Bischöfliche Scharmützel


Heinz-Wilhelm Brockmann fiel bei den Bischöfen durch.
Heinz-Wilhelm Brockmann fiel bei den Bischöfen durch.

Es kam wie aus heiterem Himmel. Denn bei einem Zukunftsgespräch vor wenigen Tagen in Würzburg versicherten sich Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken noch ihrer gegenseitigen Wertschätzung.

Münsterländische Volkszeitung

Und nun das: Der einzige Kandidat für das Amt des ZdK-Präsidenten, der hessische Bildungsstaatssekretär Heinz-Wilhelm Brockmann (CDU) erhielt bei der Sitzung des Ständigen Rates der Bischöfe in Würzburg nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit. Eine offizielle Begründung für die Ablehnung gab es nicht. „Ich bin sehr verwundert, weil ich nicht weiß, welche Argumente den Ausschlag gegeben haben“, sagte der münsterische CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Sternberg, der dem ZdK-Präsidium angehört.

Möglich ist, dass etlichen Bischöfen die eher als progressiv einzustufende Grundhaltung Brockmanns nicht passt. Möglicherweise wurde hier eine neue Polarisierung zwischen Laien, bischöflicher Hierarchie und Vatikan befürchtet. Sprecher katholischer Verbände sowie der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode bedauerten die Entscheidung.

Thomas Sternberg warb im Gespräch mit unserer Zeitung dafür, die Angelegenheit nicht über Gebühr hochzuspielen. „Niemand hat ein Interesse an einem Konfrontationskurs zwischen Bischöfen und ZdK“, sagte Sternberg. Er plädiert dafür, die Nachfolge nun erst im Herbst neu zu regeln.

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