Offensive der Gottlosen


brightsblog
Quelle: brightsblog

nachrichten.ch von Patrick Etschmayer

Erst London, dann Barcelona und vielleicht auch bald in Italien, Kanada und Australien: Auf öffentlichen Verkehrsmitteln machen Atheisten- und Freidenker-Vereinigungen Werbung für die Idee einer Welt ohne Gott, Himmel und Hölle. Die Reaktionen darauf sind zum Teil heftig – es gingen bei der britischen Werbeaufsicht 326 Beschwerden ein, die allesamt abgelehnt wurden – fühlen sich doch viele Gläubige provoziert.

Dabei waren es diese, die mit den öffentlichen Provokationen angefangen und ihre Parolen als erstes auf Londoner Bussen verbreitet hatten. Diese christliche Propaganda, welche ähnlich auch auf Schweizer Plakatwänden stattfindet, ging der freien Journalistin und Menschenrechtaktivistin Ariane Sherine so auf den Nerv, dass sie eine Internet-Sammlung startete, die ein Erfolg jenseits all ihrer Hoffnungen war. Statt der erhofften £ 5500 sammelte sie bis Anfang Januar £ 135’000, statt der 30 geplanten Busse sind unterdessen 800 in ganz Grossbritannien mit dem Slogan: «Es gibt wahrscheinlich keinen Gott. Also – keine Angst – geniesse dein Leben.» beklebt.

Unterdessen spielte sich in der Schweizer Provinz eine Schweizer Provinzposse ab: Als die Freidenker-Vereinigung konfessionslose Fahrgäste mit dem Rousseau-Zitat «Der Mensch ist frei geboren!» zu einem Bekenntnis zur Konfessionsfreiheit aufforderte, wurde dieses harmlose Plakat von den Verkehrsbetrieben St. Gallens nach Rückfrage beim Stadtrat abgelehnt. Der Grund: «Personen und Institutionen könnten in ihrer Ehre und Würde verletzt werden» – und die daraus folgenden Diskussionen hätten gezeigt, so der Stadtrat weiter, dass «diese Befürchtungen offenbar nicht unbegründet» gewesen seien.

weiterlesen

4 Comments

  1. @ Max Headroom… danke du nimmst mir die worte aus dem mund

    „es gibt einen gott!!!“

    da fühle ich mich auch beleidigt, wie kann jmd. mein gesunden menschenverstand anzweifeln

    Liken

  2. Da sieht man wieder, wie abgedreht der Planet Erde wirklich tickt. Hierzulande laufen NPD-Anhänger auf Demos mit ihren Plakaten rum. Sie halten ihren Arm tief, aber ihre Haare kurzgeschoren, ganz wie ihre Vorbildgeneration. Ihre Ideale sind seit über 60 Jahre im Krieg gefallen, aber ihnen wird die „Freiheit“ gegeben, dieses veraltete Ideal ganz öffentlich rauszuposaunen und durch die Straßen zu tragen. Und… die Bevölkerung hat ebenfalls ihren Senf dazu gegeben, sie mögen ihre Parolen ganz und gar nicht. Aber es ist eine Demokratie, und die beinhaltet eben auch die Freiheit, mit Gleichgesinnten zu demonstrieren.

    Wir alle wissen, dass rechts(-radikale) keinesfalls eine gute Figur in der (Aussen-)Politik machen würden, aber trotzdem sind sie leider immer noch stets Präsent… sogar in der Politik.

    Und nun kommen die „Gottlosen“ !!! Sofort in Deckung !!! Die Propagieren zwar keine nationalistische Gedanken, folgen keinem „Führer“, ja, sie kümmern sich gar überhaupt nicht einmal um irgendeinen überirdischen Führer, sondern wollen den „Menschen“ als Menschen darstellen ? Das besondere: sie wählen nicht die Demonstration, das Megaphon oder gründen gar eine politische Partei, sie fahren Sprüche durch die Gegend !! Ja, sind sie denn wahnsinnig ??? Wie PERVERS muss man sein, Sprüche (!) durch die Gegend zu fahren ! Wissen die nicht, dass unzählige Kinder diese Sprüche sogar lesen könnten und den unglaublichen Frevel der Nachfragerei ausüben könnten ? Wie sollen Eltern, wie Lehrer bloß reagieren, wenn kleine Kinder sie über „Gott“ befragen ? Um Gottes Willen ! Man sollte sofort ein Antrag auf Volksverhetzung, ja auf die geplante Vernichtung des (Gottes-)Staates stellen.
    … in dreifacher Ausführung und bitte im 4. Stock abstempeln, danke.

    Sch(m)erz beiseite…
    Homosexuelle haben sich „geoutet“, sie haben der Welt gezeigt, dass Homosexualität keine Krankheit ist, die betroffene zu Zombies machen, die kleine Kinder fressen. Sie haben gar in (komischen) Demonstrationen gezeigt, dass sie eine eigene Art der „Mode“ favorisieren. Christen haben ihren Weltjugendtag ebenfalls, sie zeigen, dass sie ihren Papst gehörig sind und gerne auf Feste feiern. Selbst Bootsbauer zeigen auf der „Boot“ Messe in Düsseldorf, dass sie eine Lobby besitzen und sich keinesfalls vor „Autofahrern“ verstecken müssen. Zur Zeit sind die Modedesigner auf „Welttournee“ und zeigen ihre spezielle Garderobe für Über-Gut-Betuchte Spezialisten auf allen Laufstegen der Welt… und die Welt schaut zu, ganz ohne Angst und Terror.
    Aber… hier geht es nicht um Boote, Kleider oder gar Päpste. Ist das vielleicht das bedrohliche Etwas, wovor alle Angst haben ? Oder doch nur die Tatsache, dass es Menschen gibt, die weder an den Weihnachtsmann, den Osterhasen und den unsichtbaren Bartträger und Erschaffer des Universums gibt ?

    Die „Offensive der Gottlosen“ ist nichts anderes als das simple Mund-Aufmachen von Menschen, die schon seit langer Zeit ganz friedvoll mitten unter den anderen Menschen leben. Die „Gefahr“, die geht sicherlich keinesfalls von diesen Menschen aus, sondern von den Menschen, die sich angegriffen fühlen. Der Spruch bzw. die Sprüche sind vollkommen harmlos. Sie haben z.Bsp. keinen Einfluß auf die Politik und favorisieren keine (linke/rechte) Partei. Sie diskriminieren auch keine Mitmenschen und Ausländer, sondern machen nur auf die Tatsache aufmerksam, dass man nicht alles „Glauben“ sollte, was einem da seit Kindesbeinen an eingetrichtert wurde. „Gottlose“ haben keinesfalls vor, die Welt zu vernichten und eine eigene Weltregierung aufzustellen, die über alles und jeden herrscht. Sie wollen keine eigenständige Kopfrasur und sicherlich keine Führerfiguren auf Podesten. Doch … anscheinend ist dies schon genug, sie anzugreifen und gar mit allen Mitteln zu bekämpfen. Und die Politik spielt gerne mit, schließlich sind es ja Wähler, die sich da melden 🙂 .

    Ich kann nur hoffen, dass diese „Outingwelle“ noch sehr lange anhält und nicht bald abflacht. Je länger diese „Gottlosigkeit“ bekannt bleibt, desto mehr Menschen könnten auf die Idee kommen, diese Plakate mal zu lesen und ggf. ihre eigene Einsicht zu hinterfragen. Und vor allem, desto mehr „Gottlose“ werden erkennen, dass sie nicht alleine dort draussen sind. Wenn sich kahlrasierte Hirnamputierte sich treffen und laut ihre gefährlichen Parolen rumgröhlen (dürfen!), dann sollten Gottlose sich keinesfalls durch irgendwelche „beleidigten Gläubige“ zurückschrecken und weiterhin erkennbar machen, dass sich die Welt auch ohne Allahs/Jahwes/Shiwas/Krischnas/… Einmischung weiterdreht, und dass all diese Gottheiten weiterhin schön brav ihre eigene Privatsache bleiben, aber in der Öffentlichkeit seichtere Töne spielen sollten.

    Liken

  3. und als nächstes dann „du weißt bescheid“ mit dem gottlosen Logo.
    Kann man nicht verbieten… 😉

    Liken

Kommentare sind geschlossen.