Pilgern erlaubt


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Kündigung ungerechtfertigt bei unerlaubter Pilgerfahrt

M i GAZINBeta

Einem Urteil des Arbeitsgerichts Köln zufolge, darf einem Arbeitnehmer, auch wenn er unerlaubt eine Pilgerfahrt antritt, nicht gekündigt werden.

Dem Urteil liegt ein Fall zugrunde, in der einer beim Schulamt tätigen Muslima, die trotz nicht genehmigten Urlaubs eine Pilgerreise antrat, gekündigt wurde. Die Muslima erhob Klage vor dem Arbeitsgericht ihn Köln. Die für jeden Muslim vorgeschriebene Pilgerfahrt nach Mekka gehört zu den fünf Säulen des Islams und ist für jeden gesunden Muslim, der über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, verpflichtend.

Um dieser religiösen Pflicht nachzukommen, habe die Muslima Urlaub beantragt, das Schulamt habe sich jedoch geweigert den Urlaub außerhalb der Schulferien zu genehmigen. Die Hadschzeit liege jedoch erst in 13 Jahren in den Schulferien, dann wäre sie 64 Jahre alt. Die jährliche Hadschzeit richtet sich nach Mondkalender und verschiebt sich jährlich um etwa zehn Tage. Zudem sei ungewiss, ob die Mutter dann noch das behinderte Kind der Klägerin betreuen könne.

Der Richter gab der Klägerin recht. Es liege zwar ein Grund für eine fristlose Kündigung vor, weil sich die Muslima trotz Urlaubsverweigerung des Schulamtes die Pilgerreise angetreten habe und nicht zur Arbeit erschienen sei, aber unter Berücksichtigung des besonderen Sachverhaltes sei die Kündigung nicht gerechtfertigt. Die Klägerin habe sich in einem Glaubens- und Gewissenskonflikt befunden, der es ihr unmöglich machte, die Pilgerfahrt nicht anzutreten.

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8 Comments

  1. Also, die Dame hätte das ja ganz leicht lösen können, indem sie einfach ein Semester unbezahlten Urlaub beantragt, oder?

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  2. Mir hat ein Brite erzählt, daß bei der Volkszählung dort viele „Yedi-Ritter“ als Religion angegeben haben.
    Damit wäre die Pilgerreise zur Spezialvorführung doch abgedeckt, oder?
    😉

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  3. Arrowman, das Dumme ist: Außerhalb der genehmigten Urlaubszeit darfst Du nur nach Mekka. Für Jerusalem, Bethlehem, Lourdes oder Santiago de Compostela gibt es ja keine festgelegte Pilgerzeit. 😉

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  4. @yerainbow
    „Hm, wie ist das beim Holy Spaghettimonster? Gehört da ne Pilgerreise zum Ziel seiner Wahl niht auch zwingend dazu?“

    Kommt darauf an. Eine sogenannte Miracoli-Mirakel-Wanderschaft zum nächsten Italiener kann man ggf. von der Kirchensteuer absetzen. Man muss nur angeben, dass man mindestens einmal am Tag eine Nudelreise zur mittäglichen Zeit antreten muss. Und das es ein fundamentaler Teil der Religion ist. Aufgrund der Religionsfreiheit und der Tatsache, dass man für die Ausübung des Glaubens keinen Tag verpassen darf – ansonsten landet man in der Schnitzelhölle – muss der Chef hier leider passen. Klappt natürlich besonders gut, wenn man ein behindertes Kind dabei hat. Geisterwesen haben bekanntlich keinen Terminkalender und können das Leid des Kindes nicht solange aufhalten, bis der Termin für die nächste Vollmondwanderung frei wird. Hat was mit Theodizee zu tun, wenn ich mich nicht irre 😉 .

    Sch(m)erz beiseite. Ich will ja nicht meckern, aber wenn die Dame mit ihrem Kind aus terminrechtlichen Gründen in Planungsnot gerät, dann ist die Sache für mich sowieso ganz klar: entweder die „harte und reale“ Arbeit, oder die „weiche und erdachte“ Fantasiereligion. Will sie ihren Glauben ausleben, dann muss sie in einem Bereich tätig sein, der diesen Glauben auch unterstützt. Das Schulamt ist neutral und hat sich keinem bestimmten Glauben zu beugen. Zumindest im Normalfall. Eine „erzwungene“ Befreiung aufgrund irgendwelcher Riten in einem Wüstenstaat, mehrere tausend Kilometer von unserem Grundgesetz entfernt, finde ich pers. lächerlich.

    Weil George Lucas in USA gerade eine 3D-Kino-Laser-Deluxe Vorführung der gesammten Krieg der Sterne Saga durchführt, darf ich ja auch nicht auf eine Befreiung pochen, nur weil ich ein „Fan“ der Filme bin und ein Besuch eines 3D-Laser-Deluxe US-Kinos zum „Pflichtprogramm“ eines jeden SciFi-Freaks gehört. Und das man natürlich keinen Film verpassen darf.

    Das eine ist „Pflichtprogramm“ in Deutschland, das andere ist Hobby – bestenfalls Pflichtprogramm für Ausländer – in deren Länder. Hat jemand mitbekommen, dass in Saudi Arabien zu Karneval die Mädels mit geschminkten Gesichtern rumlaufen ? Ich zumindest nicht.
    Religion ist Hobby. Will die Dame ihr Hobby zur Berufssache machen, sollte sie sich von ihrem jetzigem Beruf trennen oder auf normale und genemigte Beurlaubung warten – so lange dies auch dauert und so traurig dies auch erscheint. Einfach abdüsen und den „Schaden“ ihrer leeren Position an einer „Säule“ irgendwo im Ausland zu befestigen, ist und bleibt lächerlich. Justitia hatte (mal wieder) Schluckauf gehabt… ganz sicher ! Zumindest glaube ich das 😉 .

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  5. Hm, wie ist das beim Holy Spaghettimonster? Gehört da ne Pilgerreise zum Ziel seiner Wahl niht auch zwingend dazu?

    sollte man mal genauer studieren. Nur mal so als Tip…

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  6. Stimmt das? Wäre schon ziemlich lächerlich…

    Sollten die muslimischen Schüler und Arbeitnehmer hierzulande auch mal machen. Mal gucken, wie das ausginge.

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