Kongress bekommt Unterstützung von Neonazis!


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Homosexuelle Neonazis müssen sich verstecken, um nicht Opfer brauner Gewalt zu werden.

Der umstrittene „6. Internationale Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“, der vom 20. bis zum 24. Mai in Marburg geplant ist, bekommt neben Unterstützung aus rechtskonservativen Kreisen nun auch Rückendeckung aus dem extrem rechten Milieu von NPD und DVU. Das Bündnis „Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus“ zeigt sich schockiert über die Argumentationsparallelen zwischen KongressveranstalterInnen und extremer Rechte und bekräftigt die Aufforderung, dieser Veranstaltung auf der Demonstration am Donnerstag, 21.05.2009, eine entschlossene Absage zu erteilen.

Bisher hatte die „Crème de la Crème der Homohasser“ (Hartmut Rus, LSVD) einen „Aufruf für Freiheit und Selbstbestimmung“ zur Unterstützung des Kongresses unterzeichnet. Jetzt bekommt der Kongress auch Solidaritätsbekundungen von ganz rechtsaußen. Andreas Molau, DVU-Bundespressesprecher und langjähriger NPD-Aktivist und bis vor kurzem Mitglied im NPD-Bundesvorstand, hat in einer Erklärung „Nein zu Totalitarismus!“ den Kongress, das DIJG und „Wuestenstrom“ gegen unsere Kritik in Schutz genommen. Dem Bündnis wirft er „totalitäres Verhalten“ vor und fordert, dass „eine rechte Gegenbewegung […] die Dinge beim Namen nennen“ muss.

Molau führt aus: „Denn es geht eben nicht nur um die Therapiefreiheit von Homosexuellen, die ihre nicht-naturgemäße Veranlagung als belastend empfinden. Es geht darum, dass unsere Kultur dadurch belastet wird, dass Randgruppen zunehmend über das Maß der richtigen Toleranzforderung hinaus gehen und ihre Maßstäbe zum Maßstab der Allgemeinheit machen. So ist eben auch Einwanderung dann ein Problem, wenn die Maßstäbe der Einwanderer zu den Maßstäben der eingesessenen Kulturen werden.“
Nora Nebenberg, Sprecherin vom Bündnis „Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus“ sagt dazu:

„Dass der Kongress Unterstützung aus dem extrem rechten Lager bekommt, zeigt mehr als deutlich, dass auf dem Kongress Thesen verbreitet werden sollen, die für extrem rechte Propaganda anschlussfähig sind. Jetzt wird es Zeit, dass die Veranstalter endlich die nötigen Konsequenzen ziehen und den Kongress absagen! Gegen diese inhaltlich gemeinsame Positionierung, die ganz offensichtlich von CDU über evangelikale Kreise bis hin ins Nazispektrum reicht, ist Protest zweifellos legitim und notwendig. Unipräsident Volker Nienhaus und Oberbürgermeister Egon Vaupel kann ich nur raten, endlich mit der Verzögerungstaktik aufzuhören und aktiv zu werden. Wir rechnen damit, dass unsere Demonstration ob dieser aktuellen Zuspitzung einen noch wesentlich höheren Zulauf bekommen wird.“

5 Comments

  1. Hitler war auch gegen Falschparken, Geisterfahren und Alkohol im Strassenverkehr….so wie ich. Bin ich jetzt ein Nazi???

    Die Argumentationslogik, die hier verwendet wir, ist lächerlich. Aber wenn man die Opferrolle verinnerlicht hat, sieht eben alles bedrohlich aus, was einem gerade nicht in den Kram passt. Beleidigt sein kann auch eine subtile Form des Terrors darstellen. Dabei besteht dazu überhaupt kein Anlass.

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  2. @Thomas Schneider

    „….ganz abgesehen davon, dass eine “Anschlussfähigkeit” noch nie ein Argument gegen eine Position war.“

    Den zum Denken fähigen Menschen regt das aber auf jeden Fall zum nachdenken an.

    Wer es allerdings prinzipiell ablehnt, über die eigene Position zu reflektieren, der….[nach „Geistes“-kapazität ergänzen].

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  3. @Thomas

    „Molau (..) verwendet die Debatte um den Marburger Kongress als reiner Trittbrettfahrer, um sich selbst hoffähig zu machen“

    Dann würde ich Molau einfach vom Trittbrett wegstoßen ! Stört er, dann soll er seine Gedanken auf einem eigenem „Aktionsbündnis“ rausposaunen. Störenfriede werden ganz klar öffentlich genannt und „gebranntmarkt“, damit auch andere Besucher sich davon distanzieren können.

    Aber zum Glück gibt’s eben auch gute Seiten eines solchen Vortrags-Vorsprech-Aktionsbündnis-Gruppen e.V. & Co. KG zu vermelden.

    http://www.medrum.de/?q=content/einvernehmen-homosexualitaet-keine-krankheit

    Dort wird (endlich!) das Ergebniss erzielt, dass Homosexualität keine „therapierbare Krankheit“ darstellt.

    Obwohl der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands (LSVD), die Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (APS) und die drei vom LSVD kritisierten Referenten darin übereinstimmen, dass sie Homosexualität nicht als therapiebedürftige Krankheit ansehen, (..)

    (..) Einvernehmen bestand darüber, dass Homosexualität weder per se als Krankheit anzusehen noch therapiebedürftig sei.

    Es benötigt eben eine sehr sehr lange Zeit, doch die Nachricht krabbelt langsam durch Leitungen.

    …und dennoch… braune Soße fließt weiterhin Richtung Erde runter. Kommt irgendwann jemand hin und plappert „im Namen des Aktionsbündnisses“ dann braungefärbte Parolen runter, dann gehört er rausgetreten und klar gebranntmarkt ! Man kann nicht einfach wegsehen und brav auf einem Blog berichten, dass sowas „unpassend“ ist, sondern man muss Flagge zeigen ! Ansonsten werden sich solche braune Freaks weiterhin durch die Kongresse durchmogeln um ihre vor über 60 Jahre versagte Wunschvorstellung zu propagieren. Das waren Versager, das sind Versager und sie werden für immer Versager bleiben.

    Tja… wer aber auf einem Kongress Themen anspricht, die das braune Gematsche anziehend findet, der sollte schon von vornerein, als auch während der Vorstellung, stets den Abstand zu dieser verkorksten Ideologie betonen. Ansonsten nutzen Braune diese Themen sehr gerne, um sich zu profilieren und anscheinend auf Zustimmung zu stoßen. Und wenn man auf solche Kongresse nicht nur diese Themen anspricht, sondern gleich die Richtung vorgibt („Anti-Homo“), dann braucht man sich über den Zulauf nun wirklich nicht zu wundern. Egal ob man es „Aktionsbündnis“, „Appell“ oder was auch immer tituliert… solche Sachen erzeugen eben gewisse Reaktionen. Schade, aber that’s life eben…

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  4. Diese Meldung hat erkennbar den Zweck einer Verunglimpfung zur Rechtfertigung der völlig überzogenen Aktion des Marburger Aktionsbündnisses. Molau – das ist aus der verlinkten Quelle ersichtlich – verwendet die Debatte um den Marburger Kongress als reiner Trittbrettfahrer, um sich selbst hoffähig zu machen: Er wiederholt in seiner Kolumne lediglich die bekannten Argumente und ergänzt das um das Kapitel „Einwanderer“, dessen inhaltlicher Bruch mit dem Vorhergehenden jedem auffällt und von dem sich z.B. die Aktion „Freiheit und Selbstbestimmung“ sofort schriftlich distanziert hat (www.medrum.de). Für Trittbrettfahrer kann man ebensowenig wie für Spammer und Stalker. Daraus eine Verbindung zu ziehen ist schlichtweg üble Nachrede – ganz abgesehen davon, dass eine „Anschlussfähigkeit“ noch nie ein Argument gegen eine Position war. Die SPD ändert schließlich auch nicht ihr Parteiprogramm, nur weil die Linke aus dem Sozialgedanken radikale Konsequenzen anschließt. Das Marburger Aktionsbündnis muss unter ziemlichem Rechtfertigungsdruck stehen, um zu solchen Mitteln greifen zu müssen.

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