Von den Ley(ai)en aus dem Guttenbergischen


Quelle: BMFSFJ
Quelle: BMFSFJ

Eine Woche ist es her, dass der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Karl-Theodor zu Guttenberg, im Kabinett, die Gesetzesvorlage zur Sperrung von pädophilen Internetseiten, beim gleichzeitigen mitloggen der Verbindungen, durch das BKA, eingebracht hat. Initiator Frau von der Leyen, ihres Zeichens Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Da das Internet aber etwas technisches ist, fällt es in den Zuständigkeitsbereich des Wirtschaftministers, eben Technologie. Dass das so ist, kann unser aller Glück bedeuten, auch fallen mir jede Menge Blondinenwitze ein, wenn ich das nachfolgend Gesagte interpretieren muss. Die Witze verkneife ich mir, dass nachfolgend Gesagte ist schlimm genug.
Ursula von der Leyen:

„Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft“.

So so, 80% der Nutzer des Internets sind normal! Zur Normalität gehört eben nicht, so Frau von der Leyen, via DNS Internetsperren zu umgehen. Da muss man Experte sein. Wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann? Frau von der Leyen, ganz einfach, zum Beispiel die Mitarbeiter des BSI, des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. Eine Einrichtung ihres Kollegen Schäuble, Bundesinnenminister. Der wesentlichste Teil dieser Einrichtung des Bundes dürfte in der Lage sein, ad hoc und ohne viel Federlesens aktiv Sperren zu umgehen. Nimmt man ihre Aussage, müsste ihr Kollege Schäuble sofort die zuständige Staatsanwaltschaft einschalten, da es im BSI, in konzentrierter Form, „schwere“ Pädokriminelle gibt. Rein statistisch gesehen, natürlich, oder aber, es gibt den Pädokriminellen von Amts wegen. Daher auch die Einschränkung in der Gesetzesvorlage, für Ämter gilt die Internetsperre nicht.
Desweiteren ist jeder Admin, superuser (schon verdächtig, da kein normaler User), root in der Lage, locker, flockig DNS-Sperren zu umgehen. Kompetenz macht verdächtig. Völlig unabhängig davon, die Millionen Surfer im Internet, die den mitschnüffelnden Staat nicht wollen und Anonymisierungsdienste nutzen. Der Firefox-Browser scheint ein ganz übles Werkzeug der Umgehung zu sein, bietet er doch eine Reihe von Add-ons an, die man ohne weitere Kenntnisse zu besitzen, nutzen kann um eben jene Sperren zu umgehen.
Ausgehend von ihrer genannten Statistik, völlig normal, dass sie uns den Usprung derselben verschweigen, müssten sich hier auf dem Blog tausende von Pädos tummeln. Mit dem „War on Terror“ wird die Einschränkung wesentlicher Persönlichkeitsrechte begründet, mit dem „War on Pedophilia“ wird die Sache nun gesteigert. Interessant ist die dabei zum Vorschein kommende Inkompetenz ihresgleichen. Millionen von Internet-Nutzern zu verdächtigen ist wesentlich einfacher, als dafür zu sorgen, dass Plattformen mit pädophilen Inhalten einfach abgeschaltet werden. Insofern sind ihre Verlautbarungen die Aussagen eines DAUs.

Das Guttenbergische liegt irgendwo in Oberfranken, dieses gehört zu Bayern.

Nach golem.de

4 Comments

  1. Schöner Text, wenn auch beinahe zu sanft geschrieben für das, was nun erlaubt ist.

    Der Chaos Computer Club hat seit über 10 Jahren (!) die Benutzung von Anonymisierungsdiensten und Filterumgeher propagiert. Artikeln zur Umgehung von Sperren finden sich in jedem gut sortiertem Bahnhofsbuchhandlung und Zeitschriftenladen in ganz Deutschland. Ob es spezialisierte Magazine wie „hackin9“ sind, oder ganz generelle PC-Zeitschriften wie „com“, „PC-Aktuell“ oder „Computer-Bild“. Wie man Anonymisierungsdienste und alternative DNS-Server benutzen kann, weiss sprichwörtlich jedes Kind in Deutschland.

    Hervorragend ist und bleibt, dass Kinderf*ckerbilder weiterhin auf Festplatten mit Internetanschluss vorhanden sind. Die ganzen Anbieter der Pornobilder sind völlig unberührt von der ganzen Sache immer noch ungehemmt dabei, ihren Müll zu verbreiten. Man hat nun nur die Namensschilder an den Häusern mit schwarzem Klebeband zugeklebt. Respekt ! Hochachtung vor diesem aktionellem Eifer. Das der durchschnittliche Kinderpornogucker schlicht und ergreiffend sich entweder an den Hausnummern orientiert oder ganz profan die Türen durchzählt bzw. sich an anderen länglichen Merkmalen orientiert, bleibt natürlich aussen vor.

    So auch jetzt im Internet. Wer weiterhin Kinderf*ckerbilder sehen will, der wird sich nur ein kleines Progrämmchen installieren – wenn er dies nicht schon tut – und lechzend weiterhin die Server abfragen. Denn bekanntlicherweise laufen diese Server trotz „hervorragend geführten Blacklisten“ immer noch 24 Stunden am Tag im Netz… ungebremst und stets besucht.

    Warum zum Teufel ist es so verdammt schwer eine weltweite (!) Regelung im Bereich des Kinderf*ckens zu finden ? Alles was unterhalb von 14, 12 oder 10 Jahren ist (je nach Land, Religon oder Kultur), gehört ausnahmslos und ohne Skrupel verfolgt und ausgemerzt. Die IP des Bilderservers wird an den Richter geschoben, der gibt die Unterschrift für eine Hausdurch und nach 48 Stunden stehen die Bildersauger alleine im trockenem Teich !
    Aber nein ! Man versperrt einfach einen Feldweg zum Teich und hofft, dass nun „Großkunden“ ängstlich das Weite suchen. Wie lächerlich !

    Eine positive Seite hat diese einzigartige Regelung allerdings auch:
    Priester mit Kinderf*ckerbilder und Politiker mit tausenden von KiPo-Fotos werden ein Stopschild sehen. Sooooo leicht kommen die eben nicht mehr an die F*ckerbilder ran. Und wir alle wissen… Priester und C(DU/SU)-Politiker sind einfach zu „doom“ für die Umlenkung des standard eingerichteten DNS-Servers 🙂 .

    Helau und Alaaf ! Das Internet ist nun wieder sauber !
    Als nächstes kommen die ganzen bösen Tauschbörsennutzer ran. Die Film- und Musikindustrie steht schon schlange. Sie wollen ebenfalls bestimmte Seiten auf der DNS-Blacklist der Regierung sehen: Bittorrent- und eMule Seiten haben sie schon griffbereit. Nun warten sie nur noch auf ein „klitzekleines“ Komma in der Gesetzesgebung. Auch parteikritische Blogs sind den Obrigen ein Dorn im Auge. Wer auch immer gegen einen (bestimmten) Politiker wettert, verhält sich verdächtig. Er könnte den nächsten „Schäuble“ produzieren ! Er könnte vielleicht zum (Politiker-)Mörder werden ! Also werden besonders „hetzerische“ Blogs mit auf die Stop-Liste gesetzt.
    Da zur Zeit die CDU regiert, und sie bekanntlich sehr lieb mit dem Papstunternehmen umgehen, werden religionskritische Meinungen ebenfalls verschärft beobachtet. Menschen, die sogar das Christentum „verbannen“ wollen – ob aus dem Schulunterricht oder aus dem Grundgesetz – sind sogar hochverdächtig ! Religionsterrorismus und Jumbos in Hochhäuser muss man verhindern ! Also werden Webseiten … entschuldigt … IP-Adressen von Websites sofort auf die Liste gesetzt.

    Das Spielchen geht dann weiter… es stehen noch die Zigarettenindustrie, die Pharmafirmen, Plattenbosse (ups, die hatten wir schon), Industreille Schwergewichte wie Mehdorn, Hartz & Co. usw. schlange. Alle wollen natürlich ein Stück des Zensurkuchens abbekommen.

    Irrsinn ?? Natürlich !
    Doch dank des stets wirksamen Kinderporno-Hammers sind die dummen Schäfchen nun eingeschüchtert und knicken unter der Last der Strohmänner ein. Ein klarer Sieg für die Dummheit ! Würde man noch die Hexenverbrennung wieder erlauben, wäre der mittelalterliche Spaß vollends perfekt 😉 .

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  2. @ yerainbow
    ===snipp===
    Ich hab ja so das Gefühl, daß da ganz andere Interessen dahinter stehen.
    ===snapp===
    Nenne es doch einfach „Gewissheit“.
    Es geht darum, Türen zu öffnen für eine vollständige Überwachung und Protokollierung des Userverhaltens. Und wer weiss: eines Tages sind auch die Schreiber, Leser und Kommentatoren des Brighblogs dran: wenn die CDU die nächste oder übernächste Wahl gewinnt…

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  3. Ich hab ja so das Gefühl, daß da ganz andere Interessen dahinter stehen.
    Genauso gut hätte das auch Blasmusik sein können oder Hundezucht oder so.
    Damit kann man es nur nicht so gut verkaufen.

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  4. Ganz Toll, jetzt darf ichm ich nicht nur als Killerspieler, sondern auch als versierter internetnutzer zu den Pädophilen stellen lassen.

    Ich könnt essen um weiter kotzen zu können.

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