Der genervte Atheismus schlägt zurück


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Quelle: atheistundgut

jesus.de – Ein Kommentar von Pascal Görtz

Dass sich Großbritannien zur Bühne einer wachsenden Anzahl von Neoatheisten entwickelt hat, wissen wir spätestens seit den öffentlichen Auftritten von Richard Dawkins, Autor des Bestsellers „Der Gotteswahn“. Jetzt signalisieren Londoner Atheisten, dass sie genug haben von christlicher Werbung auf ihren Stadtbussen. „Es gibt wahrscheinlich keinen Gott. Hört auf, euch Sorgen zu machen und genießt euer Leben“ soll in einer vierwöchigen Kampagne auf den begehrten Werbeflächen zu lesen sein.

Die Initiative zu der christophoben Kampagne stammt von Ariane Sherine. Die hatte sich im Juni diesen Jahres in der Tageszeitung „The Guardian“ über die christliche Buswerbung echauffiert. Kritik übte sie durchaus berechtigt an der Webseite, auf die in der Buswerbung verwiesen wurde: Jesussaid.org. Wer auf der Seite landet, wird tatsächlich im Stil der 60er Jahre mit der Frage nach „Leben, Tod, Jesus und der Hölle“ konfrontiert. Ariane Sherine empfand das als lieblos und anmaßend.

So lieblos können wir auch sein, muss sich die Frau gedacht haben und entwarf kurzerhand den Plan, die Werbeflächen mithilfe der Atheistenlobby für eine Gegenkampagne zu buchen. Zur Finanzierung rief Sherine kurzerhand in der Kolumne zu Spenden auf – mit höchst mäßigem Erfolg. Bis sich eine britische Humanistenorganisation und Richard Dawkins persönlich hinter die Kampagne stellten und bist heute mehr als 134.000 Euro sammelten. Weil eine zweiwöchige Kampagne in London nur rund 26.000 Euro kostet, will Ariane Sherine die Kampagne jetzt auf die ganze Insel ausweiten.

Auch wenn der Slogan christliche Überzeugungen angreift: Nur gegen etwas will die Journalistin am Ende dann doch nicht sein. So hofft Sherine, mit dem Statement den Menschen auf dem Weg zur Arbeit „den Tag zu erleichtern“. Vor allem aber soll die Kampagne der Journalistin zufolge dazu ermutigen, sich als Atheist zu bekennen.

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8 Comments

  1. Ich habe neulich eine fanatische Christin über diese Kampagne reden gehört. Es war äußerst unterhaltsam. Sie hatte keine Argumente, redete aber die ganze Zeit dagegen.
    Ich vermute die gute Frau hatte Angst davor das sie keine Christin mehr seien darf, wenn Zitat: „Diese Kampagne durchkommt“.
    Eigenartig, kaum steht irgendwo dass es keinen Gott gibt bekommen die Christen Panik. Wieso nur?

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  2. Komisch. Mir war bekannt daß sich England zur Bühne einer wachsenden Anzahl von Kreaionisten entwickelt hat.

    Wieso wird hier eigentlich von einem Weltweit renormierten Wissenschaftler, der ja wohl kaum ein Barometer für seine Nation darstellen wird, gesprochen als Galionsfigur einer nationalen Bewegung. Die meisten Briten verstehen doch eh nicht was Dawkins sagt oder schreibt. Ist das Erscheinen eines Buches (auch wieder weltweit) von einem britischen Autor ein Indiz für eine aufgekommene Bewegung?

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  3. Ein Mensch begegnet Gott. Der sagt zu ihm: ‘Schau, ich war immer bei Dir. Siehst Du die beiden Spuren nebeneinander im Sand?’ Der Mensch sagt: ‘Immer dann, wenn es mir richtig schlecht ging, sehe ich aber nur eine Spur.’ ‘Da habe ich Dich getragen.’

    Ein sehr schönes, unmittelbar berührendes Bild. Man darf nur nicht weiter drüber nachdenken. Denn trägt dieser „Gott“ den Leidtragenden nicht selbst in das Unglück? Ist dieser phantastische „Gott“ nach einem christlichem Gottesbild nicht eigentlich der Verursacher Leids?

    Es ist geradezu absurd, anzunehmen, dass der Glaube an einen übernatürlichen Mann echten Halt und wirklichen Trost gibt. Beides gibt es nur in der Nähe anderer Menschen oder in der Meditation. Dass beides häufig mit dem irrationalen Glauben an ein gasförmiges Wirbeltier verbunden ist, erzeugt den bedauerlichen Eindruck eines kausalen Zusammenhangs. Hierbei handelt es sich allerdings lediglich um eine illusorische Korrelation.

    Die Botschaft auf und in den Bussen ist korrekt – und schon gar nicht christophob. Er spricht die Wahrheit aus und verbindet sie mit einem trostreichen Imperativ. Denn, wie sagte es schon der gute Wilhelm Busch:

    Mensch mit traurigem Gesichte,
    sprich nicht nur von Leid und Streit,
    selbst in Brehms Naturgeschichte
    findet sich Barmherzigkeit.

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  4. maximum77

    === schnipp ===
    Wo wird denn in diesem Spruch ein Gottesbild unterstellt?
    === schnapp ===

    nun, wenn man aufhören soll, sich Sorgen zu machen, weil es ja keinen Gott gibt, muss dieser Gott mit dieser Angst zu tun haben, den die Botschaft, dass es diesen nicht gibt, befreit. Man muss sich dann ja keine Sorgen mehr machen und kann genießen. Das ist dann ein anderer Gott als einer, der einem Halt im Leben gibt.

    Ich denke da an uralte Bücher mit Titeln wie ‚In der Hölle brennt kein Feuer‘, in denen ein Gottesbild vertreten wird, das keine Angst machen muss.

    Wenn jemand so ein Gottesbild hat, macht für den der Satz auf dem Bus keinerlei Sinn. Im Gegenteil, der Satz müsste ihm Angst machen. Denn wenn es den Gott, der ihn trägt, nicht gibt, kann der sein Leben nicht mehr genießen.

    Nur weil ich das in England gelesen auf einer Tafel gelesen habe:

    Ein Mensch begegnet Gott. Der sagt zu ihm: ‚Schau, ich war immer bei Dir. Siehst Du die beiden Spuren nebeneinander im Sand?‘

    Der Mensch sagt: ‚Immer dann, wenn es mir richtig schlecht ging, sehe ich aber nur eine Spur.‘

    ‚Da habe ich Dich getragen.‘

    Das scheint mir kein Bild von einem Gott zu sein, vor dem man Angst haben müsste.

    Ob das allerdings der Gott des Alten Testaments ist, der Menschenopfer einforderte oder Völker ausrotten ließ?

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  5. Ich verstehe deine Kritik nicht so ganz, oder vielleicht hab ich mich auch nicht richtig ausgedrückt.
    Ich fnde den Spruch auch gut und ich denke, dass Christen auch wie von dir beschrieben auf ihn reagieren sollten, wie von dir beschrieben(„Menschen, die in Gott ihren Halt im Leben gefunden haben, werden über diesen Spruch lächelnd hinweggehen“), und ich bin mir auch sicher, dass das einige tun. Der Autor des Artikels wirft dem Verfasser des Spruches allerdings vor „christophob“ zu sein. Das ist einfach nicht der Fall.

    „El Schwalmo sagt:
    ich sehe das ein wenig anders. In dem Spruch wird ein Gottesbild unterstellt, das viele Christen nicht haben.“

    Wo wird denn in diesem Spruch ein Gottesbild unterstellt?

    „Es gibt wahrscheinlich keinen Gott. Hört auf, euch Sorgen zu machen und genießt euer Leben“

    Gruß maximum77

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  6. maximum77

    === schnipp ===
    Wie schon gesagt, die einfache Meinungsäußerung von Atheisten wird als Provokation oder Drohung verunglimpft.
    === schnapp ===

    ich sehe das ein wenig anders. In dem Spruch wird ein Gottesbild unterstellt, das viele Christen nicht haben.

    Daher finde ich den Spruch gut. Menschen, die unter einem Gott leiden, sollen die Chance haben, sich von diesem loszulösen. Vielleicht bringt diese so eine Formulierung zum Nachdenken, die zu einer Befreiung von diesem Angstmacher führt.

    Menschen, die in Gott ihren Halt im Leben gefunden haben, werden über diesen Spruch lächelnd hinweggehen. In deren Augen ist diese Formulierung so gehaltvoll wie ‚Nichtglaube ist auch ein Glaube, also sind Atheisten gläubig‘.

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  7. „Die Initiative zu der christophoben Kampagne stammt von Ariane Sherine.“
    Inwiefern ist diese Kampagne oder der Spruch denn „christophob“?
    Es wird immer versucht von religiöser Seite, die einfache Meinungsäußerung von Atheisten als Hetze gegen die Religion darzustellen. Der Kampagne versucht lediglich einen Gegenpol zu den religiösen Werbekampagnen zu schaffen. Das Wort „christophob“ impliziert, dass Atheisten die Christen diskriminieren oder angreifen würden (Wenn jemand z.B. als homophob bezeichnet wird, unterstellt man ihm sich so Homosexuellen gegenüber zu verhalten).
    Das ist eine haltlose Unterstellung.
    Ich persönlich halte diesen Spruch für sehr harmlos, aber so eine Reaktion hätte man wohl bei jedem Spruch erwarten müssen.
    „Sherine hätte sich einen smarteren Spruch ausdenken müssen, wenn sie durch die Aktion konstruktive Diskurse hätte auslösen wollen. So wirkt es, als ginge es ihr um nicht als Provokation.“

    Wie schon gesagt, die einfache Meinungsäußerung von Atheisten wird als Provokation oder Drohung verunglimpft. Aber daran ist man ja gewöhnt.

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