190.000€ für die Katz und die Ewigkeit


Quelle:wikipedia
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Der Vertrag zwischen Schleswig-Holstein und dem Heiligen Stuhl wird morgen im Landtag nicht nur bei der Opposition auf Widerstand stoßen. Auch ein gutes Drittel der SPD-Abgeordneten will den Regierungsentwurf ablehnen – ein Novum in der Großen Koalition.

KN-online

Als Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Erzbischof Jean-Claude Périsset im Januar das Vertragswerk unterzeichneten, sprach der Regierungschef stolz von einer „neuen Kultur der Partnerschaft“. Auf 21 Seiten regelt der „Acccordo fra il Land Schleswig-Holstein e la Santa Sede“, wie der Vertrag auf Italienisch heißt, die Beziehungen des Landes mit der römisch-katholischen Kirche – und legt unter anderem die Zahlung einer Staatsleistung von jährlich 190000 Euro fest.

Im Vergleich zu den Milliardensummen, die für das Rettungspaket der HSH Nordbank notwendig sind, klingt diese Summe zwar vergleichsweise bescheiden. Doch die Abgeordneten, die sich an dem geplanten Abkommen stören, geht es ohnehin nicht nur um die finanziellen Auswirkungen, sondern vor allem ums Prinzip.

„Weltliche Gesetze sind nicht für die Ewigkeit gedacht“, sagt beispielsweise der SPD-Politiker Günter Neugebauer, der sich an der so genannten Ewigkeitsklausel stört. „Wenn das beschlossen wird, ist das eine Missachtung aller Parlamentarier, die nach uns kommen, weil sie praktisch keine Möglichkeit haben, etwas an dem Vertrag zu verändern.“

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Wikipedia:

Bei einer Einwohnerzahl von 2,82 Millionen, sollen 6,1% der Einwohner katholischen Glaubens sein, das sind rund 170.000. Für diese  religiöse Minderheit im Norden Deutschlands wird ein Vertrag mit dem Vatikan abgeschlossen.(völkerrechtlich)

13 Comments

  1. @ nickpol
    *lach* Das war böse…aber Du hast Recht, ich hätte es in einen Killerspielthread schreiben sollen 😉

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  2. Warum bekommen die so wenig? Wie wird der Rest abgerechnet?

    Hier mal eine Zusammenfassung:
    Schleswig-Holstein:

    Die direkten (offenen) Gesamtleistungen beziffern sich aus:
    1.Staatsleistung an die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche
    2.Dotationen für die Römisch-Katholische Kirche in Schleswig-Holstein
    (Besoldungszuschüsse für katholische Pfarrer)
    3.Besoldungszuschüsse für die altkatholische Gemeinde Nordstrand
    4.Zuschuss an die Domgemeinde Ratzeburg
    5.Zuschuss an die Evangelisch-Reformierte Gemeinde Lübeck
    5.Sonderzuschuss für die altkatholische Gemeinde Nordstrand
    6.Zuschüsse an die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit
    7.Religionsunterricht
    8.Zuschüsse für drei Privatschulen in kirchlicher Trägerschaft
    (gerundet 30% der Gesamtförderung)
    9.Anstaltsseelsorge

    Gesamtsumme:
    2001: 10.916.300 Euro
    2002: 37.803.500 Euro
    2003: 41.203.200 Euro
    2004: 41.621.650 Euro
    2005: 42.282.700 Euro

    Nicht gerade gespart, seit 2001…

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  3. So lange die Politik Gelder aller Steuerzahler an diejenigen Bürger auszahlt, die weltanschaulich organisiert sind, kann man nur empfehlen, selbst weltanschauliche Organisationen zu gründen und auf Basis des Gleichheitsgrundsatzes entsprechende Gelder einzufordern.

    Das ist alles kein Idealfall, das Vorgehen der Politik ist aber einfach zu frech.

    Wer meinen Namen anklickt, kommt zu so einer „Organisation“.

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  4. ja, um Politiker zu werden, muß man einen Befähigungsnachweis haben. und wer irgendwas kann, ist dann halt unfähig….
    Die Kirchen wissen das und freuen sich drüber.
    Wohin einen fehlendes Denkvermögen so bringen kann…

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  5. Unglaublich, was ich hier lesen muss!

    Die RKK will jährlich von Schleswig-Hohlstein 190.000 Euro für „Staatsleistung“ kassieren. In diesem
    Knebelvertrag ist auch eine „Ewigkeitsklausel“ enthalten, die Überprüfungsklausel, wird selbstverständlich vom
    Vatikan abgelehnt, wer mit der Mafia kooperiert, weiß wie man „Verträge“ abschließt. Als wäre das noch nicht dreist genug, verlangt das Altersheim aus Rom, dass die Privilegien, die man durch Onkel Adolf erhielt, erhalten bleiben müssen. Das nenne ich Seriosität. Wenn die RKK auch so „verhandlungswillig“ ist, wie die EKD, nämlich gar nicht, dann gute Nacht Schleswig-Hohlstein.
    Mein Tipp: Finger weg!

    Ich bezweifle stark, dass dieser „Vertrag“ so zustande kommt, dafür hat die RKK in Schleswig-Hohlstein,
    einfach zu wenig Politikern den Kopf verdreht, die dafür sorgen würden, dass es der Kirche gut geht.

    Katholische Philosophie:

    Man sorgt, dass der Mensch (Politiker) glaubt, je mehr er glaubt, desto weniger weiß er. Je weniger er weiß, desto dümmer
    ist er. Je dümmer er ist, desto leichter kann er abgezockt werden.

    Und dann rollt auch der Rubel.

    Was ist, wenn sich Schleswig-Hohlstein der Zahlung widersetzt, marschiert dann die Kasperlarmee (Schweizergarde) in das Land ein, weil sie kein Schutzgeld bezahlt will? Papamobil gegen Panzer, Schwert gegen Sturmgewehr.
    Exkommuniziert, werden die Politiker sicher nicht werden, es hat ja niemand abgetrieben.
    Wenn man schon 190.000 zahlen „muss“, dann bitte in Italienische Lira (98 Euro).

    @Rudolph

    Gegenleistung des Vatikans?

    Man ist nutzlos da, und verprasst den Zaster.

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  6. Als gäbe es nicht schon genug Knebelverträge zwischen Staaten und Vatikan.
    Außerdem verstehe ich nicht, warum bei der Auflösung der Naziverträge mit dem Vatikan verhandelt werden muss. Einfach machen! Es passiert doch auch in ausreichend anderen Bereichen, seien es nun gebrochene Wahlversprechen oder Steuererhöhungen. Es wird sonst niemand auch gefragt, was seine guten Seiten hat, da sich sonst nie etwas ändern würde.

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