Bullshit Department vergibt John Lennon


White Album
White Album

(dpa) “ Die Beatles sind berühmter als Jesus“, waren die Worte von John Lennon. Vor 40 Jahren verärgerte er damit den Vatikan aufs Schwerste.

In der Vatikanzeitung Osservatore Romano nimmt der Heilige Stuhl nun den 40. Jahrestag des „White Album“ zum Anlass, Lennon zu verzeihen.

Getreu dem Motto, „Die Zeit heilt alle Wunden“ sehen die Katholen heute in den Worten von John Lennon den Übermut eines Jugendlichen aus der englischen Arbeiterklasse, der vom unerwartetem Erfolg seiner Musik überwältigt war.

Zudem lobte das Blatt die alte Platte der Beatles – die heutige Popmusik sei häufig von schlechterer Qualität. „Imagine, No Religion“ waren dann die Worte des etwas reiferen John Lennon.

5 Comments

  1. „Jesus und Lennon: zwei Medienphänomene“

    Unter diesem Titel berichtete die Lokalpresse über eine Ausstellung „Medium Religion“ im Karlsruher ZKM. Sicher ist dort viel zu sehen, was bei Brights zur hellen Entrüstung fürhen würde, was aber teilweise nur ein Folge der missverstandenen Bilder ist.

    Denn in dem Beitrag wurde mir wieder klar, warum es zur Zeitenwende vernünftig bzw. notwendig war, die philosophisch erfasste kreative Vernünftigkeit allen natürlichen Werdens als menschliches Wesen der Welt zu vermitteln. Wie Lennon ohne die Medienwelt völlig unbekannt, unbedeutend geblieben wäre, so scheint es auch auf die natürliche Logik allen Lebens, den griechisch erfassten Logos zuzutreffen.

    Ohne das Urmedium der Schrift wüssten wir nichts, war zu lesen. Und ohne die konkrete meschliche Gestalt, wäre die natürliche Sinngebung/Vernünftigkeit eine abstrakte Lehre geblieben.

    Doch am Anfang war nicht die Schrift, sondern der kreative=schöpferische Logos,
    die Logik/Vernünftigkeit allen natürlichen Lebens.

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  2. @nickpol
    „Madonna ist ja auch in Ungnade gefallen, da sie ihre Tochter Lorudes genannt hat, da waren die Purpurträger auch vergnatzt.“
    Weshalb ? Sollte so etwa der Name von Herrn Ratzingers erster Tochter lauten 😉 ? Ich dachte, wenn der Papst (unbefleckt) schwanger wird, würde das Kind Jesuine oder zumindest Maria II heissen. *plonk* Aua ! Jaja, ich hör‘ schon auf !

    Die Liste der Namen von Menschen, die der Church Ltd. seit langem auf den Geist gehen (was für ein Wortspiel!), ist ja mit Lennons Vergebung noch lange nicht getilgt. Mag sein, dass nun Bischöfe sich einen Lennon Text ansehen dürfen, ohne gleich mit einer Erblindung zu rechnen. Aber die Liste der zensierten Werke hat noch viele tausend Namen. Und ich bin mir sicher, dass da noch eine menge Namen von Autoren und Künstler stehen, die bis heute „offiziell verachtet“ werden. Die christliche Nächstenliebe geht eben nur so weit, wie die Feder des Papstes reicht.
    Glücklicherweise ist die ausführbare Macht der Kirche nicht mehr so groß wie damals, als sie mit einem Wink die Inquisition an jedem ausüben konnte, der das Komma gemäß der ihrer Grammatik falsch setzte. Andere haben bis heute immer noch Pech mit der Religion. Rushdie zum Beispiel hat ein ziemlich großes Problem mit dem Islam, und ob er jemals von einem Imam „verziehen“ wird, wage ich zu bezweifeln. Da war Lennon wahrlich ein Glückspilz 😉 .

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  3. Der Limbus ist ja nur für Kinder abgeschafft worden, für Erwachsene existiert die Vorhölle also noch. Madonna ist ja auch in Ungnade gefallen, da sie ihre Tochter Lorudes genannt hat, da waren die Purpurträger auch vergnatzt.

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  4. Wer sich jetzt allerdings ermuntert fühlt zu behaupten, Madonna sei auch berühmter als Jesus, für den wird eigens die Vorhölle wiedereröffnet!

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  5. Die Katholiken sehen in Lennon den Übermut eines Jugendlichen ? Ja, haben sie Lennon mal danach gefragt ? 😉 .
    Auch ich denke, dass die Inquisition damals nur ein kleiner Ausrutscher der katholischen Kirche war, die von der Kräuterkunde der Damen zu jener Zeit einfach nur überwältigt wurde. Die jahrelange Verfolgung und Verbrennung der Personen bei lebendigem Leibe war nur ein zeitlich kleiner Ausrutscher. Verglichen mit der Menscheitsgeschichte des gesammten Planeten natürlich.
    Das der Vatikan besonders „schnell“ schaltet, ist uns klar. Galileo Galilei hatte ja ebenfalls nur schlappe 350 Jährchen (350 !) nach seinem Tode die Vergebung bekommen. Dreihundertundfünfzig Jahre lang galt Galilei als „gejagter“. Respekt !

    Lennon hat richtig Glück gehabt. Er hätte genausogut 600 Jahre lang, komplett unvergeben, im Grabe warten können. Jetzt kann er aber endlich in frieden Urlaub machen. Er wird bei der himmlischen Zollbehörde durchgewunken, braucht seinen Himmelspass nicht mehr an jedem Gottesbeamten vorzuzeigen und kann auch ohne Iris-Scan in die Porno-Abteilung des Vatikans.
    Und was kommt als nächstes aus dem Hause der veralteten Denkstrukturen ? Der Papst akzeptiert endilich die Erfindung des Kaugummis ? Der Vatikan ergibt dem Erfinder des Klopapiers ? Die sind echt ein lustiges Völkchen 😉 .

    Wahrlich… Bullshit Department at it’s best 😉 .

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