Bullshit goes on


Quelle: chillclub.net
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Völkerball statt Counter-Strike

netzeitung.de

Die Stadt Stuttgart hat einen Computerspiel-Wettbewerb abgesagt, auf dem auch Ballerspiele zum Einsatz kommen sollten. Das hätte nicht sein müssen. Maik Söhler macht einen Vorschlag zur Güte.

Man kann es verstehen und doch wieder nicht: Die Stadt Stuttgart hat wegen des Amoklaufs von Winnenden den Computerspiel-Wettbewerb «Intel Friday Night Game» abgesagt, der am Freitag in der baden-württembergischen Landeshauptstadt stattfinden sollte.

Man kann es verstehen, weil zu den Spielen, die traditionell beim «Intel Friday Night Game» zum Einsatz kommen, auch der umstrittene Ego-Shooter Counter-Strike gehört. Muss nicht sein, zumindest nicht jetzt. Man kann es nicht verstehen, weil es zwischen dem Amoklauf und Counter-Strike sowie anderen Ballerspielen keinen bewiesenen, empirisch fundierten Zusammenhang gibt.

«Angesichts der Ereignisse und des schrecklichen Amoklaufs in Winnenden und Wendlingen, bei dem 15 Menschen getötet wurden, können wir eine solche Veranstaltung derzeit in unserer Stadt nicht akzeptieren», argumentiert die Stadt Stuttgart. Man habe zuvor versucht, die Veranstalter zu bewegen, andere Spiele zu verwenden. Dies aber hätten die Veranstalter abgelehnt, schließlich fänden im Rahmen der «Intel Friday Night Game» Spiele der ESL Pro Series – der Computerspiel-Bundesliga – statt.

Counter-Strike

Auch das kann man verstehen und doch wieder nicht: Wäre Tim K. zuvor als gewaltbereiter Hooligan des VFB Stuttgart aufgefallen, hätte gewiss niemand dem Verein vorgeschlagen, bei seinem nächsten Heimspiel besser einen Trampolin-Wettbewerb zu organisieren als mit dem Fußballspielen fortzufahren.

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11 Comments

  1. @André
    „Die scheiß Waffenmesse zwei Tage nach Winnenden wurde nicht abgesagt. Aber ‘ne Computerspielmesse.“

    Auf Waffenmessen wird ja auch nicht „auf Menschen“ geschossen. Man verkauft ja nur und berät die Treffsicherheit bzw. die technischen Eigenschaften einer möglicherweise zum Schießsport oder zur Jagd benutzen „Instrumentes“. Falls beim trimmen der Nasenhaare zufällig so ein Gegenstand mal losgeht, tja, dann sind das kleine Kollateralschäden und haben natürlich nichts mit der Veranstaltung zu tun. Ganz im Gegensatz zu Spielemessen wie die Games Convention. Dort werden Kinder an Projektilwaffen, teils sogar an Plasmagewehren (!) für den Kampf gegen Menschen oder Ausserirdischen ausgebildet. Diese Tötungssimulationen unter der Führung gewisser Terroristenbosse wie Todd Hollenshead, dem Boss der Waffenfirma „id Software“, führen anscheinend zu Massenmorden in der unsrigen Gesellschaft. Wir alle wissen, dass Sebastian und Kim sich per Headset verständigt und ihre Taktiken dauernd besprochen haben. Und zwar direkt mit der Führungszentrale in USA 😉 .

    Naja, das hier ist letztenendes keine „Spielemesse“, sondern eine Wettbewerbseveranstaltung. Und da auf dieser Veranstaltung auch „erwachsene“ Spiele gespielt werden, muss laut Geset für Jugendliche der Zugang zum Wettbewerb eingeschränkt werden. Sprich: Spiele ab 18 kriegen nur Spieler mit diesem Alter zu sehen. Punkt. So steht es im Gesetz, und so wird es dann auch gemacht.

    Das „nach Gefühl“ oder durch „Scheinpietät“ dann beschlossen wird, eine ordnungsgemäß angekündigte Wettbewerbsveranstaltung kurzerhand zu kippen, ist ein starkes Stück. Würde man Politiker ebenfalls „nach Gefühl“ kippen können, hätten wir mit dieser … äh … Logik … schon viele Katastrophen aufhalten können. Zumindest kommt es mir so vor 😉 .

    „Bei soviel bescheurten Menschen, da möchte man ja glatt Amok laufen.“

    Glaube mir, die Gehirnzellen der dafür zuständigen Personen sind schon Amok gelaufen und befinden sich irgendwo südlich des Horizonts, irgendwo hinter Palmahausen. Man warnt uns gerne, nicht voreilig zu entscheiden und wohlüberlegt die Lage zu überprüfen. An allen Ecken und Enden wird uns dies suggeriert, nicht zuletzt durch die „rasante Aktionsbereitschaft“ unserer Regierung. Da müssen Fakten geprüft und ordnungsgerechte Wege gegangen werden. Wenn aber die B*LD mit einem „Killerspiel“ Aufmacher kommt und in jedem zweiten ZDF-Ticker das Wort auftaucht, dann scheint dies Überprüfung genug zu sein. Man fand bei ihm zuhause Schallplatten von den Beatles im Schrank des Vaters. Ergo müssen ganze Flohmärkte abgesagt werden, da potenzielle Terroristenausbildungslieder dort ganz legal verkauft werden können. Ausserdem könnten sich gemeingefährliche und höchst bedrohte Kinder und Jugendliche über die möglichen Amokläufe beraten. Nichts ist schlimmer als eine organisierte Terroristenzelle voller 12-jähriger Kinder, die mit Kalaschnikovs und Sprengstoffgürteln um sich schiessen.
    Naja, virtuell schiessen dürften bei dieser Veranstaltung zwar nur 16-jährige oder gar ältere, und dies ist von einem oder zwei „Prüfer“ in Zivil wohl sehr leicht überprüfbar, aber das dürfen wir ihnen nicht sagen ! Ansonsten kommen die fortgelaufenen Gehirnzellen gar wieder zurück 😉 .

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  2. Zum Kotzen, diese Pseudomoral. Die scheiß Waffenmesse zwei Tage nach Winnenden wurde nicht abgesagt. Aber ’ne Computerspielmesse. Bei soviel bescheurten Menschen, da möchte man ja glatt Amok laufen.

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  3. *grmbl* Jeder, der von den wahren Ursachen von Suiziden und erweiterten Suiziden ablenkt und stattdessen Nebelkerzen wirft und Sündenböcke jagt, ist mitschuldig daran, dass solche Taten nicht verhindert werden.

    Dass Politiker in Blut baden ist nun nichts Neues. Dass aber auch Winnender Familien mit einer Arschbombe ins gut gefüllte Becken springen, das hat mich dann doch enttäuscht. Okay, nicht direkt enttäuscht, schließlich war es vorhersehbar; aber ich habe mir doch gewünscht, dass ihr Bedürfnis, anderen Jugendlichen das Schicksal ihrer Kinder zu ersparen, stärker wäre als ihre Sehnsucht nach Kontrollillusion und wohltuendem Aktionismus…doch stattdessen hat erneut die Selbstsucht gesiegt.

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  4. @px456
    Da Du mit einer Schusswaffe auf ein zweibeiniges „Lebewesen“ zielst und schiesst, und der Grund der Tötung die erhöhte Punktzahl ist, wird die gesammte Quake-Serie inklusiver der modifizierten Engines auf der Stelle von der Bundesregierung beschlagnahmt und verboten. Es darf nicht sein, dass sich mündige Bürger, ganz normale Menschen mit Vernunft und Ethik, gegenseitig umbringen. Naja, wenn auch virtual. Die Ermordung anderer Mitbürger wird nicht geduldet. Schließlich gibt dies ein schlechtes Vorbild für die kleine 6-jährige Tina mit ihrem Lolli im Mund. Völlig egal ob es sich um Quake und seine futuristische Plasmagewehre oder Counter-Strike und die bekannte AK-47 handelt. Solange ein Fadenkreuz gezeigt wird und das „Gegenüber“ menschenähnliche Züge vorweisen kann (Beine, Unter-/Oberkörper, Arme und ggf. einen Kopf), wird die staatlich geölte Verbotsmaschinerie hochgefahren und das Trompetengeheul über Kinderpornos und Nazivergangenheit losgelassen.

    Das dies klappt, beweist eine Großstadt wie Stuttgart wohl allzugut.

    Glücklicherweise sind Hochglanzmagazine über die neuesten Militärmaschinen und den dazugehörigen Waffenläden keinesfalls von einem Verbot betroffen… sind sie ja schon – wie die Spiele – erst für Volljährige zugänglich. Naja, zumindest die Waffen, denn die Zeitschriften werden anscheinend weiterhin frei zugänglich angeboten, wenn man einen Blick durch den gut bestückten Bahnhofsbuchhandel schweifen lässt.

    Ein schöner Übergang zu @Gwendolan 😉

    Was verboten gehört ist doch ganz klar… virtuelle Schusswaffen ohne reale Munition, die bei abgeschaltenem Lautsprecher noch nicht einmal einen Laut von sich geben und bei abgeschaltenem Monitor tatsächlich nicht einmal als Pixel existent sind, reichen vollkommen aus um aus braven Schulkinder amoklaufende Terroristen zu machen. Es muss doch klar sein, dass um sich schiessende Ex-Schüler gern gesehene Gäste von Trainingscamps (besser bekannt unter dem Begriff „LAN-Treffen“) waren. Die Abschiedsbriefe strotzen nur so vor „LOL“s und „Fragging“-Ausdrücken, wie sie von solchen Cyberterroristen benutzt werden. Und die getragenen T-Shirts mit martialischen Computerausdrücken zeugen von einer bewegten Spielevergangenheit.

    Gut, alles vollkommen frei von mir erfunden, aber entspricht verblüffenderweise die Ansicht, die normale Menschen nach einem „Tatsachenbericht“ im TV über Computerspieler denken. Was die stuttgarter Stadtführer da veranstalten ist für mich nichts anderes als blindes rumstochern im Ameisenhaufen und die Hoffnung, durch das pieksen vielleicht einen „potenziellen Amokläufer“ vom Spielen abzubringen. Wärenddessen „darf“ der Schützenverein weiterhin seine Tätigkeiten nachgehen und mit „sehr realitätsnahen“ Waffen hantieren. Ist ja nix schlimmes dabei, man schiesst ja nicht auf Menschen. Gut, in Computerspielen wird zwar ebenfalls kein Mensch verletzt, ja er spürt nicht einmal einen Rückstoß seiner Waffe (Mausklick), aber das muss ja nichts heissen 😉 . Auch das nach ca. 3 Minuten durchschnittlicher Rundenzeit in Counter-Strike ein biblisches Wunder geschieht und sämmtliche (!) Spieler wie durch ein Wunder wieder quicklebendig und vollständig bekleidet auferstehen, ist nicht von Belang. Warum auch… Die „Auferstehung von den Toten“ ist ja nur virtuell. Davon kann die Kirche nur träumen, denn die haben noch nicht einmal das 😉 .

    Die Logik, die Du da zeigst, ist leider an manchen Machtstellen nicht angekommen. Und die haben das letzte Wort. Diese paar „Zocker“ sind sowieso in den Augen der Volksverdreh… äh … vertreter nur ein verschwindend kleiner Teil und es lohnt sich (finanziell) nicht, denen auch nur 5 Minuten Aufmerksamkeit zu schenken. Schließlich gibt es wirklich wichtige Probleme. Die SPD und die CDU streiten sich z.Zt. lauthals um die Abwrackprämie !! Es geht hier um hunderttausende, ja millionen von Arbeitsplätzen, vielleicht gar um milliarden ! Es ist *wesentlich* wichtiger, alte Autos in den Müll zu werfen und am liebsten den Kauf von neuen zu forcieren, als sich Gedanken über eine bessere Schul- und Erziehungspolitik zu machen.
    Dabei liegt die Lösung doch klar vor einem: Killerspiele verbieten, mehr Kirchen bauen und die katholische Lehre als Staatsreligion fundamental im Grundgesetz verankern. Nur wenn wir wieder die alte harte Rute kennenlernen, werden wir zur alten Stärke zurückkehren und Deutschland wird wieder das Land der Dichter und Denker. Mit Amerika und der Bush-Agenda hat es doch auch geklappt. Die wurden wieder zu Cowboys und jagten virtuelle Indianer. Zwar im falschem Land, aber über solch kleine Kinkerlitzchen macht man doch ruhig den Teppich drüber. In Zeiten des Internets downloaded man einfach ein neues Rocky Mountains Wallpaper und schon stimmt das Bild wieder 😉 .

    Argh… genug Satironie für heute… hab‘ noch einen Termin mit meinem Fadenkreuz. Wir beide wollen heute ausserirdische Invasoren zu einem friedlichen Miteinander überreden – mit Schutzschild und Plasmatorpedos 😉 .

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  5. Logik für Anfänger:Richtige Waffen töten richtige Menschen. Virtuelle Waffen töten Spielfiguren. Welche muss man verbieten, um richtige Menschenleben zu retten?

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  6. Ehrlich gesagt, haben all die, die auf CS und CS Source rumhaken überhaupt keine Ahnung. Dieses Spiel ist doch total lahm und langweilig.

    Richtig Action gibt es nur bei Spielen, die auf Quake3 basieren, welches indiziert wurde. Ohne einen Euro auszugeben, kann man sich Openarena und Urbanterror runterladen. Daher ist es mir auch wurscht, ob die Pappenheimer CS oder CS Source verbieten. *kopfschüttel*

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  7. 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂
    HAHAHAHAHA Ich kann nicht mehr !! HAHAHAHAHA

    – die deutsche Bundesliga mit Tütü… weil beim letztem Länderspiel Chinas jemand gefoult wurde.

    – Michael Schumacher auf einem Dreirad, weil durch übermäßige Geschwindigkeit in Stockholm ein Kind totgefahren wurde.

    – die amerikanische Blue Angels Kunstflugstaffel mit Playmobil-Flugzeuge, weil in Japan ein Flugzeug bei der Landung in Flammen aufging.

    – Galeria Kaufhof verzichtet auf den Verkauf von „Killerspiele“, obwohl AFAIK niemand in meinem Freundeskreis jemals bei GK einen Ab-18 Titel kaufte… falls er sie mit Glück zu Gesicht bekommen hat.

    Und jetzt gibt es virtuelles Völkerball und Tennis, weil ein Schüler aufgrund von XXXX (Grund bis heute Unbekannt) mit der Schusswaffe seines Vaters in seiner Ex-Schule ein Massaker veranstaltete. Weder das Setting, noch die „Tötungsinstrumente“ oder gar die Thematik an sich findet sich in Counter-Strike. Es wäre logischer die Sparkassen zu schließen, weil in Stuttgart mal bei einem Banküberfall eine Geisel ums Leben kam, als das man eine LAN-Veranstaltung behindert, weil einer der Spieletitel sich auch auf dem Computer des Amokläufers befand.

    Der althergebrachte Witz über das gemeinsame Brot und die gemeinsame Unterhose passt hier einfach perfekt ins Bild. Tatsächlich … perfekt ins Bild.
    Ich warte auf den Tag, an dem eine Stadt die Dorfkirche schließen lässt. Die Gefahr, dass man Kinder und Jugendliche zu Staatsfeinden umpolt dürfte dank den Äußerungen einer sogenannten Pius-Bruderschaft wohl als gegeben angesehen werden. Und da habe ich die ganzen langen Finger nicht einmal mitgerechnet, die manchen Pfarrer „versehentlich“ statt nach dem Messwein nach dem Arm des Schützlings greiffen lässt. Aber wir wissen ja… sowas gilt nur als peinliche „Ausnahme“, denn die Kirche „bildet ja keine Kinderschänder aus“. Bei „Killerspiele“ sieht die Sache natürlich gaaaaaaaaaanz anders aus. Seit vielen Jahren finden weltweit Wettbewerbe statt, Profispieler messen ihre virtuellen Kräfte bei Wettbewerben. Aber weil das Spiel eben auf dem Computer lag gilt es als gewaltauslösendes oder gar „amoklauftrainierendes“ Stück Dreck. Ein Traum für alle, die die Wirkung von Falschinformationen studieren wollen 😉 .

    Und hier finde ich es einfach „negativ-fantastisch“, dass diese digitale Unterhaltungsform einfach keine Lobby und keine aufklärende Organisation besitzt. Sowas wie der „Zentralrat der Computerspieler“ wird wohl weiterhin im Reich der Träume verweilen. Somit „darf“ weiterhin auf Computerspieler rumgehackt werden und sich dem projiziertem (Fantasie-)Bild der Medien hingeben, dass „Killerspiele“ die Kinder zu gewissenlosen Tötungsmaschinen machen…

    Und was ist die Konsequenz, die man aus dem Massaker in Winnenden gelernt hat ? Natürlich sind Schulpsychologen weiterhin Mangelware, Schulklassen werden seit der Tat unverändert weitergeführt und Lehrer weiterhin unkontrolliert gelassen. Brot darf weiterhin verkauft und Unterhosen getragen werden. Doch die „Killerspiele“ bekommen den Stempel der Ächtung aufgedrückt. Führt schon soweit, dass Compi-Sportler nicht auf den Sportplatz dürfen… der Stuttgarter Schützenverein ballert aber weiterhin auf ihren Ständen mit Groß- und Kleinkaliber rum, als ob nie was geschehen wäre. Einfach genial, diese Strategie. Respekt ! Den Vogel der Woche hat Stuttgart schonmal verdient, auch wenn sie noch eine ganze Ecke vom Dodo entfernt ist 😉 .

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