Wider die neoatheistischen Klugscheißer


Verlag / privat)
Alexander Kisslers Buch "Der aufgeklärte Gott. Wie die Religion zur Vernunft kam" erschien dieses Jahr im Pattloch Verlag. (Foto: Verlag / privat)

»Atheistischer Umbau der Gesellschaft«

Alexander Kissler ist Autor des Buches „Der aufgeklärte Gott. Wie die Religion zur Vernunft kam“ (Pattloch Verlag 2008). Der Kulturjournalist schreibt unter anderem für die „Süddeutsche Zeitung“ und die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ über Themen aus den Bereichen Religion und Gesellschaft. Wir haben Alexander Kissler nach seiner inhaltlichen Erwiderung auf die Kernthesen der neuen Atheisten gefragt. (Medienmagazin „pro“)

pro: Herr Kissler, Sie befassen sich in Ihrem Buch „Der aufgeklärte Gott“ insbesondere mit der Glaubenskritik der „neuen Atheisten“, die gegen die Religion zu Felde ziehen und behaupten: Der Glaube sei blind, Wissenschaft aber beruhe auf Belegen. Was halten Sie von dieser Meinung?

Alexander Kissler: Mein Ziel ist es, durch eine Analyse des Neoatheismus, der selbst religionsförmig auftritt, die Wahrheit eines umstrittenen Satzes darzulegen: Nur der Glaube kann die Vernunft zu sich selbst befreien. Ich erhebe Einspruch gegen die Anmaßung, die neoatheistische Elite habe das Deutungsmonopol für unsere Begriffe von Vernunft und Wissenschaft. Leider ist diese neoatheistische Anmaßung auf dem besten Weg, Allgemeingut zu werden. Sie beruht jedoch auf Verkürzungen, die sowohl den Vernunft- als auch den Wissenschaftsbegriff gefährlich beschneiden. Zunächst einmal lässt sich die Menge des Wissbaren nicht reduzieren auf die Erkenntnisse der experimentierenden Naturwissenschaftler, aus deren Reihen die Protagonisten dieser Bewegung stammen. Vernünftig ist nicht nur das, was im Experiment wiederholbar ist, was also gemessen, gezählt, verwertet werden kann. Mehr noch: Es ist geradezu unvernünftig zu glauben, die Welt sei vollständig begreifbar unter Ausblendung all dessen, was weder im Experiment bestätigt noch im Dreisatz errechnet werden kann, unter Verzicht also auch auf den Wahrheitsgehalt von Liebe, Treue, Opfer. Umgekehrt hat der christliche Glaube keinen Grund, sich Blindheit vorwerfen zu lassen, setzt er doch bei der steten kritischen und selbstkritischen Lektüre der ganzen Welt und des ganzen Menschen an – während eine zur Ideologie erhobene Naturwissenschaft ihre Detailergebnisse, die immer auch abhängig sind von der jeweiligen Versuchsanordnung, missversteht als Generalschlüssel zur Welt. Der Mensch aber sprengt jedes Experiment.

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17 Comments

  1. „Analyse des Neoatheismus, der selbst religionsförmig auftritt“

    ja, was anderes fällt den Kreationisten und Mysthizisten auch nicht mehr ein, als Wissenschaft in die Religionsecke zu stecken.
    Dummer Versuch der ihre Hilflosigkeit gegen die Fakten untermauert.

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  2. Gelassenheit…. Gelassenheit ist gefragt.
    Komm, lasst uns erstmal eine rauchen.

    … {25 min. später} …

    „Nur der Glaube kann die Vernunft zu sich selbst befreien.“

    An dem Tage, an dem die Vernunft „zu sich selbst“ findet und aus dem Gefängnis des (zutreffendes bitte einfügen) befreit, sollte man rot im Kalender anstreichen. Denn dann hätte der Glaube gewonnen und die unzähligen „Ungläubige“ wären dann geschlagen. Denn bekanntlichermaßen ist das Ziel der „neuen Atheisten“ nichts anderes als die Vernunft das Leben lang im dunklem Kerker der „Unvernunft“ gefangen zu halten. Und natürlich ist dann der Glaube – und nur der Glaube – dann die Vernunft befreien und sie zu sich selbst … äh… befreien. Denn nur der „Glaube“ besitzt die alleinige Herrschaft über die Form und die Struktur der Vernunft. Vernunft hat die DIN-A-JESUS Größe J6. Und nicht vergessen: nur der Glaube kann das !

    „Ich erhebe Einspruch gegen die Anmaßung, die neoatheistische Elite habe das Deutungsmonopol für unsere Begriffe von Vernunft und Wissenschaft.“
    Dann verifiziere und falsifiziere doch das ganze Lügenimperium der Bibel genauso, wie ein Wissenschaftler die Thesen seines Fachgebietes verifiziert bzw. falsifiziert. Aber seit Jahrtausenden der Menscheitsgeschichte wird nur das falsifiziert, was sich als „unoptimal“ für die Church GmbH erwiesen hat, wie z.Bsp. die Hexenverfolgungen, Kinder-Vorhöllen, Schenkung, usw. Alles andere was man sich dort eingebildet und zusammengebildet hat, wird sauber und in schönen Wörtern als „wahr“ präsentiert. Nicht die „Neoatheisten“ erheben ein Deutungsmonopol, sondern der Glauben prägt das Bild, und lässt keine Wissenschaft (ausser der eigenen, bestätigenden) an sich ran. Punkt.

    „Zunächst einmal lässt sich die Menge des Wissbaren nicht reduzieren auf die Erkenntnisse der experimentierenden Naturwissenschaftler, aus deren Reihen die Protagonisten dieser Bewegung stammen.“

    Deshalb „schaffen“ solche Menschen auch neues „Wissen“. Oder besser gesagt… sie untersuchen und überprüfen das, was sie näher beobachten. Und wenn sie feststellen, dass der Mensch nach dem Tod verwest, dann verwest er. Nachpfüfbar, erklärbar und unmissverständlich. Wenn nun jemand ohne den geringsten Nachweis behauptet, der Mensch verwandelt sich in einen Schmetterling, der unsterbliche Geist verwandelt sich in einen Baum, wir werden am jüngstem Gericht auferstehen oder nur für 110.000 Menschen ist im Himmel Platz, dann ist dies solange „fraglich“, solange man keinen nachprüfbaren und wissenschaftlich haltbaren Beweis vorlegen kann. Es ist so. Und für mich haben die „Beweise“ der Religionen in etwa genauso viel Beweiskraft, wie der Wahrheitsgehalt der „Harry Potter“ Bücher und des Sci-Fi Opera „Star Wars“. Weder die Voodoo-Kulte irgendwo in Lateinamerika noch die hier beheimateten römisch-katholischen Gottesanbeter konnten auch nur den geringsten „Beweis“ einer Existenz übernatürlichen Ursprungs liefern. Nicht einmal das sich verflüssigende Blut eines Heiligen konnte als „Wahr“ deklariert werden, da ieser anfassbare „Beweis“ verschlossen und fern der Wissenschaft aufbewart wird. Ja, ist die Erde eine Scheibe, die sich im Zentum des Weltalls befindet ?

    „die Menge des Wissbaren“ lässt sich nicht reduzieren auf die Erkenntnisse der experimentierenden Naturwissenschaftler“.

    Aber die Menge des Erklärbaren und Nachweisbaren. Und die Menge wird immer mehr. Anders in der jahrtausende alten Glaubenswelt… dort wird sie immer weniger 😉 .

    „Es ist geradezu unvernünftig zu glauben, die Welt sei vollständig begreifbar unter Ausblendung all dessen, was weder im Experiment bestätigt noch im Dreisatz errechnet werden kann, unter Verzicht also auch auf den Wahrheitsgehalt von Liebe, Treue, Opfer.“

    Die Welt ist nicht gleich „Liebe, Treue, Opfer“.
    Es ist geradezu unvernünftig zu glauben, die Religionen haben ein Monopol auf Liebe, Treue und Opfer. Wer mir was gutes tut, den habe ich gern. Da ist weder ein Voodoo-Zauber an mir angewendet worden, noch wurde ich von irgendwelchen Geistern oder Dämonen in Besitz genommen, noch habe ich Gottes Dreifaltigkeit erfahren. Ich finde es gut, wenn man mir was gutes tut. Und umgekehrt nehme ich an, dass andere ebenso denken könnten. Wahrscheinlich habe ich „christliche Züge“ in meinem Handeln, aber genauso habe ich auch tiefchinesische Züge, wenn ich zu Bett gehe oder furze. Wie gesagt… ein Monopol auf bestimmte Begriffe haben die Glaubensbefürworter sicherlich nicht 😉 .

    „(..)kritischen und selbstkritischen Lektüre der ganzen Welt(..)“

    …nach christlichen Maßstäben… die sich „Andersgläubige“ auch unterschiedlich hinlegen. Moslems sehen die „ganze Welt“ eben anders als die Hinduisten, Buddhisten oder Atheisten.
    Wissenschaftler suchen nach dem „Universalschlüssel“, der zu allem passt. Das Christentum (!) kann sicherlich keinen solchen Schlüssel vorweisen.

    „Ich empfehle in der Evolutionsdebatte mehr Gelassenheit.“

    … {25 min. später} …

    „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es verschiedene Erzählungen gibt vom Anbeginn der Welt, manche davon sind mehr, manche weniger plausibel.

    Und ? Es gibt auch viele Superhelden und viele SciFi-Geschichten. In manchen kann man auch ohne Helm im All atmen. Whow !

    „In keinem Fall aber wird sich je auf rein naturwissenschaftliche Weise die Frage beantworten lassen, woher die uranfängliche Bewegung allen Lebens kam, wie die Welt sozusagen zur Welt kam.“

    Und der Mensch kann sich nicht mit mehr als 25 km/h fortbewegen, weil ansonsten seine Moleküle auseinander reissen würden !
    Wie die „Welt“ sozusagen zur „Welt“ kam, wird bald im LHC nachlesbar sein. Schon jetzt finden sich genügend nachprüfbare Ergebnisse, welche Elementarteilchen sich zu welcher Zeit gebildet haben. Die Ur-Ur-Ur-Urfrage, wer/was nun ganz am Anfang das Big Bumm „entwickelt“ hat, muss man genauso ausklammern wie den alten Mann mit langem Bart, der als brennender Busch mit einem Gläubigen sprach.
    Was will der Herr Kissler ? Das Gott ihm höchstpersönlich die Elementarteilchen vorzaubert ? In seinem Wohnzimmer ?
    Wenn nicht, dann soll er sich mal 25 Minuten Zeit nehmen (gelassen sein) und die Erkenntnisse der Teilchenbeschleuniger auf diesem Planeten durchgehen. Die Dinger wurden nicht umsonst gebaut 😉 .

    „Die Abermillionen Opfer, die die Kriege des 20. Jahrhunderts gefordert haben, ließen ihr Leben gewiss nicht im Namen eines monotheistischen Glaubens.“

    Richtig ! Die ließen ihr Leben gemäß einer Ideologie. Einer Ideologie eines Führers. Das, was für ihn das richtige war. Sie folgten den Führer blind und fraglos.
    Aber was zum Teufel hat dies mit Atheismus zu tun ? Hat die Kirche da eingegriffen ? Hat Gott da eingegriffen ? Nein ? Also !

    „(..)Gottgläubige waren sie nicht.“

    … und aus diesem Grunde war dem dafür zuständige Gott das Leben der Einwohner sowas von schei(doppel-s)egal, das er die unzähligen Menschen qualvoll sterben ließ. Er, der Erschaffer des Planeten – ja des Universums – den wir nonstop anbeten und dem wir unsere Freizeit opfern (früher mehr als heute!), dem waren die millionen von Leben absolut am Arsch vorbei gegangen. Ihm interessierten die Leben überhaupt nicht.
    Es war der Mensch, der sich da einmischte und dem ganzen ein Ende bereitete. Kein Gott. Keiner der anderen Gottheiten. Kein Jesus, kein Messias und kein Prophet konnte z.Bsp. die Gaskammer und die Panzer aufhalten.
    Für mich eher ein „Beweis“, dass kein Gott existiert.

    „Auch hier gilt mein Aufruf zu mehr Gelassenheit.“

    … {25 min. später} …

    Die Bibel ist voll von Zuckerbrot und Peitsche, wie Norbert Rohde so schön in seinem Buch schrieb. Seit Urzeiten lenkt man das Volke (den gemeinen Pöbel) mit solchen Sachen. Man verspricht ihnen ein sicheres Leben, aber nur unter gewissen Voraussetzungen. Das war damals der Fall, heute und wird auch in Zukunft der Fall sein. Doch… brauchen wir einen Gottesglauben, um sicher und beschützt zu leben ? Kann man auch „gottlos“ den Tag, das Jahr oder gar das gesammte Leben bestehen ?
    Ja, man kann !

    „Außerdem wird der Charakter des Christentums als einer Traditions- und Geschichtsgemeinschaft, einer Gemeinschaft, die sich fortwährend ihre eigene Geschichte und die Geschichte ihres Gründers erzählt, negiert.“

    Die „A-Theisten“ kämpfen ja nicht gegen die Theisten. Sie wollen nur, dass sich die Geschichtsgemeinschaft sich nicht in ihr Leben einmischt. Sie wollen mit den Märchen und Geschichten aus den Testamenten genausowenig zu tun haben wie mit den Geschichten über Allah, Shiwa oder dem rosa Elefanten. Aber in einem Land, in dem Jesuskreuze in Schulen und Gerichte aufgehängt werden, ziemlich schwer. Und wer sich dagegen wehrt, wird gleich von der (C)DU/(C)SU und ihrer „christlichen Leitkultur“ gerügt.

    Als „A-Theist“ durch die Straßen zu gehen ist „A-Sozial“. Sich mit einem gekreuzigten Leichnahm an einer Goldkette zu schmücken gilt dagegen als „Teil der Geschichtsgemeinschaft“ und ist besonders hübsch. Totenkult par excellence.

    „Hier bleibt vom Christentum wenig mehr als das Zerrbild einer skrupellosen Meute, die in jedem Anders- oder Ungläubigen den Todfeind sieht.“

    Wenn Gläubige sich in die Luft sprengen, „Ungläubige“ am liebsten tot sehen würden und „Andersgläubige“ mit voller Kraft bekehren wollen, wird ein solches „Zerrbild“ ja fast von selbst bestätigt.
    Der Glaube – nicht der staatlicht geprüfte Christusglaube alleine – hat genausoviel Wunsch nach „Mord und Todschlag“ wie die Atheisten unter Pol Pots, Stalins oder Maos Führung 😉 .

    „Christen könnten neu lernen, wie man sich die eigene Geschichte schöpferisch aneignet. Das scheint mir auch notwendig, denn der atheistische Umbau der Gesellschaft, der Politik und der Wissenschaft ist in vollem Gange.“

    Geil, wieder eine Schöpfung mehr auf der Liste 😉
    Dieser „atheistische Umbau“ ist nicht näher dagelegt. Ist es die Säkularität ? Sind es die Verkaufserfolge von Dawkins Bücher ? Sind es die neuen Publikationen von MSS ? Sind es die Fragen der „Ungläubigen“, die teilw. die umstehende „neutrale“ Bewohner mit offenen Mündern zurücklassen ?

    Ich begrüße die Veränderung, wenn sie zum Guten führt. Wenn wir durch „Gottlosigkeit“ die Steuergelder für bessere Sachen nutzen können – zum Beispiel für mich 😉 – dann wäre ich als Bewohner dieses Landes wesentlich glücklicher SCNR.

    Schmerz beiseite…
    Vor was hat dieser Mensch Angst ? Dass atheistisch veranlagte Mitglieder der Gottesanbeter nun aus dem Club der Händefalter aussteigen ? Und ? Ist es nicht ihre ureigene Entscheidung ?
    Oder hat er Angst vor den Argumenten, weil die wissenschaftliche Sicht der „Neoatheisten“ auf Beweise fußt, die die Religionen eben nichtbieten können ?

    Der gute Herr Kissler sollte mal gelassen darauf reagieren und sich Zeit nehmen (25 Minuten) um mal in aller Ruhe die Furcht vor den kinderfressenden und unmoralischen Wissenschaftler aus der atheistischen Hölle loszulassen. Wer nicht an Gott oder Götter glaubt, kann auch weiterhin lieb treu und opferbereit sein, auch ohne eine Erwartung auf ein ewiges Leben im Paradies oder Valhalla. Alleine des Menschens Willen 😉 .

    Nur meine $0.02 dazu.

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  3. Die Philosophie ist nämlich in der Lage, sich widersprechende, gegenseitig ausschließende Positionen miteinander zu versöhnen, indem sie Verwirrung stiftet.

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  4. Sowohl an Herrn Kissler als auch an die angesprochene Gegenbewegung, gegen die er so energisch ankämpft: Wenn ihr irgendwann zwischen euren Feldlinien auf die Philosophie stoßen solltet, sagt bescheid.

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  5. Ich finde, Herr Kissler hat im Großen und Ganzen Recht. Und er argumentiert auch nicht so polemisch wie dieser Richard Schröder. Finde ich gut.

    Und ich bin froh, dass die meisten Menschen etwas besser differenzieren können, als diese Dawkinsjünger. Denn die These, dass Religionen und Religionsgemeinschaften grundsätzlich schlechtes in die Welt bringen und die Welt ohne sie besser wäre, ist eine These, die in einer vernunftorientierten Debatte auf Dauer keinen Bestand haben kann. Zu diesem Schluss kann man nur kommen, wenn man sich große, ideologische Scheuklappen aufsetzt.
    Von daher bin ich eigentlich recht hoffnungsvoll, dass sich der „Dawkinswahn“ nicht zum Massenphänomen ausbreitet und sehe das nicht nicht so kritisch wie Alexander Kissler.

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  6. Diese sektiererischen A-Naturalisten saugen ganz schön, und wollen, dass alle anderen auch so brav schlucken wie sie selbst.

    MEIN Eindruck.

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  7. @achje aka XZdasd könntest du dich auf eine pseudonyme Identität, mit gültiger e-mail-Adresse festlegen? Ansonsten lösch ich deine obskurantischen Kommentare, samt ihrer sinistren Verlinkungen.

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  8. Jedenfalls betraf das wohl nicht der Verein die Brights-FG.de

    Wir sind nicht neo und die Frage nach einer Gottheit stellt sich gar nicht. Nach Kisslers Definition wäre wahrscheinlich auch ein Hund ein Atheist, wenn er keinen Gott hat…

    Festzuhalten bleibt, dass Kissler anscheinend Antinaturalist ist.

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  9. @derautor, entweder „den Klugscheißern“, wie hier benannt, oder die Klugscheißer, beides ist möglich, ansonsten lässt mich das vermuten, dass du bist, was da steht. :mrgreen: Der Dativ wurde in einen Akkusativ verwandelt.
    @gerhard, unterlaß bitte deine dauernden Verlinkungen zu deiner Seite, bevor es peinlich wird, und hier als solches schon bemerkt, lösch ich den nächsten Link komplett. comprende?

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  10. BEhauptungen sollten belegt werden. Wo sie nicht belegbar sind, sind sie sinnlos…

    Beispielsweise die, „der selbst religionsförmig auftritt“…

    Zugegebenermaßen, es gibt das, was man (Feynman prägte den Begriff) Konsenswissenschaft nennt.
    Und das ist gerade eben nicht wissenschaftlich ,sondern sowas wie der Wolf, der Kreide gefressen hat….

    Kommt direkt aus der SCholastik, und die war ja? Nun, wer weiß es? streng christlich geprägt.

    Ich habs halt mit Lichtenberg… an allem ist zu zweifeln.
    prinzip der Falsifikation…

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  11. „In keinem Fall aber wird sich je auf rein naturwissenschaftliche Weise die Frage beantworten lassen, woher die uranfängliche Bewegung allen Lebens kam, wie die Welt sozusagen zur Welt kam. “

    Was uns dann zur Frage bringt, wer denn den „Lebensbringer“ ins Leben gebracht hat? Gottes Vater? Und woher kommt Gottes Vater, also Gottes Opa? Und dessen Vater, Gottes Uropa? Und so weiter, und so fort… Wiei soll sich dann die Frage des Lebens in der abergläubischen, religiösen Weise erklären lassen? Rein logisch ist das in keinster Weise möglich.

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  12. In Kisslers Angriff auf den neuen Atheismus wird das Problem des heutigen „Glaubens“ deutlich, das ich versuche unter thoelogie-der-vernunft.de aufzulösen.

    Statt über ein aufgeklärtes Verständnis „schöpferischer“ Bestimmung bzw. gleichzeitig natürlicher Sinngebung nachzudenken, die auf den naturwisenschaftlichen Logos/Vernunft/Logik gründet, etwa die anerkannte evolutionsbiologische Weltbeschreibung, wird weiter eine sog. Glaubensvernunft verteidigt, die völlig außerhalb liegt.

    So kann kein aufgeklärter Glaube bzw. eine höhere „kreative=schöpferische“ Bestimmung zustande kommen. Allenfalls ein durch persönliche Glaubensvorstellungen begründeter Humanismus, der sich dabei auf unerklärliche, wundersame Dogmen -letztlich Übernatürlichkeiten- beruft. Was dann von der Aufklärung zurecht als überkommen abgetan wird.

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  13. Auszüge aus dem Interview:


    unter Verzicht also auch auf den Wahrheitsgehalt von Liebe, Treue, Opfer.

    Das hat wohl nichts mit Religion zu tun, Gläubige haben kein „Emotionsmonopol“!
    Btw. Die Gefühle eines Kindes für den Weihnachtsmann, macht den Weihnachtsmann wohl kaum objektiv „wahrhaftiger“. Aber das ist ohnehin so eine „Sache“ mit „Wahrheiten“…


    Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es verschiedene Erzählungen gibt vom Anbeginn der Welt, manche davon sind mehr, manche weniger plausibel. In keinem Fall aber wird sich je auf rein naturwissenschaftliche Weise die Frage beantworten lassen, woher die uranfängliche Bewegung allen Lebens kam, wie die Welt sozusagen zur Welt kam

    Dann weg mit dem „Wahrheitsanspruch“ aller Religionen…Die Wissenschaft hat keine Dogmen, sondern Modelle die aus der Faktenlage modelliert werden. Religionen reden dauernd von „Wahrheiten“…


    Mao und Pol Pot, Stalin und Hitler mögen ihrem jeweiligen Regime einen religionsförmigen Anstrich gegeben haben; Gottgläubige waren sie nicht.

    Hitler war sehr wohl gottgläubig.


    Man stellt verschiedene Bibelzitate – vor allem aus dem Alten Testament – zusammen, um daraus das Bild einer blutrünstigen Gemeinschaft zu komponieren. Man übersieht, dass es für jede ambivalente Stelle deren zehn und mehr gibt, die von der Pflicht zum Frieden und zur Liebe reden.

    Es gibt immerhin beinahe 3x mehr moralisch äußerst fragwürdige als ethisch vertretbare Stellen (unabhängig vom Testament) in der Bibel. Zehnmal mehr Gutes? Wo? In der Kinderbibel?

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  14. @nickpol: „Wider DIE neoatheistischen Klugscheißer“, nicht „den“.

    Na ja, wieder mal Kissler. Der Mann lernt überhaupt nichts dazu.

    „noch nie seien Kriege im Namen des Atheismus geführt worden – auch so eine These der Atheisten“

    Das ist eine glatte Lüge. Kann ich auch: Gott will, dass wir unsere Kinder aufessen – auch so eine These von pro.

    „der Charakter des Christentums als einer Traditions- und Geschichtsgemeinschaft, einer Gemeinschaft, die sich fortwährend ihre eigene Geschichte und die Geschichte ihres Gründers erzählt“

    Mit anderen Worten: Welche die Bibelgeschichten immer so uminterpretiert, wie es ihnen gerade in den Kram passt. Danke für die Selbstentblößung.

    „der atheistische Umbau der Gesellschaft, der Politik und der Wissenschaft ist in vollem Gange“

    Echt? Ist ja cool.

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