Dodo des Monats März 2009


Dodo des Monats März 2009
Dodo des Monats März 2009
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Peter H. Carstensen

34% aller abgegebenen Stimmen hat er auf sich vereint. Herr Carstensen hat im Jahre 2009, auf der Grundlage des Reichskonkordats von 1933 einen Vertrag des Landes Schleswig-Holstein, mit dem Titel „Acccordo fra il Land Schleswig-Holstein e la Santa Sede“, initiiert, natürlich mit dem Vatikan, welcher im Kieler Landtag unter TOP 06, Drucksache 16/2245 am 26. März 2009, als Gesetz angenommen wurde. Das Land Schleswig-Holstein zahlt, zusätzlich zu den bisher festgelegten Geldern,  190.000€ an die katholische Kirche. Gegenleistung, keine, jedenfalls nicht im Diesseits. Von Atheisten, Konfessionsfreien, Juden, Muslimen, Buddhisten, Hindus und vielen anderen, werden Steuergelder benutzt um Irrationalität zu finanzieren. Politik betrügt den Souverän, sprich das Wahlvolk.

Nichts ist überflüssiger als in unserer heutigen Zeit einen Vertrag mit reaktionären, katholischen Traditionalisten abzuschließen, noch dazu für die Ewigkeit, die nicht näher bestimmt werden kann. Flexibel an diesem Vertrag sind die Zahlungen, welche zukünftig anzupassen sind. Norddeutscher Betonkopf trifft katholische Sturheit. Die jüngsten kulturellen Entgleisungen des Vatikans, die auf einen sehr starken Realitätsverlust hinweisen, werden ignoriert.

Nordwärts über den Zaun geschaut, hätte man etwas gesunden Menschenverstand finden können. Die Dänen sind in dieser Hinsicht wesentlich weiter.
Wesentliche Inhalte des Kirchenvertrages

Der Vertrag zielt auf die rechtliche Gleichstellung von Katholiken und Lutheranern ab. Er schreibt das Prinzip der Glaubensfreiheit fest und bestätigt das Selbstverwaltungsrecht der Kirche sowie das grundgesetzliche Recht auf den Religionsunterricht in Übereinstimmung mit der katholischen Lehre. Zudem verpflichtet sich das Land, auf die Sonn- und Feiertagsruhe zu achten und die Ausbildung katholischer Theologen an den Unis zu fördern.

Die Kirche hat das Recht, in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder in Gefängnissen seelsorgerisch tätig zu sein. Das Land will sich für „angemessene Sendezeiten“ für katholische Programme in den öffentlich-rechtlichen wie den privaten Rundfunksendern einsetzen. Und: Das Land verpflichtet sich zu einem jährlichen Zuschuss an die katholische Kirche. Er liegt in diesem Jahr bei 190.000 Euro und soll entsprechend der Beamtenbesoldung erhöht werden.

Die rund 173.000 Katholiken in Schleswig-Holstein machen sechs Prozent der Bevölkerung aus und sind damit hinter den 1,5 Millionen Lutheranern die zweitgrößte Religionsgemeinschaft im Lande. Sie gehören zum 1994 eingerichteten Erzbistum Hamburg, das neben Schleswig-Holstein und der Hansestadt auch den mecklenburgischen Teil von Mecklenburg-Vorpommerns umfasst. Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern haben bereits 2005 beziehungsweise 1997 Verträge mit dem Vatikan abgeschlossen.

Angesichts solcher norddeutscher Hohlköpfigkeit kann man nur den Kopf schütteln. Der Dodo des Monats ist völlig verdient.

Quelle:ffn.de
Quelle:ffn.de

2 Comments

  1. Wenn ich das Naturell meines Ministerpräsidenten richtig deute, wird er sich nicht groß darum kümmern, den Dodo des Monats verliehen zu bekommen; sofern er diese Auszeichnung überhaupt kennt.

    Diese unheilige Allianz der gegeseitig bestätigenden Ignoranz muss endlich aufgelöst werden!
    Eine Kirche, die derart darin versagt hat, in der Moderne anzukommen [Papstgefasel über die Vermeidung von AIDS], braucht auch nicht deren sauer verdientes Geld.

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  2. standing ovation

    Toll gemacht, einer Organisation, die 50.000.000.000 an Rückstellung zur Verfügung hat, noch jedes Jahr 190.000 Euro hinten in den Arsch schieben, das muss man erst schaffen.

    standing ovation

    Wenn eine Organisation, die 6,3% der Bevölkerung „vertritt“, jedes Jahr 190.000 Euro kassiert, was bekommt wohl ein Verein, der 29,22% (Ungläubige) „vertritt“?

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