld der freien Forschung, und verkrüppelt seine Natur, damit sie zur Assimilation des Falschen tauglich werde.“

    (Arthur Schopenhauer, „Nachlass: Aphorismen und Fragmente“, 14. Über Religion und Theologie. S. 429)

    „Allein die Religionen wenden sich ja eingeständlich nicht an die Ueberzeugung, mit Gründen, sondern an den Glauben, mit Offenbarungen. Zu diesem letzteren ist nun aber die Fähigkeit am stärksten in der Kindheit : daher ist man, vor Allem, darauf bedacht, sich dieses zarten Alters zu bemächtigen. Hiedurch, viel mehr noch, als durch Drohungen und Berichte von Wundern, schlagen die Glaubenslehren Wurzel. Wenn nämlich dem Menschen, in früher Kindheit, gewisse Grundansichten und Lehren mit ungewohnter Feierlichkeit und mit der Miene des höchsten, bis dahin von ihm noch nie gesehenen Ernstes wiederholt vorgetragen werden, dabei die Möglichkeit des Zweifels daran ganz übergangen, oder aber nur berührt wird, um darauf als den ersten Schritt zum ewigen Verderben hinzudeuten ; da wird der Eindruck so tief ausfallen, daß, in der Regel, d.h. in fast allen Fällen, der Mensch fast so unfähig seyn wird, an jenen Lehren, wie an seiner eigenen Existenz, zu zweifeln ; weshalb dann unter vielen Tausenden kaum Einer die Festigkeit des Geistes besitzen wird, sich ernstlich und aufrichtig zu fragen : ist Das wahr ? passender, als man glaubte, hat man daher Die, welche es dennoch vermögen, starke Geister, esprits forts, benannt. Für die Uebrigen nun aber giebt es nichts so Absurdes, oder Empörendes, daß nicht, wenn auf jenem Wege eingeimpft, der festeste Glaube daran in ihnen Wurzel schlüge.
    (…) Das haben sie bloß Dem zu danken, daß die Erziehung in den Händen der Geistlichkeit ist, welche Sorge trägt, ihnen sämmtliche Glaubensartikel in frühester Jugend so einzuprägen, daß es bis zu einer Art partieller Gehirnlähmung geht, die sich dann zeitlebens in jeder blödsinnigen Bigotterie äußert, durch welche sogar übrigens höchst verständige und geistreiche Leute unter ihnen sich degradiren und uns an ihnen ganz irre werden lassen. Wenn wir nun aber erwägen, wie wesentlich es zu dergleichen Meisterstücken ist, daß die Glaubensimpfung im zarten Kindesalter geschehe ; so wird uns das Missionswesen nicht mehr bloß als der Gipfel menschlicher Zudringlichkeit, Arroganz und Impertinenz, sondern auch als absurd erscheinen, (…).“

    (Arthur Schopenhauer, „Parerga und Paralipomena II“, Kap. XV: Über Religion)

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  3. Da zeigt sich doch was vom deutschen Schulsystem zu halten ist, wenn eine berufliche Qualifikation als Bäckergesellin oder Fachverkäuferin dazu berechtigt Kinder zu unterrichten und wenn solche Schulen selbst bestimmen dürften was unterrichtet werden soll und was nicht! Es wird doch höchste Zeit für staatliche Einheitsschulen mit einheitlichen Lehrplänen! An sogenannten Bekenntnisschulen wird doch eine systematische Verblödung der nächsten Generation betrieben!
    Dem sollte doch endlich ein Riegel vorgeschoben werden!

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  4. Offensichtlich nicht, weder vom Gericht, bei denen hätte man es ja noch erwarten können, noch von der Politik. Die Quintessenz aus dieser Story, schafft Tatsachen, bleibt stur und ihr werdet Erfolg damit haben. Mal sehen, wenn andere Gemeinschaften folgen.

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