Schulverweigerung-jetzt gibt es Druck


Hagen Stegmüller
Die Baptistenschule in Öhringen ist genehmigt, zwei illegale Einrichtungen in der Region sind dem Regierungspräsidium ein Dorn im Auge.Foto: Hagen Stegmüller

Von Joachim Rüeck-STIMME.de

Stuttgart – Das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart will zwei ungenehmigte Schulen in der Region nicht länger dulden. Die Behörde verhandelt derzeit mit den Betreibern der illegalen christlichen Schulen in Künzelsau und Neuenstadt. „Entweder es werden dort ordnungsgemäße Zustände hergestellt oder die Kinder müssen an genehmigte Schulen“, sagt ein RP-Sprecher.

Das könnte im Fall der Schulverweigerer aus Künzelsau auch die jüngst legalisierte Bekenntnisschule der Öhringer Baptisten sein. Die Eltern, Großfamilien aus Sibirien, gehörten derselben Gruppe an, die sich vor einigen Jahren geteilt hat.

18 Kinder werden derzeit im Künzelsauer Wohngebiet Taläcker weitgehend von Eltern und Familienangehörigen unterrichtet. Der Künzelsauer Schulamtsleiter Alois Schmitt sieht die Hürden für eine Genehmigung hoch: Würden die Kinder künftig im Öhringer Gewerbegebiet Lehmgrube unterrichtet, wäre das „für alle Beteiligten das Einfachste“.

Kleine Lerngruppen

Etwas näher an einer Genehmigung ist die Schule des Vereins Evangeliums Posaunen in Neuenstadt. Die Verantwortlichen haben zumindest bereits einen Antrag gestellt. Obwohl dort keine ausgebildeten Lehrer sondern überwiegend Leute aus der Kirchengemeinde die 24 Schüler im Gebäude einer ehemaligen Wäscherei in Stein betreuen, lobt der Heilbronner Schulamtsleiter den Unterricht. „Es gab noch keinen einzigen Konfliktfall“, sagt Wolfgang Seibold. Die Lerngruppen seien klein und die Leistungen in den Kernfächern besser als an staatlichen Schulen. Die fehlende Genehmigung sei „kein Problem, das sich mit der Brechstange lösen lässt“. Der Form halber sind die Kinder an einer Grundschule angemeldet, erhalten ihren Unterricht aber in der früheren Wäscherei.

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3 Comments

  1. „Die Lerngruppen seien klein und die Leistungen in den Kernfächern besser als an staatlichen Schulen.“
    Ja, fokusierung auf die Leistung. Hauptsache die Kernfächer sind gut unterrichtet, wenn interessiert schon dieses unnötige Nebenfachzeug?
    Wer braucht schon mündige Menschen (und damit Bürger)? Nein wir brauchen Leistung!!!!!

    *seufzt*
    Wer Ironie gefunden hat kann sie behalten

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  2. Naja, in einer totalitären Gemeinschaft, die die Kinder gegen alle Information abschottet, ist es wohl nicht verwunderlich, das die Kinder nicht aufmuksen – da ist es leicht, keine Konflikte zu haben…

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  3. „Es gab noch keinen einzigen Konfliktfall“, sagt Wolfgang Seibold. Die Lerngruppen seien klein und die Leistungen in den Kernfächern besser als an staatlichen Schulen.“

    äh… ok. An einer Schule an der es keine Ausgebildeten Lehrer gibt und die sich wohl eher schlecht als recht an den Lehrplan des Landes hält, fällt mir persönlich der Vergleich zu einer normalen Grundschule schwer. Und kleine Klassen sollte bei 24 Schülern, welche auf 4 Jahrgänge verteilt werden eher kein Problem sein.

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