Dodo des Monats Februar 2009


Dodo des Monats Februar 2009
Dodo des Monats Februar 2009
Quelle: traditio.com
Quelle: traditio.com

Franz Schmidberger hat überwältigend den Dodo des Monats Feburar 2009 gewonnen. Nicht verwunderlich, nach einer Aussage, die den säkularen Staat als Übel ansieht und der verändert werden muss. Diese Person Schmidberger, mit seiner Bruderschaft, ist gegen alles, was in den letzten Jahrhunderten an Fortschritt in die menschliche Gesellschaft Eingang gefunden hat. Politisch-ideologisch reaktionär, konservativer als die katholische Traumfabrik in Rom, meinen sie der Welt erklären zu müssen, wie Gesellschaft, Kultur und vor allem Demokratie zu gestalten wären. Auf letzteres würde dann natürlich zu verzichten sein. Der Dodo der Ewiggestrigkeit hits the nail on the head, da bleibt nichts überstehen, da gibt es nichts zu entschuldigen.

Diese katholisch im Katholizismus verhaftete Ideologie der Bruderschaft ist nicht von dieser Welt. Für Bruderschaft kann jeder getrost ein anderes Wort wählen, „Gang“, „Bande“, „Racket“, „Clique“ oder „Korona“, es passt in jedem Falle. Geschützt werden sie nur durch die römische Traumfabrik. Man beschimpft sich gegenseitig, das Papsttum sei eine »Schaubuden-Institution«, und bis aufs Mark verfault, ändern tut sich nichts. »Die Kameradschaft für Religion und Information« betreibt die inoffizielle Webseite der „Bande“, unter der Domain kreuz.net. Weil sie die inoffizielle Plattform der katholischen Traditionalisten ist, bekommt man sehr genau den ungefilterten Geist der Szene mit. Auf der Suche nach einem Image für Schmidberger überrascht es nicht, die ersten Bilder von ihm auf kreuz.net zu finden. Dort auf kreuz.net spricht man schon einmal vom „Williamson-Progrom“ und äußert den Wunsch sich nicht dem „Holocaust-Dogma der Synagoge Satans“(Vatikan) zu unterwerfen. Dass ist konsequent das zu Ende gedachte Übel des säkularen Staates. Dort kann man dann auch lesen wie die Gangster über den Holocaust denken, Pater Nikolaus Pfluger, erster Assistent der Pius-„Bande“: »Die Kirche kennt viele Dogmen, aber nicht das Dogma des Holocaust.«

Diese Gangster leben von Spendengeldern, 600.000 Mitglieder soll die Pius-Bande haben,  unter Schmidbergers Leitung haben sie die Bedeutung erlangt, derer sie sich heute bedienen. Angesichts der ganz offenen betriebenen Volksverhetzung muss man sich die Frage stellen, wann die Behörden einschreiten. Es gibt Extremisten in unserer Gesellschaft, die sich für weitaus weniger relevante Aussagen strafrechtlich zu verantworten haben.

Mit der Aufhebung der Exkommunikation der „Brüder“ durch Herrn Ratzinger, kann man ihm die Sensibilität eines Brontosauriers bescheinigen, die Dementis sind amöbenhaft.

11 Comments

  1. Ich gratuliere den Herrn Schmidberger zu seiner Auszeichnung, er sollte sich den Dodo um den Hals hängen, damit die Leute ihm auf dem Weg ausweichen können.

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  2. Andreas A.:

    Könnte man nicht auch den Dodo des Jahres vergeben?

    Ja und ist auch beschlossen. Wird mit der Erweiterungs des Blogs kommen.

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  3. Evolutionäre Humanisten können dem Naturrecht (und den Menschenrechten ?) nach der „neurobiologischen Kränkung“ auch nicht mehr viel abgewinnen und sehen darin eher eine „falsch bezeichnete ethische Theorie mit einer naturalistischen Metaethik“.
    Letztbegründung von elementaren Normen, goldene Regeln, alles so eine Sache….

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  4. @molosovsky:

    ist ja irgendwie auch nicht ganz unpassend: für die Rechtfertigung der Monarchie würden die Pius-Jünger den Naturrechtsbegriff sicher gerne verwenden.
    Ich bin mir nur nicht sicher ob wir ohne mittelalterlichen Naturrechtsbegriff unseren heutigen Menschenrechtsbegriff hätten, so komisch das auch klingen mag.
    Schmidtberger glaubt nun aber im Wahn er hätte damit das Copyright auf alle aufklärerischen Freiheitsbegriffe. Das ist so verrückt, das es schon fast wieder auf eine perverse Art faszinierend ist.

    Würde sich Voltaire für eine Beobachtung der Pius-Sekte durch den Verfassungsschutz einsetzen ?

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  5. Danke für die Korrektur, Sketisch.
    Deshalb hatte ich die Fragezeichen angebracht, denn bei Schmidberger ist keineswegs klar ersichtlich, was er unter Naturrecht versteht. Und es gibt nun mal neben der Sicht des Aquinaten auch die, das das Naturrecht das recht des Stärkeren ist.

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  6. molosovsky interpretiert eine der schwachsinnigen Schmidtberger-Thesen so: „Es gilt das von GOtt kommende Naturrecht (¿des Stärkeren?)…“.
    Die Hinzufügung „des Stärkeren“ stammt von ihm und verfehlt in diesem Fall den Sachverhalt, da der z.B. von T.von Aquin entwickelte katholische Naturrechtsgedanke auf seinem antiken Vorbild aufbaute, weiter auf den scholastischen Individuums- und Personenbegriff ausgebaut wurde, der letztendlich mosaisch geprägt ist, bis die Aufklärung ihn dann gegen die Kirche selbst angewendet hat.
    „Recht des Stärkeren“ assoziiert also etwas anderes.
    nickpol zitiert dann offenkundig diesen Blog:
    („Liest man sich die Programmpunkte der “Bande” durch“..,
    „Grundsätze einer christlichen Gesellschaftsordnung: Es gilt das von Gott kommende Naturrecht („des Stärkeren“)“.)

    Die Interpretation von m. wird so zum Schmidtberger-Zitat und das Fragezeichen bei „Stärkeren“ wird weggelassen.

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  7. Liest man sich die Programmpunkte der „Bande“ durch, so sind sie gegen fast Alles, was den demokratischen Rechtsstaat ausmacht.
    Grundsätze einer christlichen Gesellschaftsordnung

    Es gilt das von GOtt kommende Naturrecht („des Stärkeren“), und somit die übernatürliche Heilsordnung der Mutter Kirche ohne Wenn und Aber für alle Menschen nach dem Sündenfall (damit sind wir gemeint).
    Wählen sollten nur noch Familienoberhäupter dürfen. Keine Singels, keine Frauen. Unfruchtbare und anderwertig Kinderlose haben Pech gehabt.
    Parteien sind des Übels, denn sie spalten das Volk. Christliche Männer, sittlich reif und reich an Lebenserfahrung sollten sich um das Gemeinwohl kümmern.

    any questions?

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  8. Als „Bande“ oder Gangster hätte ich sie jetzt nicht gerade bezeichnet, jedoch wendet sich gegen Schmidberger gegen ganz wesentliche Punkter Menschenrechte:

    Wiedereinführung der Todesstrafe, damit auch Anzweiflung der Menschenwürde, Einstampfung der Religionsfreiheit (anderer), Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes, Demokratieprinzip, es wird einfach alles in Frage gestellt.

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