Eine Erde voller Arten


Darwin und die Arten © Moritz Salinger / IMSI MasterClips / Michal Maňas / gemeinfrei / Maull und Fox / Copyright ausgelaufen
Darwin und die Arten © Moritz Salinger / IMSI MasterClips / Michal Maňas / gemeinfrei / Maull und Fox / Copyright ausgelaufen

Darwins Vermächtnis in der heutigen Evolutionsbiologie

(scinexx)Das Besondere am Planeten Erde sind seine Belebtheit und sein großer Artenreichtum. Viele Phänomene, die Charles Darwin bereits vor 150 Jahren beschäftigten, geben auch heutigen Evolutionsforschern noch Rätsel auf. Hier bringt die Anwendung molekulargenetischer Techniken zunehmend Licht in das Dunkel.

Die zur Zeit Darwins beherrschende Frage war, ob biologische Arten – also die Kategorien, in die wir Menschen unsere belebte Umwelt intuitiv einteilen – veränderlich sind, oder ob sie unverändert so fortbestehen, wie sie von einem Schöpfer geschaffen wurden. Die Naturforscher jener Zeit waren sich bereits weitgehend darin einig, dass Arten sich verändern. Lediglich über den Mechanismus, der diesen Prozess antreibt, war man sich nicht im Klaren.

Es ist das große Verdienst Darwins, im Prinzip der natürlichen Selektion den grundlegenden Evolutionsmechanismus erkannt zu haben, der seither in unzähligen Beobachtungen und Experimenten bestätigt wurde. Die Evolutionstheorie erklärt aber nicht nur die Artenvielfalt, sondern sie ist für die gesamte Biologie von grundlegender Bedeutung. In fast allen biologischen Disziplinen – zum Beispiel der Ökologie, Ethologie und Biodiversitätsforschung – stehen Arten im Mittelpunkt der Betrachtung. Dies ist Grund genug, sich näher mit dem Begriff der Art zu befassen.

Wie kann man eine Spezies von der anderen unterscheiden? Welche Möglichkeiten gibt es, Arten zu „enttarnen“? Wie reagieren die Tier- und die Pflanzenwelt auf den Klimawandel? Dies sind nur einige der Fragen mit denen sich Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt beschäftigen.

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Inhalt:

Bruno Streit, Markus Pfenninger und Klaus Schwenk / Forschung Frankfurt

1 Comment

  1. Die Evolution gilt für alle Disziplinen, auch das was bewusste Wesen denken.

    Danke für den Hinweis, dass Darwin eine wesentliche Stufe auf der Treppe der biologischen und kulturellen Evolution war, die nicht nur naturwissenschaftlichen Durchbruch zur Aufklärung eröffnete, sondern den theologischen Dogmenapparat in Bewegung brachte. Und m.E. lässt sie so erst auch das empirisch belegen, was das Wesen des Neue Testament ausmacht und selbst der vielgescholtene, aufgrund seiner Vorpägung und Kirchenverantwortung im rein biblischen Fundament bleibende Cheftheologe der Christen in Wirklichkeit als historischen Jesus bekennt:

    Darwin verhalf einer evolutionären Logik (Benedikt XVI. spricht von schöpferischer Vernunft) zum Licht, der wir alles verdanken und die eine bisher rein mystisch-dogmatischen Welterklärung mit neuem Inhalt füllte, so das ausmacht, was die Juden Wort/Vernunft nannten. (Heute in wissenschaftlicher Grammatik zum Ausdruck kommt.)

    Die Univeralisierung des Monotheismus bzw. die Verwandschaft aller Lebewesen, die alle in gleicher Logik scheinbar aus Sternenstaub hervorgegangen sind, ist dabei ein weiterer wesentlicher Schritt, der sich in ähnlicher Weise zur Zeitenwende nachblättern lässt. Während sich das Judentum auf das Gesetz (letzlich Dogmen) berief, die Volksgeschichte bzw. Geschichten, ging die neue Botschaft der Zeitenwende an Juden und Heiden. Sie ließ griechisch-jüdische Glaubensaufklärer die Prinzipien der philosophisch-monistischen Welterklärungen als Sohn (irdische Vermittlung schöpferischer Wirk-lichkeit) sehen, das natürliche Werden, den modellhaft gezeichneten Lebensfluss als Wort verstehen, dem dann ein zeitgemäßes, kulturgerechtes Gesicht gegeben werden musste.

    Darwin wurde in eine Zeit geboren, in der ein vermenschlichtes Gottesbild als Erklärungsgrund für das Unerklärliche missbraucht wurde, damit die Vorstellung eines logisch-natürlichen Entwicklungsprozesses gegen Schöpfung sprach. Und wo nach wie vor ein menschlicher Aufpasser oder jetzt Designer gesetzt wird, da tut man sich schwer mit Krankheiten, Unwetter, Artensterben… macht den menschenartigen Macher verantwortlich oder streitet seine Macht ab. Alle theologisch-naturalistischen oder philosophisch-idealisitischen Versöhnungsversuche der Weltbilder sind an einer Gestalt gescheitert, deren Vorstellung die Weisheit des Anfang verbot. (Ein Gottesbild, das zu allem Übel dann einfach auf das Offenbarungswesen der Zeitenwende, das nachweislich die natürliche Logik/Vernunft allen Werdens war, übertragen wurde.)

    Nach wie vor scheint es unvorstellbar, ohne eine Aufpasser oder zumindest Zielsetzer auszukommen, mit dem dann weder kreativer (=schöpferischer) Zufall zu vereinbaren, noch das bei Tierarten (evolutions=schöpfungs)taugliche Fressen und gefressen werden zu verbinden sind. Wieso ein weltvernünftiges, evolutions- bzw. Zukunft optimierendes Verhalten der “schöpferischen” Vernunft entspricht, war und ist scheinbar unvorstellbar. Und wieso die Begeisterung für das ganz natürliche Werden dazu befähigen soll, sich an die “schöpferische” Vernunft zu halten, noch weniger.

    Das Abgleiten der Evolutionslehre in einen Sozialdarwinismus, der gemildert derzeit leidvoll erfahrener Wirschaftsalltag, nicht Evolutions- bzw. Zukunftstauglich ist, geht daher nicht auf Darwins Konto.

    Leben ist Veränderung. Aufklärung schafft den Vater nicht ab, sondern glaubt nicht mehr an…

    Ich geben die Hoffnung nicht auf, dass wir Dank Darwin & Co. heute wieder das aufgeklärt vergegenwärtigen können, was in der Antike Grund einer Glaubensaufklärung war, die den Unsagbaren Gott der Väter in keiner Weise in die Wüste schichte, sondern die evolutionäre=schöpferische Geschichte fortsetzte.

    Gerhard

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